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Zur Shop-Startseite › Pädagogik - Pädagogische Psychologie

Diffuse psychische Gewalt gegenüber Kindern

...und destruktive Verhaltensweisen von Pädagogen und Erzieher/Innen

Titel: Diffuse psychische Gewalt gegenüber Kindern

Facharbeit (Schule) , 2005 , 41 Seiten , Note: 1

Autor:in: Axel Stein (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Psychologie

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Zeiten von Ruten und Rohrstöcken in der öffentlichen Erziehung sind vorbei, seit die „schwarze Pädagogik“ u.a. durch das aufklärende Wirken von Reformpädagogen gesellschaftlich nicht mehr toleriert wird. Es gibt aber neben der physischen eine seelisch noch tiefer wirkende Form von Gewalt, die psychische.
Psychische Gewalt kennt viele Formen, darunter sehr diffuse, die im täglichen Umgang unbewusst oder bewusst angewandt und gesellschaftlich noch immer toleriert oder sogar akzeptiert werden.

Auch in der beruflichen Erziehung beobachte ich, dass Kinder in ihrer Meinungsäußerung behindert, mit für sie nicht nachvollziehbaren Verboten konfrontiert, mit ironischen oder gar zynischen Sprachformen verwirrt, in ihrer Persönlichkeit nicht ernst genommen, emotional unterdrückt, vorschnell beurteilt, etikettiert oder ignoriert werden. Noch immer werden Kinder unbegründet in ihrem Bewegungsdrang eingeschränkt, bekommen auf ehrliche Fragen oberflächliche oder abweisende Antworten, werden mit Drohungen diszipliniert oder mit Metaphern wie „gut“ und „böse“ im Geiste überalterter Klischees erzogen, die den Blick auf die Persönlichkeit des Kindes verstellen.

Die Bedeutung eines einfühlsamen und behutsamen Umganges mit Kindern ist auch beruflich Erziehenden nicht jederzeit bewusst. Kinder, gleich welcher Entwicklungsstufe, sind psychisch sehr leicht verwundbar. Vor allem, wenn seelische Verletzungen schon während pränataler und frühkindlicher Phasen auftraten, können diese im Bereich der beruflichen Erziehung verstärkt werden. Oft werden Wut, Hass und – nicht zu unterschätzen – Formen von Selbsthass genährt, die u.a. Autoaggression bewirken, werden Ohnmacht und Minderwertigkeitsgefühle erzeugt. Daraus resultieren Verhaltensauffälligkeiten, mitunter sogar pathologisch nachweisbare neurotische und psychotische Störungen sowie körperliche Krankheitssymptome psychosomatischer Natur, die sich oft bis ins Erwachsenenalter fortsetzen.

Dabei ist oft nicht klar zu definieren, ob und wo die Grenze zu psychischer Gewalt überschritten wird. Deshalb möchte ich es ohne Verwendung dieses Begriffes so formulieren: Ziel ist, Übergriffe auf die Autonomie des Kindes bzw. Grenzübertretungen des „Seelenschutzes“ darzustellen.

In kursiver Schrift sind jeweils Beispiele formuliert, welches Verhalten ich nach meinem Erkenntnisstand der jeweiligen Situation für angemessen, dem Kind zugewandt und lösungsorientiert halte.

