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"Ich muss immer gucken, wo die Augen von Menschen funkeln"

Zur Methodenfrage in der Sozialen Beratung

Title: "Ich muss immer gucken, wo die Augen von Menschen funkeln"

Diploma Thesis , 2009 , 180 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Marret Vögler-Mallok (Author), Mathias Hörtnagel (Author)

Social Work

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Summary Excerpt Details

In der Sozialen Arbeit ist seit Beginn des neuen Jahrtausends verschärft eine Diskussion über Beratungsmethoden in verschiedenen Handlungsfeldern ausgebrochen (vgl. z.B. Neuffer 2000). Dieses steht natürlich in engem Zusammenhang mit den gesellschaftlichen Umwälzungen im Zuge von Globalisierung, Ökonomisierung und Individualisierung. Traditionelle Netzwerke (Familie etc.) verlieren zunehmend an Bedeutung, Lebensrisiken werden aufgrund der Finanzkrise der öffentlichen Haushalte immer stärker privatisiert. Somit sind Menschen mehr und mehr gezwungen, ihr Leben eigenständig zu gestalten. Dies kann neue Freiräume eröffnen, aber gleichzeitig die Gefahr der
Überforderung in sich bergen. Die „Risikogesellschaft“ (Ulrich Beck) produziert einen großen Bedarf an Beratung in den unterschiedlichsten sozialen Bereichen. Menschen, die zu den Globalisierungsgewinnern gehören, suchen nach Unterstützung, ihren Alltag möglichst ökonomisch zu gestalten. Beratung dient hier vor allem dem Coaching und Zeitmanagement. Auf der anderen Seite wächst die Zahl derer, die aufgrund der wirtschaftlichen Umbrüche („Turbokapitalismus“) auf der Strecke bleiben, in finanzielle und persönliche Not geraten, aus der sie aus eigener Kraft nicht herausfinden können, und daher
entsprechende professionelle Hilfe (Schuldnerberatung etc.) benötigen.
Für die Soziale Arbeit bedeutet dieser vielfältige Beratungsbedarf eine enorme Herausforderung. Die Frage nach der Gestaltung von Beratung, d.h. dem Aufbau von Beziehungen zu den Klienten, dem Schaffen geeigneter Settings, der Anwendung von spezifischen Gesprächsführungstechniken usw., rückt immer mehr in den Fokus.
Hinzu kommt der Ökonomisierungsdruck, der immer stärker auf den Trägern
und Institutionen Sozialer Arbeit lastet. Geldgeber erwarten, dass
Beratungsleistungen transparent, effizient und effektiv sind.[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung (Ziel und Aufbau der Arbeit)

2. Einführung ins und Hinführung zum Thema

2.1 Begriffsklärung und Standortbestimmung

2.2 Geschichte der Beratung und ihrer Methoden

3. Ausgewählte Konzeptionen von Beratung

3.1 Klientenzentrierte Beratung und Engaging

3.2 Systemische Beratung

3.3 Ressourcenorientierte Beratung

3.4 Life Model of Social Work Practice

3.5 Alltagsnahe Konzepte Sozialer Beratung

3.5.1 Lebensweltorientierte Soziale Beratung

3.5.2 Soziale Beratung für Ratsuchende in prekären Lebenslagen

4. Methodische Dimensionen Sozialer Beratung

4.1 Klärung des Methodenbegriffs

4.2 Möglichkeiten und Grenzen der Methodik Sozialer Beratung als multi-professionellem Handeln

5. Feldstudie: Keine eigenständigen Methoden? Zur Beratungspraxis in der Sozialen Arbeit anhand ausgewählter Fallbeispiele

5.1 Vorstellung exemplarischer Handlungsfelder in der Sozialen Arbeit und ihrer Konzeptionen

5.1.1 Soziale Beratung in der Klinischen Sozialarbeit

5.1.2 Arbeitslosenberatung

5.1.3 Beratung in der Schulsozialarbeit

5.2 Forschungsdesign

5.3 Auswertungsteil: Anspruch und Wirklichkeit von Beratung aus verschiedenen Perspektiven

5.3.1 Die Sicht der Klienten Sozialer Beratung

5.3.2 Die Sicht von professionell Beratenden

5.3.3 Die Sicht von Experten

5.3.4 Exkurs: Die Sicht von Studierenden der Sozialen Arbeit

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch den aktuellen Stand und die methodische Fundierung der Sozialen Beratung. Ziel ist es zu analysieren, inwieweit originäre sozialpädagogische Beratungskonzeptionen in der Praxis realisiert werden und inwiefern ein Bruch zwischen wissenschaftlichem Anspruch und tatsächlicher Beratungspraxis besteht.

