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Der Reichston Walthers von der Vogelweide als literarisches und historisches Werk

Eine Interpretation

Title: Der Reichston Walthers von der Vogelweide als literarisches und historisches Werk

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M.A. Dagmar Ernst (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies

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Summary Excerpt Details

Walther von der Vogelweide gilt als der erste deutsche Berufsdichter, der in seinem Werk alle drei Genres der mittelhochdeutschen Literatur, das Minnelied, das religiöse Lied und den Sangspruch vereinigt. Der Reichston, ein dreistrophiger Zyklus, bestehend aus den Sprüchen Ich saz ûf eime steine, Ich hôrte ein wazzer diezen und Ich sach mit mînen ougen ist höchstwahrscheinlich zwischen 1197 und 1201 entstanden und in der Kleinen Heidelberger Liederhandschrift (Hs. A), der Weingartner Liederhandschrift (Hs. B), sowie der Großen Heidelberger Liederhandschrift (Codex Manesse; Hs. C) vollständig überliefert. Die Bezeichnung „Reichston“ stammt von Karl Simrock und ist insofern zutreffend, dass der Dichter sich in allen drei Strophen mit der damaligen politischen Lage des Reiches auseinandersetzt. Ulrich Müller sieht im Reichston zudem den Anfang politischer Lyrik in deutscher Sprache. Anders als Lieder, deren Strophen innerhalb kurzer Zeit verfasst wurden, muss man sich den Reichston als „gewachsene Einheit“ vorstellen, da zwischen der Entstehung der zweiten und dritten Strophe ein Abstand von mindestens drei Jahren herrscht. Die drei Reichssprüche zählen zu den am meisten behandelten Walthers, da ihre genaue Deutung bis heute umstritten ist. Demnach gibt es eine Fülle von Forschungsliteratur und unterschiedlichen Thesen. Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Interpretation der Strophen, wobei einige der Ansichten, die die Forschung bietet, einfließen. Die Untersuchung stützt sich hauptsächlich auf die Ausarbeitungen von Konrad Burdach, Richard Kienast, Matthias Nix, Manfred Günther Scholz, Günther Schweikle und Bernard Willson. Als Primärliteratur dient der Text aus Hs. A, da dieser aufgrund der chronologisch korrekten Strophen-Reihenfolge dem Original am ähnlichsten ist. Die Hss. B und C vertauschen dagegen die zweite und die dritte Strophe und auch der Wortlaut weicht an einigen Stellen, die für das Gesamtverständnis entscheidend sind, von Hs. A ab. Die Untersuchung beginnt mit Hintergrundinformationen, welche die politische Lage im Reich um 1200 betreffen. Es folgen Erläuterungen zur Entstehung des Reichstons, zum mittelalterlichen Ordo-Gedanken und zur Metrik und Form der Strophen. Ohne diese Erläuterungen ist ein umfassendes Verständnis der Sprüche nicht möglich. Der anschließenden ausführlichen Interpretation folgt im Schlussteil eine kurze Zusammenfassung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Zu den politischen Ereignissen im Reich von 1196-1201

1.2 Zur Entstehung des Reichstones

1.3 Der mittelalterliche Ordo-Gedanke

1.4 Zur Metrik und Form

2. Hauptteil: Interpretation

2.1 Der Erste Reichsspruch: Ich saz ûf eime steine

2.2. Der Zweite Reichsspruch: Ich hôrte ein wazzer diezen

2.3 Der Dritte Reichsspruch: Ich sach mit mînen ougen

3. Schlussteil: Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den sogenannten „Reichston“ Walthers von der Vogelweide, einen dreistrophigen Zyklus, der die politischen Wirren im Reich um die Wende zum 13. Jahrhundert thematisiert. Ziel ist es, durch eine detaillierte Interpretation der drei Sprüche aufzuzeigen, wie Walther politische Forderungen mit ethischen Maßstäben, dem mittelalterlichen Ordo-Gedanken und einer spezifischen formalen Struktur verknüpft, um seine Hörer zur Wiederherstellung von Frieden und Recht zu bewegen.

  • Historischer Kontext des Thronstreits nach dem Tode Heinrichs VI.
  • Die Funktion des „Reichstones“ als politische Lyrik und Appell.
  • Analyse der triadischen Struktur und formalen Gestaltung der Sprüche.
  • Bedeutung des mittelalterlichen Ordo-Gedankens für die Interpretation.
  • Wahrnehmung politischer Ereignisse aus der Perspektive des „lyrischen Ichs“.

Auszug aus dem Buch

2.1 Der Erste Reichsspruch: Ich saz ûf eime steine

Der erste Reichsspruch, welcher auch als Reichsklage bezeichnet wird, beschäftigt sich mit der Frage, wie die seit dem Tode Heinrichs VI. gestörte Ordnung im Reich wieder stabilisiert werden kann. Bei dem Text-Ich, welches die Strophe eröffnet (Ich saz) handelt es sich nicht um Walther selbst, sondern um ein lyrisches Ich, „ein Rollen-Ich, das für etwas Überindividuelles steht, ein gnomisches Ich, Verkörperung einer Autorität, nicht Ausdruck von Selbstbewusstsein.“ Als Ausgangssituation für die Strophe dient die lebendige Beschreibung des Rollen-Ichs, welche stark an ein Bild aus der Manessichen Liederhandschrift erinnert: das Bild des auf einem Stein sitzenden und nachdenkenden Walthers von der Vogelweide. Achim Masser folgert, dass die Miniaturmaler den Dichter wörtlich nahmen und davon ausgingen, es handle sich bei dem Text-Ich um den Dichter selbst.

