Figuren des Kinderprogramms begegnet man heutzutage längst nicht mehr bloß beim Fernsehen selbst. Zahlreiche Kinder-TV-Angebote werden heutzutage von einer großen Zahl an Warenprodukten ergänzt, die die medialen Botschaften und Medienfiguren weitertransportieren sollen. Merchandising – so heißt die Marketingstrategie, mit der die Verzahnung von Medien und Produkten effektvoll erreicht wird.
Merchandising-Produkte im Handel können die Einschaltquoten von Fernsehsendungen steigern, die Aufmerksamkeit der Rezipienten für das weitere Angebot eines Senders erhöhen und sich positiv auf den Absatz von anderen Medienangeboten (zum Beispiel Zeitschriften, Videokassetten, DVD’s, Computerspielen usw.) auswirken.
(Baacke/Sander/Vollbrecht/Kommer 1999, S.345)
Diese Hausarbeit befasst sich genau mit diesem Thema – die Kommerzialisierung des Kinderfernsehens und seine ständig wachsende crossmediale Vermarktung. Denn in seiner Geschichte hat sich das Kinderfernsehen mehr oder weniger in einem sehr erfolgreichen Markt verwandelt.
Warum das Merchandising sich über so effektiven Leistungen gerade beim Kinderfernsehen freut? Welche Faktoren sind für eine erfolgreiche Merchandising-Kampagne wichtig?
Warum Kinder - die jüngste Zielgruppe - eigentlich als so attraktive Adressaten einer so großen Vielfalt von Medien- und Dienstleistungsangeboten angesehen werden, bzw. warum Kinder für das Merchandising-Geschäft von besonderer Wichtigkeit sind? Mit allen diesen Schwerpunkten werde ich mich in dieser Hausarbeit auseinandersetzen.
Aufbauend auf diesen allgemeinen Angaben zur Kommerzialisierung des Kinderfernsehens werde ich im zweiten Teil der Hausarbeit ein konkretes Beispiel für eine der erfolgreichsten Kinderserie darstellen, nämlich die Teletubbies. Diese Kinderserie gilt auch als die erste Kleinkinder-Soap der Welt.
Zu Beginn werde ich die Teletubbies vorstellen, indem ich allgemeine Information über die anfängliche Idee der Kinderserie und ihre Erfinder geben werde. Im Anschluss gehe ich auf die Merchandising-Kampagnen von Teletubbies ein, und somit werden wir herausstellen welche Faktoren bei der Umsetzung des Merchandising von wichtiger Bedeutung waren, damit Teletubbies, einen so großen weltweiten Merchandising-Erfolg erreichen konnte.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Kinderfernsehen als Markt
2. Crossmedia-Strategien & Merchandising beim Kinderfernsehen
2.1 Bereichen der Merchandising-Produkte
2.2 Licensing
2.3 Faktoren für erfolgreiche Lizenzthemen im Kinderprogramm
3. Kinder – eine attraktive Zielgruppe der Wirtschaft
4. Die erste Kleinkinder-Soap der Welt Teletubbies
4.1 Teletubbies –Wie alles begann
4.2 Das Geschäft Teletubbies
4.3 Merchandising-Kampagnen der Teletubbies
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die zunehmende Kommerzialisierung des Kinderfernsehens und analysiert, wie durch crossmediale Vermarktungsstrategien und Merchandising eine dauerhafte Markenbindung bei der jungen Zielgruppe erreicht wird.
