„Ich höre auf zu Rauchen“ – ist ein Entschluss, den sich viele Raucher schon mehrmals in ihrem Leben gesetzt haben. Doch in vielen Fällen, ist das Ziel des Nichtrauchens nicht erreicht worden. Das Abgewöhnen des Tabakkonsums ist eine meist langwierige Angelegenheit, für die es jede Menge Ausdauer und Motivation bedarf.
Diese Ausarbeitung beschäftigt sich mit verschieden motivationsfördernden Faktoren, die anschließend auf die Leistung des Entwöhnens übertragen werden sollen. Zunächst werden die Begriffe Motivation und Motiv erläutert, das Risikowahl-Modell von Atkinson vorgestellt, um den Moment der Motivierung zu verdeutlich, und auf Kausalattributionen von Erfolg bzw. Misserfolg und die Selbstbewertung eingegangen. Anschließend wird das erweiterte Motivationsmodell von Heckhausen vorgestellt und Theorien zur Selbstwirksamkeit, zu Bezugsnormen der Leistungsbewertung, intrinsischer und extrinsischer Motivation, dem Flow-Erleben, der Selbstbestimmung und Zielen und Interessen. Anhand dieser Theorien werden Einheiten eines Anti-Rauch-Seminars vorgestellt, die helfen sollen, eine anhaltende Motivation zur Entwöhnung aufrecht zu erhalten.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Motivation und Personenmerkmal Motiv
Risikowahlmodell
Ursachenerklärung von Erfolg und Misserfolg
Selbstbewertung
Das erweiterte kognitive Motivationsmodell von Heckhausen
Selbstwirksamkeit
Bezugsnormen der Leistungsbewertung
Intrinsische und extrinsische Motivation
Selbstbestimmungstheorie
Ziele und Interessen
Fördereinheit
Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht verschiedene motivationspsychologische Theorien und überträgt diese auf die praktische Gestaltung eines Anti-Rauch-Seminars, um Teilnehmern bei der dauerhaften Rauchentwöhnung zu unterstützen.
- Grundlagen der Motivationspsychologie (Motive, Risikowahlmodell, Attribution)
- Kognitive und selbstregulatorische Modelle der Motivation
- Formen der Motivation (intrinsisch vs. extrinsisch) und Selbstbestimmung
- Methoden der Zielsetzung und Selbstwirksamkeitssteigerung
- Praktische Implementierung von Fördereinheiten in einem Seminar
Auszug aus dem Buch
Risikowahlmodell
Das Risikowahlmodell beschreibt, wie die Leistungsmotivation von der Erfolgswahrscheinlichkeit und dem Anreiz des Erfolges bestimmt wird. Es besagt, dass die Wahrscheinlichkeit des Erfolges mit zunehmender Aufgabenschwierigkeit sinkt. Ist eine Aufgabe extrem schwierig, ist es praktisch aussichtslos sie zu Ende zu führen. Aus diesem Grund sinkt die Motivation zusammen mit der Wahrscheinlichkeit auf Erfolg. Der Anreiz des Erfolges dagegen wird umso größer, je schwieriger die Aufgabe ist. Die Lösung einer extrem leichten Aufgabe, wird nicht als erfolgreich wahrgenommen, da sie keine Herausforderung darstellt. Die Lösung einer schwierigen Aufgabe dagegen ist höchst reizvoll, da man durch den Erfolg, etwas Schwieriges geschafft hat.
Es ergeben sich demnach zwei gegenläufige Geraden für die Motivierung. Mit ansteigender Wahrscheinlichkeit eines Erfolgs steigt die Motivation einerseits, allerdings sinkt gleichzeitig der Anreizwert der Aufgabe und somit die Motivation ebenfalls. Die Motivation etwas zu leisten ist also von zwei Bedingungen abhängig, zum einen von der Zuversicht, einen Erfolg erreichen zu können und zum anderen von der Bewertung des Erfolges. Ein Leistungsmotivierter wird nicht solche Aufgaben wählen, die hoffnungslos zu schwer sind. Aber er wird auch keine Aufgaben wählen, die unter Berücksichtigung seines Leistungsstandes viel zu leicht sind. Um Unter- oder Überforderung zu vermeiden, richtet sich die Leistungsmotivation auf Aufgaben mit mittlerem Schwierigkeitsgrad. Diese Aufgaben wirken besonders anreizend, da Erfolg und Misserfolg gleichermaßen möglich sind. Somit ist die Aufgabe einerseits an sich reizvoll, da sie dem Grad der eigenen Fähigkeiten entspricht und andererseits auch reizvoll, da der Erfolg die Aufgabe gelöst zu haben nicht selbstverständlich ist.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Schwierigkeiten bei der Rauchentwöhnung und umreißt die motivationspsychologischen Grundlagen, die im weiteren Verlauf auf die Seminarplanung übertragen werden.
