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Die Eigenen und die Anderen

Zur Konzeption von Sippe und Verwandtschaft im "Willehalm" Wolframs von Eschenbach

Title: Die Eigenen und die Anderen

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Vera Jäger (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies

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Summary Excerpt Details

Eines der zentralen Themen des mittelalterlichen Romans Wolframs von Eschenbach stellt dasjenige der Sippe dar, also der Verwandtschaft bzw. Zugehörigkeit des Einzelnen zu einem größeren Beziehungsgeflecht. Die Grenze der Sippe markiert die Grenze zur Fremdheit, die durch die Heirat des Helden Willehalm, der der christlichen Sippe angehört, mit Gyburc, die ehemals Heidin war, übertreten wird. Bindende Faktoren der Sippe, wie Verwandtschaft, Religion und Schutz, werden durch den Übertritt von beiden Seiten neu in Frage gestellt. Wer sind nun die Eigenen, wer die Anderen? Die schiere Unmöglichkeit einer scharfen Grenzziehung zwischen der Heiden- und der Christensippe birgt den großen Konflikt im Roman, der imstande ist, einen ganzen Weltkrieg zu generieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Konzepte verwandtschaftlicher Beziehungen

2.1 geslehte

2.2 sippe

3. Inklusion und Exklusion durch die Sippe

3.1 Die Gegenüberstellung als Mittel zur Konstitution des Eigenen

3.2 Gyburcs Grenzsituation

3.3 Motiv der Fremdheit

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Verwandtschaftsstrukturen im „Willehalm“ Wolframs von Eschenbach, mit einem besonderen Fokus auf die Begriffe „sippe“ und „geslehte“ sowie deren Bedeutung für Inklusions- und Exklusionsmechanismen innerhalb der mittelalterlichen Gesellschaft und des darin dargestellten Religionskonflikts.

  • Analyse der etymologischen und inhaltlichen Hintergründe der Begriffe „sippe“ und „geslehte“.
  • Untersuchung der Bedeutung von Verwandtschaft als Identitätsstifter und Schutzgemeinschaft.
  • Betrachtung der Figur Gyburc als ambivalente Mittlerfigur in einer Grenzsituation zwischen den Kulturen.
  • Deutung der Konfrontation zwischen christlicher und heidnischer Seite unter dem Aspekt der Fremdheit.
  • Hinterfragung einer simplen Gut-Böse-Polarisierung in der Darstellung des Konflikts.

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Gegenüberstellung als Mittel zur Konstitution des Eigenen

Die obigen Ausführungen haben bereits angedeutet, dass der Begriff „Gegenüberstellung“ leicht irreführend ist. Wolfram nimmt mit dem Szenarium des Sippen- und Religionskriegs keine extreme Polarisierung von Gut und Böse vor. So lässt sich weder genau sagen, dass es sich bei dem beschriebenen Krieg und ein Religionskrieg als solchen handelt, da die Handlung von mehreren Konflikten gesteuert wird, noch kann das Handeln der jeweiligen Personen als richtig oder falsch klassifiziert werden. Ähnlich formuliert Haufe: Die Besonderheit in Wolframs Text ergibt sich daraus, dass die Konfrontation zweier Welten im Rahmen eines Religionskrieges verschränkt wird mit zusätzlichen Konfliktstrukturen ständischer, verwandtschaftlicher oder geschlechtlicher Identitätskonzeptionen [...] entfaltet und zur Eskalation gebracht wird.

Betrachtet man nun die beiden Seiten, die im Handlungsverlauf zur Kollision gebracht werden, so sind insbesondere die Textpassagen interessant, in denen sich die Vorstellungen des jeweils Eigenen und des Anderen explizieren. Dies ist vor allem im Religionsgespräch zwischen Gyburc und ihrem Vater Terramer erkennbar, in dem sich Terramer eindeutig von der christlichen Seite abgrenzen will, während Gyburc ihren Glauben vor dem Vater zu rechtfertigen versucht. Aufgrund des Glaubensunterschiedes kommt es zur Diskussion theologischer Inhalte. Gyburc beginnt mit einer Art Glaubensbekenntnis: Sie legt dar, dass und warum sie an Gott glaubt. Vor allem ihr Selbstverständnis als Teil der göttlichen Schöpfung steht hierbei im Vordergrund.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz des Fremdheitsdiskurses und führt in die Thematik der Verwandtschaft als zentrales Identitätsmerkmal in Wolframs „Willehalm“ ein.

