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Filmische Mittel im Lettristischen Kino

"Traité de bave et d'éternité" von Isidore Isou, "Le film est déjà commencé?" von Maurice Lemaître und "L'Anticoncept" von Gil Wolamn im Vergleich

Titel: Filmische Mittel im Lettristischen Kino

Seminararbeit , 2010 , 13 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Miriam Sowa (Autor:in)

Kunst - Fotografie und Film

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Lettrismus ist eine literarische sowie künstlerische avantgardistische Strömung, die dadaistische und surrealistische Einflüsse enthält und 1945 von Isidore Isou in Paris gegründet wurde. Er stellt den Versuch dar, das bisherige künstlerische Schaffen zu überschreiten und weiterzuführen. Die Ästhetik war nach Ansicht der Lettristen an einem Punkt angelangt, der keine Erweiterung oder Steigerung mehr zuließ und grundsätzlich erneuert werden musste. Im Vordergrund stand dabei die Sprache und in der Konsequenz der Buchstabe als deren kleinstes Element. Man sah den Buchstaben als in seinem Status nicht angemessen gewürdigt und strebte danach, ihn im Hinblick auf seinen semantischen, also Sinn bildenden Zusammenhang in Wort und Text, neu zu manifestieren und ihm zu einer neuen Konstitution zu verhelfen. Die Lettristen, allen voran Isou, legten eine Theorie zugrunde, die das Ende einer phase amplique und den Beginn einer phase ciselante markiert. Laut Isou folgt auf die phase amplique die phase ciselante, die bereits mit der Poesie Baudelaires ihren Anfang genommen hatte. Wörter wurden in der Folge immer weiter zerstückelt und in kleinere und weitgehend sinnfreie Laut-Gebilde verwandelt. Im Zuge dessen entstand auch der Begriff der „Hypergraphologie“, der zunächst „Metagraphologie“ lautete: Statt Bildern sollten in der Kunst nun Zeichen benutzt werden, das heißt Figürlichkeit und Abstraktion wurden durch diese ersetzt. Der Lettrismus griff in vielfältige Bereiche der Kunst ein, die auch in Bezug auf den Film Neuerungen hinsichtlich der eingesetzten filmischen Mittel bewirkte. Zu den ersten Werken des lettristischen Films zählen Traité de bave et d’éternité aus dem Jahr 1951 von Isou, Le film est déjà commencé? ebenfalls aus dem Jahr 1951 von Maurice Lemaître und L'Anticoncept aus dem Jahr 1952 von Gil Wolman. Diese drei Filme werden Gegenstand dieser Analyse sein und im Folgenden zunächst in Bezug auf ihren Inhalt und Aufbau zusammenfassend beschrieben werden. Der Fokus wird auf den eingesetzten filmischen Mitteln liegen, die den Filmen ihren lettristischen Charakter geben und sollen im Laufe der Darstellung näher betrachtet werden. Schließlich wird diskutiert und bewertet werden, ob und inwieweit die Filme Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufweisen und ob die filmischen Mittel im Sinne der lettristischen Zielsetzung als adäquat betrachtet werden können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Analyse

2.1. Filmbeschreibungen und eingesetzte filmische Mittel

2.1.1. Traité de bave et d'éternité

2.1.2. Le film est déjà commencé?

2.1.3. L'Anticoncept

2.2. Diskussion und Bewertung

3. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das lettristische Kino und analysiert die spezifischen filmischen Mittel, die zur Destruktion des traditionellen Kinos eingesetzt wurden. Dabei steht die Frage im Zentrum, inwieweit die Werke von Isidore Isou, Maurice Lemaître und Gil Wolman ihre lettristische Zielsetzung erfüllen konnten.

  • Entwicklung und Theorie des Lettrismus im Film
  • Analyse der Methoden "ciselure" und "montage discrepant"
  • Vergleich der filmischen Ansätze von Isou, Lemaître und Wolman
  • Das Spannungsfeld zwischen Leinwandprojektion und Zuschauerraum
  • Die Auflösung der konventionellen narrativen Struktur

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Traité de bave et d'éternité

Der Film Traité de bave et d'éternité wurde am 20. April 1951 am Rande der Filmfestspiele von Cannes uraufgeführt. Zu diesem Zeitpunkt war der Film noch nicht fertiggestellt, erst im Mai 1951, also etwa vier Wochen später, lag der Film in seiner Endfassung vor. Die erste Fassung hatte eine Länge von vier Stunden und dreißig Minuten. Schließlich wurde sie auf 120 Minuten gekürzt. Isou zeigt in Traité de bave et d'éternité, „wie die Sprache des Films in ihre Bestandteile zerlegt, wie das Kino zerstört werden müsse“. Er zielte demnach auf zwei Pole, nämlich die Sprache und das Kino an sich. Unterteilt ist der Film in drei Abschnitte und hat, wie der Titel schon vermuten lässt, den Charakter einer Abhandlung (franz. traité=Abhandlung). Die drei Teile sind benannt in: „Le principe“, „Le développement“ und „La preuve“ (franz.=„Das Prinzip“, „Die Entwicklung“ und „Der Beweis“).

