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Arbeit im Konzentrationslager

Es gibt Schlimmeres als den Tod

Title: Arbeit im Konzentrationslager

Term Paper , 2004 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Babette Ruppel (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities

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Summary Excerpt Details

Die Konzentrationslager entwickelten sich im Laufe der Diktatur des Nationalsozialismus zum wichtigsten Terrorinstrument. Sie sollten ursprünglich und offiziell als >Verwahrungs- und Erziehungslager< der Bekämpfung und Verwahrung politischer Gegner dienen,
>die sich als Schädlinge am deutschen Volkskörper erwiesen haben und deren Sinnesänderung insoweit aussichtslos erscheint.<
Nach dem Röhm-Putsch 1934 übernahm die SS die alleinige Befehlsgewalt über die Konzentrationslager. Außer den Mißliebigen, die die Nationalsozialisten bis dahin schon als politische Straftäter gebrandmarkt hatten, wurden ab 1937 auch sogenannte Arbeitsscheue und Asoziale verfolgt und zwangsinterniert. Diese vagen Kategorien boten einen weiten Interpretationsspielraum, der umfassend und willkürlich ausgelotet wurde. Die Rechtsmaxime lautete seit 1933 nach Göring: >Recht ist, was dem deutschen Volke nützt!<

Von Beginn des Zweiten Weltkrieges an (1939) wurden die Konzentrationslager zu Tötungsmaschinerien infernalischen Ausmaßes. Durch willkürliches Herausreißen aus der Familie, Enteignung persönlicher Habe, durch Internierung, äußerliche Gleichmachung und unberechenbare, viehische Behandlung verloren viele Häftlinge ihre Bezugspunkte zur Vergangenheit.
Der Terror im Lager, dessen wichtiger Bestandteil die Arbeit war, zielte darauf ab, die Insassen durch fortwährende körperliche und seelische Gewaltanwendung zu brechen und zu verschleißen. Der Inhaftierte wurde durch die Lagermaschinerie Teil einer anonymen Masse. Er wurde gedemütigt, seiner Wesenheit beraubt und seiner Identität.
Der Höhepunkt menschenverachtenden Handelns begann 1942. Um die „Endlösung der Judenfrage“, die im März ´41 zum ersten Mal und von Eichmann öffentlich verbalisiert wurde, möglichst effizient umsetzen zu können, baute die SS ausgewählte Lager zu Zentren der Massenvernichtung aus. 1942 wurden in Auschwitz-Birkenau und Lublin-Majdanek Gaskammern für die massenhafte Ermordung der Juden errichtet.
Es ist schwer zu schätzen, wie viele Menschen von 1933–1945 in den Konzentrations- und Vernichtungslagern gestorben sind oder getötet wurden. Die Zahlen differieren immens.
So nennt das „Jugendlexikon Nationalsozialismus“ die Zahl 5 Millionen, Sofsky spricht von >weit über vier Millionen< , Eugen Kogon schwankt zwischen 8 und 10 Millionen Menschen .
Übereinstimmend lässt sich aber herauslesen, dass etwa ein Drittel der Häftlingspopulation in Deutschland von Januar 1945 bis zum Kriegsende umkam.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 VORBEMERKUNG

2 EINLEITUNG

3 ARBEIT:

4 ORGANISATIONSSTRUKTUREN:

5 ARBEITSEINSATZ IN SS-EIGENEN BETRIEBEN AM BEISPIEL AUSCHWITZ:

6 ARBEITSEINSATZ IN SS-EIGENEN BETRIEBEN AM BEISPIEL MAUTHAUSEN:

7 ARBEITSEINSATZ IN FREMDBETRIEBEN:

8 RICHTLINIEN FÜR DIE AUSWAHL DER ZULAGEBERECHTIGTEN SCHWERARBEITER:

9 KRIEGS-HEIMARBEIT:

10 SCHLUSSBETRACHTUNG:

11 ANLAGE I

12 BIBLIOGRAPHIE:

12.1 PRIMÄRQUELLEN: AKTEN AUS DEM BUNDESARCHIV BERLIN

12.2 SEKUNDÄRQUELLEN:

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Ausgestaltung von Arbeit innerhalb der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, inwieweit Arbeit als ökonomischer Faktor oder primär als Instrument des Terrors und der Vernichtung fungierte, sowie welche Machtstrukturen diesen Prozess steuerten.

