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Wolframs von Eschenbachs "Parzival" - Gawan und Feirefiz im Vergleich

Ihre Liebe zu Orgeluse und Repanse de Schoye in Wolframs "Parzival"

Title: Wolframs von Eschenbachs  "Parzival" - Gawan und Feirefiz im Vergleich

Seminar Paper , 2009 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anastasia Schmidt (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies

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Summary Excerpt Details

Das Thema dieser Hausarbeit soll die Liebe sein, genauer die Liebe Gawans zu Orgeluse und die Liebe Feirefiz‘ zu Repanse de Schoye.
Das Ziel dieser Arbeit ist der Vergleich der Helden bezüglich ihrer Liebe zu Orgeluse bzw. zu Repanse de Schoye. Während die Forschung es darauf abzielt, Gawan mit Parzival zu vergleichen, was in vielen Fällen auch Sinn ergibt, ist dieser Vergleich in der Liebe sehr von Gegensätzen geprägt. Der junge Parzival hat seine Liebe bereits im vierten Buch mit Condwiramurs gefunden, die er heiratet und der er treu bleibt. Gawan dagegen bildet das Gegenpol zu Parzival. Er findet an vielen Frauen Gefallen und kann sich vorerst nicht festlegen, sondern erst als er Orgeluse trifft, entflammt seine Liebe. Ähnliches Verhalten lässt sich auch bei Feirefiz, dem Bruder von Parzival, beobachten. Somit agiert Feirefiz als eine Parallelfigur zu Gawan, da beide Charaktere sich in ihrem Liebesverhalten sehr ähnlich sind.
Im Laufe dieser Arbeit werden diese Parallelen Schritt für Schritt vorgestellt und analysiert. Außerdem soll auch auf die Unterschiede eingegangen werden. Um einen Einblick in die damalige Liebessituation zu bekommen, steht ein Exkurs in den Minnedienst der höfischen Kultur des Mittelalters am Anfang dieser Arbeit. Dabei soll geklärt werden, was typisch für einen solchen Minnedienst war. Die erarbeiteten Aspekte sollen anhand von Situationen der Helden veranschaulicht werden. Des Weiteren wird näher auf die beiden Charaktere eingegangen. Zuersts soll Gawans Beziehung analysiert werden. Dabei wird auf die französische Vorlage von Chrétien de Troyes Bezug genommen. Danach soll Feirefiz‘ Beziehung zu Repanse näher untersucht werden. Insgesamt werden die Schwerpunkte dabei auf die erste Begegnung und auf den weiteren Verlauf der Beziehungen gelegt. Beide Helden müssen Opfer für ihre Liebe aufbringen: Gawans âventiuren im Dienst Orgeluses und Feirefiz‘ Taufe. Ein Kapitel soll der „Liebe“ in der Gralsgesellschaft gewidmet werden, um die Funktion der Taufe zu verdeutlichen. Zuletzt soll der Frage nachgegangen werden, ob Fairefiz‘ Taufe, so wie sie im 16. Buch dargestellt wird, nur ein Mittel zum Zweck ist, um Repanse de Schoye zu heiraten und somit das Liebesziel zu erreichen. Am Ende der Arbeit sollen die Ergebnisse in einem Fazit zusammengefasst werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Minnedienst in der höfischen Kultur des Mittelalters

3. Gawan und Orgeluse

3.1.Erste Begegnung

3.2. Minneaufgabe

3.3.Minnenot

4. Feirefiz und Repanse de Schoye

4.1.ErsteBegegnung

4.2.„Liebe“ innerhalb der Gralsgesellschaft

4.3.Feirefiz’Taufe –Mittel zum Zweck?

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit vergleicht die Liebesbeziehungen der Helden Gawan und Feirefiz in Wolframs von Eschenbach „Parzival“. Das primäre Ziel ist es, die Parallelen und Unterschiede in ihrem Verhalten gegenüber ihren Minnedamen Orgeluse und Repanse de Schoye zu analysieren, wobei insbesondere die Rolle von Liebesleid, Opfern und der gesellschaftlichen Funktion von Minnedienst und Taufe untersucht wird.

