Die Sozialwissenschaften befassen sich im Wesentlichen mit der Erklärung sozialer Phäno-mene. Hierfür stehen sowohl qualitative als auch quantitative Methoden zur Verfügung. Zu Letzteren zählt die (soziale) Netzwerkanalyse.1 Mit ihrer Hilfe kann die soziale Organisati-on von Gruppen zum einen als Ganzes und zum anderen in Bezug auf die Einbettung der einzelnen Akteure dargestellt werden.
In der Netzwerkanalyse können zwei Netzwerkarten unterschieden werden: das persönli-che Netzwerk und das soziale2 Netzwerk. Bei beiden werden die Beziehungen zwischen Akteuren untersucht. Bei der Erhebung von sozialen Netzwerken wird ermittelt, ob zwi-schen den Netzwerkbeteiligten Beziehungen bestehen oder nicht. Bei der Untersuchung von persönlichen Netzwerken stehen zwar die Befragten vorher fest, allerdings nicht die zu untersuchende Ausgangsmenge (was bedeutet, dass Befragte Beziehungen zu Personen nennen können, die nicht zum Befragtenkreis gehören). Die Untersuchung sozialer Netz-werke berücksichtigt dagegen keine Beziehungen außerhalb der Untersuchungseinheit.
Die Vorgabe für diese Arbeit war, ein soziales Netzwerk zu erheben und zu beschreiben. Um dieser Aufgabe nachzukommen, wird zunächst auf die Vorgaben zur Netzwerkerhe-bung eingegangen. Zuerst wird das zu untersuchende Netzwerk abgegrenzt, anschließend wird das Untersuchungsziel festgelegt. Dem schließt sich die Beschreibung der Durchfüh-rung der Netzwerkerhebung an. Der nächste Punkt beschäftigt sich mit der empirischen Untersuchung des erhobenen Netzwerks. Zunächst werden die einzelnen Analyseschritte kurz dargestellt. Anschließend wird das Netzwerk anhand der soziodemographischen An-gaben der Befragten vorgestellt. Dem schließt sich die Auswertung der gestellten Fragen an. In einem Fazit werden die Ergebnisse zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Netzwerkerhebung
2.1 Netzwerkabgrenzung
2.2 Untersuchungsziel
2.3 Durchführung
3. Empirische Untersuchung
3.1 Methode
3.1.1 Soziogramm und cutpoints
3.1.2 Dichte
3.1.3 Verbundenheitsgrad
3.2 Auswertung
3.2.1 Soziodemographische Angaben
3.2.2 Erstes Netzwerk
3.2.3 Zweites Netzwerk
3.2.4 Drittes Netzwerk
3.2.5 Viertes Netzwerk
3.2.6 Zusammenfassung
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, ein soziales Netzwerk innerhalb der Fachschaft Sozialwissenschaften der Universität Oldenburg empirisch zu erheben und auf Basis verschiedener Beziehungsarten zu beschreiben.
- Methodische Grundlagen der Netzwerkanalyse
- Vorgehensweise bei der Netzwerkabgrenzung und Datenerhebung
- Quantitative Analyse mittels Soziogrammen und Kennzahlen (Dichte, Grad)
- Strukturelle Untersuchung verschiedener Beziehungsnetzwerke (beruflich/privat)
- Interpretation der Ergebnisse hinsichtlich der Fachschaftsstruktur
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Dichte
Die Dichte eines Netzwerkes beschreibt den Anteil der tatsächlichen Beziehungen zu den möglichen Beziehungen. Sie gibt an, wie dicht eine Gruppe miteinander verwoben ist. Zum Beispiel gibt die Dichte darüber Auskunft wie schnell eine Neuigkeit (in z.B. einem Informationsnetzwerk) verbreitet. Die Dichte stellt demnach das Verhältnis zwischen der Anzahl der vorhandenen Linien und den möglichen Linien dar (Schnegg/Lang 2002: 36).
Anzumerken ist, dass die Dichte immer von der Netzwerkgröße beeinflusst wird (je größer ein Netzwerk, desto geringer ist seine Dichte). Aus diesem Grund muss die Dichte auf einen Wertebereich von 0 bis 1 standardisiert werden. Ist ein Netzwerk vollständig verbunden, hat es eine Dichte von 1(Schweizer 1996: 177).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Netzwerkanalyse innerhalb der Sozialwissenschaften ein und erläutert die Zielsetzung der vorliegenden Hausarbeit.
2. Netzwerkerhebung: Dieses Kapitel erläutert die Kriterien der Netzwerkabgrenzung, die Definition der Untersuchungsziele sowie die praktische Durchführung der Datenerhebung unter den Fachschaftsmitgliedern.
3. Empirische Untersuchung: Das Kapitel beschreibt die methodische Vorgehensweise, inklusive der Verwendung von Soziogrammen, und präsentiert die detaillierte Auswertung der erhobenen Netzwerkdaten nach verschiedenen Kriterien.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Netzwerkanalyse zusammen und bewertet, welche der untersuchten Relationen das Netzwerk der Fachschaft am besten charakterisieren.
Schlüsselwörter
Netzwerkanalyse, Sozialwissenschaften, Soziogramm, Cutpoints, Dichte, Verbundenheitsgrad, Pajek, Fachschaft, Informationsaustausch, affektive Beziehungen, soziale Netzwerke, quantitative Methode, Netzwerkabgrenzung, Akteure, Befragung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Anwendung quantitativer Methoden der Netzwerkanalyse zur Untersuchung der Fachschaft Sozialwissenschaften an der Universität Oldenburg.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die Abgrenzung von sozialen Netzwerken, die Erhebung privater und professioneller Beziehungsgeflechte sowie deren strukturelle Auswertung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein konkretes soziales Netzwerk zu erfassen und zu beschreiben, um Strukturen innerhalb der Fachschaftsmitglieder sichtbar zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine quantitative Netzwerkanalyse verwendet, bei der Daten mittels Fragebögen erhoben und mit der Software Pajek visualisiert und mathematisch ausgewertet werden.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Fundierung (Soziogramme, Dichte, Grad), die soziodemographische Einordnung und die Analyse von vier verschiedenen Netzwerkarten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Typische Schlüsselbegriffe sind Netzwerkanalyse, Soziogramm, Dichte, Cutpoints, Pajek und soziale Netzwerke.
Warum wurde Pajek als Software für diese Arbeit gewählt?
Pajek bietet spezialisierte Funktionen für die Darstellung und Berechnung komplexer Netzwerke, die für die Erstellung der Soziogramme in dieser Untersuchung notwendig waren.
Was bedeutet ein "Cutpoint" im Kontext dieser Analyse?
Ein Cutpoint ist ein Akteur, dessen Wegfall das Netzwerk in verschiedene, unverbundene Segmente zerfallen lassen würde; er nimmt somit eine wichtige Brückenfunktion ein.
Wie unterscheidet sich das erste vom vierten Netzwerk in der Analyse?
Das erste Netzwerk fokussiert auf Informationsaustausch bei studienbezogenen Problemen, während das vierte Netzwerk die Teilnahme an gemeinsamen Veranstaltungen untersucht.
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- Bachelor of Arts Nina Eger (Author), 2010, Netzwerkanalyse mit Pajek, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/160264