Motivation und Personenmerkmal Motiv: Dieses Kapitel erläutert die Herleitung des Begriffs Motivation und grenzt diesen vom überdauernden Konstrukt des Motivs ab.
Risikowahlmodell: Hier wird erklärt, wie die Aufgabenschwierigkeit und die Erfolgswahrscheinlichkeit die menschliche Motivation beeinflussen.
Ursachenerklärung von Erfolg und Misserfolg: Dieses Kapitel behandelt die Kausalattribution und wie die Zuschreibung von Gründen für Erfolg oder Misserfolg die zukünftige Motivation beeinflusst.
Selbstbewertung: Der Fokus liegt hier auf den Prozessen, durch die Personen ihre eigene Leistung bewerten und wie dies zur Aufrechterhaltung von Motivation beiträgt.
Das erweiterte kognitive Motivationsmodell von Heckhausen: Das Modell von Heckhausen wird als Rahmen vorgestellt, um Erwartungen und Anreize in verschiedenen Phasen einer Handlung zu systematisieren.
Selbstwirksamkeit: Dieses Kapitel beleuchtet die Bedeutung des Glaubens an die eigenen Fähigkeiten zur Steuerung des Handlungserfolgs.
Bezugsnormen der Leistungsbewertung: Es wird der Unterschied zwischen individueller und sozialer Bezugsnorm sowie deren Auswirkungen auf das Leistungsbild erörtert.
Intrinsische und extrinsische Motivation: Die Differenzierung zwischen Handlungsgründen, die in der Tätigkeit selbst liegen, oder instrumental motiviert sind, steht im Mittelpunkt.
Selbstbestimmungstheorie: Die zentralen psychologischen Bedürfnisse nach Kompetenz, Autonomie und soziale Eingebundenheit werden hier als Grundpfeiler definiert.
Ziele und Interessen: Dieses Kapitel definiert Ziele als Soll-Zustände und differenziert zwischen verschiedenen Arten von Interessen.
Fördereinheit: Es wird aufgezeigt, wie die theoretischen Erkenntnisse in praktische Übungen wie Tagebuchführung oder Zielsetzungstraining innerhalb eines Anti-Rauch-Seminars übersetzt werden.
Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die vorgestellten Methoden einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung einer anhaltenden Motivationsgrundlage für die Rauchentwöhnung leisten.
Schlüsselwörter
Motivation, Motivationspsychologie, Rauchentwöhnung, Leistungsmotivation, Risikowahlmodell, Kausalattribution, Selbstwirksamkeit, Selbstbestimmungstheorie, Zielsetzung, Zielorientierung, Selbstbewertung, Bezugsnorm, Intrinsische Motivation, Extrinsische Motivation, Anti-Rauch-Seminar
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den psychologischen Grundlagen der Motivation und deren Anwendung auf die praktische Unterstützung bei der Rauchentwöhnung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die Leistungsmotivation, Attributions- und Zielsetzungstheorien sowie Konzepte wie Selbstwirksamkeit und die Selbstbestimmungstheorie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, auf Basis psychologischer Theorien konkrete Fördereinheiten für ein Anti-Rauch-Seminar zu konzipieren, die Rauchern helfen, motiviert zu bleiben.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Ausarbeitung, die eine Literaturanalyse motivationspsychologischer Ansätze nutzt, um daraus eine praktische Implementierung für die Entwöhnungsarbeit abzuleiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Darstellung verschiedener Motivationskonzepte und einen darauf aufbauenden praktischen Teil zur Gestaltung von Übungen im Rahmen eines Seminars.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Typische Begriffe sind Motivation, Rauchentwöhnung, Selbstwirksamkeit, Kausalattribution und Zielsetzung.
Warum ist das Risikowahlmodell für Raucher relevant?
Das Modell verdeutlicht, dass Aufgaben mit mittlerem Schwierigkeitsgrad am motivierendsten sind. Dies hilft dabei, Etappenziele für die Rauchentwöhnung so zu wählen, dass sie weder unter- noch überfordern.
Welche Rolle spielt das Raucher-Tagebuch im Seminar?
Es dient der Selbstbeobachtung, um Auslöser für den Zigarettenkonsum zu identifizieren und den Fortschritt individuell und unabhängig von sozialen Vergleichen sichtbar zu machen.
Wie werden Rückfälle im Seminar thematisiert?
Rückfälle werden nicht als persönliches Versagen, sondern als Lerngelegenheit genutzt, um neue Bewältigungsstrategien für kritische Situationen zu entwickeln.
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- Lisa Sipos (Author), 2010, Motivation in einem Anti-Rauch-Seminar, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/162194