  • Vergleich der Liebeskonzeptionen zwischen Gawan und Feirefiz
  • Die Funktion des Minnedienstes in der höfischen Kultur
  • Die Bedeutung der Taufe für Feirefiz als Mittel zum Zweck
  • Die Darstellung von „Liebe“ innerhalb der Gralsgesellschaft

Auszug aus dem Buch

3.2. Minneaufgabe

Für seine Liebe muss Gawan Opfer bringen. Immer wieder wird er von Orgeluse verspottet und erniedrigt. „Gawan wird gedemütigt, Gawan wird sozial deklassiert. Orgeluses überlegene Position drückt sich auch darin aus, daß sie Gawans Handlungen kommentiert und beurteilt.“7 Nachdem Gawan ihr Pferd geholt hat, begrüßt sie ihn mit „ir gans“ (V. 515,13). Als Gawan unterwegs eine Heilpflanze pflückt, um den verletzten Ritter Urjans zu versorgen, wird er von ihr als „arzet“ (V. 516,30) verspottet. Nach dem Missgeschick mit Malcreatiure, wird Gawan von seiner Begleiterin wieder ausgelacht (vgl. V. 521,16f.). Sogar wenn Gawans Pferd von Urjans, dem er gerade das Leben gerettet hat, gestohlen wird, erntet er Spott von Orgeluse und wird von ihr „garzûn“ (V. 523,9) genannt. Stattdessen bekommt er den Klepper von Malcreatiure, aber da dieses Pferd zu schwach für Gawan ist, muss er es führen und selbst zu Fuß gehen. Auch in dem Moment wird er ausgelacht, da er Orgeluse an einen Händler erinnert (vgl. V. 531,15).

Außer dem Spott muss Gawan viele âventiuren bestehen. Zuerst soll er gegen Orgeluses Ritter Lischoys Gwelljus kämpfen. Er gewinnt diesen Kampf und bekommt sein Pferd Gringuljete zurück. Daraus lässt sich schließen, dass Lischoys Gwelljus zuvor gegen Urjans gekämpft hat, dem er das Pferd durch seinen Sieg abgenommen hatte. Demnächst stützt sich Gawan in das Abenteuer auf Schastel marveil. Bei Chrétien heißt das Schloss La Roche de Chanpguin. Allerdings ist dieses Abenteuer kein ausdrücklicher Wunsch Orgeluses, sondern resultiert daraus, dass Gawan einst viele schöne Damen aus dem Fenster der Burg erblickt hat (vgl. V. 534,28f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt das Thema der Arbeit fest, vergleicht Gawan und Feirefiz als parallele Heldenfiguren und definiert die Forschungsziele sowie die methodische Vorgehensweise.

2. Minnedienst in der höfischen Kultur des Mittelalters: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der „höfischen Liebe“ und kontrastiert literarische Ideale wie den Dienstgedanken mit der historischen Realität des Mittelalters.

3. Gawan und Orgeluse: Hier wird die komplexe Beziehung zwischen Gawan und Orgeluse analysiert, wobei besonders der Minnedienst, die Abenteuer und die schrittweise Wandlung Orgeluses im Fokus stehen.

3.1. Erste Begegnung: Dieses Unterkapitel beschreibt Gawans „Liebe auf den ersten Blick“ zu Orgeluse und vergleicht diese Szene mit der französischen Vorlage von Chrétien de Troyes.

3.2. Minneaufgabe: Das Kapitel behandelt die sozialen Erniedrigungen und Abenteuer, die Gawan auf sich nimmt, um Orgeluses Gunst zu gewinnen.

3.3. Minnenot: Hier steht die emotionale Leidensgeschichte Gawans im Zentrum, die durch die ersehnte Liebe zu Orgeluse schließlich geheilt wird.

