Wann gelingt der Übergang von der Kita in die Grundschule?
Der Übergang von der Kindertageseinrichtung in die Grundschule stellt für die Kinder eine große Herausforderung dar. Diese kann mit Stress verbunden sein, der schlimmstenfalls zu einem Bruch in der Bildungsbiografie eines Kindes mit langfristigen Entwicklungsstörungen führt. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Kinder gemäß ihren individuellen Bedürfnissen bereits im Vorschulalter mit ressourcenorientierten Bildungsangeboten auf spielerische Weise so gefördert werden, dass sie relativ angstfrei den Eintritt in die Grundschule erleben. Damit das gelingt, ist die Kooperation zwischen Kindertageseinrichtung und Grundschule im Rahmen einer transparent dokumentierten und kommunizierten einheitlichen Leitbildorientierung von Erzieher*innen und Lehrer*innen notwendig.
Vor diesem Hintergrund lautet die zentrale Fragestellung dieser Arbeit: „Wie sieht die Kooperation zwischen Kindertagesstätte und Grundschule aus Sicht von Erzieher*innen aus?“ Daraus ergeben sich folgende Leitfragen: Welche allgemeinen, d. h. theoretischen Grundlagen gibt es hierzu? Wie könnte eine empirische Annäherung zur genannten zentralen Fragestellung aussehen?
Um die Fragestellung dieser Arbeit angemessen wissenschaftlich fundiert zu beantworten, wurde folgender Aufbau gewählt:
Nach Einleitung mit Problemhintergrund, Fragestellung und Forschungsstand folgt in Kapitel 2 und Kapitel 3 der theoretische Hintergrund zur Transitionsforschung und zur Kooperation zwischen Kindertageseinrichtung und Grundschule mit den ausführlichen Erläuterungen der Schlüsselbegriffen zu beiden Themenkomplexen. In einem nächsten Schritt wird in Kapitel 4 der Forschungsstand vorgestellt. Diesem schließt sich das Forschungsdesign an, bevor Kapitel 5 die Ergebnisse der angewandten sozialempirischen Forschungsmethoden präsentiert. Anschließend erfolgen Analyse und Diskussion dieser Ergebnisse, bevor diese Arbeit mit einem Fazit einschließlich Forschungsausblick und einem Verzeichnis aller verwendeten Literaturen endet.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2. TRANSITIONSFORSCHUNG
2.1 DER ÖKOPSYCHOLOGISCHE ANSATZ VON BRONFENBRENNER
2.2 STRESSFORSCHUNG NACH LAZARUS
2.3 DIE THEORIE DER KRITISCHEN EREIGNISSE NACH FILIP
2.4 DER TRANSITIONSANSATZ NACH GRIEBEL UND NIESEL
3. KOOPERATION ZWISCHEN KINDERTAGESSTÄTTE UND GRUNDSCHULE
3.1 DER KOOPERATIONSBEGRIFF
3.2 RAHMENBEDINGUNGEN FÜR DIE ZUSAMMENARBEIT VON KINDERTAGESSTÄTTE UND GRUNDSCHULE
3.2.1 BESCHLÜSSE AUF BUNDESEBENE