Kapitel eins besteht aus selbst gedrehtem 16mm-Material, das hauptsächlich Aufnahmen von Isou bei einem Spaziergang durch das Pariser Quartier Latin zeigt. Aus dem Off hört man Stimmen, deren Gesagtes ein Manifest der lettristischen Filmtheorie bilden. Einer der Stimmen, einer fiktiven Figur namens Daniel, die in der Zeitform der Zukunft spricht, fällt die Aufgabe zu, Isous Filmtheorie zu verkünden. Ein Erzähler berichtet parallel von einem imaginären Szenario und beschreibt im Modus der Vergangenheit, was das Bild nicht zeigt. Beispielsweise heißt es: „Daniel arrivait à Saint-Germain-des-Prés [...]“ (franz.=„Daniel kam in Saint-Germain-des-Prés [...]“). Schon die Stimmen auf der Tonspur stehen in keiner direkten inhaltlichen Beziehung zueinander. Durch die Wahl der Zeitformen der Zukunft und der Vergangenheit klaffen sie umso deutlicher auseinander und bekommen auf diese Weise ein noch höheres Maß an Autonomie. Aber auch Gesagtes und Gezeigtes ergänzen sich nicht und bilden keine Einheit, wie sonst in Filmen gemeinhin üblich. Isou machte Bild- und Tonspur zu autonomen Ebenen. Diese lettristische Methode der Trennung von Bild- und Tonebene nennt man montage discrepant. Eine weitere Methode, die Isou einführte, ist die ciselure, bei der vorgefundenes Filmmaterial zerkratzt oder anderweitig beschädigt wird, was im Film deutlich sichtbar ist und sein soll.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das lettristische Kino, dessen theoretischen Hintergrund sowie Vorstellung der drei zu untersuchenden Filme.

2. Analyse: Detaillierte Untersuchung der filmischen Mittel wie "montage discrepant" und "ciselure" anhand der Werke von Isou, Lemaître und Wolman inklusive einer kritischen Bewertung.

2.1. Filmbeschreibungen und eingesetzte filmische Mittel: Konkrete Auseinandersetzung mit dem Aufbau und den Techniken der drei Hauptwerke des lettristischen Kinos.

2.1.1. Traité de bave et d'éternité: Analyse des ersten lettristischen Films, der die Trennung von Bild- und Tonebene durch "montage discrepant" etablierte.

2.1.2. Le film est déjà commencé?: Untersuchung der Erweiterung lettristischer Methoden durch Einbeziehung des Publikums und den Einsatz von "syncinéma".

2.1.3. L'Anticoncept: Analyse des radikalsten Ansatzes von Wolman, der auf Bildmaterial gänzlich verzichtete, um die Realität des Kinos zu thematisieren.

2.2. Diskussion und Bewertung: Synthese der Analyseergebnisse und Reflexion über den Erfolg der lettristischen Theorie im Vergleich zur filmischen Praxis.

3. Zusammenfassung: Abschließende Betrachtung der Pionierarbeit Isous sowie der unterschiedlichen Wege, die Lemaître und Wolman in der Destruktion des traditionellen Kinos einschlugen.

Schlüsselwörter

Lettrismus, Isidore Isou, Maurice Lemaître, Gil Wolman, Traité de bave et d'éternité, montage discrepant, ciselure, Avantgarde, Filmtheorie, Kino, syncinéma, experimenteller Film, Destruktion des Kinos, Kunstgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der avantgardistischen Bewegung des Lettrismus im Bereich des Films und analysiert, wie diese Strömung das Kino durch theoretische und praktische Ansätze verändern und destruieren wollte.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die filmtheoretischen Schriften der Lettristen, die Dekonstruktion von Bild- und Tonebenen sowie die Untersuchung der physischen Manipulation von Filmmaterial.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die filmischen Mittel der drei Hauptwerke von Isou, Lemaître und Wolman zu analysieren und zu bewerten, inwieweit diese die lettristische Forderung nach einer neuen Form des Kinos einlösen konnten.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Es wird eine filmwissenschaftliche und kunsthistorische Analyse der Werke durchgeführt, die auf der Untersuchung von Filmmaterial, zeitgenössischen Manifesten und der filmtheoretischen Literatur basiert.

Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Filmanalyse von "Traité de bave et d'éternité", "Le film est déjà commencé?" und "L'Anticoncept" sowie eine anschließende kritische Diskussion über deren Erfolg und theoretische Konsequenz.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind "montage discrepant", "ciselure", "Lettrismus", "Film-Destruktion" sowie die Namen der drei untersuchten Regisseure.

Wie unterscheidet sich die Vorgehensweise von Gil Wolman von der seines Kollegen Isidore Isou?

Während Isou das Filmmaterial zwar radikal bearbeitete, aber in der Tradition der Leinwandprojektion blieb, verzichtete Wolman in "L'Anticoncept" vollständig auf Bildmaterial, um das Kino direkt in die Realität des Kinoraums zu verlagern.

Welche Rolle spielt das Publikum in der lettristischen Filmtheorie von Maurice Lemaître?

Lemaître geht einen Schritt weiter als Isou, indem er den Zuschauerraum und sogar das Umfeld des Kinos in sein Konzept "syncinéma" einbezieht, um die Grenze zwischen Film und Realität aufzuheben.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Filmische Mittel im Lettristischen Kino
Untertitel
"Traité de bave et d'éternité" von Isidore Isou, "Le film est déjà commencé?" von Maurice Lemaître und "L'Anticoncept" von Gil Wolamn im Vergleich
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Kunsthistorisches Institut )
Veranstaltung
Seminar "Die Situationistische Internationale"
Note
1,3
Autor
Miriam Sowa (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V161206
ISBN (eBook)
9783640754915
ISBN (Buch)
9783640755080
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lettrismus Situationismus Lettristische Internationale Situationistische Internationale Isidore Isou Maurice Lemaitre Gil Wolman
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Miriam Sowa (Autor:in), 2010, Filmische Mittel im Lettristischen Kino, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/161206
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Leseprobe aus  13  Seiten
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