Ein Einführungspraktikum bzw. Orientierungspraktikum stellt für mich einen Zeitraum dar, in dem ich mich, meinen zukünftigen Beruf betreffend, orientieren kann. Diese Möglichkeit wurde mir durch ein vierzehntägiges Praktikum an einem Gymnasium geboten. Ich hoffte meine Entscheidung, Lehramt für die Fächer Deutsch und Geschichte zu studieren, verfestigen zu können.
Interessiert war ich daran, wie die Lehrkräfte in ihren Unterrichtsstunden eine gute und ruhige Lernatmosphäre schaffen und die Schüler für sich und die Unterrichtsthematik gewinnen können.
Folgende Fragen beschäftigten mich im Vorfeld des Praktikums:
Wie gestalten die Lehrer ihre Unterrichtseinstiege? Wie gehen Lehrer mit Störungen und unmotivierten Schülern um? Hat das Schüler-Lehrer-Verhältnis Einfluss auf das Unterrichtsgeschehen? Hat das Verhalten der Lehrkraft Folgen für das Unterrichtsgeschehen?
Ich wollte versuchen, diese Fragen, welche gleichzeitig auch meine Beobachtungsschwerpunkte darstellen, bei meinen Hospitationen fest im Kopf zu behalten. Durch meine Beobachtungsschwerpunkte versprach ich mir, zu erfahren, wie ich als zukünftige Lehrkraft das Unterrichtsgeschehen, sowohl nonverbal als auch verbal positiv beeinflussen kann.
Im Folgenden werde ich besonders auf zwei Unterrichtsstunden eingehen, eine Geschichtsstunde und eine Französischstunde. Die Beobachtungen aus diesen beiden Stunden werde ich ausführlich darstellen und anschließend analysieren. Bei dem Vergleich und der Auswertung der beiden Stunden werde ich auf meine Beobachtungsschwerpunkte eingehen, da diese Stunden mir bezüglich meiner Fragen zu Unterrichtsklima, Schüler-Lehrer-Verhältnis und Unterrichtseinstieg sowohl als ein erfolgreiches, als auch als weniger erfolgreiches Beispiel dienten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der erste Praktikumstag
3. Der Klassenverband 9 C
4. Beobachtungsprotokolle
4.1. Erstes Beobachtungsprotokoll
4.1.1. Begründung für Auswahl sowie Gespräche
4.2. Zweites Beobachtungsprotokoll
4.2.1. Begründung für Auswahl sowie Gespräche
5. Vergleich und Analyse der beiden Stunden hinsichtlich meiner Beobachtungsschwerpunkte
6. Schlussfolgerungen
7. Anhang
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die Reflexion eines Schulpraktikums, wobei der Fokus auf dem Vergleich unterschiedlicher Unterrichtsstile und deren Auswirkungen auf die Lernatmosphäre und Schüler-Lehrer-Beziehung liegt. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie Lehrkräfte durch nonverbale und verbale Kommunikation, Unterrichtseinstiege und den Umgang mit Störungen den Lernerfolg sowie das Verhalten der Schülerschaft beeinflussen können.
- Reflexion des Lehrerberufs und der eigenen Berufswahl
- Analyse von Unterrichtseinstiegen und deren motivierender Funktion
- Einfluss des Schüler-Lehrer-Verhältnisses auf die Unterrichtsqualität
- Wirkung von Körpersprache und kommunikativem Verhalten der Lehrkraft
- Bedeutung der Klassenraumgestaltung für das Lernklima
Auszug aus dem Buch
4.2. Zweites Beobachtungsprotokoll
Als erstes fiel mir in diesem Raum auf, dass die Schüler anders saßen als in den anderen Räumen. Es gab zwar nur wenige, die in allen Stunden feste Sitzpartner hatten, allerdings saßen meist Mädchen mit Mädchen zusammen und Jungen mit Jungen. In diesem Raum, der im Gegensatz zu vielen anderen mit Plakaten auf Französisch und selbst gemalten Comics der Schüler ausgestaltet war, saßen auf einer Bank immer ein Mädchen und ein Junge zusammen. Die Schüler wirkten schon sehr müde, da sie bereits eine Klassenarbeit in Deutsch und eine Kurzkontrolle in Musik geschrieben hatten. Es war die erste Französischstunde, in der ich die Klasse begleitete.
