Bewegungsmangel ist ein immer größer werdendes Problem der heutigen Gesellschaft. Um nachhaltig eine Verbesserung zu erreichen, wird im Folgenden ein Präventionsprogramm vorgestellt, welches die Teilnehmer(innen) dazu anregen soll, mehr Bewegung in Ihren Alltag zu integrieren.
Das Kursprogramm "Fit durch den Alltag" wurde als Präventionsmaßnahme zur Reduzierung von Bewegungsmangel entwickelt. Es basiert auf den Qualitätskriterien des Leitfadens Prävention und richtet sich an Erwachsene mit vorwiegend sitzender Tätigkeit. Ziel ist die Förderung regelmäßiger Bewegung, der Aufbau von Muskelkraft und die Stärkung der Selbstwirksamkeit. Durch Theorie-, Praxis- und Reflexionsphasen lernen die Teilnehmenden, Bewegung nachhaltig in ihren Alltag zu integrieren. Das Programm folgt den evidenzbasierten Empfehlungen der WHO zur Gesundheitsförderung.
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1 Grundlegende Informationen zur Präventionsmaßnahme
2 Inhaltlich-organisatorische Grobplanung des Kursprogramms
3 Inhaltlicher Ablauf des Kursprogramms
4 Dokumentation und Evaluation des Kursprogramms
5 Literaturverzeichnis
6 Tabellenverzeichnis
1 Grundlegende Informationen zur Präventionsmaßnahme
Bewegungsmangel ist ein immer Größer werdendes Problem der heutigen Gesellschaft (Klein et al. 2016). Um nachhaltig eine Verbesserung zu erreichen, wird im Folgenden ein Präventionsprogramm vorgestellt, welches die Teilnehmer_innen dazu anregen soll, mehr Bewegung in Ihren Alltag zu integrieren.
1.1 Bezeichnung des Kursangebots, Handlungsfeld und Präventionsprinzip

Tabelle 1: Bezeichnung des Kursangebotes, Handlungsfeld und Präventionsprinzip
1.2 Bedarf
Der Leitfaden des GKV-Spitzenverbandes zeigt auf, welche Gefahren zu wenig Bewegung birgt (GKV, 2023). Bewegungsmangel ist einer der größten Risikofaktoren für das Entstehen von Krankheiten. So schreibt beispielsweise auch die AOK, das Bewegungsmangel einer der vermeidbarsten Risikofaktoren für unsere Gesundheit sei (AOK - Die Gesundheitskasse [AOK], 2022).
1.2.1 Epidemiologische Daten zur Prävalenz/Inzidenz des Gesundheitsproblems
Laut Weltgesundheitsorganisation erreichen die wenigsten Menschen weltweit die evidenzbasierten Bewegungsempfelungen: „Worldwide, 1 in 4 adults, and 3 in 4 adolescents (aged 11–17 years), do not currently meet the global recommendations for physical activity set by WHO“ (World Health Organisation [WHO], 2019, S.6). Empfohlen werden 150-300 Minuten Bewegung pro Woche, unabhängig von Geschlecht oder chronischen Erkrankungen, für Erwachsene zwischen 18 und 64 Jahren. Bewegung meint in diesem Zusammenhang, aerobe Aktivitäten mit moderater bis hoher Intensität oder 75 Minuten mit intensiver Intensität. Des Weiteren empfiehlt die WHO an mindestens zwei Tagen pro Woche ein moderates Krafttraining. Die vom Robert-Koch-Institut herausgegebene Studie GEDA 2014/2015 zeigt auf, dass gerade einmal 42,6% der Frauen und 48% der Männer die Empfehlungen für aerobe Aktivität erreichen. Geringer ist Zahl der Personen, welche die Empfehlungen für muskelkräftigende Aktivität erfüllen. Gerade einmal 25,6% der Frauen und 31,2% der Männer trainieren mindestens zwei Mal pro Woche ihre Skelettmuskulatur (Finger, Mensink, Lange & Manz, 2017). Die GEDA Studie des Jahres 2019/2020 untersuchte den Bewegungsmangel von Erwachsenen Personen in Deutschland anhand der Zeit, welche eine Person sitzende verbringt. Sie zeigt, dass Inaktivität ein Problem ist, welches sich über die Jahre tendenziell eher Verschlechtert: „22,6 % der Frauen und 24,3 % der Männer sitzen mindestens vier Stunden am Tag und üben keine körperliche Aktivität in der Freizeit aus“ (Robert Koch-Institut [RKI], 2022).
1.2.2 Mögliche Ursachen und Risikofaktoren des Gesundheitsproblems
Der Bewegungsmangel der Menschen in Deutschland kann auf viele verschieden Ursachen zurückgeführt werden. In einer Studie der Techniker Krankenkasse wurden Probanden gefragt, aus welchem Grund sie sich im Alltag zu wenig bewegen. 53% der Befragten sagt aus, dass die Wege im Alltag zu lang sein. 48% begründen ihr Bewegungsverhalten mit Zeitmangel, 28% seien durch Krankheiten oder ein Einschränkungen nicht in der Lage aktiv zu leben , 26% gaben ihre fehlende Motivation als Grund an und 6% nannten sonstige Gründe für ihren Bewegungsmangel (Techniker Krankenkasse [TK], 2022). Die AOK schreibt in einem Online Artikel, dass Bewegung zwar essenziell für unsere Gesundheit sei, doch moderne Bequemlichkeiten, technischer Fortschritt, die Konsumgesellschaft und das Homeoffice haben körperliche Aktivität im Alltag stark reduziert. Sitzen dominiere unser Leben und stelle ein zunehmendes Gesundheitsrisiko dar (AOK, 2022). Im „Journal of Health Monitoring“ des RKI werden zudem Risikogruppen hervorgehoben, welche von Bewegungsmangel häufiger betroffen sind. Zunächst ist festzuhalten, dass Frauen eher dazu tendieren die Bewegungsempfelungen der WHO nicht zu erreichen. Eine weitere Risikogruppe sind Personen mit geringerem Bildungsstand (Finger et al., 2017).
1.2.3 Mögliche Auswirkungen des Gesundheitsproblems
Die Auswirkungen von Bewegungsmangel können umfassend sein. Viele Studien haben bereits herausgestellt, dass mangelnde körperliche Aktivität das Risiko zahlreicher Erkrankungen erhöht. Darunter beispielsweise folgende Erkrankungen: Herzkrankheiten, Typ-2-Diabetes sowie Brust- und Darmkrebs. Bewegungsmangel verkürzt die Lebenserwartung vieler Menschen weltweit. Schon im Jahr 2008 waren 5,3 Millionen Todesfälle hauptsächlich auf fehlende Bewegung zurückzuführen (Lee et al., 2012). Studien zeigen, dass 75% der Männer und 59% der Frauen zwischen 25 und 69 Jahren übergewichtig oder adipös sind. Adipositas und Inaktivität sind stark mit erhöhten Risiken für Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes verknüpft (König et al., 2007). Zu dem steigert Inaktivität laut König (König et al., 2007), das Risiko für koronare Krankheiten um 60–90%. Diese Erkrankungen führen zu Hohen Kosten für das gesamte Gesundheitssystem. Geht man von der aktuellen Prävalenz körperlicher Inaktivität aus, so werden weltweit bis 2030 direkte Gesundheitskosten von ca. 523,9 Mrd. US Dollar entstehen (Santos et al., 2023). Diese Kosten entstehen durch vermeidbare und nicht übertragbare Krankheiten körperlicher sowie psychischer Art, welche durch Bewegungsmangel (mit-)verursacht wurden.
1.3 Wirksamkeit

