Die EG-Verordnung 2007/2004 vom 26. Oktober 2004 des Rates der Europäischen
Union sah die Einrichtung einer Europäischen Agentur für die operative
Zusammenarbeit an den Außengrenzen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union
vor. Die Kontrolle und Überwachung, sowie die Rückführung von Drittstaats-
angehörigen, die sich ,,illegal” in den Mitgliedstaaten aufhalten, sollte durch die
Errichtung der Grenzschutzorganisation FRONTEX (Frontiéres extérieures) gewähr-
leistet werden.1
Einsatzbereit ist die Agentur – mit Sitz in Warschau - seit dem 3. Oktober 2005.2
Die umstrittenen Rückführungsaktionen von FRONTEX riefen selten kritische
Äußerungen in den elektronischen -und in den Printmedien hervor. Wöchentliche
Nachrichtenmagazine wie Der Stern, Der Focus und Der Spiegel beschränkten ihre
Berichterstattung häufig auf die Flüchtlingsproblematik, die zwischen der afrikanischen
und europäischen Küste stattfand. Weniger oft wurden die Maßnahmen der Regierenden
und die Aktionen der Grenzschutzorganisation selbst infrage gestellt, was in der
folgenden Arbeit anhand des Nachrichtenmagazins Der Spiegel belegt wird.
In diesem Aufsatz sollen die veröffentlichten Artikel des Spiegels bezüglich FRONTEX
und der Migrationsbewegung von Afrika nach Europa chronologisch dargestellt werden.
Von dem Zeitpunkt der Gründung der Grenzschutzorganisation im Jahr 2004 bis zum
Ende des Jahres 2009 (da bis zur Fertigstellung der Arbeit keine weiteren Artikel
veröffentlicht wurden) soll analysiert werden ob Daten medial begleitet oder
verschwiegen wurden. Besondere Aufmerksamkeit wird hierbei der Kritik des Spiegels
zukommen und den Fakten die erwähnt beziehungsweise unerwähnt blieben. Außerdem
wird das durch die Berichterstattung erzeugte Medienwissen untersucht. Welches Bild
kann sich der Leser nach den veröffentlichten Informationen des Spiegels von
FRONTEX machen? Anhand der kritischen Perspektive des Spiegels soll das somit
entstandene Wissen und die erzeugte Sichtweise dargestellt werden.
Welche Positionen werden von Opfern und Tätern entworfen und wie verlaufen die
Konfliktlinien? Kommt dem Migranten stets die Rolle des Opfers zu oder werden
eventuell die Einwohner des Einreiselandes als Opfer der Flüchtlingsproblematik dargestellt? Wie verhält sich die Berichterstattung des Spiegels bezüglich der Rolle der
Europäischen Union?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Beginn der Berichterstattung
3 Die Jahre 2004 und 2005
4 Das Jahr 2006
5 Das Jahr 2007
6 Das Jahr 2008
7 Das Jahr 2009
8 Die Kritik aus Foucaults Perspektive
9 Fazit
10 Anhang
10.1. Literaturverzeichnis
10.2. Internetquellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht chronologisch die Berichterstattung des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" über die Grenzschutzorganisation FRONTEX und die Fluchtbewegungen aus Afrika nach Europa im Zeitraum von 2004 bis 2009. Ziel ist es zu analysieren, inwiefern Informationen medial begleitet oder verschwiegen wurden und welches spezifische Medienwissen durch die Berichterstattung konstruiert wurde, wobei eine kritische Perspektive auf Basis von Michel Foucaults Diskursanalyse eingenommen wird.
- Chronologische Analyse der Spiegel-Berichterstattung zu FRONTEX.
- Untersuchung der Konstruktion von Medienwissen und Opferrollen.
- Anwendung foucaultscher Begriffe zur Kritik an der Berichterstattung.
- Kritische Würdigung der Informationspolitik des Magazins bezüglich Fakten und Daten.
Auszug aus dem Buch
1 EINLEITUNG
Die EG-Verordnung 2007/2004 vom 26. Oktober 2004 des Rates der Europäischen Union sah die Einrichtung einer Europäischen Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union vor. Die Kontrolle und Überwachung, sowie die Rückführung von Drittstaatsangehörigen, die sich ,,illegal” in den Mitgliedstaaten aufhalten, sollte durch die Errichtung der Grenzschutzorganisation FRONTEX (Frontiéres extérieures) gewährleistet werden. Einsatzbereit ist die Agentur – mit Sitz in Warschau - seit dem 3. Oktober 2005.
Die umstrittenen Rückführungsaktionen von FRONTEX riefen selten kritische Äußerungen in den elektronischen -und in den Printmedien hervor. Wöchentliche Nachrichtenmagazine wie Der Stern, Der Focus und Der Spiegel beschränkten ihre Berichterstattung häufig auf die Flüchtlingsproblematik, die zwischen der afrikanischen und europäischen Küste stattfand. Weniger oft wurden die Maßnahmen der Regierenden und die Aktionen der Grenzschutzorganisation selbst infrage gestellt, was in der folgenden Arbeit anhand des Nachrichtenmagazins Der Spiegel belegt wird.
