Massenmedien sind allgegenwärtig. Sie bestimmen das Geschehen und das Denken – unser Leben. Sie sind in der Lage Öffentlichkeit zu schaffen, aber auch zu verhindern und sie prägen die öffentliche Meinung. Diese Arbeit soll sich unter anderem damit befassen, ob die öffentliche Meinung durch die massenmedialen Funktionen entsteht,
gefördert oder aufdiktiert wird. Zur Klärung dieser Frage soll der funktionalistische Ansatz der Massenmedien umrissen werden. Zunächst wird der allgemeinere Begriff von Funktionen vom Terminus aus systemtheoretischer Sicht abgegrenzt. Anschließend werden die Funktionen der Massenmedien in ihren wesentlichen Punkten charakterisiert. Insbesondere die politischen Funktionen sind hier von großer Bedeutung, um im zweiten Teil der Arbeit die Thematik der öffentlichen Meinung kritisch zu durchdringen. Sie werden deshalb
ausführlicher thematisiert. Vorab sollen jedoch die dafür notwendigen Termini Öffentlichkeit und öffentliche Meinung beschrieben und in einen politischen Kontext eingeordnet werden. Die gemeinsame Betrachtung von Massenmedium, dessen Funktionen und dem Gegenstand der öffentlichen Meinung soll im kritischen Teil der Arbeit zur Beantwortung der Frage führen, ob und wie sehr die Massenmedien die Meinungen derer, für die sie Funktionen zu erbringen haben, beeinflussen. Darüber hinaus werden beide theoretischen Konzepte miteinander verglichen und es wird versucht, ihre Relevanz aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive aufzuzeigen. Schließlich soll im Fazit eine kurze Zusammenfassung und Bewertung der Erkenntnisse erfolgen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Funktionalismus der Massenmedien
2.1 Der Funktionsbegriff (systemtheoretisch)
2.2 Politische Funktionen
2.3 Soziale Funktionen
2.4 Ökonomische Funktionen
2.5 Unterhaltungsfunktion
2.6 Informationsfunktion
3. Öffentlichkeit und öffentliche Meinung
3.1 Öffentlichkeit
3.2 Das Konzept der öffentlichen Meinung
3.3 Verknüpfung, Relevanzeinordnung & kritische Reflexion der Theorien
4. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Wirken der Massenmedien in der Gesellschaft mit dem Ziel zu klären, ob öffentliche Meinung durch massenmediale Funktionen gefördert oder aktiv diktiert wird. Hierbei werden funktionalistische Ansätze der Kommunikationswissenschaft auf ihre theoretischen Grundlagen hin geprüft und kritisch in einen politischen Kontext eingeordnet.
- Funktionalistischer Ansatz der Massenmedien
- Politische, soziale und ökonomische Leistungen der Medien
- Theoretische Grundlagen von Öffentlichkeit und öffentlicher Meinung
- Kritische Analyse der Machtverhältnisse und Manipulationspotenziale
- Systemtheoretische Betrachtung des Mediensystems
Auszug aus dem Buch
2.1 Der Funktionsbegriff
Im weitesten Sinn wird unter dem Begriff Funktion eine Aufgabe verstanden, die zu erfüllen ist. Der allgemeine Funktionsbegriff bezieht sich auf Objekte und lässt sich vom Terminus Zweck dadurch abgrenzen, dass Funktionen in der Regel auf passive Objekte bezogen werden. Der Zweck hingegen bezeichnet den Beweggrund einer aktiven Handlung oder eines aktiven Verhaltens. Im Alltagsgebrauch werden Funktion und Zweck jedoch oft synonym gebraucht. Aus diesem Umstand ergibt sich somit eine Notwendigkeit, Begriffe durch fachspezifische Definitionen und Beschreibungen im jeweiligen Kontext zu bestimmen.