Tabelle 2: Wirksamkeit
1.4 Zielgruppe
Die Zielgruppe des Kursprogrammes, ist sehr weit gefasst. Grundsätzlich besteht der Bedarf nach Prävention bei jedem Erwachsenen, welcher die Bewegungsempfehlungen der WHO nicht zurreichend erfüllt. Diese Zielgruppe soll im Folgenden genauer erläutert werden.

Tabelle 3: Zielgruppe
1.5 Ziele der Maßnahme
1.5.1 Allgemeine Steigerung der aeroben und moderaten Ausdaueraktivität im Alltag
Da sich insbesondere Menschen mit vorwiegend sitzender Tätigkeit oft zu wenig bewegen (RKI, 2022) sind gerade diese Berufsgruppen stark gefährdet Herz-Kreislauferkrankungen zu entwickeln. Bereits leichte Ausdauer-Aktivität kann das Risiko verringern (Deutsche Herzstiftung, 2024).
1.5.2 Steigerung des Handlungswissens und der Selbstwirksamkeit in Bezug auf gesundheitssportliche Aktivität
In der deutsche Gesellschaft zeigt sich ein deutlicher Trend zu mehr Gesundheitsbewusstsein (IBISWorld, 2023), jedoch scheint eine starke Differenz zwischen dem theoretischen Bewusstsein und der tatsächlichen Umsetzung vorzuliegen. Wie bereits erläutert, erreichen nur die wenigsten Personen in Deutschland die Bewegungsempfehlungen der WHO. Ziel des Programmes soll es sein Wissen über gesundheitssportliche Aktivität zu vermitteln und gleichzeitig Erfolgserlebnisse in genau diesen Aktivitäten zu ermöglichen, wodurch langfristig die Selbstwirksamkeit und Umsetzung der Empfehlungen begünstigt werden kann. Durch das Prinzip: „Alles ist besser als Nichts“ des Leitfadens „Development of Evidence based Physical Activity Recommendations for Adults (18 64 years)“ (Brown et al., 2012) lernen die Teilnehmer_innen jeden noch so kleinen Schritt zu sehen und können so viele Erfolge erleben.
1.5.3 Allgemeine Steigerung der Muskel- und Kraftaufbauenden Aktivität
Um alle Vorteile gesundheitssportlicher Aktivität zu nutzen, ist zusätzlich zum ausdauerorientierten Training auch das Training zum Kraft- und Muskelaufbau von großem Nutzen. So hilft Krafttraining beispielsweise auch bei der Reduzierung des Risikos Herzkreislauferkrankungen zu entwickeln, so wie an Diabetes-Typ-2 zu erkranken. Zusätzlich schützt es vor der degenerativen Entwicklung des Skelett-Muskelsystems (Laube, 2022).
- Quote paper
- Julia Lenz (Author), 2025, Entwicklung einer Präventionsmaßnahme in Form eines Kursprogramms, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1612198