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Stadt, Land, F… ..römmigkeit? – Tendenzen der Ausbildung, Geltung und Wirkung der kurmärkischen (Land-) Pastoren im 18. Jahrhundert

Title: Stadt, Land, F… ..römmigkeit? – Tendenzen der Ausbildung, Geltung und Wirkung der kurmärkischen (Land-) Pastoren im 18. Jahrhundert

Term Paper , 2010 , 24 Pages

Autor:in: Martin Gerasch (Author)

Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries

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Summary Excerpt Details

Die Redeweise von der „Angst im Abendland“ geht auf den französischen Historiker Jean Delumeau zurück und bezeichnet die endgültige Abkehr von den Schrecken des 30-jährigen Krieges und des 17. Jahrhunderts, die den Großteil der Bevölkerung so einschneidend beeinflussten, dass die psychische Belastung kaum mehr zu übertreffen schien. Egal was im Jenseits noch warten sollte, schlimmer als das Erlebte konnte es schwerlich sein. Im Zuge dessen zeichnete sich das Ende der traditionellen Praxis der Strafpredigt ab. Bei der Bevölkerung zeigten sich differenzierende Auswirkungen. Während ein großer Teil nun sein irdisches Dasein möglichst ausschweifend nutzen wollte und sich nach Feiern und Festivitäten sehnte, begaben sich auch einige Menschen auf die Suche nach dem Inhalt des wahren Glaubens und den Möglichkeiten seiner Umsetzung im alltäglichen Miteinander. Doch fanden diese wirklich Anklang bei den Menschen? Wie fest waren die traditionellen Riten und der volkstümliche Glaube auf dem Land bzw. in der Stadt verankert? Versickerten die Reformversuche „im märkischen Sand“ wie P. Schicketanz konstatiert?
Diese Untersuchung soll sich auf das Gebiet der Mark Brandenburg und den Zeitraum vom Ende des 17. bis zur zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts beziehen. Besonders die Gemeinden und Bewohner der Kurmark - speziell der Uckermark - rücken in den Fokus. Um Veränderungen aufzuzeigen, ist allerdings ein kurzer Rückblick auf die religiösen Bräuche des 17. Jahrhunderts nötig, der in Punkt I erfolgen wird. Im zweiten Abschnitt soll die Bedeutung der Religion in der frühneuzeitlichen Gesellschaft beleuchtet werden.
Es liegt nahe, dass die diesbezügliche Entwicklung in den Pfarrsprengeln auf dem Land sehr stark vom jeweiligen Charakter und Einsatz des Seelenhirten abhing. Deshalb muss auch ein Blick auf die Geistlichen geworfen werden. (III.) Da diese zum kulturellen Bindeglied zwischen den Bildungsebenen und Lebensweisen wurden, ist besonders ihre Herkunft und Ausbildung zu analysieren. Hierbei ist im vierten Abschnitt auch zu vertiefen, inwieweit Bewegungen „von unten“, wie der „Pietismus“ oder die staatlichen Einflussnahmen Wirkung zeigen konnten. Was waren die Unterschiede zwischen Stadt und Land? Was bewirkte das Leben im direkten Umfeld von Bildung und Wissenschaft? Ein kleiner Einblick in das Leben des Pfarrers Johann Porst, der auf dem Land und in der Stadt wirkte, soll dazu gehören. In Punkt V schließt sich ein abschließendes Fazit an.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Rückblick: Kriegsnachwirkungen, Frömmigkeit, Aberglaube

II. Die Rolle der Religion in der frühneuzeitlichen (Agrar-) Gesellschaft

III. Die Geistlichen

III.1. Allgemeine Entwicklungstendenzen – öffentliche Wahrnehmung

III.2. Herkunft und Lehrjahre – Eine vorgezeichnete Karriere?

IV. Anspruch und Wirklichkeit

IV.1 Das „platte Land“

IV.2 Stadt – gehobene Kreise, abgehobene Diskurse?

V. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle, Ausbildung und soziale Stellung kurmärkischer Landpastoren im 18. Jahrhundert, um den Wandel religiöser Praktiken und den Einfluss von Aufklärung und Pietismus in der Mark Brandenburg zu analysieren.

