Der Einkommensteuertarif von 2010 wird vorgestellt und hinsichtlich Grenzsteuersatz, Durchschnittsteuersatz und Progression untersucht. Anschließend werden 2 Reformvorschläge der FDP (aus dem Programm zur Bundestagswahl 2009 und vom Parteitag im April 2010) dargestellt und hinsichtlich Grenzsteuersatz, Durchschnittsteuersatz, Progression, Belastungen und Entlastungen sowie Umverteilungswirkungen mit dem aktuell gültigen Tarif von 2010 verglichen.
Fachbegriffe werden bei ihrer 1. Verwendung jeweils definiert und erklärt; die Hausarbeit erklärt u.a. folgende Begriffe (teilweise mit Grafiken):
Grenzsteuersatz
Durchschnittsteuersatz
progressiver Tarif
regressiver Tarif
proportionaler Tarif
direkte Progression
indirekte Progression
Steueraufkommenselastizität
Residualeinkommenselastizität
Satz von Jakobsson
Die Arbeit enthält 10 Grafiken, welche mit Excel erstellt wurden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vorstellung der Tarife
2.1 Einkommensteuertarif 2010
2.2 Stufentarif der FDP (Wahlprogramm 2009)
2.3 Stufentarif der FDP (Vorschlag 2010)
3. Welche Einkommensbereiche werden entlastet?
4. Steueraufkommenselastizität α
5. Residualeinkommenselastizität β und der Satz von Jakobsson
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht und vergleicht das im Jahr 2010 gültige Steuersystem mit den von der FDP im Bundestagswahlkampf 2009 sowie im April 2010 vorgeschlagenen Stufentarifmodellen, um die Auswirkungen potenzieller Reformschritte auf die Steuerbelastung und Umverteilung zu analysieren.
- Analyse der Einkommensteuertarife 2010 sowie der FDP-Modelle
- Ermittlung der Entlastungswirkungen für unterschiedliche Einkommensbereiche
- Berechnung und Interpretation der Steueraufkommenselastizität α
- Untersuchung der Residualeinkommenselastizität β im Kontext des Satzes von Jakobsson
- Bewertung der Umverteilungseffekte und Anreizwirkungen durch progressive Tarifstrukturen
Auszug aus dem Buch
2.1 Einkommensteuertarif 2010
Im § 32a Einkommensteuergesetz (EStG) ist der aktuell gültige Formeltarif mit fünf Tarifstufen wie folgt geregelt:
Der Grenzsteuersatz ist derjenige Steuersatz, mit dem jeder zusätzlich verdiente Euro zu versteuern ist. Er ermittelt die marginale Steuerbelastung und entspricht mathematisch der ersten Ableitung der Steuerbetragsfunktion: t´= (dT(x)/dx)
Der Durchschnittsteuersatz entspricht dem Quotienten aus Steuerbetrag T(x) und dem zu versteuernden Einkommen x: t = T(x)/x. Er gibt den Anteil am gesamten Einkommen an, der als Steuer abzuführen ist.
Um die Grenzsteuersätze für den aktuell gültigen Tarif 2010 zu zeichnen, leitet man für jede Stufe die Steuerbetragsfunktion nach x ab und setzt dann einige Einkommen der jeweiligen Stufe in die resultierenden Funktionen ein. Der Eingangssteuersatz [t´(8005)] beträgt 14 %, der Höchststeuersatz [t´(25731)] 45 %. Der Grenzsteuersatz liegt innerhalb des Grundfreibetrages bei Null, ab 8005 € steigt er linear vom Eingangssteuersatz von 14 % sehr steil bis auf 0,24 % bei 13470 € und dann weniger steil bis auf 42 % bei 52882 €. Dann ist der Grenzteuersatz bis 250730 € konstant und steigt erst bei 250731 € sprunghaft auf 45 % an.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die steuerpolitischen Ziele der FDP zur Bundestagswahl 2009 sowie den neuen Vorschlag von 2010 vor und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, diese Modelle mit dem gültigen Tarif 2010 zu vergleichen.
