Diese Arbeit betrachtet Lessings "Miß Sara Sampson" unter sprachlichen und formalen Gesichtspunkten. Dabei wird detailliert auf die Verwendung und Wirkung von Dialogen, Monologen und Schweigen eingegangen. Auch nonverbale Ausdrucksmittel, wie Mimik und Gestik, werden in ihrer Bedeutung analysiert, entsprechend auch die Szenenanweisungen. Die Betrachtung des Handlungsverlaufes erfolgt nach den klassischen Kriterien der gängigen Tragödientheorien dieser Zeit und wird von Exposition über Peripetie und Anagnorisis bis hin zum Schlusstableau aufgeschlüsselt. Dabei steht Lessing in vielen Aspekten im Widerspruch zur klassischen Struktur eines Trauerspiels. Selbstverständlich wird als Grundlage dieser Analyse auch die Gattung des bürgerlichen Trauerspiels näher betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Die Entwicklung des bürgerlichen Trauerspiels in Deutschland
Das Trauerspiel „Miß Sara Sampson“
1. Sprache
2. Dialoge, Monologe und Schweigen
3. Regieanweisungen
4. Handlungsaufbau
5. Gattungsfrage
Resümee
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Arbeit analysiert die sprachliche und formelle Struktur von Gotthold Ephraim Lessings bürgerlichem Trauerspiel „Miß Sara Sampson“. Ziel ist es, die spezifische Ausgestaltung von Dialogen, Monologen sowie die Bedeutung nonverbaler Kommunikation und der Handlungsstruktur im Kontext der aufkommenden Empfindsamkeit des 18. Jahrhunderts zu untersuchen und dabei Lessings Bruch mit der Ständeklausel kritisch zu hinterfragen.
- Analyse der sprachlichen Gestaltung und rhetorischen Mittel
- Untersuchung der nonverbalen Kommunikation, insbesondere Mimik und Gestik
- Strukturanalyse der Dialog- und Monologführung
- Untersuchung des Handlungsaufbaus und der symmetrischen Parallelkonstruktion
- Reflektion über Gattungsmerkmale im Kontext der aufklärerischen Ästhetik
Auszug aus dem Buch
3. Regieanweisungen
Regieanweisungen hat Lessing teilweise ganz klassisch als Nebentext angegeben, wie z.B. die Auf- und Abgänge der Figuren. Doch was emotional bedingte Mimik und Gestik betrifft, so stecken die Regieanweisungen eigentlich zum Großteil in den Repliken der Figuren, wie z.B. hier:
Sara: „Was seh ich, Lady? Sie haben sich entfärbt? Sie zittern? Was fehlt Ihnen?“ (III./6.)
Ich habe diesen Sachverhalt bereits bei der Sprache als Kommentierung von eigenen oder fremden Gefühls- und Erregungszuständen erwähnt.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Einführung in die Themenstellung und Erläuterung des methodischen Vorgehens bei der Untersuchung des Trauerspiels „Miß Sara Sampson“.
Die Entwicklung des bürgerlichen Trauerspiels in Deutschland: Darstellung des historischen Kontextes und Einordnung von Lessings Werk als erstes bedeutendes deutsches bürgerliches Trauerspiel.
Das Trauerspiel „Miß Sara Sampson“: Hauptteil der Arbeit, welcher die sprachliche Struktur, die Dialog- und Monologführung, Regieanweisungen, den Handlungsaufbau und die Gattungsfrage detailliert analysiert.
Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse unter Einbeziehung von Lessings eigener Kritik aus der „Hamburgischen Dramaturgie“.
Schlüsselwörter
Miß Sara Sampson, G.E. Lessing, bürgerliches Trauerspiel, Empfindsamkeit, Dialog, Monolog, Körpersprache, Regieanweisungen, Handlungsstruktur, Gattungsfrage, Aufklärung, Dramaturgie, Rhetorik, Kommunikation, Nonverbale Kommunikation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die formelle und sprachliche Struktur von Lessings „Miß Sara Sampson“ mit einem Fokus auf die Gestaltung von Dialogen, Monologen und der Handlungsführung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der sprachlichen Gestaltung, der Rolle der Körpersprache, der dramaturgischen Funktion von Dialog- und Monologformen sowie der Analyse des Handlungsaufbaus.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, durch die Analyse der sprachlichen und strukturellen Ebene aufzuzeigen, wie Lessing das bürgerliche Trauerspiel als neue Gattung definierte und dabei Emotionen und Vernunft miteinander vermittelte.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die sowohl den Primärtext als auch die zeitgenössische sowie moderne Sekundärliteratur zur Interpretation heranzieht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Sprache, die Funktion von Dialogen und Monologen, die Rolle der Regieanweisungen, den symmetrischen Aufbau der Handlung sowie eine Reflexion über die Gattungsfrage.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „bürgerliches Trauerspiel“, „Empfindsamkeit“, „Dialogstruktur“, „Handlungssymmetrie“ und „Rhetorik“ charakterisiert.
Inwiefern spielt Körpersprache eine Rolle im Drama?
Die Autorin betont, dass Mimik und Gestik als authentische Ausdrucksmittel dienen, die oft an die Stelle der verbalen Sprache treten oder diese ergänzen, besonders dort, wo Figuren ihre Emotionen nicht direkt in Worte fassen können.
Welche besondere Beobachtung macht die Autorin zum Handlungsaufbau?
Sie identifiziert eine geschickte, symmetrische Parallelkonstruktion der Handlungsstränge, die den Aufbau komplexer macht, als er auf den ersten Blick erscheint, und die zur Einheit des Werkes beiträgt.
Was schlussfolgert die Arbeit hinsichtlich Lessings „Fehlern“?
Die Autorin argumentiert im Resümee, dass die vermeintlichen Schwächen des Stücks, wie etwa die Länge oder die Geschwätzigkeit der Figuren, notwendige Bestandteile des Werkes sind, die dem Leser eine imaginative Aufführung ermöglichen.
Wie bewertet die Autorin die Rolle von Marwood im Stück?
Marwood wird als bewusste Intrigantin charakterisiert, deren Taten einen wesentlichen Beitrag zur Zuspitzung der Handlung bis hin zur Katastrophe leisten, wobei ihre Verstellung für den Zuschauer durch Monologe und Aparte offengelegt wird.
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- Mag. Sandra Jenko (Author), 2002, G. E. Lessing, Miß Sara Sampson: Dialog - Monolog, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/165630