Der Unterricht begann pünktlich. Die Lehrerin Frau Z. begrüßte die Schüler auf Französisch und daraufhin grüßten die Schüler geschlossen zurück. Die Lehrerin begann in Französisch eine Wiederholung der letzten Stunde und legte eine Folie auf den Overheadprojektor mit kurzen französischen Sätzen, die illustriert waren mit Bildern. Frau Z. bat nun die Schüler diese Sätze zu übersetzen, sie hatten fünf Minuten Zeit sich vorzubereiten. In diesen fünf Minuten war es in der Klasse sehr still. Wenn die Schüler redeten, dann, um sich über die richtigen Vokabeln auszutauschen. Die Lehrerin ging bei Meldungen zu dem jeweiligen Tisch und beantworte auch die gleichen Fragen immer wieder ausführlich und freundlich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Beweggründe für das Praktikum und Definition der persönlichen Beobachtungsschwerpunkte bezüglich des Unterrichtsgeschehens.
2. Der erste Praktikumstag: Schilderung der ersten Eindrücke am Gymnasium sowie der organisatorischen Rahmenbedingungen und der Auswahl der Hospitationsklasse.
3. Der Klassenverband 9 C: Beschreibung der sozialen Struktur und der Verhaltensproblematiken der beobachteten Klasse 9 C.
4. Beobachtungsprotokolle: Detaillierte Protokollierung einer Geschichts- und einer Französischstunde inklusive der jeweiligen Begründungen für die Auswahl und durchgeführter Gespräche.
5. Vergleich und Analyse der beiden Stunden hinsichtlich meiner Beobachtungsschwerpunkte: Gegenüberstellung der beobachteten Unterrichtsstunden hinsichtlich Kommunikation, Störungsmanagement und Lehrerverhalten.
6. Schlussfolgerungen: Zusammenfassende Reflexion über die gewonnenen Erkenntnisse für die zukünftige pädagogische Laufbahn.
7. Anhang: Dokumentation der Zeitpläne für die absolvierten Hospitationswochen.
Schlüsselwörter
Hospitationspraktikum, Unterrichtsanalyse, Lehrer-Schüler-Verhältnis, Lernatmosphäre, Unterrichtseinstieg, Störungsmanagement, Kommunikationsverhalten, Pädagogik, Schulpraktikum, Unterrichtsgestaltung, Motivation, Klassenführung, Referendariat, Beobachtungsprotokoll, Sekundarstufe I.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Praktikumsbericht?
Der Bericht dokumentiert und reflektiert die Erfahrungen einer Studentin während eines vierzehntägigen Schulpraktikums am X-Gymnasium.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Qualität von Unterrichtsstunden, die Dynamik zwischen Lehrkräften und Schülern sowie die Bedeutung einer lernförderlichen Atmosphäre.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, durch gezielte Hospitationen zu verstehen, wie Lehrkräfte durch ihr Verhalten und ihre Methodik den Unterrichtserfolg und die Motivation der Schüler steuern können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf der Methode der teilnehmenden Beobachtung (Hospitation), ergänzt durch Führen von Gesprächen mit Schülern und Lehrkräften zur qualitativen Auswertung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zwei konträre Unterrichtsstunden (Geschichte und Französisch) detailliert protokolliert und hinsichtlich didaktischer und sozialer Aspekte analysiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Unterrichtsanalyse, Lernklima, Lehrer-Schüler-Verhältnis, pädagogische Kompetenz und Hospitationserfahrung.
Warum wird die Französischstunde als positives Beispiel hervorgehoben?
Die Französischstunde zeichnete sich durch einen klaren roten Faden, ein aktives Einbinden der Schüler, wertschätzendes Feedback und eine freundliche, aber konsequente Führung durch die Lehrkraft aus.
Welchen Einfluss hatte die räumliche Umgebung auf die Beobachtungen?
Die Autorin stellt fest, dass eine ansprechende Klassenraumgestaltung, die Schülerarbeiten einbezieht, maßgeblich zu einer besseren Lernatmosphäre und Identifikation der Schüler mit dem Unterricht beitragen kann.
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- Franziska Dedow (Author), 2010, Hospitationspraktikum an einem Gymnasium. Beobachtungsprotokolle einer 9. Klasse, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/161314