2. Vorstellung der Tarife: Dieses Kapitel detailliert die mathematischen Grundlagen und Strukturen des geltenden Tarifs 2010 sowie der zwei verschiedenen FDP-Vorschläge anhand von Grenz- und Durchschnittsteuersätzen.
3. Welche Einkommensbereiche werden entlastet?: Es wird untersucht, wie sich die verschiedenen Tarifvorschläge absolut und prozentual auf die Steuerzahler bei unterschiedlichen Einkommenshöhen auswirken.
4. Steueraufkommenselastizität α: Das Kapitel befasst sich mit der Steueraufkommenselastizität als Progressionsmaß und analysiert, wie das Steueraufkommen bei den verschiedenen Modellen auf Änderungen der Bemessungsgrundlage reagiert.
5. Residualeinkommenselastizität β und der Satz von Jakobsson: Hier wird der Zusammenhang zwischen Residualelastizität und der Umverteilungswirkung von Steuertarifen anhand des Satzes von Jakobsson erläutert.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass künftige Reformen wahrscheinlich eher untere und mittlere Einkommen entlasten werden und ein Stufentarif mit Grundfreibetrag die Transparenz und Anreize verbessern könnte.
Schlüsselwörter
Einkommensteuer, Steuertarif, FDP, Progression, Grenzsteuersatz, Durchschnittsteuersatz, Steueraufkommenselastizität, Residualeinkommenselastizität, Umverteilung, Grundfreibetrag, Stufentarif, Einkommensnivellierung, Steuerbelastung, Steuerpolitik, Reform 2011
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert und vergleicht das deutsche Einkommensteuersystem des Jahres 2010 mit den steuerpolitischen Reformvorschlägen der FDP aus den Jahren 2009 und 2010.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die mathematische Struktur von Einkommensteuertarifen, die Analyse von Progressionsmaßen wie der Steueraufkommens- und Residualeinkommenselastizität sowie die Auswirkungen auf die Nettoeinkommensverteilung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, durch einen systematischen Vergleich der Tarifmodelle aufzuzeigen, welche Entlastungswirkungen zu erwarten sind und wie sich die Reformvorschläge auf die Umverteilung und Steueranreize auswirken könnten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt finanzwissenschaftliche Kennzahlen und grafische Analysen (Grenz- und Durchschnittsteuersätze), um die Tarifstrukturen zu vergleichen, ergänzt durch die theoretische Anwendung des Satzes von Jakobsson.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Tarife, eine Analyse der Entlastungswirkungen nach Einkommensgruppen sowie die methodische Untersuchung der Progressions- und Elastizitätsmaße der verschiedenen Steuersysteme.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Einkommensteuerreform, Stufentarif, Progression, Grenzsteuersatz und Umverteilungseffekte charakterisieren.
Wie unterscheidet sich der FDP-Vorschlag von 2010 von dem aus dem Wahljahr 2009?
Der Vorschlag von 2010 ist weniger weitreichend; während das Modell von 2009 eine stärkere absolute Entlastung über alle Einkommensbereiche vorsah, ist die Entlastung im Vorschlag von 2010 deutlich stärker begrenzt.
Welchen Einfluss hat die Residualeinkommenselastizität auf die Bewertung der Tarife?
Sie dient als Maß für die Einkommensnivellierung; ein kleinerer Wert der Residualelastizität deutet auf einen stärker progressiven Tarif hin, der zu einer gleichmäßigeren Verteilung der Nettoeinkommen führt.
Was bedeutet die "indirekte Progression" in den untersuchten FDP-Modellen?
Indirekte Progression liegt vor, wenn die Kombination aus einem Grundfreibetrag und abschnittsweise konstanten Grenzsteuersätzen dazu führt, dass der Durchschnittsteuersatz mit steigendem Einkommen zunimmt.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor für eine mögliche Steuerreform 2011?
Der Autor prognostiziert, dass Reformen vermutlich keine umfassenden Entlastungen bringen werden, sondern sich gezielt auf untere und mittlere Einkommen konzentrieren, wobei die Einführung eines Stufentarifs aufgrund des Koalitionsvertrags wahrscheinlich ist.
- Arbeit zitieren
- Markus Zech (Autor:in), 2010, Einkommensteuerreform 2011, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/159556