Zunächst gilt es, die Welle es Lebens selbst zu reiten, sich von ihr tragen zu lassen. Lassen die Wellen der Kulturen sich nicht von der Welle des Lebens tragen und speisen, so brechen sie in sich zusammen, weil ihnen der lebenspendende Grundstrom fehlt, ihre Quelle versiegt mitten im Ozean! Es ist also erforderlich, zum Grund vorzudringen, zum Urgrund und bewußt die Beziehung zu der existenziellen, unabdingbaren Konstanten - um einen etwas technischen Begriff zu wählen - herzustellen. Diese Urkonstante regiert das gesamte Feld der Schöpfung und könnte eine Einheitsfeldtheorie (unified field theory) zumindest erkenntnistheoretisch begründen. Alles in diesem Feld wird von ihr tangiert, jede Analyse muß sie miteinbeziehen, denn alle Elemente der Schöpfung sind ihr unterworfen, auch wenn wir sie bislang nicht in der wissenschaftlichen Formelsprache formulieren können. Es bedürfte einer Formelsprache, die das Zeitliche und das Überzeitliche gleichermaßen ausdrücken kann. Das erfordert einen Forschergeist, der in beiden Dimensionen beheimatet ist, eine neue wissenschaftliche Ethik und Terminologie, die neue Potentiale erschließt.
Inhaltsverzeichnis
1. Eine kulturelle Einheitsfeldtheorie
1.1 Eine kulturphilosophische Betrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein ganzheitliches Verständnis von Kultur und Management zu etablieren, indem sie die Fragmentierung spezialisierter Disziplinen durch eine übergeordnete, "transkulturelle" Perspektive überwindet, die den Menschen und seine kulturellen Schöpfungen wieder in das größere, lebendige Einheitsfeld der Schöpfung integriert.
- Überwindung des reduktionistischen Materialismus durch einen ganzheitlichen Ansatz.
- Die Bedeutung des Schöpfungsprinzips als konstante Basis für die Kulturforschung.
- Transformation von Interkulturalität hin zu einer integrativen Transkulturalität.
- Das "Transcultural Management Model" als strategisches Erkenntnisinstrument.
- Die Synthese von Zeitlichkeit und Überzeitlichkeit (Materie und Geist) im Management.
Auszug aus dem Buch
EINE KULTURELLE EINHEITSFELDTHEORIE
Der Mensch ist Teil der Natur. Die Natur ist der sichtbare Teil der Schöpfung. Dahinter steht, bei jedem Mitglied der Schöpfung, sowie der Schöpfung insgesamt, ein Schöpfer, sowie es alle Sprachen nahelegen. Die Begriffspaarung Schöpfer - Schöpfung in Deutsch, Creator - Creation im Englischen, sowie Créateur - Création im Französischen usw. werden in allen Sprachen und Kulturen als selbstverständlich erachtet. In der Tat, sie sind ein so untrennbares Paar, daß wir überhaupt nichts, ja nicht einmal uns selbst, ohne den Schöpfer der unsichtbar im Hintergrund wirkt, denken können. Auch wenn ein Kind seinen Vater nie kenngelernt hat, so ist es dennoch ohne diesen Vater in keiner Weise vorstellbar. Auch wenn der Besitzer eines van Gogh oder Rembrandt diese Maler nie kenngelernt hat noch kennenlernen wird, so bleiben ihre Werke ohne sie undenkbar, unmöglich. Auch wenn es sich um Werke vergangener Epochen, Zeiten und Breiten, seien es Werke der europäischen Renaissance, der Antike, wie der hellenisch, ägyptischen oder der Vorgeschichte, wie der Bradshaw Paintings in Australien oder der Höhlenmalerei von Lascaux handelt, so sind und bleiben die Werke untrennbar mit ihrem Schöpfer vereint. Die geistige Dimension des Schöpfers lebt in der Schöpfung fort.
Die Zeit scheint diesem Prinzip der Interdependenz keinen Abbruch zu tun, denn es ist ein Prinzip, das in und außerhalb der Zeit wirkt und aktiv ist. Es ist ein materielles, ein psychisches und ein geistiges Prinzip. Und da es ebenso geistig wie materiell ist, ist es nicht der Zeit unterworfen. Es transzendiert die Zeit. Nicht zuletzt deshalb pflegt man zu sagen, daß man sich durch die Kunst verewigen möchte. Sie transzendiert nicht nur die Zeit, sondern auch den Künstler, der in der Zeit existiert. Allein das geistige Prinzip hinter dem Zeitlichen hat Bestand, selbst wenn das Zeitliche Staub geworden ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Eine kulturelle Einheitsfeldtheorie: Dieses Kapitel legt die philosophischen Grundlagen dar, indem es die untrennbare Verbindung zwischen Schöpfer und Schöpfung postuliert und ein ganzheitliches Verständnis von Kultur als Teil eines übergeordneten, geistig-materiellen Einheitsfeldes fordert.
1.1 Eine kulturphilosophische Betrachtung: Diese Betrachtung vertieft die Notwendigkeit, das kulturelle Management von einer rein reduktionistischen Sichtweise zu lösen und durch die Integration von Lebensstrom und Grundströmung eine nachhaltige, transkulturelle Praxis zu ermöglichen.
Schlüsselwörter
Einheitsfeldtheorie, Kulturphilosophie, Schöpfungsprinzip, Transkulturalität, Interkulturelles Management, Ganzheitlichkeit, Materialismus, Zeitlichkeit, Grundströmung, Paradigmawechsel, Metaphysik, Lebensstrom, Synergie, Geist-Materie-Kontinuum, Identität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit entwirft eine kulturelle Einheitsfeldtheorie, die das Verständnis von Kultur und Management über rein materielle oder rein soziale Aspekte hinaus auf ein geistig-materielles Fundament stellt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Überwindung wissenschaftlicher Fragmentierung, die Verbindung von Zeitlichkeit und Überzeitlichkeit sowie die Notwendigkeit eines transkulturellen Paradigmenwechsels.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Etablierung eines Modells, das kulturelle Teilbereiche wieder in das organische Ganze der Schöpfung integriert, um nachhaltiges Handeln und tiefere Erkenntnisprozesse im Management zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine kulturphilosophische, ganzheitliche Herangehensweise gewählt, die Metaphern und komplementäre Erkenntnismethoden nutzt, um das als wissenschaftlich unzureichend empfundene, rein utilitaristische Paradigma zu erweitern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert das Schöpfungsprinzip als Existenzkonstante und zeigt auf, warum der reine Materialismus zur Ineffektivität führt und wie durch Transkulturalität neue Integrationspotentiale erschlossen werden können.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Transkulturalität, Einheitsfeldtheorie, Schöpfungsprinzip, ganzheitliches Management und die Integration von Geist und Materie.
Wie unterscheidet der Autor zwischen Interkulturalität und Transkulturalität?
Interkulturalität wird als symptomatische Betrachtung der kulturellen Teilung verstanden, während Transkulturalität als heilsamer, grundlegender Ansatz dient, der die tieferen, verbindenden Ebenen des "Lebensstroms" adressiert.
Welche Rolle spielt die Metapher des "Wassers des Lebens"?
Die Metapher dient als Bild für den lebensspendenden Grundstrom, der alle kulturellen Strömungen speist; eine Blockade in diesem Kreislauf führt laut Autor zu einer sterilen und ineffektiven Kulturpraxis.
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- D.E.A./UNIV. PARIS I Gebhard Deissler (Author), 2010, Eine kulturelle Einheitsfeldtheorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/159823