Krisen sind – genau wie Boom-Phasen – integraler Bestandteil unseres Wirtschaftssystems. Demzufolge sind Unternehmenskrisen auch in nahezu jedem Unternehmen denkbar und deren Auftreten sogar wahrscheinlich. Diese Perspektive mag vielleicht negativ erscheinen, jedoch ermöglicht eine vorsichtige Sichtweise im Vorfeld einer Krise frühzeitig und prophylaktisch Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen, um eventuell auftretende Schäden wirkungsvoll zu begrenzen. Genau hier setzt das Krisenmanagement an. Dessen Aufgabe ist es, "alle jene Prozesse in der Unternehmung zu vermeiden oder zu bewältigen, die ansonsten in der Lage wären, den Fortbestand der Unternehmung sub-stanziell zu gefährden oder sogar unmöglich zu machen.“
Es heißt, wirtschaftlich schlechte Zeiten seien gute Zeiten für das Controlling. Welche Rolle nimmt also das Controlling im Zusammenhang mit Krisen und Krisenmanagement ein? Ziel dieser Arbeit ist es, einen Einblick in das Krisenmanagement zu geben und in diesem Kontext die Bedeutung des Controllings aufzuzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen zu Unternehmenskrisen
2.1 Zum Begriff Unternehmenskrise
2.2 Krisensymptome und Krisenursachen
2.3 Krisenverläufe
2.3.1 Krisenverlauf nach MÜLLER
2.3.2 Krisenverlauf nach KRYSTEK
2.3.3 Gegenüberstellung der Krisenprozessdarstellungen
3 Krisenmanagement
3.1 Zum Begriff Krisenmanagement
3.2 Krisenmanagement als Prozess
3.3 Krisenmanagement als System
4 Bedeutung des Controllings
4.1 Zum Begriff Controlling
4.2 Verankerung
4.3 Einsatzgebiete
5 Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, einen fundierten Einblick in die theoretischen Grundlagen des Krisenmanagements zu geben und in diesem Kontext die zentrale Bedeutung des Controllings als unterstützende Instanz für Unternehmen in Krisensituationen aufzuzeigen.
- Definition und Identifikation von Unternehmenskrisen
- Analyse verschiedener Krisenverlaufsmodelle
- Strukturierung des Krisenmanagements als Prozess und System
- Rolle und Aufgaben des Controllings bei der Krisenvermeidung
- Einsatz von Controlling-Instrumenten in der Krisenbewältigung
Auszug aus dem Buch
2.3.2 Krisenverlauf nach KRYSTEK
Durch eine differenzierte Betrachtungsweise konkretisiert KRYSTEK den Begriff Zeitdruck noch, indem er ihn als Kombination von Aggregatzustand und Beeinflussbarkeit der jeweiligen Überlebensgefährdung darstellt und damit auch eine Synthese entscheidungs- und systemtheoretischer Aspekte für eine Krisenklassifikation geschaffen hat. Ebenso unterteilt KRYSTEK in seinem Ansatz den Prozessablauf von Unternehmungskrisen in vier Phasen:
Die 1. Phase – potentielle Unternehmenskrise, d. h. der lediglich möglichen und noch nicht realen Unternehmenskrise, stellt bei umfassender Betrachtungsweise den Entstehungszeitpunkt der Krise dar. Hierbei sind noch keine wahrnehmbaren Krisensymptome vorhanden.
Phase 2 – latente Unternehmenskrise – ist geprägt durch eine verdeckt vorhandene, aber noch nicht in ihren Wirkungen wahrnehmbare Unternehmenskrise. Die potentiell aktive Beeinflussung ist durch präventive Maßnahmen möglich.
Die 3. Phase – akute, beherrschbare Unternehmenskrise – beginnt mit der unmittelbaren Wahrnehmung der durch die Krise ausgehenden, destruktiven Wirkungen. Ein zur Verfügung stehendes Krisenbewältigungspotential ist anzunehmen, so dass eine Zurückschlagung der Krise noch möglich ist.
Bei Nichtbeherrschung der akuten Unternehmenskrise tritt Phase 4 – akute, nicht beherrschbare Unternehmenskrise – ein. Die Krise wird dabei zur Katastrophe und die Krisenbewältigungsanforderungen übersteigen das verfügbare Krisenbewältigungspotential.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Unternehmenskrisen als integralen Bestandteil des Wirtschaftssystems ein und formuliert die Fragestellung zur Rolle des Controllings.
2 Grundlagen zu Unternehmenskrisen: In diesem Kapitel werden Begriffe definiert, Symptome und Ursachen erläutert sowie wissenschaftliche Modelle zur Darstellung von Krisenverläufen vorgestellt.
3 Krisenmanagement: Dieses Kapitel betrachtet das Krisenmanagement sowohl als zielgerichteten Führungsprozess als auch als systemischen Ansatz zur Krisenvermeidung und -bewältigung.
4 Bedeutung des Controllings: Es wird die funktionale Rolle des Controllings im Krisenkontext beleuchtet, seine Verankerung im Unternehmen analysiert und konkrete Einsatzgebiete der Controllinginstrumente aufgezeigt.
5 Ausblick: Der abschließende Teil fasst die Bedeutung präventiven Handelns zusammen und betont die Chancen, die Krisenereignisse für fundamentale Neupositionierungen eines Unternehmens bieten können.
Schlüsselwörter
Krisenmanagement, Controlling, Unternehmenskrisen, Krisenverlauf, Krisenbewältigung, Früherkennung, Strategiekrise, Liquiditätskrise, Insolvenz, Unternehmenserfolg, Sanierungscontrolling, Planung, Kontrolle, Krisenursachen, Unternehmensführung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Zusammenhänge zwischen Unternehmenskrisen und den unterstützenden Aufgaben des Controllings bei deren Bewältigung und Vermeidung.
Welche zentralen Themenfelder deckt das Dokument ab?
Die Themen umfassen die Definition von Krisen, die Analyse von Krisenverläufen, die Strukturierung des Krisenmanagements sowie die konkrete Anwendung von Controllinginstrumenten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den Lesern einen Einblick in das Krisenmanagement zu ermöglichen und explizit die Rolle des Controllings in diesem Prozess aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der führende wissenschaftliche Modelle und Ansätze zum Krisenmanagement, unter anderem von Krystek und Müller, zusammengeführt und gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Krisenphänomene, die methodische Einordnung des Krisenmanagements sowie die detaillierte Darstellung der Instrumente und Aufgaben des Controllings.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Krisenmanagement, Controlling, Früherkennung, Krisenverlauf, Unternehmenskrise und Sanierungscontrolling.
Wie unterscheidet sich die "latente" von der "akuten" Krise nach Krystek?
Die latente Krise ist bereits verdeckt vorhanden, aber noch nicht spürbar; die akute Krise hingegen ist durch direkt wahrnehmbare, destruktive Auswirkungen gekennzeichnet.
Warum ist das Controlling laut Arbeit für das Krisenmanagement so relevant?
Aufgrund seiner methodischen Kompetenz, seiner Nähe zur obersten Führung und seinem Zugriff auf relevante Analyse- und Prognosedaten fungiert das Controlling als essenzielles Koordinationsorgan.
- Arbeit zitieren
- Bernd Nowak (Autor:in), 2010, Krisenmanagement und Controlling, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/160534