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Das Spiel mit der Fiktion in Italo Calvinos "Wenn ein Reisender in einer Winternacht"

Titel: Das Spiel mit der Fiktion in Italo Calvinos "Wenn ein Reisender in einer Winternacht"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2009 , 24 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Jessica Mohr (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Italo Calvinos 1979 erschienener Roman Wenn ein Reisender in einer Winternacht erzählt auf außergewöhnliche Weise die Geschichte seiner eigenen Lektüre: Der Leser begegnet in Calvinos Roman einem Abbild seiner selbst und es tut sich vor seinen Augen eine Geschichte auf, die gewissermaßen auch seine eigene sein könnte. Calvino entwirft in seinem Werk ein komplexes Spiel mit Fiktionen, das die Grenzen zwischen realer und phantastischer Welt zu verwischen scheint.
In vorliegender Arbeit soll daher zunächst das Spannungsverhältnis zwischen Fiktion und Realität untersucht werden. Dabei wird versucht, den empirischen vom fiktionsimmanenten Leser abzutrennen und die Positionen der einzelnen Lesertypen im Roman genauer zu beleuchten. Um die Fiktion von der Realität trennen zu können, ist es ebenso notwendig, die im Roman auftretenden Autoren voneinander zu distanzieren. Abschließend ist es wichtig, das Verhältnis von Autor, Text und Leser unter Berücksichtigung der verschiedenen Kommunikationsebenen zu analysieren. So wird der Grundstein gelegt für die darauf folgende Betrachtung der Fiktionsmechanismen, die unter anderen durch die Verwendung verschiedener Fiktionsebenen transparent gemacht werden.
In einem Roman, der seine eigene Lektüre thematisiert und so bewusst mit dem Leser spielt, werden Fiktionen unweigerlich transparent. Da Calvino dem Leser offensichtlich die Fiktionsmechanismen seines Romans aufzeigen will, müssen gerade die Mittel, derer er sich zur Erreichung seines Ziels bedient, von besonderem Interesse sein. Daher sollen neben den einzelnen Fiktionsebenen des Romans auch Calvinos transparente Erzählstrategien untersucht werden. Außerdem wird die besondere Erzähltechnik der mise en abyme, die bei den Fiktionsmechanismen in WRW eine enorm große Rolle spielt, analysiert.
Im Folgenden soll schließlich geklärt werden, inwieweit Calvino sich in seinem Werk auf bestimmte Literaturtheorien bezieht und diese in der Fiktion von WRW versteckt darstellt. Aus der Thematisierung von Lektüre und der sich daraus ergebenden Primärstellung des Lesers treten vor allem zwei theoretische Ansätze hervor: Zum einen die Theorien zur Entmachtung des Autors von Tel Quel, Nouveau Roman sowie Roland Barthes, und zum anderen Wolfgang Isers Lektürekonzept „Der Akt des Lesens“. Dabei werde ich mich allerdings auf die augenscheinlichsten Theorieansätze beschränken, da eine zu detailreiche Analyse den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Fiktion vs. Realität

2.1 Der empirische und der fiktionale Leser

2.2 Vom empirischen zum fiktionalen Autor

2.3 Das Verhältnis von Autor, Text und Leser

3. Transparente Fiktionsmechanismen

3.1 Fiktionsebenen

3.2 Das Transparentwerden von Erzählstrategien

3.3 Der Kunstgriff der mise en abyme

4. Die Fiktionalisierung von Literaturtheorie

4.1 Theorien zur Entmachtung des Autors - Nouveau Roman, Tel Quel und Roland Barthes „Der Tod des Autors“

4.2 Lektüretheorien – Wolfgang Isers „Der Akt des Lesens“

5. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen Fiktion und Realität in Italo Calvinos Roman „Wenn ein Reisender in einer Winternacht“. Dabei analysiert sie, wie der Autor die Grenzen zwischen Leser, Autor und Erzähler aufbricht, literaturtheoretische Konzepte in die Fiktion integriert und durch spezifische Erzählmechanismen die Konstruktion von Texten transparent macht.

  • Untersuchung der Lesertypen (empirisch, fiktional, fiktiv) und deren Interaktion mit dem Text
  • Differenzierung zwischen empirischem Autor, fiktiven Autorfiguren und Erzählinstanz
  • Analyse der transparenten Fiktionsmechanismen und der Erzählstrategien
  • Einsatz des Spiegelungsverfahrens "mise en abyme" als autoreflexives Mittel
  • Rezeption literaturtheoretischer Ansätze (Nouveau Roman, Tel Quel, Roland Barthes, Wolfgang Iser) im Roman

Auszug aus dem Buch

3.3 Kunstgriff der mise en abyme

Als weitere Methode, die dazu dient, Fiktionsmechanismen transparent werden zu lassen, und die im Roman eine enorm wichtige Rolle spielt, soll nun der Kunstgriff der mise en abyme vorgestellt werden. Der Begriff mise en abyme geht auf André Gide zurück und bezeichnet ein Spiegelungsverfahren, das der Thematisierung von Erzählmechanismen dient. Die Literatur bezieht sich dabei allein auf sich selbst und „befragt sich schließlich nur über ihr eigenes Funktionieren, Form wird Inhalt“.

Schon in der Unterteilung des Romans WRW in Rahmenhandlung und Binnenerzählungen ist die mise en abyme vorhanden. Die unterschiedlichen Fiktionsebenen lassen so das „Spiel im Spiel zum Roman im Roman werden“ und reflektieren gleichzeitig darüber. Auch dass der Roman im gewissen Sinn seine eigene Lektüre erzählt, verweist auf eine mise en abyme.

