Aus Sicht von Fußball-Interessierten ist die Grenze zwischen Geschäft und Sport nur vage feststellbar. Eine Befragung ergab, dass 40% der Fußball-Interessierten den Fußball als „reines Geschäft“ auffassen, der nichts mehr mit dem Sport zu tun hat.2 Der These, dass die Vereine sich nur noch um die wirtschaftlichen Belange kümmern und damit ihre Vereinskonten füllen, steht die keineswegs unplausible Einschätzung gegenüber, dass die Vereine gewisse wirtschaftliche Ziele erfüllen müssen, damit die sportlichen Ziele erreicht werden können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Fußball in Deutschland – Institutioneller Rahmen und seine Akteure
2.1 Begriffsabgrenzungen und Definitionen
2.1.1 Wirtschaftsunternehmen
2.1.1.1 Erfolg und Misserfolg
2.1.1.2 Unternehmensgrößen
2.1.2 Fußballvereine
2.1.2.1 Gründung eines Vereins
2.1.2.2 Abgrenzung zwischen Profisport und Amateursport
2.1.2.3 Vereinsnamen
2.2 Die Fußballorganisatoren
2.2.1 Fédération Internationale de Football Association (FIFA)
2.2.2 Union des Associations Européennes de Football (UEFA)
2.2.3 Deutsche Fußball-Bund (DFB)
2.2.4 Deutsche Fußball Liga GmbH (DFL)
2.3 Zusammenfassung
3 Von den Gründerjahren bis zur Gegenwart
3.1 Ursprung des Fußballs
3.2 Fußball in Deutschland von den Gründerjahren bis 1900
3.2.1 Ursprung des Fußballs in Deutschland
3.2.2 Die Vereinsgründer
3.2.3 Gesellschaftliche Wahrnehmung und Beginn der Vermarktung
3.3 Fußball in Deutschland von 1900 bis 1933
3.3.1 Eingeschränkte Partizipation
3.3.2 Wandel der Medienlandschaft
3.3.3 Internationale Wettkämpfe
3.3.4 Festlegung auf Amateurfußball
3.3.5 Politisierung des Sports
3.3.6 Arbeitszeitregelungen ermöglichen Zuwachs der Fußballbegeisterung
3.3.7 Infrastruktur
3.3.8 Kostenwachstum
3.3.9 Verfehlung des Amateurfußballs
3.3.10 Medienwachstum und Sponsoring
3.4 Fußball in Deutschland von 1933 bis 1963
3.4.1 Fußball während der Diktaturzeit
3.4.2 Fußball nach dem Zweiten Weltkrieg
3.4.3 Profilierungsmöglichkeiten
3.4.4 Grundlegende Entwicklungsfaktoren
3.5 Fußball in Deutschland von 1963 bis 2010
3.5.1 Grundlagen für den Profisport
3.5.2 Kostenprobleme und Reformen
3.5.3 Neue Sponsoringform
3.5.4 Liberalisierung des Rundfunks
3.5.5 Geänderte Rahmenbedingungen
3.5.5.1 Punkteschema
3.5.5.2 Bosman-Urteil
3.5.5.3 Rechtliche Begründung der Fußballunternehmen
3.5.6 Popularität
3.5.7 Die „Kirch-Krise“
3.5.8 Ligaverband und DFL
3.5.9 „Initiative Profisport“
3.6 Zusammenfassung
4 Ökonomische Betrachtung der Fußballvereine
4.1 Fußballvereine als Dienstleistungsunternehmen
4.2 Produktionsfaktoren des Fußballs
4.3 Das Produkt des Guts „Ligaspiel“ und „Meisterschaft“
4.4 Fußball als positionales Gut im Zusammenhang mit der Medienübertragung
4.5 Zusammenhang zwischen finanziellen und sportlichen Erfolg
4.6 Lizenzierungsverfahren
4.7 Organisationsstruktur
4.7.1 Teilbereiche des Managements
4.7.1.1 Sportlicher Bereich
4.7.1.2 Kaufmännischer Bereich
4.8 Bereich Markenbildung und Öffentlichkeitsarbeit
4.9 Customer Relationship Management
4.9.1 Kundenwertsteigerung
4.9.2 Neukundengewinnung
4.10 Controlling-Instrument Balanced-Scorecard
4.11 Weitere Betrachtungsmerkmale der Fußballvereine
4.11.1 Gemeinnützigkeit
4.11.2 Zielsysteme
4.11.3 Professionalisierung
4.11.4 Fußballunternehmen als soziale Gebilde
4.11.5 Crowding out-Effekt
4.11.6 Mitgliedschaftsrechte
4.11.7 Das Produkt „Fußball“ als „privates“ Gut