- Entwicklung des Kinderfernsehens vom Experimentierfeld zum Wirtschaftsfaktor
- Mechanismen von Merchandising, Licensing und alternativen Werbeformen
- Die psychologische Bedeutung der Identifikation mit Medienfiguren
- Fallstudie zur globalen Vermarktungsstrategie der Serie "Teletubbies"
- Anpassung von Produkten an regionale und kulturelle Gegebenheiten
Auszug aus dem Buch
4.3 Merchandising-Kampagnen der Teletubbies
Im Fall der Teletubbies war von Beginn an eine großangelegene Merchandising-Kampagne geplant, obwohl sich herausstellte, dass die Nachfrage anfangs wesentlich größer war als erwartet. Die Liste von der BBC lizenzierte oder direkt vermarktete Teletubbies-Produkte ist lang: eine Zeitschrift, Bücher, Audio- und Videokassetten, Computerspiele, Poster, Spielsachen, Kleidung, Armbanduhren, Lebensmittel uns Süßigkeiten, Krüge und Geschirr, Schreibwaren und überraschenderweise sogar Mouse-Pads für den Computer. (Großerichter 2000, S. 9)
Im Fall der Teletubbies, deren Rechte bei BBC Worldwide und dem Produzenten Ragdoll Ltd. liegen, koordiniert die BBC die weltweite Vermarktung außerhalb Nord- und Südamerikas. Die grundsätzliche Vermarktungspolitik, deren Eckdaten eigens in einem "philosophy guide" niedergelegt sind, lautet: strikte Umsetzung ausschließlich der Inhalte der Serie und ausschließlich für ihre Adressaten. Mögliche Produkte müssen daher zunächst kleinkindgerecht, z.B. zu 100 Prozent gewaltfrei sein. Sie müssen einen "Spielwert" haben, d.h. man muss mit ihnen spielen und Spaß haben können und wenn damit unbewusste weil spielerische Lernschritte verbunden werden können, ist dies umso wünschenswerter. Schließlich dürfen nur Produkte gemacht werden, die auf die Zielgruppe zugeschnitten sind, d.h. nicht nur keine Feuerzeuge, sondern auch Kleidung nur bis zu einer bestimmten Größe. (ebenda, S.8)
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Kommerzialisierung des Kinderfernsehens ein und formuliert die Forschungsfragen zur Bedeutung von Merchandising und der Attraktivität von Kindern als Zielgruppe.
1. Kinderfernsehen als Markt: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Wandlung des Kinderfernsehens zum kommerziellen Umschlagplatz und die Rolle verschiedener Werbeformen wie Sponsoring und Product Placement.
2. Crossmedia-Strategien & Merchandising beim Kinderfernsehen: Der Abschnitt analysiert die Medienkonvergenz und wie durch crossmediale Strategien Medienfiguren zu Identifikationsobjekten in der Alltagswelt von Kindern werden.
3. Kinder – eine attraktive Zielgruppe der Wirtschaft: Hier wird untersucht, warum Kinder eine ökonomisch einflussreiche Zielgruppe darstellen, die nicht nur Konsumenten sind, sondern auch Kaufentscheidungen maßgeblich beeinflussen.
4. Die erste Kleinkinder-Soap der Welt Teletubbies: Anhand der Fallstudie "Teletubbies" wird das Phänomen der globalen Vermarktung, des Qualitätsanspruchs und der regionalen Produktdifferenzierung konkret aufgezeigt.
5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Bedeutung der Vermarktungsstrategien und unterstreicht die Rolle von Merchandising für den wirtschaftlichen Erfolg von Kinderserien.
Schlüsselwörter
Kinderfernsehen, Merchandising, Kommerzialisierung, Teletubbies, Licensing, Medienkonvergenz, Zielgruppenmarketing, Produktplatzierung, Markenbindung, Medienökonomie, Werbeformen, Crossmedia, Identifikation, Konsumverhalten, Lizenzthemen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Kommerzialisierung des Kinderfernsehens und der wachsenden Bedeutung von crossmedialen Vermarktungsstrategien in der Medienindustrie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Verflechtung von Fernsehprogramm und Merchandising, die psychologische Rolle von Medienfiguren als Identifikationsobjekte sowie die Rolle von Kindern als wirtschaftlich einflussreiche Zielgruppe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu analysieren, welche Faktoren eine erfolgreiche Merchandising-Kampagne im Kinderbereich ausmachen und wie eine gezielte Markenbindung bei der jungen Zielgruppe erreicht wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse der Kommerzialisierungsprozesse, ergänzt durch eine detaillierte Fallstudie zur Kinderserie "Teletubbies".
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Grundlagen der crossmedialen Vermarktung, die Bedeutung von Lizenzierung sowie die detaillierte Darstellung der Teletubbies-Erfolgsgeschichte und deren spezifische Vermarktungspolitik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Kinderfernsehen, Merchandising, Markenbindung, Kommerzialisierung und Crossmedia charakterisieren.
Welche Rolle spielt die BBC in der Vermarktung der Teletubbies?
Die BBC fungiert als Hauptlizenzgeber und koordiniert die weltweite Vermarktung. Sie setzt dabei strenge Qualitätsstandards durch, um sicherzustellen, dass Produkte kleinkindgerecht und inhaltlich konsistent sind.
Warum wird die Teletubbies-Vermarktung als "perfekt" bezeichnet?
Sie gilt als perfekt, weil es gelang, die Serie zu einem globalen Medienphänomen zu machen, das sowohl regionale kulturelle Besonderheiten respektiert, als auch einen einheitlichen Marken-Look beibehält.
- Quote paper
- Zornitsa Boneva (Author), 2010, Crossmediale Vermarktungsstrategien und Merchandising des Kinderfernsehens am Beispiel der Kinderserie "Teletubbies", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/165592