4. Feirefiz und Repanse de Schoye: Das Kapitel untersucht die Beziehung zwischen Feirefiz und Repanse und hinterfragt, wie Liebe innerhalb der spezifischen Gralswelt funktioniert.

4.1. Erste Begegnung: Es wird die Faszination des Heiden Feirefiz für die Gralsträgerin Repanse analysiert und mit der Wahrnehmung Gawans verglichen.

4.2. „Liebe“ innerhalb der Gralsgesellschaft: Dieses Kapitel thematisiert das Liebesverbot in der Gralsgesellschaft und diskutiert die Problematik der Ehe zwischen Feirefiz und Repanse.

4.3. Feirefiz’Taufe –Mittel zum Zweck?: Das Kapitel geht der Frage nach, ob Feirefiz’ Taufe lediglich ein funktionales Mittel ist, um Repanse heiraten zu können, oder eine echte Hinwendung zum christlichen Glauben darstellt.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und stellt erneut die Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in den Liebeswegen von Gawan und Feirefiz gegenüber.

Schlüsselwörter

Parzival, Wolfram von Eschenbach, Gawan, Feirefiz, Minnedienst, Höfische Liebe, Orgeluse, Repanse de Schoye, Gralsgesellschaft, Taufe, Minnenot, Literaturanalyse, Mittelalter, Liebeskonzeption, Literarische Figuren

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Liebesbeziehungen von Gawan und Feirefiz im Epos „Parzival“ von Wolfram von Eschenbach und vergleicht deren Verhaltensweisen gegenüber ihren Geliebten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind der höfische Minnedienst, das Konzept der „Liebe“ innerhalb der Gralsgesellschaft, die Funktion von Taufe und Opferbereitschaft sowie der Vergleich zur französischen Literaturvorlage.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, Parallelen und Unterschiede zwischen Gawan und Feirefiz bezüglich ihrer Minne-Erfahrungen aufzuzeigen und zu untersuchen, wie beide Helden durch ihre Liebe gesellschaftlich und persönlich geprägt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die Textstellen aus dem „Parzival“ untersucht, mit Sekundärliteratur verknüpft und Vergleiche zur Vorlage von Chrétien de Troyes zieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Gawans Beziehung zu Orgeluse und Feirefiz’ Beziehung zu Repanse, inklusive einer kritischen Betrachtung der höfischen Ideale und der religiösen Motive im Kontext der Gralswelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Minnedienst, Parzival, Gawan, Feirefiz, Gralsgesellschaft, Minnenot, Höfische Liebe und Taufe.

Inwiefern unterscheidet sich Gawans Liebeserfahrung von der des Feirefiz?

Gawan erleidet Minnenot durch physisches Leid und soziale Erniedrigungen infolge seines Minnedienstes, während Feirefiz’ „Opfer“ primär in der Annahme der christlichen Taufe besteht, um seine Ehe mit Repanse zu legitimieren.

Wie bewertet der Autor die Taufe des Feirefiz?

Die Arbeit diskutiert die Taufe als ein Mittel zum Zweck, zeigt jedoch auf, dass diese Entscheidung Wolfram zufolge dennoch zur Christianisierung des Orients führt und Feirefiz am Ende tatsächlich die christliche Bedeutung erkennt.

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Details

Title
Wolframs von Eschenbachs "Parzival" - Gawan und Feirefiz im Vergleich
Subtitle
Ihre Liebe zu Orgeluse und Repanse de Schoye in Wolframs "Parzival"
College
Ruhr-University of Bochum  (Germanistisches Institut )
Course
Proseminar Gawan
Grade
1,3
Author
Anastasia Schmidt (Author)
Publication Year
2009
Pages
20
Catalog Number
V164412
ISBN (eBook)
9783640793587
Language
German
Tags
Wolframs Eschenbachs Parzival Gawan Feirefiz Vergleich Ihre Liebe Orgeluse Repanse Schoye Wolframs Parzival
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anastasia Schmidt (Author), 2009, Wolframs von Eschenbachs "Parzival" - Gawan und Feirefiz im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/164412
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