  • Die soziale und religiöse Situation in der Mark Brandenburg vom 17. bis zum 18. Jahrhundert.
  • Die Entwicklung des Predigerberufs und die Bedeutung der theologischen Ausbildung in Halle.
  • Der Konflikt zwischen kirchlichem Anspruch und der Lebenswirklichkeit auf dem Land und in der Stadt.
  • Der Einfluss von Pietismus und staatlicher Reglementierung auf die Volksaufklärung.
  • Das Spannungsfeld zwischen traditionellem Volksglauben und der angestrebten Rationalisierung.

Auszug aus dem Buch

III.2. Herkunft und Lehrjahre – Eine vorgezeichnete Karriere?

War der Prestigeverlust der Geistlichen auch eine Folge der falschen Ausbildung oder wurden vielleicht die schlechten Theologiestudenten vornehmlich auf dem Lande angestellt? Aus welchen Bevölkerungsgruppen kamen die Pfarranwärter überhaupt? Zunächst ist zu konstatieren, dass durch den Pietismus neue Elemente Eingang in die Lehre fanden. Der Geistliche sollte nicht mehr nur Prediger, sondern auch Seelsorger sein, weshalb die Bezeichnung „Pastor“ für die „Seelenhirten“ passender erschien. Die Zentrale der Intellektuellen bildete sich in Halle. Dort war am Ende des 17. Jahrhunderts auch eine Universität gegründet worden, die in gewisser Weise ein Gegenmodell zu den lutherisch-orthodoxen Lehranstalten in Leipzig, Jena oder Wittenberg darstellte. Es wirkten vor allem der modern aufklärerisch denkende Christian Wolff und als Vertreter des „Halleschen Pietismus“ August Hermann Francke, dessen Waisenhausanstalt sich im benachbarten Glaucha befand. Auch die große Mehrheit der kurmärkischen Landpastoren hatte in Halle studiert.

Sozialhistorisch betrachtet war der Stand der „Geistlichkeit“ einer der wenigen, in die man nicht hineingeboren wurde, sondern in den man durch Mühen und Engagement aufgenommen werden konnte. Dadurch eröffneten sich allerdings auch die Möglichkeiten zum sozialen Aufstieg in der Gesellschaft. Der Predigerberuf war zwar prinzipiell eine Tätigkeit, die das Auskommen sicherte, die höheren Stellen als Inspektor oder Konsistorialrat waren allerdings rar. Für viele Studenten blieb „nur“ das Lehramt und die, die eine Pfarre erhielten, blieben dort im Normalfall auch ihr ganzes Leben. Auch kam es selten zur Bildung von „Predigerdynastien“. Zirka 40 % der im 18. Jahrhundert ordinierten Pfarrer hatten auch einen solchen zum Vater gehabt. Die Berufskontinuität über drei Generationen wurde in der Uckermark allerdings nur in 9 von 156 Fällen erwiesen. Generell waren die angehenden Theologen Pfarrers- oder Stadtbürgerkinder. Die Dorfpfarrer waren fast immer Pastorensöhne, während die Stadtpfarrer meist aus dem (klein-) bürgerlichen Milieu stammten. Adelige waren nicht unter den Geistlichen und die Zahl der Bauernkinder ist zwar nicht genau bekannt, aber wohl sehr gering.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung legt den zeitlichen und regionalen Fokus auf die Mark Brandenburg (Uckermark) und führt in die Fragestellung ein, wie sich die Rolle der Geistlichen zwischen Tradition und Aufklärung veränderte.

I. Rückblick: Kriegsnachwirkungen, Frömmigkeit, Aberglaube: Dieses Kapitel skizziert die schwierige Ausgangslage des 17. Jahrhunderts, geprägt durch Krieg, Angst und das Fortbestehen von Volksmagie trotz offizieller Strafpredigten.

II. Die Rolle der Religion in der frühneuzeitlichen (Agrar-) Gesellschaft: Hier wird der theoretische Rahmen beleuchtet, in dem Kirche, Staat und Gesellschaft im 18. Jahrhundert interagieren, wobei die Unterscheidung zwischen institutionalisierter und nicht-institutionalisierter Religiosität im Vordergrund steht.

III. Die Geistlichen: Dieses Kapitel untersucht die gesellschaftliche Rolle des Pastors als Bindeglied zwischen den Bildungsebenen sowie die Entwicklung und Ausbildung der Geistlichen.

