Nachdem im ersten Kaptiel eine ganze Reihe von Problemen genannt wurde, soll nun auf die Bestandteile sowie die Funktionsweise der Balanced Scorecard (Kap. 2) eingegangen werden.
Diese Arbeit soll hauptsächlich die theoretische Umsetzung und Weiterführung der BSC im Unternehmen aufzeigen, setzt jedoch die Vision und Strategieentwicklung bereits voraus.
Der erste Schwerpunkt beinhaltet die Zielebenen der BSC, in denen die Ziele der Vision /der Unternehmensstrategie definiert werden.
Der zweite Schwerpunkt stellt die Umsetzung der Strategie durch das Herunterbrechen von Zielen in Messgrößen, Zielvorgaben, Maßnahmen und die Verantwortlichkeiten dar.
In den folgenden Kapiteln (Kap. 3 und 4) werden die tatsächliche Umsetzung im Unternehmen – der Roll-Out – und wichtige Punkte bei der Fortführung der BSC erläutert.
Zum Schluss dieser Arbeit werden anhand eines Praxisbeispiels nochmals verschiedene Ausschnitte aufgegriffen und damit verbundene Erfahrungen und Folgen durch den praktischen Einsatz der BSC geschildert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Gang der Untersuchung
2. Bestandteile und Funktionsweise der Balanced Scorecard
2.1. Die Zielperspektiven der BSC
2.1.1. Übersicht
2.1.2. Die Finanzperspektive
2.1.3. Die Kundenperspektive
2.1.4. Die interne Prozessperspektive
2.1.5. Die Lern- und Entwicklungsperspektive
2.2. Umsetzung der Unternehmensstrategie /- vision
2.2.1. Ziele und ihre Messgrößen
2.2.2. Zielvorgaben zur Erreichung von Zielen
2.2.3. Maßnahmen und Verantwortlichkeiten zur Umsetzung von Zielen
3. Roll out und Fortführung der Balanced Scorecard
3.1. Der Roll-Out
3.2. Entscheidende Punkte zur Weiterführung der BSC
4. Chancen durch den Einsatz der BSC – am Praxisbeispiel „OBI“
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische Umsetzung sowie die strategische Weiterführung der Balanced Scorecard (BSC) in Unternehmen, wobei die grundlegende Vision und Strategieentwicklung als gegeben vorausgesetzt werden. Ziel ist es, die Funktionsweise der verschiedenen Perspektiven zu erläutern und aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Operationalisierung von Zielen eine effektive Unternehmenssteuerung ermöglicht wird.
- Struktur und Funktionsweise der vier klassischen BSC-Perspektiven.
- Methodik zur Operationalisierung strategischer Ziele in konkrete Messgrößen.
- Prozess des Roll-Outs der BSC in unterschiedliche Unternehmensebenen.
- Praxisbeispiel zur Anwendung der BSC am Beispiel der Baumarktkette OBI.
- Bedeutung des strategischen Lernens für die erfolgreiche Fortführung der BSC.
Auszug aus dem Buch
2.1.3 Die Kundenperspektive
Wer bezahlt eigentlich die Gehälter der Mitarbeiter? Nicht das Unternehmen selbst, sondern indirekt die zahlende Kundschaft. Deswegen ist es wichtig sich um die Wünsche des Kunden zu kümmern und ihn zufrieden zu stellen; einfach dem Kunden zu dienen. 36
In der Zeit des Wirtschaftswunders herrschte noch ein Verkäufermarkt. Kundenwünsche mussten kaum berücksichtigt werden. Durch die Güterknappheit konnten Produkte schneller verkauft als produziert werden. Heutzutage existiert jedoch ein Käufermarkt. Kundenbindung und insbesondere Kundenzufriedenheit sind wichtiger als jemals zuvor, denn diese wirkt sich positiv auf die Kundentreue und den Marktanteil aus.37 Durch das große Produktangebot sucht sich der Kunde schnell einen neuen Verkäufer. Aufgrund dessen wird der Kunde durch Präsente, Sonderangebote und Prämien an ein Unternehmen gebunden. Es ist viel teurer einen Kunden neu zu akquirieren als einen bestehenden Kunden durch kleine Aufmerksamkeiten zu behalten.38
„Es reicht nicht, wenn unsere Manager großartige Wirtschaftsfachleute oder auch tolle Techniker sind, wenn sie den Menschen, also ihren Kunden, längst aus den Augen verloren haben. (D.Goeudevert)“.39 Natürlich legt die Kundschaft auch Wert auf perfekte Qualität, doch dürfen dabei wettbewerbsfähige Preise sowie eine schnelle und rechtzeitige Lieferung nicht vergessen werden. Auch nicht zu unterschätzen, ist die richtige Auswahl der angebotenen Waren.40 Da nicht alle Kunden genau die gleichen Vorstellungen von einem Produkt oder einer Dienstleistung haben, gilt es unter den vorhandenen Kundengruppen, z.B. durch eine Marktforschung, die rentabelsten Kundensegmente herauszufinden.41
Die Kennzahlen der Kundenperspektive wie etwa Marktanteil, Kundentreue, Kundenakquisition und Kundenzufriedenheit sind wichtige Indikatoren für Umsatz und Wachstum eines Unternehmens. Meist werden diese Kennzahlen durch Produkt- und Serviceeigenschaften, durch Kundenbeziehungen und durch das Image des Unternehmens beeinflusst.42 Allerdings bedeuten steigende Umsätze und größere Marktanteile nicht zugleich eine positive Auswirkung auf die finanzwirtschaftliche Perspektive des Unternehmens. Eine mögliche Strategie zur Kundengewinnung kann in andauernden Niedrigstpreisen liegen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Problematik klassischer, rein finanzorientierter Steuerungsinstrumente und führt in die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes mittels der Balanced Scorecard ein.