In der Kommunikationswissenschaft beziehen sich Funktionen auf die „Prozesse [eines sozialen] Systems, die zur Lösung spezifischer Probleme erbracht werden müssen.“ (Beck 2007. S.89). Die Definition des Begriffs ist systemtheoretisch geprägt. Soziale Systeme bestehen, versteht man sie in diesem Kontext, aus „faktischen Handlungen, die sinngemäß zusammenhängen“ (Luhman 1970, S.42). Handlungen sind demnach Voraussetzung und zugleich konstitutive Merkmale von Systemen. Ein weiteres Kriterium für das Vorhandensein eines Systems ist die Demarkation eines Bezugsrahmens. Das System der Medien wird als Teil von einer Umwelt, beispielsweise der Gesellschaft abgegrenzt und es erfolgt eine „Klarlegung der Perspektive, unter der [gesellschaftliche Systeme] betrachtet werden sollen.“ (Burkart 2002. S. 381). Die hauptsächliche Funktion von Systemen liegt aus systemtheoretischer Perspektive in der Festigung der eigenen Existenz und dem Ermöglichen von weiteren Handlungen, die sich unmittelbar an vorangegangene anschließen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der allgegenwärtigen Massenmedien ein und stellt die zentrale Forschungsfrage, ob öffentliche Meinung durch mediale Funktionen gefördert oder aufdiktiert wird.
2. Funktionalismus der Massenmedien: Dieses Kapitel erläutert den systemtheoretischen Funktionsbegriff und analysiert detailliert die politischen, sozialen, ökonomischen sowie Unterhaltungs- und Informationsfunktionen der Medien.
3. Öffentlichkeit und öffentliche Meinung: Hier werden die theoretischen Konzepte von Öffentlichkeit und öffentlicher Meinung definiert, in den politischen Kontext gesetzt und kritisch reflektiert.
4. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, in der die Verselbstständigung des Mediensystems sowie die Manipulationsmöglichkeiten kritisch diskutiert werden.
Schlüsselwörter
Massenmedien, Funktionalismus, Systemtheorie, Öffentlichkeit, Öffentliche Meinung, Politische Kommunikation, Medienwirkung, Meinungsbildung, Sozialisation, Information, Unterhaltung, Macht, Manipulation, Mediakratie, Gesellschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Rolle der Massenmedien und deren Einfluss auf die Bildung einer öffentlichen Meinung aus einer kommunikationswissenschaftlichen und systemtheoretischen Perspektive.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit behandelt schwerpunktmäßig den Funktionalismus der Medien, die politischen und sozialen Leistungen des Mediensystems sowie die Definition und Entstehung von Öffentlichkeit und öffentlicher Meinung.
Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?
Die zentrale Frage ist, ob die öffentliche Meinung durch die Funktionen der Massenmedien lediglich gefördert, unterstützt oder aktiv und gezielt von den Medien aufdiktiert wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Der Autor nutzt eine theoretische Analyse, wobei insbesondere systemtheoretische Ansätze und Fachliteratur herangezogen werden, um die Funktionen der Medien und die Konzepte von Öffentlichkeit kritisch zu durchdringen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Analyse verschiedener Medienfunktionen und eine theoretische Auseinandersetzung mit der Entstehung von öffentlicher Meinung sowie deren Verknüpfung mit den Massenmedien.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Systemtheorie, Öffentlichkeit, öffentliche Meinung, politische Kommunikation, Manipulation, Mediakratie und die verschiedenen Funktionen (politisch, sozial, ökonomisch) der Massenmedien.
Was bedeutet der Begriff „telekratische Öffentlichkeit“ in diesem Zusammenhang?
Der Autor verwendet den Begriff, um ein System zu beschreiben, in dem Medieninhalte und Meinungen von oben herab durch eine Medienmacht auferlegt werden, was die Handlungsfreiheit der Rezipienten einschränkt.
Wie bewertet der Autor das Verhältnis von Medien und Politik?
Das Verhältnis wird als gegenseitige Abhängigkeit beschrieben, wobei der Autor vor einer „Verselbstständigung“ des Mediensystems warnt, das zunehmend nach eigenen Gesetzen operiert und dabei politisches Handeln beeinflusst oder legitimiert.
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- Gordon Oslislo (Author), 2009, Die Funktionen der Massenmedien, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/160252