In diesem Aufsatz sollen die veröffentlichten Artikel des Spiegels bezüglich FRONTEX und der Migrationsbewegung von Afrika nach Europa chronologisch dargestellt werden. Von dem Zeitpunkt der Gründung der Grenzschutzorganisation im Jahr 2004 bis zum Ende des Jahres 2009 (da bis zur Fertigstellung der Arbeit keine weiteren Artikel veröffentlicht wurden) soll analysiert werden ob Daten medial begleitet oder verschwiegen wurden. Besondere Aufmerksamkeit wird hierbei der Kritik des Spiegels zukommen und den Fakten die erwähnt beziehungsweise unerwähnt blieben. Außerdem wird das durch die Berichterstattung erzeugte Medienwissen untersucht. Welches Bild kann sich der Leser nach den veröffentlichten Informationen des Spiegels von FRONTEX machen? Anhand der kritischen Perspektive des Spiegels soll das somit entstandene Wissen und die erzeugte Sichtweise dargestellt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert den Untersuchungsgegenstand, stellt die Forschungsfrage zur medialen Berichterstattung über FRONTEX und führt in die methodische Perspektive ein.
2 Der Beginn der Berichterstattung: Dieses Kapitel analysiert erste Berichte des Spiegels über Flüchtlingsschiffe und kritisiert die unreflektierte Übernahme von Behördeninformationen.
3 Die Jahre 2004 und 2005: Hier wird der Umgang des Magazins mit Flüchtlingsbegriffen und die Stigmatisierung von Migranten in den Anfangsjahren untersucht.
4 Das Jahr 2006: Der Fokus liegt auf der namentlichen Erwähnung von FRONTEX und der kritischen Hinterfragung der medialen Darstellung von Einsätzen wie Hera I und II.
5 Das Jahr 2007: Das Kapitel thematisiert die einseitige Berichterstattung, die sich primär auf gekenterte Boote beschränkt, statt die Aktivitäten der Grenzschutzbehörde detailliert zu beleuchten.
6 Das Jahr 2008: Hier wird die Berichterstattung über Budgeterhöhungen von FRONTEX und die politische Rhetorik zur Migrationskontrolle analysiert.
7 Das Jahr 2009: Dieses Kapitel untersucht die mediale Reaktion auf die fortgesetzte Grenzüberwachung und hinterfragt das Fehlen kritischer Analysen zu den humanitären Folgen.
8 Die Kritik aus Foucaults Perspektive: Das theoretische Kapitel erläutert Foucaults Begriffe von Kritik, Dispositiv und Macht, um sie als Analyseraster für die Spiegel-Berichterstattung nutzbar zu machen.
9 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, die eine Notwendigkeit für eine fundiertere und kritischere Medienberichterstattung unterstreicht.
Schlüsselwörter
FRONTEX, Der Spiegel, Migrationspolitik, Flüchtlinge, Diskursanalyse, Michel Foucault, Medienkritik, Grenzkontrolle, Opferrolle, Macht, Wissenserzeugung, Asylpolitik, Grenzschutz, Berichterstattung, EU-Außengrenzen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" im Zeitraum von 2004 bis 2009 über die EU-Grenzschutzorganisation FRONTEX und die Migrationsbewegung aus Afrika berichtet hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der medialen Darstellung von Migranten, der Berichterstattung über Frontex-Einsätze sowie der Frage, wie Medienwissen über die Flüchtlingsproblematik konstruiert wird.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt danach, ob Daten und Fakten zu FRONTEX medial begleitet oder verschwiegen wurden und welches Bild der Leser durch die Berichterstattung des Spiegels von der Grenzschutzagentur erhält.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Zur Untersuchung wird eine kritische Analyse der Spiegel-Artikel vorgenommen, wobei als theoretischer Rahmen die Diskursanalyse und Konzepte von Michel Foucault (insbesondere Macht und Dispositiv) genutzt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Auswertung der Artikel von 2004 bis 2009 und eine theoretische Reflexion über die diskursive Erzeugung von Macht und Wahrheit in der Berichterstattung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind FRONTEX, Migrationspolitik, Diskursanalyse, Dispositiv, Medienkritik und die Konstruktion der Opferrolle von Migranten.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des Spiegels als Medium?
Die Autorin kritisiert, dass der Spiegel oft unreflektiert berichtet, die Opferrolle der Migranten instrumentalisiert und komplexe politische Hintergründe sowie die historische Entwicklung von FRONTEX zu selten beleuchtet.
Welche spezifische Rolle spielt der Begriff des "Dispositivs" in der Analyse?
Das Dispositiv dient als Werkzeug, um zu erklären, wie durch die Berichterstattung des Spiegels ein bestimmtes Wissen über Migranten und Grenzschutz erzeugt wird, welches wiederum Machtverhältnisse stützt.
- Arbeit zitieren
- christin herrmann (Autor:in), 2010, Die Kritik der Kritik , München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/158154