Axel Stein

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Ein Beispiel vorangestellt

1.2 Begründung des Themas

1.3 Ziele der Arbeit

1.4 Methoden der Arbeit

2 Begriffsbestimmung

2.1 Definition Gewalt

2.2 Psychische Gewalt

2.3 Über die Wahrnehmung psychischer Gewalt

3 Diffuse psychische Gewalt und pädagogische Destruktivität im Verhalten Erziehender

3.1 Gewalt in Folge unreflektierter Persönlichkeitsmerkmale und Verhaltensweisen Erziehender

3.1.1 Drohung

3.1.2 Erpressung

3.1.3 Unterdrückung des Gefühlsausdrucks

3.1.4 Unterdrückung von Widerspruch (Widerspruch als Form der Emanzipation)

3.1.5 Ignoranz und Ausschluss

3.1.6 Bloßstellung

3.1.7 Etikettierung und Vorverurteilung

3.1.8 Inkompetentes Verhalten

3.2 Gewalt auf sprachlicher Ebene

3.2.1 Wortsinnverdrehungen und zynische Sprachfärbung

3.2.2 Indirekte Anrede und Bekenntniszwang

3.2.3 Gesprächszwang in unangemessener Situation

3.3 Gesellschaftlich erzeugte Formen diffuser Gewalt

3.3.1 Verfrühte Konfrontation mit Rollen und unerreichbaren Vorbildern

3.3.2 Rollenerwartungen und Rollendruck

3.3.3 Sinnesüberlastungen

4 Psychische Gewalt unter Gesichtspunkten der Kommunikationspsychologie

4.1 Exkurs zu tiefenpsychologischen Aspekten

4.2 Kommunikationspsychologische Aspekte

4.2.1 Missverständnisse im „Botschaftsgeflecht“

4.2.2 Das „aktive Zuhören“

4.2.3 Relativieren und „Hinterfragen“

4.2.4 Inkongruente Nachrichten

4.3 Beziehungsaspekte

4.3.1 Herabsetzung und Bevormundung

4.3.2 Du- und Ich-Botschaften

4.3.3 Gesichtspunkte der Selbstoffenbarung

4.4 Die „Ebene des Herzens“

5 Schluss: Wie sich Beziehungen intensivieren und Kommunikationsfähigkeiten verbessern lassen (Beispiele)

5.1 Auf autodidaktischer und kollektiver Ebene

5.2 Im pädagogischen Feld/bei der täglichen Arbeit

5.3 Auf Ebene fachlicher Qualifizierung

6 Anhang

6.1 „Chef“ der eigenen Teilpersönlichkeiten – spielerisch-therapeutische Aspekte zur „Psychohygiene“

Zielsetzung & Themen

Die Facharbeit untersucht das Phänomen diffuser psychischer Gewalt und pädagogischer Destruktivität im Verhalten von Erziehenden gegenüber Kindern, um ein Bewusstsein für diese Prozesse als Grundlage für professionelle Reflexion zu schaffen.

  • Analyse latenter Gewaltformen im Erzieheralltag
  • Kommunikationspsychologische Aspekte von Beziehung und Erziehung
  • Einfluss unreflektierter Persönlichkeitsmerkmale Erziehender
  • Gesellschaftlich erzeugte Gewaltformen und Rollendruck
  • Strategien zur Verbesserung der Kommunikationskultur

Auszug aus dem Buch

1.1 Ein Beispiel vorangestellt

„Wenn es nicht gleich klappt mit euch, kommt der Weihnachtsmann mit seiner Rute hier rein…“ Dieses sinngemäße Zitat einer Kindergärtnerin bekam im Dezember 2004 einer meiner Mitschüler zu hören, als er – mit dem roten Mantel verkleidet – auf dem Weg in die benachbarte Kindereinrichtung war. Sie hatte es, am offenen Fenster stehend, zu ihrer Kindergruppe in den Raum hinein gesprochen, ohne dass ein Zeichen von Humor oder Schabernack aus ihrem Tonfall klang.

Welche Botschaft vermittelte die Erzieherin den Kindern? Was wäre die Erwartung der Kindergärtnerin an meinen Mitschüler gewesen, wenn er die von ihr angedachte Rolle des Disziplinierenden hätte übernehmen müssen? Und wie steht es um ihre eigene Kompetenz, wenn sie sich des bärtigen, roten Mannes als strafendes Medium bedienen muss? Handelt es sich noch um eine verbale Alltagslappalie - eine den Kindern gewöhnliche Metapher - oder um eine folgenschwere Drohung? Eine Drohung, deren Botschaft bei Kindern Angst auslöst? Angst vor dem Weihnachtsmann oder vor Männern generell, vor Menschen mit Mänteln, vor Ruten, vor dem Ungewissen da draußen, vor der Macht der Kindergärtnerin…?

Die Zeiten, als in der öffentlichen Erziehung Ruten und Rohrstöcke tatsächlich zum Einsatz kamen, sind vorbei, seit die „schwarze Pädagogik“ u.a. durch das aufklärende Wirken von Reformpädagogen gesellschaftlich nicht mehr toleriert wird. Es gibt aber neben der physischen eine seelisch noch tiefer wirkende Form von Gewalt, die psychische.

