Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich allumfassend mit der oben stehenden Thematik. Im Fokus stehen die Europäische Sicherheitsstrategie (ESS) im Zuge der GASP und GSVP der EU, sowie das Land Afghanistan.
Einer Hinführung zur Relevanz des Themas folgt die Darstellung der seit der post- bipolaren Phase (u.a. auch 9/11) und den damit bestehenden globalen Herausforderungen und Bedrohungen.
Im dritten Kapitel beschäftige ich mich intensiv mit der komplexen Thematik Afghanistan, wobei neben der Darstellung des Landes vor allem die Gegebenheiten und Herausforderungen erfolgen soll.
Im Anschluss daran erläutere ich die Europäische Sicherheitsstrategie (ESS), wobei ich auf die Entstehung und deren Inhalt eingehe. Berücksichtigung findet ebenfalls ein Vergleich zur "National Security Strategy" der USA von 2002 und 2006 und eine Ergänzung durch den "Bericht zur Umsetzung der ESS" aus dem Jahre 2008 von der EU.
Der umfangreichen Darstellung folgt eine Analyse, welche für die Beantwortung der Fragestellung elementar ist.
Danach folgt die Analyse in Bezug auf die Fragestellung, welche mit einem Ausblick auf die weitere Entwicklung schließt.
Wie dargestellt beschäftigt sich die Arbeit primär mit der Europäischen Sicherheitsstrategie und Afghanistan. Für beide Themenbereiche findet man daher umfangreiche Informationen.
Die Arbeit ist somit vor allem an Studenten gerichtet, die sich mit der Thematik beschäftigen. Aber auch weitere Themen, wie die Theorie der "Human Security", ISAF (NATO),USA und ihre NSS oder die Darstellung der globalen Herausforderungen und Bedrohungen, v.a. des Terrorismus, werden behandelt.
Außerdem sind am Ende nützliche Graphiken und fünf Seiten Literaturverzeichnis zu finden, welche weitere Recherche und Materialsuche erleichtern können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der 11. September 2001 und seine Folgen für Afghanistan- OEF, ISAF und EU
3. Afghanistan- ein Land mit komplexen Problemen
4. Analyse eines komplexen Themas: Gegebenheiten und Herausforderungen in Afghanistan
5. Die „Europäische Sicherheitsstrategie“ von 2003 und der „Bericht über die Umsetzung der Europäischen Sicherheitsstrategie“ von 2008
5.1 Die Europäische Sicherheitsstrategie
5.1.1 Aufbau und Inhalt der ESS
5.2 Der Bericht über die Umsetzung der Europäischen Sicherheitsstrategie
6. Analyse der ESS
7. Die ESS- wieso lässt sie sich in Afghanistan nicht realisieren?
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert kritisch, warum die Europäische Sicherheitsstrategie (ESS) von 2003 in der Praxis des Afghanistaneinsatzes weitgehend wirkungslos geblieben ist. Dabei untersucht der Autor die strukturellen Defizite der EU-Außenpolitik, die komplexen lokalen Gegebenheiten in Afghanistan und die Diskrepanz zwischen strategischem Anspruch und operativer Realität.
- Analyse der Sicherheitslage in Afghanistan seit 2001.
- Untersuchung der Ziele und Instrumente der ESS sowie deren Fortschreibung 2008.
- Identifikation der Ursachen für das Scheitern koordinierter europäischer Ansätze.
- Diskussion der Rolle der EU als „globaler Akteur“ im Kontext der Krisenbewältigung.
- Erörterung von Lösungsansätzen für eine effektivere europäische Sicherheits- und Entwicklungspolitik.
Auszug aus dem Buch
3. Afghanistan- ein Land mit komplexen Problemen
Im folgenden Kapitel soll anhand einer kurzen Beschreibung relevanter Gegebenheiten in Afghanistan verdeutlicht werden, welchen potentiellen Problemen sich die internationale Gemeinschaft und damit auch die EU, stellen muss. Begleitet wird meine Darstellung von empirischen Befunden des „Afghanistan Index“ vom 29. April 2010.
Afghanistan befindet sich seit 1978 in einem kontinuierlichen Ausnahmezustand, welcher über weite Strecken von Besatzung und Krieg geprägt war. Auch die Interventionen von OEF und ISAF beendeten diese Phase nicht. Während direkt nach dem Sturz des Taliban- Regimes die Gefechte mit feindlichen Gruppen zurückgingen, ist seit Mitte 2006 ein jährlich stetiger Anstieg der Kämpfe und dadurch der Todesopfer zu beklagen (Anhang, Bild 5). Bereits von 2006 auf 2007 stiegen sicherheitsrelevante Ereignisse von ca. 2.600 auf ca. 4.000. Auch ein bis vor kurzem in Afghanistan unbekanntes Phänomen findet man darunter: Selbstmordattentate. 2007 waren 129, 2009 sogar 180 zu verzeichnen.