  • Die Entmenschlichung und psychologische Zerstörung durch erzwungene Arbeit.
  • Strukturwandel von der bloßen Verwahrung hin zur (begrenzten) wirtschaftlichen Ausbeutung.
  • Die Rolle der SS und externer Industriebetriebe im Arbeitseinsatz.
  • Das Spannungsfeld zwischen ökonomischem Interesse und ideologischer Vernichtung.
  • Die Rolle der Funktionshäftlinge als Teil des Lagersystems.

Auszug aus dem Buch

Arbeit:

Wenn wir heute in Deutschland von „Arbeit“ sprechen, denken wir in der Regel an den Austausch von Leistung gegen Geld. Im besten Falle sind wir der Meinung, für unsere geistige oder körperliche Tätigkeit angemessen entlohnt zu werden. Die Leistung die wir erbringen, ist zweckgebunden und zeitlich begrenzt. Sie wird benötigt, um ein Defizit zu beheben, und nach der Behebung dieses Defizits übernehmen wir eine andere Aufgabe.

Sofsky hat das ganz gut beschrieben: >Gewöhnlich soll Arbeit einen Mangel beheben und eine Situation der Knappheit beseitigen. Sie dient einem Zweck, der jenseits ihrer selbst liegt, der Befriedigung von Bedürfnissen.<5

Arbeit im Konzentrationslager hatte damit nichts gemein.

Bis zum Winter 1941/ ´42 entbehrte die Arbeit der Häftlinge jeder ökonomischen Vernunft. Es sollte kein Defizit behoben und keine Prozesse optimiert werden. Es gab keine Bezahlung, kein Ziel und selten eine andere zeitliche Begrenzung als den eigenen Tod.

Die Arbeit war das Ergebnis von absoluter Macht auf der einen und absoluter Ohnmacht auf der anderen Seite. Sie war reiner Selbstzweck. Die Häftlinge arbeiteten nur, um zu arbeiten. Sie wurden ausgemergelt und gequält, entmenschlicht, zu apathischen, verängstigten Tieren deformiert. >Wenn man dem Gegner das Mensch-Sein abspricht (...), entbindet das von aller menschlichen Rücksichtnahme. Es erlaubt einen Rückfall in einen quasi vorzivilisatorischen Kampf.<6 Der Wille der Häftlinge sollte durch die Arbeit gebrochen werden und ihre Leben wurden durch vorsätzliche Mangelernährung, Willkür und Überanstrengung in den Fabriken oftmals ausgelöscht.

Zusammenfassung der Kapitel

VORBEMERKUNG: Die Autorin reflektiert ihre Motivation und den Erkenntnisgewinn durch die Arbeit mit Primärquellen aus dem Bundesarchiv im Kontext der NS-Geschichte.

EINLEITUNG: Es wird der geschichtliche Hintergrund der Konzentrationslager als Terrorinstrument sowie die Erweiterung der Häftlingsgruppen ab 1937 dargestellt.

ARBEIT:: Dieses Kapitel analysiert das Wesen der Arbeit in den Lagern, die sich fundamental von ökonomischen Prinzipien unterschied und als reines Instrument der Terrorisierung diente.

ORGANISATIONSSTRUKTUREN:: Die Entwicklung der Lagerverwaltung und der Einfluss des Wirtschaftsverwaltungshauptamtes (WVHA) auf den Arbeitseinsatz werden beleuchtet.

ARBEITSEINSATZ IN SS-EIGENEN BETRIEBEN AM BEISPIEL AUSCHWITZ:: Anhand von Primärdokumenten wird der Lageralltag und der menschenverachtende Umgang mit Häftlingen sowie die Rolle der Funktionshäftlinge aufgezeigt.

