Textlinguistik ist eine moderne Wissenschaftsdisziplin, die sich innerhalb der Linguistik in der zweiten Hälfte der 60er und Anfang der 70er Jahre herausgebildet hat, um den Untersuchungsgegenstand Text in seinen inhaltlichen und formellen Facetten zu erfassen und zu beschreiben.
Textlinguistische Forschungsansätze sind immer textbezogen; das bedeutet, Texte sind Ausgangs- und Zielpunkt textlinguistischer Forschung. In der linguistischen Fachliteratur lassen sich seit etwa 40 Jahren verschiedene heterogene Definitionen der Textlinguistik finden, die zwar jeweils auf einen speziellen Aspekt fokussieren, aber dennoch einen gemeinsamen Kern haben.
Die Heterogenität der Auffassungen hinsichtlich der Bestimmung der Textlinguistik äußert sich vor allem in der Bestimmung der Ziele dieser modernen linguistischen Teildisziplin.
Inhaltsverzeichnis
1. Textlinguistik: Die Lehre vom Text
2. Grundkonzepte der Textlinguistik
2.1 Zum Textbegriff
2.2 Zum Begriff der Textfunktion
2.3 Zum Begriff der (Text-) Kohärenz
2.4 Zum Begriff der (Text-) Kohäsion
2.5 Intertextualität
3. Das Textthema
3.1 Das Thema-Rhema-Konzept der Prager Schule
3.2 Das Thema als Kern des Text-Inhalts
3.3 Thematische Entfaltung
4. Struktur eines Textes
4.1 Die Makrostruktur eines Textes
5. Zum Begriff der Textsorten/Texttypen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen systematischen Überblick über die grundlegenden Konzepte und Methoden der modernen Textlinguistik. Das primäre Ziel ist es, den Untersuchungsgegenstand "Text" in seinen inhaltlichen und formalen Facetten zu definieren, die zentralen Analyseinstrumente der Textlinguistik vorzustellen und deren Anwendung bei der Kategorisierung von Gebrauchstexten zu erläutern.
- Theoretische Grundlagen des Textbegriffs und der Textfunktion
- Mechanismen der Textkohärenz und Kohäsion
- Methoden der thematischen Analyse und Entfaltung
- Makrostrukturelle Analyse von Texten nach Van Dijk
- Klassifikation von Texten in Texttypen und Textsorten
Auszug aus dem Buch
Die Makrostruktur eines Textes
VAN DIJK (1972) ist die Makrostruktur eines Textes als eine „globale Bedeutung“, ja als die jeweilige Zusammenfassung oder Resümee der in einem Text vorhandenen Textpassagen zu verstehen, die mittesl verschiedenen Makroregeln wie z. B. Auslassen, Selektieren, Generalisieren, Konstruieren oder Integrieren gewonnen werden können. Es gibt auch Auffassungen, bei denen zwischen den Begriffen Textthema und Makrostruktur nicht differenziert wird.
Mit dem Begriff der Makrostruktur ist also eine übergeordnete semantische (inhaltliche) Texteinheit gemeint, die jeweils spezielle Strukturen, die Mikrostrukturen (also semantische Einheiten, die für den Textvorgang bzw. for das Verstehen des Textes keine notwendige Größen darstellen) auf niedrigere Ebene erfasst und in die sich ein Text zerlegen lässt.
Laut Van Dijk ist der Aufbau dieser Makrostrukturen hierarchisch. Makrostrukturen lassen sich zerlegen in Mikrostrukturen, die wiederum Beziehungen zwischen den einzelnen Propositionen (Kernbedeutungen der einzelnen Sätze im Text) herstellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Textlinguistik: Die Lehre vom Text: Einleitende Definition der Textlinguistik als moderne Wissenschaftsdisziplin und Abgrenzung ihrer zentralen Forschungsansätze.
2. Grundkonzepte der Textlinguistik: Erläuterung der konstitutiven Merkmale eines Textes, insbesondere Textfunktion, Kohärenz, Kohäsion und Intertextualität.
3. Das Textthema: Analyse der thematischen Struktur durch das Thema-Rhema-Konzept der Prager Schule, die Bestimmung des inhaltlichen Kerns sowie die verschiedenen Formen der thematischen Entfaltung.
4. Struktur eines Textes: Untersuchung der hierarchischen Organisation von Texten und Einführung der Makroregeln nach Van Dijk zur Ermittlung globaler Bedeutungszusammenhänge.
5. Zum Begriff der Textsorten/Texttypen: Diskussion der Klassifizierung von Texten in Textsorten und Texttypen basierend auf kommunikativen Funktionen und situativen Merkmalen.
Schlüsselwörter
Textlinguistik, Textbegriff, Textfunktion, Kohärenz, Kohäsion, Intertextualität, Thema-Rhema-Konzept, Thematische Progression, Thematische Entfaltung, Makrostruktur, Mikrostruktur, Propositionen, Textsorten, Texttypen, Gebrauchstexte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen der Textlinguistik und erläutert, wie Texte als sprachliche Einheiten strukturiert, verstanden und klassifiziert werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Felder sind der Textbegriff, die Beschreibung der Textfunktionen, die Mechanismen der inhaltlichen Kohärenz, die grammatikalische Kohäsion sowie die textuelle Makro- und Mikrostruktur.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein systematisches Verständnis für die Konstitution und Analyse von Texten zu vermitteln und die wichtigsten linguistischen Kriterien zur Identifikation von Textsorten darzustellen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf die Ansätze renommierter Linguisten wie Klaus Brinker, Van Dijk und Danes, um textlinguistische Phänomene und Klassifikationsmodelle methodisch zu begründen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der Textkonstitution, die Untersuchung der thematischen Entfaltung sowie die Vorstellung von Modellen zur textuellen Makrostruktur und Textsortenklassifikation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind Textlinguistik, Kohärenz, Kohäsion, Thematische Entfaltung, Makrostruktur und Textsortenklassifikation.
Was unterscheidet eine Textsorte von einem Texttyp nach Brinker?
Ein Texttyp bezeichnet die grobe Klassifikation anhand der dominanten kommunikativen Funktion, während eine Textsorte eine spezifische Gruppe von Texten beschreibt, die durch ein Bündel an Merkmalen charakterisiert ist.
Wie lassen sich laut Van Dijk Makrostrukturen in Texten ermitteln?
Makrostrukturen werden durch die Anwendung von vier spezifischen Regeln ermittelt: Auslassen, Selektieren, Generalisieren sowie Konstruieren oder Integrieren.
- Quote paper
- N. L. (Author), 2007, Grundlagen der Textlinguistik der geschriebenen Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/159663