4.11.8 Grenzkosten des Produktes „Fußball“
4.11.9 Konkurrenzsituation von Fußballunternehmen
4.12 Zusammenfassung
5 Umsatzerlöse im Profifußball-Geschäft
5.1 Vermarktungsagenturen
5.2 Transfers und Spielerbindung
5.2.1 Das Bosman-Urteil als Grundlage gegenwärtiger Transfergeschäfte
5.2.2 Der Transfermarkt
5.2.3 Spielergehälter
5.2.4 Ökonomische Betrachtung von Spielertransfers
5.3 Medieneinnahmen
5.3.1 Zentralvermarktung
5.4 Merchandising
5.4.1 Internationalisierung der Merchandisingaktivitäten
5.5 Ticketing und Stadien
5.5.1 Namensrechte an Sportarenen
5.5.2 „Erlebniswelt Stadion“
5.5.3 Öffentliche/private Investitionen und deren Folgen
5.6 Sponsoring
5.6.1 Trikotsponsoring
5.6.2 Ausrüstersponsoring
5.6.3 Spielersponsoring
5.6.4 Bandenwerbung
5.7 Zusammenfassung
6 „Alternative“ Finanzierungsmöglichkeiten für Profifußballvereine
6.1 Kreditfinanzierung
6.2 „Alternative“ Finanzierungsmöglichkeiten
6.2.1 Finanzinvestoren
6.2.2 Strategische Investoren
6.2.3 Der Börsengang
6.2.3.1 Chancen und Risiken des Börsengangs
6.2.4 Asset Backed Securities
6.3 Zusammenfassung
7 Schlussbetrachtung und Ausblick
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht die ökonomische Transformation von Fußballvereinen hin zu modernen Wirtschaftsunternehmen und analysiert, inwieweit klassische ökonomische Prinzipien auf den Profifußball anwendbar sind, unter Berücksichtigung der historischen Entwicklung und neuer Finanzierungsmodelle.
- Historische Entwicklung des Fußballsports in Deutschland
- Fußballvereine als Dienstleistungsunternehmen
- Einnahmenquellen und Finanzierungsstrategien im Profifußball
- Professionalisierung der Vereinsführung und Marketingstrukturen
- Das Spannungsfeld zwischen sportlichem Erfolg und wirtschaftlicher Stabilität
Auszug aus dem Buch
4.1 Fußballvereine als Dienstleistungsunternehmen
Um eine Einordnung von Vereinen als Dienstleistungsunternehmen tätigen zu können, sollen die charakteristischsten Merkmale untersucht werden. Dabei werden die Immaterialität, die Mehrstufigkeit, der externer Faktor, die Interaktivität und die Simultanität analysiert.
Bei der Betrachtung der internen Produktionsfaktoren ist das Zusammenwirken von Humankapitalisten und Sachkapitalisten entscheidend. Das Humankapital des Vereins stellt den entscheidenden Faktor dar. Das Teilnahmerecht an der Meisterschaftsproduktion obliegt dem Verein und kann dem Sachkapital zugeordnet werden. Dieses Recht ist ein Franchiserecht des Vereins an einer Meisterschaft. Der Verein verwaltet außerdem noch Sachkapital, wie Stadien, oder zumindest das Nutzungsrecht daran. Auch die Infrastruktur für ein Spiel oder Training kann als Sachkapital betrachtet werden.
Zum Humankapital zählen Fußballspieler, Trainer und sonstige sportliche Führungskräfte. Der Fußballverein muss zur Erzielung von sportlichen Erfolgen die Arbeitskräfte in ausreichender Menge und Qualität bereitstellen. Das Humankapital liefert verkaufbares Können wobei das Können vieler einzelner Spieler noch keine Mannschaft formt. Erst das Harmonieren des individuellen Könnens im Mannschaftsgefüge macht den Teamsport aus. Somit können Erträge einer Mannschaft nur mit Hilfe des gesamten Teams realisiert werden.
Ohne Sachkapital und dem bedeutendsten Faktor, dem Teilnahmerecht, wäre die Qualität des Humankapitals unproduktiv. Die Kombination aus Sach- und Humankapitalisten ermöglichen die Mannschaftsproduktion.