Die Sicherheitslage im Land ist äußerst unterschiedlich, da wie bereits skizziert, Krieg und Wiederaufbau parallel stattfinden. Um eine Problemanalyse anstellen zu können, müssen eine Reihe von Entwicklungsfaktoren bedacht werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Problematik Afghanistans als „schwieriges Theater“ ein und stellt die zentrale Frage nach der Umsetzbarkeit der ESS im aktuellen Konflikt.
2. Der 11. September 2001 und seine Folgen für Afghanistan- OEF, ISAF und EU: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über das internationale militärische Engagement nach 9/11 und beleuchtet die Rolle der EU sowie einzelner Mitgliedstaaten.
3. Afghanistan- ein Land mit komplexen Problemen: Hier werden die sozioökonomischen und sicherheitsrelevanten Rahmenbedingungen Afghanistans als Grundlage für die spätere Problemanalyse dargestellt.
4. Analyse eines komplexen Themas: Gegebenheiten und Herausforderungen in Afghanistan: Das Kapitel identifiziert die vielfältigen Ursachen für das Scheitern der internationalen Bemühungen, darunter ethnische Zersplitterung, Drogenökonomie und mangelnde staatliche Legitimität.
5. Die „Europäische Sicherheitsstrategie“ von 2003 und der „Bericht über die Umsetzung der Europäischen Sicherheitsstrategie“ von 2008: Dieser Abschnitt erläutert die theoretischen Grundlagen der ESS und deren Fortschreibung, um den normativen Anspruch der EU zu verdeutlichen.
6. Analyse der ESS: Hier wird die ESS kritisch bewertet und ihre konzeptionelle Eignung zur Krisenbewältigung im Lichte laufender Einsätze reflektiert.
7. Die ESS- wieso lässt sie sich in Afghanistan nicht realisieren?: Das Fazit beantwortet die zentrale Fragestellung und kommt zu dem Ergebnis, dass die ESS als Grundsatzerklärung keine spezifische operative Strategie für Afghanistan bietet.
Schlüsselwörter
Europäische Sicherheitsstrategie, Afghanistan, ISAF, OEF, Krisenbewältigung, Sicherheit, Entwicklung, failed states, Demokratisierung, Terrorismusbekämpfung, EUPOL, zivil-militärische Kooperation, globale Verantwortung, Konfliktprävention, Staatsaufbau.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Effektivität der Europäischen Sicherheitsstrategie (ESS) und hinterfragt, warum diese bei der Bewältigung des Afghanistan-Konflikts in der Praxis bisher nicht erfolgreich umgesetzt werden konnte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verknüpft die sicherheitspolitischen Dokumente der EU (ESS von 2003 und Umsetzungsbericht von 2008) mit der empirischen Realität in Afghanistan, insbesondere im Bereich der zivilen und militärischen Krisenbewältigung.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Warum lässt sich die Europäische Sicherheitsstrategie in Afghanistan praktisch nicht umsetzen bzw. realisieren?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine systematische Analyse von sicherheitspolitischen Strategiedokumenten sowie eine deskriptive Problemanalyse auf Basis empirischer Daten und aktueller Literatur zum Afghanistaneinsatz.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historische Chronologie seit 9/11, die sozioökonomischen Herausforderungen Afghanistans und bewertet die ESS kritisch hinsichtlich ihrer Instrumente und Entscheidungsprozesse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen die Europäische Sicherheitsstrategie, Krisenbewältigung, zivil-militärische Kooperation, Staatsaufbau und die Rolle der EU als globaler Akteur.
Warum ist laut der Arbeit eine rein militärische Strategie unzureichend?
Der Autor argumentiert, dass moderne Bedrohungen eine Kombination aus zivilen, polizeilichen und wirtschaftlichen Instrumenten erfordern, da militärische Lösungen allein die Ursachen für Instabilität, wie Armut oder mangelnde Rechtsstaatlichkeit, nicht beheben können.
Welche Rolle spielt die Drogenökonomie in diesem Kontext?
Die Drogenwirtschaft wird als gravierendes Hindernis identifiziert, da sie Korruption fördert, Warlords finanziert und die Sicherheitslage im Land massiv destabilisiert.
Wie bewertet der Autor die Erfolgschancen für die Zukunft?
Die Arbeit kommt zu einem ernüchternden Schluss: Eine Befriedung Afghanistans erfordert keine bloße Strategieanpassung, sondern einen langfristigen Dialog aller Akteure und einen Strategiewechsel, der in Zeiträumen von Generationen statt Jahren denkt.
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- Sascha Tiedemann (Author), 2010, Die Europäische Sicherheitsstrategie (ESS), Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/161941