Psychische Gewalt kennt viele Formen, darunter sehr diffuse, die im täglichen Umgang unbewusst oder bewusst angewandt und gesellschaftlich noch immer toleriert oder sogar akzeptiert werden.

Ist die Drohung mit dem Weihnachtsmann vor Kindergartenkindern eine solche Form? Ich werde im Verlauf der Arbeit darauf eingehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der diffusen psychischen Gewalt anhand eines Beispiels sowie Begründung und Zielsetzung der Arbeit.

2 Begriffsbestimmung: Definition von Gewalt, psychischer Gewalt und eine Erörterung zur Wahrnehmung dieser Gewaltformen.

3 Diffuse psychische Gewalt und pädagogische Destruktivität im Verhalten Erziehender: Untersuchung destruktiven Erzieherverhaltens, unterteilt in unreflektierte Persönlichkeitsmerkmale, sprachliche Gewalt und gesellschaftliche Einflüsse.

4 Psychische Gewalt unter Gesichtspunkten der Kommunikationspsychologie: Vertiefende Analyse der Kommunikationstheorie, Beziehungsaspekte und die Rolle von Selbstoffenbarung im pädagogischen Kontext.

5 Schluss: Wie sich Beziehungen intensivieren und Kommunikationsfähigkeiten verbessern lassen (Beispiele): Praktische Ansätze zur Steigerung der Kommunikationsqualität und Selbstreflexion für pädagogische Fachkräfte.

6 Anhang: Vorstellung spielerisch-therapeutischer Aspekte zur „Psychohygiene“ durch die Arbeit mit Teilpersönlichkeiten.

Schlüsselwörter

Psychische Gewalt, Pädagogik, Erzieherverhalten, Kommunikationspsychologie, Destruktivität, Beziehungsstörungen, Selbstreflexion, Erziehung, Kindesentwicklung, Machtmissbrauch, Sprachliche Gewalt, Ich-Botschaften, Du-Botschaften, Pädagogische Mündigkeit, Emanzipation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die versteckte, diffuse psychische Gewalt, die durch das Verhalten von Erziehenden im Alltag gegenüber Kindern ausgeübt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf unreflektiertem Verhalten, kommunikationspsychologischen Defiziten sowie gesellschaftlich bedingtem Rollendruck in der pädagogischen Arbeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, destruktive Prozesse im pädagogischen Handeln aufzuzeigen, um ein Bewusstsein für diese zu schaffen und eine Basis für Reflexion und Selbstreflexion zu bilden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine Kombination aus Fallbeispielen, der Analyse pädagogischer Interventionen und kommunikationspsychologischen Theorien zur Interpretation der Wirkungen auf Kinder.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Drohung, Erpressung, sprachlicher Herabsetzung und gesellschaftlichen Einflüssen wie Medienbildern, sowie eine kommunikationspsychologische Betrachtung der Erzieher-Kind-Beziehung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie psychische Gewalt, Kommunikation, Beziehungsqualität, Erzieherverhalten und Selbstreflexion charakterisieren.

Welche Rolle spielt die "Ebene des Herzens" in der Kommunikation?

Sie beschreibt die Notwendigkeit, Kinder auf einer authentischen, liebevollen und ehrlichen Ebene zu erreichen, wobei fachliches Wissen durch eine achtsame Haltung ergänzt wird.

Warum ist das Konzept der "Teilpersönlichkeiten" relevant für Erziehende?

Es dient der "Psychohygiene", indem Erziehende durch die bewusste Wahrnehmung ihrer inneren Anteile ihr Verhalten in stressigen Situationen besser steuern können, um ungewollte Gewaltanwendung zu vermeiden.

Ende der Leseprobe aus 41 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Diffuse psychische Gewalt gegenüber Kindern
Untertitel
...und destruktive Verhaltensweisen von Pädagogen und Erzieher/Innen
Note
1
Autor
Axel Stein (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
41
Katalognummer
V161717
ISBN (eBook)
9783640758920
ISBN (Buch)
9783640759279
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kindertagesstätten Kindertageseinrichtungen Kinderheime Kindergarten Erzieher/Erzieherinnen Formen psychischer Gewalt Kinderbetreuung professionelle Kindererziehung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Axel Stein (Autor:in), 2005, Diffuse psychische Gewalt gegenüber Kindern, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/161717
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  41  Seiten
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