Produktion und Konsum des Produktes Fußball erfolgen zeitgleich. Die Zuschauer wirken - neben den Mannschaften - als erweiterter Produzent. Sie können als externer Produktionsfaktor oder auch als Prosumer (Producer und Consumer) angesehen werden. Darüber hinaus sind sie in der Lage, durch die Stimmung im Stadion ein Spiel zu beeinflussen und stellen außerdem einen wesentlichen Faktor für Fernsehübertragungen dar. Ohne die Zuschauer würde sogar die Begeisterung hinter den Bildschirmen „beeinträchtigt“ werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung auf, ob Fußballvereine heute eher als Wirtschaftsunternehmen oder als klassische Vereine zu betrachten sind und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2 Fußball in Deutschland – Institutioneller Rahmen und seine Akteure: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe wie Wirtschaftsunternehmen und Fußballverein und stellt die maßgeblichen Akteure (FIFA, UEFA, DFB, DFL) im rechtlichen und organisatorischen Rahmen vor.
3 Von den Gründerjahren bis zur Gegenwart: Der historische Rückblick beleuchtet die Entwicklung des Fußballs vom Amateursport zum professionellen Massengeschäft, unterteilt in verschiedene Zeitabschnitte.
4 Ökonomische Betrachtung der Fußballvereine: In diesem Kapitel werden Vereine als Dienstleistungsunternehmen analysiert, wobei Produktionsfaktoren, Organisationsstrukturen und moderne Managementinstrumente wie die Balanced Scorecard im Vordergrund stehen.
5 Umsatzerlöse im Profifußball-Geschäft: Dieser Abschnitt untersucht die verschiedenen Einnahmequellen der Vereine, darunter Sponsoring, Merchandising, Medieneinnahmen sowie die Dynamik auf dem Transfermarkt.
6 „Alternative“ Finanzierungsmöglichkeiten für Profifußballvereine: Dieses Kapitel behandelt moderne Finanzierungsformen wie Finanzinvestoren, strategische Investoren, Börsengänge und Asset Backed Securities zur Deckung des Kapitalbedarfs.
7 Schlussbetrachtung und Ausblick: Die abschließende Betrachtung reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und bewertet die zukünftigen Herausforderungen und Entwicklungen für Fußballunternehmen.
Schlüsselwörter
Profifußball, Fußballvereine, Wirtschaftsunternehmen, Dienstleistungsmanagement, Sponsoring, Medieneinnahmen, Merchandising, Börsengang, Humankapital, Sportökonomie, Lizenzierungsverfahren, Finanzierung, 50+1-Regel, Kundenorientierung, Organisationsstruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die ökonomische Entwicklung deutscher Fußballvereine und untersucht deren Transformation von ursprünglichen Sportvereinen hin zu modernen Wirtschaftsunternehmen im professionellen Umfeld.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Strukturen, die ökonomischen Charakteristika von Fußballvereinen, die verschiedenen Einnahmequellen des modernen Profifußballs sowie die Herausforderungen der Unternehmensfinanzierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu klären, ob heutige Profifußballvereine als vollwertige Wirtschaftsunternehmen charakterisiert werden können, indem man sie mit klassischen Unternehmen hinsichtlich ihrer Funktionen und Komponenten vergleicht.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse, vergleicht betriebswirtschaftliche Definitionen mit der Praxis des Profifußballs und betrachtet historische sowie regulatorische Rahmenbedingungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine ökonomische Analyse des Fußballvereins als Organisation, eine Untersuchung der Einnahmequellen (wie Sponsoring und Medienrechte) sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit modernen Finanzierungsmöglichkeiten.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich das Werk charakterisieren?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Sportökonomie, Fußballunternehmertum, Professionalisierung, Kapitalmarkt und Vermarktung charakterisiert.
Welche Rolle spielt das „Bosman-Urteil“ in der Arbeit?
Das Bosman-Urteil wird als gravierender Einschnitt identifiziert, der die Transfergeschäfte und die Gehaltsstrukturen nachhaltig verändert hat und somit maßgeblich zur wirtschaftlichen Professionalisierung beitrug.
Wie bewertet der Autor die „50+1-Regel“?
Die Regel wird als Instrument betrachtet, das den Erhalt des Vereins als Mehrheitseigner an der Kapitalgesellschaft sichert, jedoch zugleich als Hemmnis für Investoren diskutiert wird, die Einfluss durch Kapitalbereitstellung anstreben.
Was ist die „Kirch-Krise“ und warum ist sie relevant?
Die Insolvenz der KirchMedia AG wird als Beispiel für die Risiken extremer Abhängigkeit von Medieneinnahmen angeführt, die den deutschen Profifußball in eine existenzielle Finanzkrise stürzte.
- Quote paper
- David Nix (Author), 2010, Fußballvereine als Wirtschaftsunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/158876