In der wissenschaftlichen Literatur wird immer mehr davon gesprochen, dass Patienten gesundheitsbezogene Internetinformationen zur ärztlichen Konsultation mitbringen (vgl. Kaltenborn 2001). Inwieweit sich die Kommunikationsform Internet eignet, um speziell die ältere Patientengruppe über chronische Erkrankungen zu informieren, stellt in anbetracht der demographischen Entwicklung (vgl. Statistisches Bundesamt 2006) aus Public-Health-Perspektive eine wichtige Fragestellung für die zukünftige gesundheitliche Versorgungssituation in Deutschland dar.
Inwieweit die Grundvoraussetzungen zu einer gesundheitsbezogenen Internetnutzung innerhalb der Personengruppe 50+ in Deutschland vorliegen, soll anhand der Faktoren zur sozialen Ungleichheit und den bekannten statistischen Kennzahlen zur Internetnutzung exemplarisch für die nicht übertragbaren chronischen Erkrankungen Adipositas, Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs mittels des aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstandes diskutiert werden.
Hierzu werden im zweiten Kapitel definitorische Grundlagenbegriffe, sowie theoretische Grundlagenmodelle zur Medien- und Internetnutzung im Krankheitsfall vorgestellt. Im Anschluss (Kapitel drei) werden epidemiologische Grunddaten und vulnerable Gruppen der sozialen Ungleichheit, der hier zu untersuchenden chronischen Erkrankungen aufgezeigt. Das viertel Kapitel stellt statistische Kennzahlen zur Internetnutzung und den aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstand zur gesundheitsbezogenen Internetnutzung der Personengruppe 50+ dar. Mögliche Vor- und Nachteile von internetbasierten Gesundheitsinformationen werden zum Überblick im fünften Kapitel tabellarisch aufgelistet, um abschließend im sechsten Kapitel die hier vorgestellten Ergebnisse kritisch zu diskutieren und um einen potentiellen Forschungsbedarf, der einen Einfluss auf die gesundheitliche Versorgungssituation in Deutschland haben könnte, aufzuzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitorische Grundlagen
2.1. (Internet -) Kommunikation und Information
2.2. Gesundheitskommunikation
2.3. Theoretische Modellannahmen zur Medien- und Internetnutzung im Krankheitsfall
3. Chronische Erkrankungen
3.1. Adipositas
3.2. Typ-2-Diabetes
3.3. Herz-Kreislauf-Krankheiten
3.4. Krebs
3.5. Zusammenfassung: Chronische Erkrankungen
4. Statistische Kennzahlen zur (gesundheitsbezogenen) Internetnutzung der Personengruppe 50+
4.1. On-, Offliner und Nutzungsplaner der Personengruppe 50+
4.2. Vulnerable Gruppen von On- und Offliner der Personengruppe 50+
4.3. Wissenschaftlicher Forschungsstand zur gesundheitsbezogenen Internetnutzung
5. Vor- und Nachteile von internetbasierten Gesundheitsinformationen
6. Zusammenfassung und Ausblick
7. Anhang
8. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht aus Public-Health-Perspektive, inwieweit das Internet eine geeignete Form der Kommunikation darstellt, um die ältere Generation in Deutschland über chronische Erkrankungen zu informieren. Dabei wird analysiert, inwiefern die notwendigen Grundvoraussetzungen für eine gesundheitsbezogene Internetnutzung innerhalb der Personengruppe 50+ gegeben sind und welche Barrieren durch soziale Ungleichheiten existieren.
- Analyse der Mediennutzung bei chronischen Krankheiten
- Epidemiologische Daten zu Adipositas, Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs
- Statistische Auswertung der Internetnutzung und des „Digital Divide“ in der Altersgruppe 50+
- Evaluierung der Vor- und Nachteile internetbasierter Gesundheitsinformationen
- Diskussion des Einflusses sozialer Faktoren auf die gesundheitliche Versorgung
Auszug aus dem Buch
3.3. Herz-Kreislauf-Krankheiten
Die häufigsten Todesursachen bei Frauen und Männern in Deutschland sind die Herz-Kreislauf-Krankheiten. Insgesamt verursachen sie die höchsten Behandlungskosten „(...) wobei vor allem die so genannte koronare Herzkrankheit, sowie der Schlaganfall zu Buche schlagen“ (RKI 2007, S. 23). Der Verteilungsschwerpunkt der Morbidität, sowie der Mortalität liegt sowohl bei den koronaren Herzkrankheiten, als auch bei den Schlaganfällen in den höheren Alterskohorten und steigt kontinuierlich mit fortlaufendem Alter an.
