In der vorliegenden Arbeit soll die Bedeutung der Perserkriege für die politische Entwicklung Athens bzw. dessen Aufstiegs dargestellt werden. Dabei soll jederzeit auch ein Blick auf innere Probleme der Stadt und die dadurch hervorgerufenen Beziehungen zu anderen griechischen Städten geworfen werden. Inhaltlich ist die Arbeit in drei große Abschnitte geteilt. Der erste Teil beschäftigt sich mit dem Zeitraum von dem Beginn der Auseinandersetzungen zwischen Griechen und Persern Anfang des 5. Jahrhunderts v. Chr., also dem Ionischen Aufstand, bis zu dessen Niederschlagung. Dabei wird explizit auf Athens Rolle eingegangen. Anschließend wird auf die Entwicklung Athens in der Zeit zwischen dem Ende des Ionischen Aufstandes und dem erneuten Beginn der Auseinandersetzungen unter genauerer Betrachtung der innenpolitischen Geschehnisse, die unter anderem die Politik des Themistokles mit einschließen, eingegangen. Als zusätzliche Information soll das Bild, welches sich die Griechen von den Persern gemacht hatten, betrachtet werden. Der dritte und letzte Teil befasst sich mit dem weiteren Verlauf der Auseinandersetzungen mit den Persern bis zur entscheidenden Schlacht bei Salamis. Schwerpunkte in dem Themenabschnitt sind der Verlauf des Perserkrieges und die Begründung des Sieges der Griechen anhand ihrer Vorbereitungen auf wirtschaftlicher, ökonomischer und politischer Ebene. Da der Umfang der Arbeit begrenzt ist, kann kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden – es wurden lediglich die scheinbar wichtigsten Ergebnisse und Vorgänge ausgewählt.
Es wird versucht, ein großes Spektrum an Sekundärliteratur für die Arbeit zu verwenden, um einen inhaltlich richtigen und tiefergehenden Schwerpunkt der einzelnen Themen herauszuarbeiten. Primer wird sich im Bereich der Sekundärliteratur auf Werke der Autoren Charlotte Schubert, Bengtson, Wolfgang Schuller und Stahl bezogen. Die Primärliteratur bilden in dieser Arbeit die Bücher des Herodot über die Perserkriege und die Biografie über Themistokles von Plutarch. Ergänzend hinzugezogenen wurden auch die Athenaion Politeia des Aristoteles und das literarische Drama des Aischylos. Da die Geschichtsschreibung der Perser bis auf wenige Ausnahmen praktisch keine Auskunft über das 5. Jahrhunderts v. Chr. gibt, muss deswegen auf die Verwendung solcher Quellen verzichtet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Auseinandersetzungen zwischen Persern und Griechen 500 bis 494 v. Chr.
2.1. Ionischer Aufstand
2.1.1. Vorgeschichte und Gründe
2.1.2. Verlauf
2.1.3. Rolle Athens
2.1.4. Ergebnisse
2.2.1. Festigung der persischen Vormachstellung nach dem ionischen Aufstand
2.2.2. Marathon
3. Entwicklung Athens im Angesicht der persischen Bedrohung
3.1. Bedeutung des Sieges bei Marathon für die Athener
3.2. Die Politik des Themistokles: Flottenbau
3.3. Ostrakismos
3.4. Bündnis der Griechen gegen die Perser
3.5. Das persische (Feind-)Bild
4. Der Zug des Xerxes 485 bis 480/79 v. Chr.
4.1. Vorbereitungen und erste Erfolge der Perser
4.1.1. Vorbereitungen, Ziele und politische Haltungen
4.1.2. Thermophylen
4.2. Salamis
4.3. Plataiai und Mykale
4.4. Ergebnisse
5. Schlussbetrachtung: Historische Bedeutung der Perserkriege
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Perserkriege für die politische Entwicklung und den Aufstieg Athens im 5. Jahrhundert v. Chr. Dabei wird analysiert, wie die externe Bedrohung die internen Machtverhältnisse, das Selbstverständnis der Athener sowie die diplomatischen Beziehungen innerhalb des griechischen Raumes nachhaltig beeinflusste.
- Der Ionische Aufstand als Ausgangspunkt der griechisch-persischen Auseinandersetzungen.
- Die Auswirkungen des Sieges bei Marathon auf das athenische Bürgerbewusstsein und die Politik des Themistokles.
- Die Entwicklung und Bedeutung der athenischen Flottenpolitik und des Ostrakismos.