2. Konzepte verwandtschaftlicher Beziehungen: In diesem Kapitel werden die etymologischen und funktionalen Unterschiede der Begriffe „geslehte“ und „sippe“ herausgearbeitet, wobei insbesondere die dynastische Komponente des Geschlechts und der Schutzcharakter der Sippe analysiert werden.

3. Inklusion und Exklusion durch die Sippe: Das Kapitel untersucht, wie Zugehörigkeit und Abgrenzung durch soziale Strukturen identitätsstiftend wirken und welche Rolle Mittlerfiguren dabei spielen.

4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass die Verwandtschaftsstrukturen im „Willehalm“ eine mehrschichtige, ambivalente Auffassung von Sippe widerspiegeln, die keine einfache Polarisierung zwischen den Konfliktparteien zulässt.

Schlüsselwörter

Willehalm, Wolfram von Eschenbach, Sippe, geslehte, Verwandtschaft, Identität, Fremdheit, Alterität, Gyburc, Religionskrieg, Inklusion, Exklusion, Christentum, Mittelalter, Mittelalterliche Literatur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Darstellung von Verwandtschaftsstrukturen und deren Auswirkungen auf Identitätsbildung und Konflikte im Epos „Willehalm“ von Wolfram von Eschenbach.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit konzentriert sich auf die Begriffe „sippe“ und „geslehte“, das Konzept der Fremdheit, die Inklusions- und Exklusionsmechanismen sowie die religiösen Konfrontationen innerhalb der Erzählung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, wie Wolfram von Eschenbach soziale und verwandtschaftliche Kategorien einsetzt, um Identität zu schaffen und wie diese in einem komplexen Religionskonflikt als Grenzmarkierung fungieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?

Die Autorin/der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Textanalyse von Schlüsselpassagen, verknüpft diese mit etymologischen Herleitungen und setzt sie in den Kontext literaturwissenschaftlicher Forschungsliteratur.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition von Verwandtschaft, die Dynamik von Inklusion und Exklusion durch die Sippe, die Analyse von Gyburcs Grenzsituation und die Untersuchung des Motivs der Fremdheit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Willehalm, Sippe, Fremdheit, Identität, Inklusion, Exklusion, Verwandtschaft, Gyburc, Alterität und Mittelalter sind die zentralen Begriffe.

Welche Rolle spielt die Figur der Gyburc für die Argumentation?

Gyburc wird als zentrale Mittler- und Grenzfigur verstanden, deren Sippenwechsel und Konversion die Ambivalenz zwischen Zugehörigkeit und Fremdsein exemplarisch verdeutlicht.

Warum betont der Autor die Notwendigkeit, das Konzept der „Gegenüberstellung“ im Roman zu hinterfragen?

Weil die Darstellung des Religionskrieges keine einfache binäre Polarisierung von Gut und Böse ist, sondern ein komplexes Geflecht aus familiären Verpflichtungen, kulturellen Differenzen und individuellen Entscheidungen zeigt.

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Details

Title
Die Eigenen und die Anderen
Subtitle
Zur Konzeption von Sippe und Verwandtschaft im "Willehalm" Wolframs von Eschenbach
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Deutsches Institut)
Course
Der "Willehalm" Wolframs von Eschenbach
Grade
1,0
Author
Vera Jäger (Author)
Publication Year
2009
Pages
23
Catalog Number
V160824
ISBN (eBook)
9783640738229
ISBN (Book)
9783640738540
Language
German
Tags
Eigenen Anderen Konzeption Sippe Verwandtschaft Willehalm Wolframs Eschenbach
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Vera Jäger (Author), 2009, Die Eigenen und die Anderen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/160824
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