Insbesondere ab dem 60. Lebensjahr ist mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko zu rechnen. Überdies weisen Frauen ab dem 75. Lebensjahr ein signifikant erhöhtes (Abb.4) zerebrovaskuläres Erkrankungsrisiko auf als Männer (vgl. RKI 2007).
Inwiefern sozioökonomische Faktoren zu einer höheren Prävalenz der hier vorgestellten Herz-Kreislauf-Krankheiten beitragen können, ist nicht bekannt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Eignung des Internets zur Gesundheitsinformation älterer Patienten vor dem Hintergrund des demographischen Wandels.
2. Definitorische Grundlagen: Es werden grundlegende Begriffe der Kommunikation sowie theoretische Modelle zur Mediennutzung im Krankheitsfall erläutert.
3. Chronische Erkrankungen: Das Kapitel bietet einen epidemiologischen Überblick über relevante, nicht übertragbare chronische Krankheiten und ihre Verteilung in der Bevölkerung.
4. Statistische Kennzahlen zur (gesundheitsbezogenen) Internetnutzung der Personengruppe 50+: Eine detaillierte Analyse der Internetnutzung, differenziert nach sozioökonomischen Merkmalen und Altersgruppen.
5. Vor- und Nachteile von internetbasierten Gesundheitsinformationen: Eine tabellarische Gegenüberstellung von Chancen und Risiken der digitalen Gesundheitskommunikation.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Die Ergebnisse werden diskutiert, wobei die begrenzte Eignung des Internets aufgrund sozialer Barrieren hervorgehoben wird.
Schlüsselwörter
Gesundheitskommunikation, Internetnutzung, Ältere Patienten, Chronische Erkrankungen, Adipositas, Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Public Health, Soziale Ungleichheit, Digital Divide, Mediennutzung, Gesundheitsinformation, Versorgungssituation, Altersgruppe 50+, Prävention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit untersucht, ob das Internet ein effektives Medium ist, um ältere Menschen in Deutschland über chronische Krankheiten zu informieren.
Welche chronischen Erkrankungen stehen im Fokus der Analyse?
Untersucht werden die verbreiteten, nicht übertragbaren Krankheiten Adipositas, Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs.
Was ist das zentrale Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische Bewertung der Eignung des Internets als Informationsquelle unter Berücksichtigung demographischer Faktoren und sozialer Ungleichheiten.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse von epidemiologischen Grunddaten und dem aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstand basiert.
Was sind die wesentlichen Aspekte des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, epidemiologische Daten zu Erkrankungen, die statistische Internetnutzung der über 50-Jährigen und eine Abwägung von Vor- und Nachteilen.
Welche Begriffe beschreiben die Arbeit am besten?
Kernbegriffe sind Gesundheitskommunikation, digitale Spaltung (Digital Divide), soziale Ungleichheit und gesundheitsbezogene Mediennutzung.
Warum spielt der Faktor „Soziale Ungleichheit“ eine wichtige Rolle?
Soziale Ungleichheiten wie Bildung, Einkommen und Wohnort beeinflussen maßgeblich, ob ältere Menschen das Internet kompetent nutzen können.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Eignung des Internets für Senioren?
Die Eignung wird als begrenzt eingestuft, da signifikante Teile der Altersgruppe 50+ das Internet bisher nicht für gesundheitsbezogene Informationen nutzen.
- Quote paper
- Sebastian Sauer (Author), 2009, Internet, eine geeignete Kommunikationsform für ältere Patienten in Deutschland, um über chronische Erkrankungen zu informieren?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/162320