2. Bestandteile und Funktionsweise der Balanced Scorecard: Hier werden die vier zentralen Perspektiven (Finanzen, Kunden, interne Prozesse, Lernen & Entwicklung) sowie die Vorgehensweise zur Strategieumsetzung durch Messgrößen und Maßnahmen detailliert analysiert.
3. Roll out und Fortführung der Balanced Scorecard: Dieses Kapitel beschreibt, wie die BSC in die operativen Ebenen eines Unternehmens übertragen wird und welche Faktoren für eine dauerhafte, strategische Weiterentwicklung entscheidend sind.
4. Chancen durch den Einsatz der BSC – am Praxisbeispiel „OBI“: Anhand dieses Unternehmensbeispiels wird verdeutlicht, wie durch eine BSC-gestützte Strategieüberprüfung und eine bereichsspezifische Zieldefinition nachhaltiger Erfolg in der Praxis generiert wird.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die BSC durch ihre mehrdimensionale Sichtweise eine transparente Unternehmensführung ermöglicht und den ständigen Dialog zwischen strategischer und operativer Ebene fördert.
Schlüsselwörter
Balanced Scorecard, BSC, Strategieumsetzung, Finanzperspektive, Kundenperspektive, interne Prozessperspektive, Lern- und Entwicklungsperspektive, Kennzahlen, Unternehmenssteuerung, Strategy Map, Zielvereinbarung, Mitarbeiterzufriedenheit, OBI, Wertschöpfung, Unternehmenserfolg
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit behandelt das Konzept der Balanced Scorecard (BSC) als Instrument zur strategischen Unternehmenssteuerung, um über klassische Finanzkennzahlen hinaus eine ganzheitliche Sichtweise zu ermöglichen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentral sind die vier Perspektiven der BSC, der Prozess der Strategieumsetzung, die Bedeutung von Kennzahlen sowie die praktische Implementierung und Weiterführung in Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie eine BSC bei der Umsetzung von Unternehmensvisionen unterstützt und durch operative Ziele und Maßnahmen den Unternehmenserfolg nachhaltig absichert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer deskriptiven Darstellung der BSC-Methodik, ergänzt durch ein Praxisbeispiel.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung der vier Perspektiven, die Ableitung von Zielen und Kennzahlen sowie die Erläuterung des Roll-Out-Prozesses in die Unternehmensebenen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Balanced Scorecard, Strategieumsetzung, Kennzahlen, Perspektiven, Mitarbeiterpotenzial und Prozessoptimierung.
Warum spielt die Lern- und Entwicklungsperspektive eine so wichtige Rolle?
Sie gilt als Basis für den langfristigen Erfolg, da sie Humankapital, Informationssysteme und Unternehmenskultur integriert, die wiederum die Leistung in den anderen drei Perspektiven maßgeblich beeinflussen.
Wie trägt das Beispiel OBI zur Verdeutlichung bei?
Das Beispiel zeigt konkret, wie durch die Aufteilung in Teil-Scorecards für einzelne Funktionsbereiche eine bessere Übersichtlichkeit geschaffen und eine präzise Zielsteuerung erreicht wird.
- Quote paper
- Nikolas Rauch (Author), 2009, Merkmale und Anwendungsbereiche der Balanced Scorecard (BSC) , Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/159516