Die verschiedenen Wertansätze für Finanzinstrumente, gemäß den internationalen
Rechnungslegungsvorschriften, zählen zu den am heftigsten kritisierten Beschlüssen des International Accounting Standards Board (IASB). Die International Accounting Standards (IAS) bezeichnen die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften als Hedge Accounting. Ohne spezielle Regelungen, die die Wertansatzpolitik durchbrechen, würden die ökonomisch gegenläufigen, sich ausgleichenden Sicherungsbeziehungen in einer nicht-repräsentativen Art
und Weise dargestellt werden. In dieser Arbeit soll die Notwendigkeit einer einheitlichen Bewertung der Erfolgswirkungen von Finanzinstrumenten bei sich wirtschaftlich kompensierenden Geschäften durch die Vorschriften zum Hedge Accounting thematisiert und anhand einer empirischen Studie kritisch gewürdigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vorbemerkungen
2.1 Risikomanagement
2.2 Finanzinstrumente
3. Terminologische Grundlagen
3.1 Grundgeschäft (hedged item)
3.2 Sicherungsinstrument (hedging item)
3.3 Kriterien
3.4 Abgrenzung zum Risikomanagement
4. Umsetzung der Vorschriften
4.1 Arten
4.1.1 Fair Value Hedge
4.1.2 Cash Flow Hedge
4.1.3 Hedge of a net investment in a foreign operation
4.2 Bewertung
4.2.1 Fair Value Hedge
4.2.2 Cash Flow Hedge
4.2.3 Hedge of a net investment in a foreign operation
4.3 Angabepflichten nach IFRS 7
5. Anwendung in der Unternehmenspraxis
5.1 Adressatenkreis
5.2 Angewandte Sicherungsbeziehungen
5.3 Praxisbedeutung
6. Schlussbemerkungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit einer einheitlichen Bewertung der Erfolgswirkungen von Finanzinstrumenten bei sich wirtschaftlich kompensierenden Geschäften durch das Hedge Accounting nach IFRS. Ziel ist die kritische Würdigung dieser bilanziellen Vorschriften unter Berücksichtigung theoretischer Anforderungen und der empirischen Unternehmenspraxis.
- Bilanzielle Darstellung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting)
- Definition und Abgrenzung von Grundgeschäften und Sicherungsinstrumenten
- Methoden des Hedge Accounting: Fair Value Hedge, Cash Flow Hedge und Hedge of a net investment
- Empirische Analyse zur Anwendungspraxis in deutschen und schweizerischen Unternehmen
- Beeinflussung der unternehmerischen Risikomanagementstrategie durch bilanzielle Vorschriften
Auszug aus dem Buch
3. Terminologische Grundlagen
Wie in den vorherigen Punkten bereits thematisiert, bezeichnet Hedge Accounting die Bilanzierung von Sicherheitsbeziehungen. Dies verlangt eine ökonomisch korrekte, bilanzielle Darstellung von bewusst gegenläufig wirkenden Geschäften. Diese Geschäfte lassen sich in ein, gegen ein bestimmtes Risiko abzusicherndes Grundgeschäft und das, selbiges Risiko eliminierende Sicherungsgeschäft unterteilen. Die Erfordernis spezieller bilanzieller Vorschriften solcher Beziehungen leitet sich aus dem von IAS 39 vertretenen „mixed model“ ab. Durch unterschiedliche Bewertungen und Ergebnisauswirkungen von ökonomisch gegenläufigen Bilanzpositionen kann es sowohl zu einer verzerrten Darstellung als auch zu einem nicht periodengerechten Ergebnis kommen. Bei Betrachtung einer Welt ohne Hedge Accounting ist die korrekte Bilanzierung vom Zufall geprägt. Die entgegengesetzten Wertänderungen würden sich nur dann entsprechen, wenn die Folgebewertung der Positionen zufällig identisch wäre. Um dem Bilanzadressaten jedoch einen Überblick über die tatsächliche Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, sowie über die bestehenden Risiken des Unternehmens zu verschaffen, der den IFRS Anforderungen Folge leistet, können wirtschaftlich zufällig richtig dargestellte Sicherungsbeziehungen nicht genügen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Bilanzierung von Finanzinstrumenten und Zielsetzung der Untersuchung.