In den Eingangsversen wird bildhaft beschrieben, wie das lyrische Ich auf einem Stein sitzt, die Beine übereinander geschlagen hat, den linken Ellenbogen auf das linke Knie stützt und den Kopf in die Hand schmiegt, welche Kinn und Wange bedeckt. Bernhard Willson weist darauf hin, dass in dieser bildhaften Beschreibung „auf sechs Körperteile in zwei Dreiergruppen hingewiesen wird: bein, beine, ellenbogen; hant, kinne, wange, wobei die Körperteile jeder einzelnen Gruppe „eine Einheit bilden, indem sie miteinander in engen Kontakt kommen.“ Diese beiden Dreiergruppen verschmelzen wiederum zu einer Einheit, denn aus ihnen ergibt sich die Körperhaltung, welche geordnet und harmonisch wirkt. An dieser Stelle möchte ich auf Augustinus’ Definition der Ordnung hinweisen, welche von einer harmonischen, geordneten Verbindung der Glieder in einem Ganzen ausgeht. Womöglich hat sich der Dichter genau darauf bezogen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Reichstones als „gewachsene Einheit“ und methodische Grundlagen der Arbeit.

1.1 Zu den politischen Ereignissen im Reich von 1196-1201: Überblick über den Macht- und Legitimationsstreit zwischen Staufern und Welfen sowie das Eingreifen des Papstes.

1.2 Zur Entstehung des Reichstones: Diskussion über den Entstehungszeitraum, mögliche Auftraggeber und die Funktion der Sprüche als politische Lyrik.

1.3 Der mittelalterliche Ordo-Gedanke: Erläuterung der Bedeutung der göttlichen Ordnung (Ordo) für das Verständnis der politischen Missstände in den Sprüchen.

1.4 Zur Metrik und Form: Analyse der formalen Übereinstimmungen und der triadischen Struktur der drei Sprüche.

2. Hauptteil: Interpretation: Ausführliche Untersuchung der drei einzelnen Reichssprüche unter Einbezug der Forschungsliteratur.

2.1 Der Erste Reichsspruch: Ich saz ûf eime steine: Analyse der Reichsklage und der Forderung nach Wiederherstellung von Frieden und Recht.

2.2. Der Zweite Reichsspruch: Ich hôrte ein wazzer diezen: Interpretation der Weltklage und des Vorbildcharakters der tierischen Ordnung für die menschliche Gesellschaft.

2.3 Der Dritte Reichsspruch: Ich sach mit mînen ougen: Untersuchung der Kirchenklage, des Bannspruchs und der Rolle des Klausners als geistliche Autorität.

3. Schlussteil: Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der politischen und literarischen Bedeutung des Reichstones.

Schlüsselwörter

Walther von der Vogelweide, Reichston, Sangspruchdichtung, Mittelalter, Politik, Staufer, Welfen, Ordo-Gedanke, Thronstreit, Lyrisches Ich, Interpretation, Frieden, Recht, Gottesgnade, Politische Lyrik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert den „Reichston“ von Walther von der Vogelweide, einen dreistrophigen Zyklus, der die politisch instabile Lage im Heiligen Römischen Reich um 1200 thematisiert.

Welche zentralen Themenfelder werden in den drei Sprüchen behandelt?

Die Arbeit beleuchtet die politische Situation des Thronstreits, ethische Lebensentwürfe, die Verletzung der göttlichen Ordnung (Ordo) und die Rolle des Dichters als politischer Akteur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Aussagen der Sprüche vor dem Hintergrund des historischen Kontextes zu interpretieren und aufzuzeigen, wie Walther diese als Appell für Frieden und rechtmäßige Ordnung im Reich nutzt.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext (Handschrift A) detailliert auslegt und dabei wesentliche Forschungspositionen der Germanistik einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit konkret behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei Kapitel, die jeweils einen der Reichssprüche (Reichsklage, Weltklage, Kirchenklage) interpretieren und die darin enthaltenen Motive und politischen Botschaften herausarbeiten.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Reichston, Ordo-Gedanke, politischer Appell, Staufer, Welfen und die Analyse der triadischen Struktur der Sprüche.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Klausners im dritten Reichsspruch?

Der Klausner wird als „höchste geistige Autorität“ verstanden, der durch seine glaubwürdige Frömmigkeit die Kritik am Papst und am Missbrauch geistlicher Macht am wirkungsvollsten vorbringen kann.

Warum spielt die Form (Triadik) bei Walther eine so zentrale Rolle?

Die triadische Form spiegelt laut der Untersuchung die Analogie zur Heiligen Dreifaltigkeit wider und unterstreicht damit den Anspruch auf eine höhere, göttliche Ordnung, die im Reich wiederhergestellt werden soll.

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Details

Title
Der Reichston Walthers von der Vogelweide als literarisches und historisches Werk
Subtitle
Eine Interpretation
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Germanistik)
Course
Hauptseminar: "Sangspruchdichtung"
Grade
1,0
Author
M.A. Dagmar Ernst (Author)
Publication Year
2006
Pages
24
Catalog Number
V164162
ISBN (Book)
9783640791538
ISBN (eBook)
9783640791873
Language
German
Tags
Walther von der Vogelweide Reichston Reichssprüche Reichstonsprüche Ich saz uf eime steine Vogelweide Walther Heinrich VI. Philipp von Schwaben Staufer Stauferpartei Ordo Ordo-Gedanke Mittelalterliches Weltbild Otto von Braunschweig
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Dagmar Ernst (Author), 2006, Der Reichston Walthers von der Vogelweide als literarisches und historisches Werk, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/164162
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