  • Analyse des Beratungsbegriffs und der Professionsgeschichte.
  • Untersuchung zentraler Beratungskonzeptionen wie klientenzentrierte, systemische und ressourcenorientierte Beratung.
  • Evaluierung der Beratungspraxis in spezifischen Handlungsfeldern (Klinische Sozialarbeit, Arbeitslosenberatung, Schulsozialarbeit).
  • Gegenüberstellung von Expertenwissen und Erfahrungswissen der Praktiker.
  • Reflexion über den Einfluss von Ökonomisierungsdruck auf die Beziehungsgestaltung in der Beratung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Klientenzentrierte Beratung und Engaging

Die klientenzentrierte Beratung geht auf Carl Rogers zurück, der dabei auf Erfahrungen zurückgriff, die er als Studienberater sammeln konnte. Ursprünglich entwickelte er sein Konzept für den therapeutischen Bereich, dieses fand jedoch darüber hinaus auch außerhalb des therapeutischen Sektors breite Rezeption. Rogers selbst förderte diese Tendenz, indem er deutlich zu erkennen gab, dass für ihn die Grenzen zwischen Therapie und Beratung fließend seien (vgl. Neuffer 2002, S. 101).

Seine Grundüberzeugung ist, dass Beratung Menschen dabei unterstützen soll, im Kontext multifaktoriell bestimmter Lebens- und Arbeitsbedingungen selbstbestimmt handeln und hierdurch ihr Selbst entfalten zu können. Rogers geht davon aus, dass „der Einzelne die hinlängliche Fähigkeit hat, konstruktiv mit all jenen Aspekten seines Lebens fertigzuwerden, die potenziell dem Bewusstsein gegenwärtig werden können.“ (Rogers 2002, S. 37f.)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung (Ziel und Aufbau der Arbeit): Umriss der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und der daraus resultierenden Herausforderung für die Soziale Beratung.

2. Einführung ins und Hinführung zum Thema: Begriffliche Einordnung von Beratung und historischer Rückblick auf deren Entwicklung.

3. Ausgewählte Konzeptionen von Beratung: Detaillierte Vorstellung verschiedener theoretischer Ansätze, die die Soziale Beratung beeinflussen.

4. Methodische Dimensionen Sozialer Beratung: Diskussion der Möglichkeiten und Grenzen methodischen Handelns in der Sozialen Arbeit.

5. Feldstudie: Keine eigenständigen Methoden? Zur Beratungspraxis in der Sozialen Arbeit anhand ausgewählter Fallbeispiele: Empirische Untersuchung der Beratungspraxis durch Experteninterviews und Fallanalysen in ausgewählten Feldern.

6. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Ergebnisse und Ausblick auf das Verhältnis von Theorie und Praxis.

Schlüsselwörter

Soziale Arbeit, Soziale Beratung, Beratungskonzeptionen, Klientenorientierung, Methoden der Sozialen Arbeit, Systemische Beratung, Lebensweltorientierung, Ressourcenorientierung, Therapeutisierung, Professionelle Identität, Fallstudie, Praxis, Theorie-Praxis-Transfer, Empowerment, Ökonomisierungsdruck.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie es um die methodische Aufstellung der Sozialen Beratung in verschiedenen Arbeitsfeldern bestellt ist und welche Diskrepanzen zwischen theoretischen Modellen und der täglichen Beratungspraxis bestehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den zentralen Themen gehören die Geschichte der Beratung, die Vorstellung verschiedener Beratungskonzeptionen sowie die empirische Untersuchung der Beratungspraxis unter dem Einfluss von Ökonomisierung und Professionalisierung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu beleuchten, ob originäre Beratungskonzepte der Sozialen Arbeit in der Praxis bestehen können und ob eine stärkere Abgrenzung zu psychotherapeutischen Verfahren notwendig und realisierbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erkenntnisgewinnung verwendet?

Die Autoren nutzen ein qualitatives Forschungsdesign, primär bestehend aus problemzentrierten Interviews mit Experten, Praktikern und Klienten, um subjektive Bedeutungsmuster zu erfassen.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil werden etablierte Beratungsansätze vorgestellt und deren Anwendung in den Feldern Klinische Sozialarbeit, Arbeitslosenberatung und Schulsozialarbeit kritisch hinterfragt.

Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Soziale Beratung, Methodenreflexion, Theorie-Praxis-Transfer, Klientenorientierung und Ökonomisierungsdruck beschreiben.

Welchen Stellenwert räumen die Autoren der "Beziehung" in der Beratung ein?

Die Autoren betonen – gestützt durch ihre Interviews – den Beziehungsaufbau als zentrale, eigenständige Hilfsform, die allen methodischen Techniken vorangestellt ist.

Wie bewerten die befragten Praktiker den Nutzen von theoretischen Fachmodellen?

Die Praktiker stehen komplexen theoretischen Modellen oft skeptisch gegenüber, da sie diese als praxisfern oder für ihre Zielgruppe als zu abstrakt empfinden und stattdessen stark auf Intuition und situatives Erfahrungswissen setzen.

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Details

Title
"Ich muss immer gucken, wo die Augen von Menschen funkeln"
Subtitle
Zur Methodenfrage in der Sozialen Beratung
College
Hamburg University of Applied Sciences  (Fakultät Wirtschaft & Soziales)
Grade
1,0
Authors
Marret Vögler-Mallok (Author), Mathias Hörtnagel (Author)
Publication Year
2009
Pages
180
Catalog Number
V161805
ISBN (eBook)
9783640758449
Language
German
Tags
Soziale Beratung Methodenfrage Methodik Soziale Arbeit Beratungspraxis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marret Vögler-Mallok (Author), Mathias Hörtnagel (Author), 2009, "Ich muss immer gucken, wo die Augen von Menschen funkeln", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/161805
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