Am deutlichsten tritt die mise en abyme jedoch im achten Kapitel, dem Tagebucheintrag von Silas Flannery, auf. Wie bereits oben schon genannt, entwirft der Schriftsteller darin einen Roman mit derselben Struktur wie WRW:

„Bin auf den Gedanken gekommen, einen Roman zu schreiben, der nur aus lauter Romananfängen besteht. Der Held könnte ein Leser sein, der ständig beim Lesen unterbrochen wird. Er kauft sich den Roman A des Autors Z. Doch er hat ein defektes Exemplar erhalten […]. Ich könnte das Ganze in der zweiten Person schreiben: du, Leser…Ich könnte auch eine Leserin einführen, einen fälschenden Übersetzer und einen alten Schriftsteller, der ein Tagebuch führt wie dieses hier…“ (237).

Flannerys Romanentwurf behandelt dieselbe Thematik, die auch die Rahmenhandlung von WRW beschreibt. Der einzige Unterschied findet sich darin, dass Flannerys Vorhaben, die Leserin in seinem Roman zu erobern, in Calvinos Erzählung scheitert und Ludmilla schließlich den Leser heiratet. Durch den eingeschobenen Romanentwurf wird das Thema des eigentlichen Romans WRW reflektiert und somit auf sich selbst bezogen. Die Tatsache, dass Flannery den Anstoß zu seinem Roman von einem Leser erhält, bietet dabei eine zusätzliche Variante der mise en abyme.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in Calvinos Roman ein und legt den Fokus auf die Untersuchung des Spannungsverhältnisses zwischen Fiktion und Realität sowie der Analyse von Lesertypen.

2. Fiktion vs. Realität: Dieses Kapitel differenziert zwischen verschiedenen Leserrollen und Autorinstanzen, um das Verhältnis von Autor, Text und Leser im Kontext der Romanhandlung zu klären.

3. Transparente Fiktionsmechanismen: Hier werden die verschiedenen Fiktionsebenen, die Offenlegung der Erzählstrategien und der Einsatz des Spiegelungsverfahrens mise en abyme als Mittel der Autoreflexivität untersucht.

4. Die Fiktionalisierung von Literaturtheorie: Dieses Kapitel analysiert, wie Calvino Theorien zur Entmachtung des Autors sowie Rezeptionstheorien, insbesondere von Wolfgang Iser, innerhalb seines Werkes fiktional umsetzt.

5. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass Calvinos Roman den Leser zur aktiven Sinnkonstituierung zwingt, wobei der letztliche Triumph des Lesens über das Schreiben dennoch poetische Fiktion bleibt.

Schlüsselwörter

Italo Calvino, Wenn ein Reisender in einer Winternacht, Fiktion, Realität, Leser, Autor, Mise en abyme, Erzählstrategie, Literaturtheorie, Nouveau Roman, Tel Quel, Roland Barthes, Wolfgang Iser, Rezeption, Autoreflexivität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Italo Calvino in seinem Roman „Wenn ein Reisender in einer Winternacht“ die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit auflöst und das Verhältnis von Autor, Text und Leser thematisiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören die Fiktionalisierung des Lesevorgangs, die Differenzierung verschiedener Lesertypen, die Rolle des Autors sowie der Einsatz von literarischen Meta-Strategien.

Was ist das primäre Ziel der wissenschaftlichen Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Calvino mittels transparenter Erzählmechanismen den Leser zur aktiven Mitarbeit anregt und ihn in das komplexe Spiel zwischen Text und Realität einbindet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die theoretische Ansätze des Nouveau Roman, von Tel Quel, Roland Barthes und Wolfgang Iser auf das konkrete Werk von Calvino anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Fiktions- und Kommunikationsebenen, die Offenlegung von Erzählstrategien, die Analyse des Spiegelungsverfahrens mise en abyme sowie die Einbettung spezifischer Literaturtheorien in den Roman.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Fiktionalisierung, Leserrolle, Autorinstanz, mise en abyme, Rezeptionsästhetik, Autoreflexivität und Intertextualität.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen dem empirischen und dem fiktionalen Leser?

Die Arbeit zeigt auf, wie der reale (empirische) Leser durch die narrative Gestaltung des Romans und die direkte Adressierung des Erzählers zeitweise mit dem fiktionalen Leser-Protagonisten identifiziert wird, um diesen aus seiner Passivität zu lösen.

Welche Bedeutung hat der „Tagebucheintrag“ von Silas Flannery für den Roman?

Das achte Kapitel, ein Tagebuch Flannerys, fungiert als mise en abyme, da Flannery darin ein Romanprojekt entwirft, das die gleiche Struktur wie Calvinos Roman aufweist und somit die Konstruktion des Werkes auf sich selbst bezieht.

Wie wird Wolfgang Isers Konzept des „Akt des Lesens“ in der Arbeit angewendet?

Die Arbeit nutzt Isers Begriffe wie „Leerstelle“, „wandernder Blickpunkt“ und „Verstrickung im Text“, um zu erklären, wie Calvino den Leser durch gezielte Lücken im Text zur eigenen Sinnkonstituierung provoziert.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Spiel mit der Fiktion in Italo Calvinos "Wenn ein Reisender in einer Winternacht"
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Philosophische Fakultät)
Note
1,7
Autor
Jessica Mohr (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
24
Katalognummer
V160363
ISBN (eBook)
9783640735396
ISBN (Buch)
9783640735501
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Spiel Fiktion Italo Calvinos Wenn Reisender Winternacht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jessica Mohr (Autor:in), 2009, Das Spiel mit der Fiktion in Italo Calvinos "Wenn ein Reisender in einer Winternacht", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/160363
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  24  Seiten
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