3.2.2 BESCHLÜSSE IN BADEN-WÜRTTEMBERG
3.2.3 KINDERTAGESSTÄTTE UND GRUNDSCHULE ALS GETRENNTE ORGANISATIONEN
3.3 FORMEN DER KOOPERATION
3.4 POTENZIAL DER KOOPERATION
3.4.1 CHANCEN DER KOOPERATION ZWISCHEN KINDERTAGESSTÄTTE UND GRUNDSCHULE
3.4.2 HERAUSFORDERUNGEN DER KOOPERATION ZWISCHEN KINDERTAGESSTÄTTE UND GRUNDSCHULE
3.5 KOMPETENZEN ZUR BEWÄLTIGUNG DES ÜBERGANGS VON DER KINDERTAGESSTÄTTE IN DIE GRUNDSCHULE
3.5.1 BASISKOMPETENZEN
3.5.2 SCHULNAHE VORLÄUFERKOMPETENZEN
4. FORSCHUNGSSTAND
5. FORSCHUNGSDESIGN
5.1 AUSWAHL DER METHODEN
5.2 DIE INTERNETBASIERTE LITERATURRECHERCHE
5.3 ENTWICKLUNG UND BESCHREIBUNG EINES FRAGEBOGEN-BASIERTEN LEITFADENINTERVIEWS MIT EXPERT*INNEN
5.3.1 DEFINITION EXPERTIN BZW. EXPERTE
5.3.2 AUSWAHL DER EXPERT*INNEN
5.3.3 DAS FRAGEBOGEN-BASIERTE LEITFADENINTERVIEW
5.3.4 DURCHFÜHRUNG DES INTERVIEWS
5.4 DATENERHEBUNG
5.4.1 TRANSKRIPTION
5.5 DIE 7 SCHRITTE DER INHALTLICH STRUKTURIERENDEN QUALITATIVEN INHALTSANALYSE NACH KUCKARTZ
5.5.1 INITIIERENDE TEXTARBEIT
5.5.2 STRUKTURIERUNG DES VORHANDENEN TEXTMATERIALS NACH HAUPTKATEGORIEN
5.5.3 KODIERUNG DES DATENMATERIALS ANHAND DER HAUPTKATEGORIEN
5.5.4 ZUSAMMENFÜHREN VON TEXTSTELLEN IN EINE HAUPTKATEGORIE
5.5.5 BILDUNG INDUKTIVER SUBKATEGORIEN
5.5.6 MATERIALKODIERUNG IM KATEGORIENSYSTEM
5.5.7 ANALYSIEREN UND VISUALISIEREN
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht aus der Perspektive von Erzieher*innen, wie die Kooperation zwischen Kindertagesstätten und Grundschulen gestaltet ist. Ziel ist es, theoretische Grundlagen der Transitionsforschung aufzuzeigen und durch eine empirische Annäherung ein fundiertes Verständnis für die Herausforderungen und Potenziale dieser Zusammenarbeit zu entwickeln.
- Transitionsforschung und pädagogische Ansätze (Bronfenbrenner, Lazarus, Griebel/Niesel)
- Rechtliche und strukturelle Rahmenbedingungen der Kooperation (insbes. Baden-Württemberg)
- Formen der Kooperation und deren Potenzial für den Übergang
- Kompetenzentwicklung von Kindern im Übergangsprozess
- Forschungsdesign und qualitative Erhebungsmethoden (Leitfadeninterviews)
Auszug aus dem Buch
2.1 Der ökopsychologische Ansatz von Bronfenbrenner
Den Begriff Ökologie definiert Bronfenbrenner ganz neu, und zwar als „eine vom Menschen selbst gestaltete und gestaltbare Umwelt“. Dabei ist es wichtig zu betonen, dass es hier um die von den betreffenden Menschen subjektiv wahrgenommene Umwelt geht. Zu diesen Umwelten gehören auch Kindertagesstätte und Grundschule sowie deren pädagogische Fachkräfte (Bronfenbrenner, 1989, S. 9, S. 20, 163 f.).