ARBEITSEINSATZ IN SS-EIGENEN BETRIEBEN AM BEISPIEL MAUTHAUSEN:: Die spezifischen Todesursachen und die extreme Ausbeutung in den Steinbrüchen werden statistisch und inhaltlich untersucht.

ARBEITSEINSATZ IN FREMDBETRIEBEN:: Es wird die ökonomische Kooperation zwischen SS und privater Industrie sowie die Rekrutierung von Häftlingen für die Kriegsproduktion beschrieben.

RICHTLINIEN FÜR DIE AUSWAHL DER ZULAGEBERECHTIGTEN SCHWERARBEITER:: Das Kapitel verdeutlicht die bürokratische Erfassung von Häftlingen und deren Ausschluss von jeglichen Privilegien.

KRIEGS-HEIMARBEIT:: Die Ausweitung der Arbeitszeiten und die Mobilisierung zusätzlicher Arbeitskräfte in der Spätphase des Krieges werden hier thematisiert.

SCHLUSSBETRACHTUNG:: Die Autorin fasst zusammen, dass die angestrebte wirtschaftliche Effizienz in den Lagern aufgrund der Machtstrukturen und des inhumanen Systems scheiterte.

ANLAGE I: Dieses Kapitel enthält ein beispielhaftes Anforderungsformular für den Häftlingseinsatz der „Deutschen Erd- und Steinwerke“.

BIBLIOGRAPHIE:: Ein Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Konzentrationslager, Zwangsarbeit, SS, Vernichtung, Arbeitseinsatz, Wirtschaftverwaltungshauptamt, Terror, Mauthausen, Auschwitz, Funktionshäftlinge, Kriegswirtschaft, Primärquellen, Ausbeutung, Menschenverachtung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Funktion und Ausgestaltung von Zwangsarbeit in Konzentrationslagern während der Zeit des Nationalsozialismus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Machtstrukturen der SS, die Ausbeutung von Häftlingen durch SS-eigene Betriebe sowie die Kooperation mit der Privatindustrie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Widerspruch zwischen dem ökonomischen Anspruch einer Kriegswirtschaft und der tatsächlichen, rein destruktiven Praxis in den Lagern aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Analyse von Primärquellen aus dem Bundesarchiv sowie auf Fachliteratur zur Geschichte der Konzentrationslager.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Organisationsstrukturen, den Einsatz in verschiedenen Lagertypen, die bürokratischen Richtlinien zur Schwerarbeit und die Radikalisierung des Arbeitseinsatzes gegen Kriegsende.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Konzentrationslager, Zwangsarbeit, SS, Kriegswirtschaft, Terror, Ausbeutung und Entmenschlichung.

Welche Bedeutung hatte das WVHA für den Arbeitseinsatz?

Das Wirtschaftverwaltungshauptamt übernahm ab 1942 die zentrale Kontrolle über den Einsatz der Häftlinge, um diese systematischer für die Kriegsproduktion nutzbar zu machen.

Warum konnte die SS-Führung die Arbeitseffizienz kaum steigern?

Die Arbeitseffizienz scheiterte an den festgefahrenen, korrupten Machtstrukturen der Lager, der Priorisierung von Terror gegenüber Produktivität und der systematischen physischen Vernichtung der Arbeitskraft.

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Details

Title
Arbeit im Konzentrationslager
Subtitle
Es gibt Schlimmeres als den Tod
College
Free University of Berlin  (Institut für Soziologie)
Course
HS 15752 Krieg und Arbeit.
Grade
1,0
Author
Babette Ruppel (Author)
Publication Year
2004
Pages
19
Catalog Number
V158325
ISBN (eBook)
9783640723492
Language
German
Tags
Konzentrationslager Vernichtung Drittes Reich Arbeit Depersonalisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Babette Ruppel (Author), 2004, Arbeit im Konzentrationslager, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/158325
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