III.1. Allgemeine Entwicklungstendenzen – öffentliche Wahrnehmung: Der Fokus liegt auf dem Begriff der „Verbauerung“ und dem sinkenden Ansehen der Landprediger im 18. Jahrhundert im Kontrast zur bürgerlichen Stadtkultur.

III.2. Herkunft und Lehrjahre – Eine vorgezeichnete Karriere?: Es wird analysiert, aus welchen Schichten die Pfarrer stammten, welche Rolle das Studium in Halle spielte und wie die Ausbildung das spätere Wirken beeinflusste.

IV. Anspruch und Wirklichkeit: Dieses Kapitel kontrastiert die staatlichen und kirchlichen Forderungen nach Zucht und Ordnung mit der tatsächlichen Resonanz in den Gemeinden.

IV.1 Das „platte Land“: Es wird diskutiert, wie Landprediger in ihrer Gemeinde angenommen wurden und welche Konflikte, etwa um den Kirchenbesuch oder moralisches Verhalten, entstanden.

IV.2 Stadt – gehobene Kreise, abgehobene Diskurse?: Hier wird der städtische Kontext mit seiner stärkeren philosophischen Durchdringung und den spezifischen Herausforderungen für die Geistlichen beleuchtet.

V. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz Säkularisierung und sinkender Kirchenautorität die Landpastoren durch ihre Vermittlerrolle wichtige moralische und soziale Grundlagen für das 18. Jahrhundert legten.

Schlüsselwörter

Mark Brandenburg, Landprediger, Pietismus, Aufklärung, Volksfrömmigkeit, Kurmark, Uckermark, Seelsorge, Sozialer Wandel, Säkularisierung, Hallesche Universität, Religionsgeschichte, Pfarrersstand, Volksaufklärung, Kirchenordnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die soziale Stellung, die Ausbildung und das Wirken der Pastoren in der Mark Brandenburg im 18. Jahrhundert vor dem Hintergrund des Wandels religiöser Praktiken.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind der Einfluss des Pietismus, das Spannungsverhältnis zwischen Stadt und Land, der Bildungsstand der Geistlichen sowie die staatlichen Bemühungen um eine Volksaufklärung.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich die Landprediger in einem komplexen Umfeld zwischen staatlichem Druck, den Erwartungen der Patronatsherren und der Lebenswirklichkeit der Landbevölkerung positionierten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor nutzt eine historisch-sozialwissenschaftliche Analyse unter Auswertung zeitgenössischer Quellen, Edikte, Verordnungen sowie relevanter Forschungsliteratur zur Regionalgeschichte Preußens.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des religiösen Wandels, die Analyse der Lebenswege der Geistlichen (Herkunft und Ausbildung) sowie den Vergleich zwischen den Herausforderungen auf dem Land und in der Stadt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Neben den geografischen Schwerpunkten (Kurmark, Uckermark) sind vor allem die Begriffe Pietismus, Aufklärung, Verbauerung und Volksfrömmigkeit zentral für das Verständnis der Arbeit.

Welche Rolle spielten die Patronatsherren bei der Besetzung der Pfarrstellen?

Die adeligen Patronatsherren hatten das Präsentationsrecht und wählten oft Geistliche aus, die loyal oder wirtschaftlich nützlich waren, auch wenn sie nicht immer die theologisch geeignetsten Kandidaten für die jeweilige Gemeinde darstellten.

Wie veränderte sich die Bedeutung der „Strafpredigt“ im 18. Jahrhundert?

Die traditionelle Strafpredigt verlor an Wirkungskraft; stattdessen gewannen durch pietistische Einflüsse Tugendpredigten an Bedeutung, um die Bevölkerung moralisch zu festigen und stärker auf einer persönlichen Ebene anzusprechen.

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Details

Title
Stadt, Land, F… ..römmigkeit? – Tendenzen der Ausbildung, Geltung und Wirkung der kurmärkischen (Land-) Pastoren im 18. Jahrhundert
College
University of Potsdam
Author
Martin Gerasch (Author)
Publication Year
2010
Pages
24
Catalog Number
V158752
ISBN (eBook)
9783640750887
ISBN (Book)
9783640751556
Language
German
Tags
Stadt Land Tendenzen Ausbildung Geltung Wirkung Pastoren Jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Gerasch (Author), 2010, Stadt, Land, F… ..römmigkeit? – Tendenzen der Ausbildung, Geltung und Wirkung der kurmärkischen (Land-) Pastoren im 18. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/158752
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