Das Kind befindet sich in einer Transition, wenn es seine Rolle, seinen Lebensbereich oder beides: Aus der Rolle des Kita-Kindes wird die des Schulkindes, die Schule ist ein neuer Lebensbereich. Damit geht eine Entwicklung einher, die Bronfenbrenner aus „entwicklungsökologischer Perspektive“ betrachtet. Was heißt das? Bronfenbrenner gibt dem ökologischen Feld des Menschen eine Struktur aus Systemen: Das Mikrosystem umfasst die „Gesamtheit aller (...) Wechselbeziehungen“ (ebd., S. 23) im Laufe seines Lebens, welche in unterschiedlichen Lebensbereichen stattfinden. Diese Lebensbereiche sind Familie, Freunde, Nachbarschaft, Kindergruppen in der Kindertageseinrichtung, Schulklasse. Was hier gilt ist nach Bronfenbrenner das „Prinzip der wechselseitigen Verbundenheit“ (ebd., S. 24). Der Mensch entwickelt sich in diesem Mikrosystem, indem er diese unterschiedlichen Lebensbereiche als unterschiedlich wahrnimmt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung stellt das Problem des Übergangs von der Kindertageseinrichtung in die Grundschule dar und formuliert die zentrale Fragestellung sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.
2. TRANSITIONSFORSCHUNG: Dieses Kapitel erläutert theoretische Ansätze zur Transition, wobei insbesondere die Bedeutung von Stressbewältigung und entwicklungspsychologischen Wandlungsprozessen im Fokus steht.
3. KOOPERATION ZWISCHEN KINDERTAGESSTÄTTE UND GRUNDSCHULE: Hier werden der Kooperationsbegriff sowie die rechtlichen und strukturellen Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit auf Bundesebene und in Baden-Württemberg detailliert analysiert.
4. FORSCHUNGSSTAND: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über aktuelle nationale und internationale Studien zur Bedeutung der frühen Bildung und zur Kooperation von Bildungseinrichtungen.
5. FORSCHUNGSDESIGN: Das Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen, insbesondere die internetbasierte Literaturrecherche sowie die Durchführung und Auswertung von Leitfadeninterviews mit Expert*innen.
Schlüsselwörter
Kooperation, Kindertagesstätte, Grundschule, Transition, Übergang, Bildungsplan, pädagogische Fachkräfte, Schulfähigkeit, Transitionsforschung, Sozialforschung, Expert*inneninterview, Baden-Württemberg, Bildungsbiografie, Entwicklungspsychologie, Ressourcenorientierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Kooperation zwischen Kindertageseinrichtungen und Grundschulen aus der Perspektive von Erzieher*innen und beleuchtet die theoretischen sowie empirischen Aspekte dieses Übergangs.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind die Transitionsforschung, die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Kooperation in Deutschland und Baden-Württemberg sowie die praktische Gestaltung und Herausforderungen der Zusammenarbeit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der zentralen Frage nach, wie die Kooperation zwischen Kindertagesstätte und Grundschule aus Sicht der Erzieher*innen gestaltet ist und welche theoretischen Grundlagen dies stützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden eine internetbasierte Literaturrecherche sowie eine qualitative sozialempirische Befragung in Form von fragebogen-basierten Leitfadeninterviews mit Expert*innen durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch verschiedene Transitionsmodelle, die Analyse der gesetzlichen Rahmenbedingungen (z. B. Verwaltungsvorschriften) und das Forschungsdesign zur empirischen Untersuchung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Kooperation, Transition, Bildungsplan, Schulfähigkeit, pädagogische Fachkräfte und Übergangsbewältigung.
Welche Rolle spielt der baden-württembergische Orientierungsplan?
Der Orientierungsplan bildet eine wesentliche pädagogische Leitlinie, die das Ziel hat, frühkindliche Bildungsprozesse zu fördern und die Anschlussfähigkeit an die Grundschule durch Kooperation zu sichern.
Welche Bedeutung haben die Modellprojekte wie das „Bildungshaus 3–10“?
Diese Modellprojekte dienen als Praxisbeispiele für innovative Ansätze, bei denen Grundschulkinder und Kita-Kinder gemeinsam lernen, um den Übergang erfolgreich zu gestalten und die Bildungsbiografie zu unterstützen.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2022, Die Kooperation zwischen Kindertagesstätte und Grundschule aus Sicht von Erziehern. Allgemeine Grundlagen und eine empirische Annäherung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1596525