Das Museum 'Deutsches Auswandererhaus Bremerhaven' mit seinem detaillierten und pragmatischen, aber auch emotionalen Ansatz steht im Mittelpunkt dieser Hausarbeit. Im Folgenden soll somit die Eignung des Auswandererhauses als Exkursionsort unter interkulturellen Gesichtspunkten herausgestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort
2 Interkulturelle Bildung als Querschnittsaufgabe
3 Bedingungsanalyse
4 Sachanalyse zum Exkursionsort
5 Didaktische Analyse
5.1 Außerschulische Lernorte
5.2 Gegenwartsbedeutung und Zugänglichkeit des Inhalts
5.3 Zukunftsbedeutung
5.4 Exemplarische Bedeutung – ausgewählte interkulturelle Aspekte des Exkursionsortes
6 Lernzielbestimmung
7 Methodischer Vorschlag
7.1 Vorbereitung der Exkursion
7.2 Die Station „Überfahrt – The crossing“
7.3 Nachbereitung der Exkursion
8 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Eignung des Deutschen Auswandererhauses in Bremerhaven als außerschulischen Lernort für den Sachunterricht, wobei ein besonderer Fokus auf die Förderung interkultureller Kompetenzen in einer inklusiven Grundschulklasse gelegt wird.
- Interkulturelle Bildung als zentrale Querschnittsaufgabe in der Schule.
- Detaillierte Sachanalyse der museumspädagogischen Angebote im Auswandererhaus.
- Didaktische Konzepte zur Einbindung außerschulischer Lernorte.
- Förderung der Perspektivenübernahme durch rollenspielerische Elemente.
- Inklusive Gestaltung von Lernprozessen zur Vermeidung von Wir-Die-Differenzen.
Auszug aus dem Buch
Die Station „Überfahrt – The crossing“
Im Vorraum, in dem die Modelle dreier Schiffe aus verschiedenen Zeitepochen in einer Vitrine angeschaut werden können, erfolgt eine kurze Einleitung der Lehrkraft über die Schiffe und deren zeitliche Zuordnung. Die Kinder können hier die verschiedenen Decks und Abteilungen der Schiffe per Knopfdruck beleuchten lassen und so erfahren, wo z.B. die Passagierkabinen untergebracht waren. Anschließend steckt die Lehrkraft einen zeitlichen Rahmen ab, in welchem die Kinder die Innenraumnachbauten der drei Schiffe erforschen können. Dabei sollte sie kurz erklären, welche Kabine zu welchem Schiff gehört und in welchem dieser Schiffe die Menschen aus der vorher besprochenen Epoche gereist sind. Die Kinder können nun auf ganzheitliche Weise die fremdartige und beengte Situation in den Schiffskabinen auf eigene Faust erkunden und erleben.
Durch die vielseitige und offene Gestaltung ist in der Station ein Lernen mit allen Sinnen möglich. Die detailgetreue Gestaltung der Schiffskabinen (bis hin zu den Hühnern im Fußboden der Segelschiffkabine) ist nicht nur visuell ein Erlebnis. Auch taktil wird viel geboten: Es darf hier alles angefasst, sich an die Tische in der Kombüse gesetzt oder in die Kabinenbetten gelegt werden. Dazu gibt es Schubladen und hinter Fensterläden versteckte Schaukästen, die gefunden und geöffnet werden müssen, um die darin enthaltenen Informationen freizulegen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Vorwort: Die Autoren begründen ihre Wahl des Auswandererhauses als Exkursionsort basierend auf ihren persönlichen Eindrücken und dem Ziel, diesen für Grundschulkinder didaktisch nutzbar zu machen.
2 Interkulturelle Bildung als Querschnittsaufgabe: Es wird die Notwendigkeit interkultureller Bildung in einer globalisierten Welt sowie deren Verankerung als Aufgabe in allen Schulfächern erläutert.
3 Bedingungsanalyse: Dieses Kapitel konstruiert eine fiktive, heterogene Grundschulklasse, um die Planung der Exkursion praxisnah und zielgruppenorientiert zu gestalten.
4 Sachanalyse zum Exkursionsort: Die verschiedenen Stationen des Deutschen Auswandererhauses in Bremerhaven werden detailliert beschrieben und ihre museumspädagogische Funktion analysiert.
5 Didaktische Analyse: Hier wird der theoretische Rahmen für den Einsatz außerschulischer Lernorte abgesteckt und die Eignung des Museums für die verschiedenen Altersstufen und Kompetenzbereiche geprüft.
6 Lernzielbestimmung: Die Lernziele umfassen sowohl das historische Wissen über Auswanderungsprozesse als auch die Förderung von Perspektivenübernahme und Toleranz.
7 Methodischer Vorschlag: Ein konkreter Ablaufplan für Vorbereitung, Exkursionsdurchführung und Nachbereitung wird vorgestellt, ergänzt um methodische Impulse für die Arbeit vor Ort.
8 Fazit: Die Arbeit resümiert, dass das Museum durch seine plastische Aufbereitung einen wesentlichen Beitrag zu sozialwissenschaftlich-historischem Lernen leisten kann, sofern eine entsprechende pädagogische Begleitung erfolgt.
Schlüsselwörter
Deutsches Auswandererhaus, Interkulturelles Lernen, Sachunterricht, Außerschulischer Lernort, Inklusion, Migrationshintergrund, Perspektivenübernahme, Grundschule, Historisches Lernen, Exkursion, Didaktik, Museumspädagogik, Identitätskonstruktion, Bremerhaven.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven als einen geeigneten außerschulischen Lernort, um Grundschulkindern interkulturelle und historische Lerninhalte näherzubringen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Bedeutung interkultureller Bildung, die methodische Aufbereitung außerschulischer Lernorte und die Förderung eines inklusiven Klassenklimas.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein didaktisch fundiertes Konzept zu erstellen, wie ein Museumsbesuch zur Stärkung der interkulturellen Kompetenz und zur historischen Bildung genutzt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autoren nutzen eine Kombination aus Bedingungsanalyse einer fiktiven Klasse, einer Sachanalyse des Exkursionsortes sowie didaktisch-methodischer Reflexion basierend auf Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse des Museums, der didaktischen Rechtfertigung der Exkursion sowie der konkreten methodischen Planung der Vor- und Nachbereitung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie interkulturelles Lernen, Sachunterricht, Inklusion und außerschulische Lernorte definieren.
Warum ist das Auswandererhaus besonders für Kinder geeignet?
Durch multisensorische Stationen, handlungsorientierte Angebote und technische Hilfsmittel wie den „Boarding Pass“ wird Geschichte für Kinder unmittelbar erlebbar.
Wie vermeiden die Autoren die „Wir-Die-Differenz“?
Durch einen inklusiven Ansatz wird der Fokus auf die gemeinsame Auseinandersetzung mit der Geschichte gelegt, ohne eine direkte Identifikation oder Gleichsetzung aktueller Migrationsschicksale mit der Lebenssituation einzelner Schüler zu forcieren.
Welche Rolle spielt die „iCard“ im Museum?
Die iCard dient als interaktives Medium, das es Schülern ermöglicht, individuell auditive Informationen abzurufen und so in eigenem Tempo und ohne Druck zu lernen.
- Quote paper
- M.Ed. Georg Rabe (Author), A. Rosskamp (Author), 2007, Ein Exkursionsort aus interkultureller Sicht: Deutsches Auswandererhaus Bremerhaven , Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/165638