- Die strategischen Vorbereitungen der Perser unter Xerxes und die Rolle der griechischen Bündnisse.
- Die Konstruktion des persischen Feindbildes und dessen Einfluss auf die griechische Identität.
Auszug aus dem Buch
3.2. Die Politik des Themistokles: Flottenbau
Der politische Einfluss und die Konkurrenz des Themistokles zu Aristeides begann bereits in den 80-er Jahren, in dieser Zeit herrschte eine eher widersprüchliche politische Atmosphäre in Athen vor. Jedoch hatte Themistokles schon seit dem Jahr 493/92 während seines Archontats den Bau einer Flotte gefordert, denn „er hatte den Krieg als ganzen begriffen.“ Hier sollte angemerkt werden, dass er auch den „Bau eines neuen Hafens an der Küste der Landgemeinde Piräus forciert hatte.“
Schuller (1980) führt über die Person des Themistokles aus, dass dieser in den meisten Quellen (mit Außnahme von Thukydides) „wegen seines Charakters, seines oft zwielichtigen Verhaltens [und] seiner scheinbar nicht geradlinigen Politik (...)“ durchgängig feindlich behandelt oder komplett tot geschwiegen werde.
Um Athens Chancen und Position im Angesicht einer bevorstehenden erneuten persischen Invasion verbessern bzw. stärken zu können hatte Themistokles bereits zu Zeiten der Miltiades-Expedition der Forderung nach dem Aufbau einer großen Flotte Ausdruck verliehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Fragestellung zur Bedeutung der Perserkriege für den Aufstieg Athens und Darlegung der methodischen Vorgehensweise.
2. Auseinandersetzungen zwischen Persern und Griechen 500 bis 494 v. Chr.: Analyse des Ionischen Aufstands und der ersten Versuche der persischen Expansion auf griechischem Boden, gipfelnd in der Schlacht bei Marathon.
3. Entwicklung Athens im Angesicht der persischen Bedrohung: Untersuchung der innenpolitischen Konsequenzen, insbesondere des Flottenbaus unter Themistokles und der Etablierung des Ostrakismos.
4. Der Zug des Xerxes 485 bis 480/79 v. Chr.: Darstellung der großangelegten persischen Invasion, der Bündnisbildung der Griechen und der entscheidenden Schlachten bei Salamis, Plataiai und Mykale.
5. Schlussbetrachtung: Historische Bedeutung der Perserkriege: Synthese der Ergebnisse hinsichtlich der Entwicklung eines griechischen Gemeinwillens und der Etablierung Athens als Hegemonialmacht.
Schlüsselwörter
Perserkriege, Athen, Aufstieg Athens, Ionischer Aufstand, Themistokles, Marathon, Salamis, Xerxes, Flottenbau, Ostrakismos, Griechische Identität, Hegemonie, Antike, Dareios, Miltiades.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die politische Entwicklung Athens im 5. Jahrhundert v. Chr. unter dem spezifischen Einfluss der Perserkriege.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit fokussiert sich auf militärische Auseinandersetzungen, die innenpolitische Umgestaltung Athens, die strategische Bündnispolitik und die Wahrnehmung des „Anderen“ in Form des persischen Feindbildes.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die persische Bedrohung dazu beitrug, Athen zu einer führenden politischen und militärischen Seemacht zu transformieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es erfolgt eine fundierte Analyse von Primärquellen (insbesondere Herodot, Plutarch, Aristoteles) in Kombination mit einem breiten Spektrum aktueller Sekundärliteratur.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Mittelpunkt?
Der Hauptteil behandelt den Verlauf der Kriege von den frühen Konflikten in Ionien bis zu den entscheidenden Schlachten bei Salamis und Plataiai sowie die innenpolitischen Maßnahmen Athens zur Verteidigungsvorbereitung.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Perserkriege, Athen, Hegemonie, Themistokles und griechische Identität beschreiben.
Warum war der Flottenbau für die Entwicklung Athens so entscheidend?
Der Flottenbau ermöglichte nicht nur die militärische Verteidigung, sondern führte auch zu einer innenpolitischen Aufwertung der Theten, wodurch die Demokratie gestärkt wurde.
Welche Rolle spielte der Ostrakismos im Kontext der persischen Bedrohung?
Das Scherbengericht diente dazu, politische Rivalen auszuschalten und eine geschlossene politische Linie unter Führung von Politikern wie Themistokles zu ermöglichen.
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- Heidi Döring (Author), 2009, Die Bedeutung der Perserkriege für den Aufstieg Athens , Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/162064