2. Vorbemerkungen: Erläuterung der Grundlagen des Risikomanagements und der Behandlung von Finanzinstrumenten nach IAS 32/39.
3. Terminologische Grundlagen: Definition und Abgrenzung der zentralen Begriffe Grundgeschäft, Sicherungsinstrument und der Kriterien für Hedge Accounting.
4. Umsetzung der Vorschriften: Detaillierte Darstellung der drei Methoden des Hedge Accounting sowie deren Bewertung und Anhangsangaben.
5. Anwendung in der Unternehmenspraxis: Analyse der tatsächlichen Anwendung von Hedge Accounting in Unternehmen basierend auf einer empirischen Studie.
6. Schlussbemerkungen: Zusammenfassende kritische Würdigung und Ausblick auf zukünftige Änderungen der IAS 39-Vorschriften.
Schlüsselwörter
Hedge Accounting, IFRS, IAS 39, Risikomanagement, Finanzinstrumente, Fair Value Hedge, Cash Flow Hedge, Nettoinvestition, Sicherungsbeziehung, Bilanzierung, Wertänderungen, Derivate, Unternehmenspraxis, Effektivitätsmessung, Rechnungslegung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die bilanzielle Behandlung von Sicherungsgeschäften, das sogenannte Hedge Accounting, nach den internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS).
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Neben den theoretischen Grundlagen zu Risikomanagement und Finanzinstrumenten stehen die verschiedenen Methoden des Hedge Accounting (Fair Value, Cash Flow, Nettoinvestition) sowie deren praktische Anwendung im Mittelpunkt.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht die Notwendigkeit einer einheitlichen Bewertung von Finanzinstrumenten bei kompensierenden Geschäften und analysiert kritisch, inwieweit bilanzielle Vorschriften die Risikomanagementstrategien von Unternehmen beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Auseinandersetzung mit den IAS/IFRS-Vorschriften mit einer Auswertung einer empirischen Studie zur Anwendung von Hedge Accounting in der Unternehmenspraxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Begriffsdefinitionen, Kriterien), die methodische Umsetzung der Hedge-Arten inklusive zahlreicher Buchungsbeispiele sowie die empirische Analyse der Anwendung in der Praxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Hedge Accounting, IFRS, IAS 39, Risikomanagement, Finanzinstrumente, Fair Value Hedge und Cash Flow Hedge.
Was unterscheidet den Fair Value Hedge vom Cash Flow Hedge?
Beim Fair Value Hedge geht es um die Absicherung des beizulegenden Zeitwerts von bilanzierten Positionen, während der Cash Flow Hedge auf die Absicherung künftiger, sehr wahrscheinlich eintretender Zahlungsströme abzielt.
Welche Rolle spielt die Effektivitätsmessung beim Hedge Accounting?
Die Effektivitätsmessung ist ein zwingendes Kriterium nach IAS 39. Sie stellt sicher, dass das Sicherungsinstrument das abgesicherte Risiko tatsächlich kompensiert; bei Unterschreiten bestimmter Bandbreiten muss die Sicherungsbeziehung bilanziell aufgelöst werden.
Beeinflusst Hedge Accounting das tatsächliche Risikomanagement von Unternehmen?
Während die Theorie dies verneint, belegt die Praxis, dass Unternehmen teils von ökonomisch sinnvollen Sicherungsstrategien (wie Makro-Hedges) absehen, wenn diese aufgrund der restriktiven Kriterien nicht bilanziell nach Hedge Accounting abgebildet werden können.
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- Christian Falk (Author), 2010, Hedge Accounting nach IFRS, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/158283