1. Einleitung
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der russischen obszönen Sprache in Sorokins „Led“. Zuerst soll ein Überblick über die Geschichte und die Herkunft des „russkij mat“ gegeben werden. Dann wird über den „mat“ in russischer Gesellschaft und seine Verwendung gesprochen. Die Forschung dieser Lexik im Westen und in Russland wird vorgestellt. Danach versucht der Autor eine allgemeine Unterteilung der obszönen Lexik.
Schließlich kommt man auf den wichtigsten Punkt, wo der Unterschied zwischen der russischen und der deutschen obszönen Lexik, somit zwischen der russischen und der deutschen Sprachkultur veranschaulicht wird. Dazu werden konkrete Textstellen aus Vladimir Sorokins „Led“ im Original und in deutscher Übersetzung im Ausdruck verglichen.
Es soll untersucht werden, ob es Unterschiede im Ausdruck gibt und wenn ja, wie groß fallen diese aus. Gibt die deutsche Übersetzung die ganze Bedeutung des Originals wieder oder werden ‚schlimme Wörter’ verschönert beziehungsweise gemildert?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschichte des “russkij mat” und seine Herkunft
3. "Mat" in der russischen Gesellschaft
4. Wissenschaftliche Forschung über den russischen Mat
5. Allgemeine Unterteilung
6. Untersuchung der Textstellen in Sorokins „Led“
6.1. Gespräch zwischen Parvaz und Alla
6.2. Chatsprache (im russ. S. 45ff, im Deutschen S. 48ff)
6.3. Borenbojm und Savva:
6.4. Dritter Teil des Buches
7. Schluß
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die russische obszöne Sprache ("Mat") anhand von Vladimir Sorokins Werk „Led“ und vergleicht diese mit der deutschen Übersetzung, um Unterschiede in der Ausdrucksstärke und kulturellen Nuancen aufzudecken.
- Historische Herkunft und soziologische Einordnung des russischen "Mat"
- Differenzierung zwischen russischer "Sexkultur" und westlicher "Analkultur"
- Analyse der Übersetzungsstrategien für obszöne Lexik ins Deutsche
- Psychologische Funktionen obszöner Sprache in der Kommunikation
- Vergleich von Originaltexten und deutschen Übertragungen anhand von Textbeispielen
Auszug aus dem Buch
6.1. Gespräch zwischen Parvaz und Alla
"имя сложное какое-то...Ритэс-хуитэс..."
"schwieriger Name, Rites-Schmites"
Im Russischen eindeutig sexueller Bezug (хуй), im Deutschen kein obszöner Ausdruck.
"И только мы отъехали от клуба, один мне - раз! маску с какой-то хуйней. Прямо на это...вот так...на морду."
"Und kaum dass wir um die erste Ecke waren, zieht der eine mir - zack! - 'ne Maske drüber mit irgend'nem Zeug drin. Direkt so drüber, übers Gesicht."
Hier ist im Russischen im ersten Fall wieder ein sexueller Bezug, im zweiten Fall nicht. Im Deutschen sind dagegen in beiden Fällen keine obszönen, sondern neutrale Ausdrücke. Im zweiten Fall hätte statt "Gesicht" besser "Fresse" gepasst.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der russischen obszönen Sprache bei Sorokin ein und definiert die Zielsetzung des deutsch-russischen Vergleichs.
2. Geschichte des “russkij mat” und seine Herkunft: Dieses Kapitel behandelt die historische Tabuisierung sowie die wissenschaftliche Widerlegung der Theorie einer tatarischen Herkunft der Obszönitäten.
3. "Mat" in der russischen Gesellschaft: Es werden die Funktionen obszöner Sprache und die Einstellung der heutigen russischen Bevölkerung dazu analysiert.
4. Wissenschaftliche Forschung über den russischen Mat: Das Kapitel beschreibt das Philologie-Tabu in Russland im Gegensatz zum wissenschaftlichen Interesse im Westen.
5. Allgemeine Unterteilung: Es wird die Unterscheidung zwischen "Schimpfworten" und "obszöner Sprache" vorgenommen und der Kontrast zwischen Sex- und Analkultur definiert.
6. Untersuchung der Textstellen in Sorokins „Led“: Der Hauptteil analysiert konkrete Dialoge und Textfragmente hinsichtlich ihrer sprachlichen Ausdrucksstärke im Original und in der Übersetzung.
7. Schluß: Die Arbeit fasst zusammen, dass russische Obszönitäten meist sexuellen Ursprungs sind, während deutsche Entsprechungen oft aus dem analen Bereich stammen oder euphemisiert werden.
Schlüsselwörter
Russische obszöne Sprache, Mat, Vladimir Sorokin, Led, Sexkultur, Analkultur, Sprachkultur, Philologie, Zensur, Übersetzung, Schimpfwörter, Russische Gesellschaft, Literaturvergleich, Sprachwandel, Soziolinguistik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Phänomen der russischen obszönen Sprache („Mat“) in der Literatur, speziell in Vladimir Sorokins Roman „Led“.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den Themen zählen die Herkunft des Mat, seine gesellschaftliche Funktion und der kulturelle Vergleich zwischen russischen und deutschen Obszönitäten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es herauszufinden, ob die deutsche Übersetzung die ursprüngliche Bedeutung des russischen Originals beibehält oder ob obszöne Ausdrücke in der Übersetzung gemildert werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine komparative Textanalyse durch, bei der russische Originalpassagen direkt mit den entsprechenden deutschen Übersetzungen gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische Dialoge und Chatszenen aus Sorokins Werk und wertet diese im Kontext der „Sexkultur“ versus „Analkultur“ aus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Mat, Sexkultur, Analkultur, philologische Tabus, literarische Übersetzung und sprachliche Ausdrucksstärke.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen "Sexkultur" und "Analkultur" eine so große Rolle?
Diese Unterscheidung verdeutlicht, dass Russisch stark sexuell geprägte Schimpfwörter nutzt, während Sprachen wie Deutsch häufiger auf anal-exkrementale Ausdrücke zurückgreifen.
Welche Rolle spielt die Zensur in Bezug auf das behandelte Thema?
Historisch unterdrückte die Zensur obszöne Lexik massiv, was dazu führte, dass philologische Forschungen zum Mat in Russland lange Zeit ein Tabu waren.
Was ist das Hauptergebnis des Vergleichs?
Das Ergebnis zeigt, dass russische Originale deutlich stärkere sexuelle Konnotationen aufweisen, während die deutsche Übersetzung oft auf Straßen- oder Jugendslang ausweicht und somit die Ausdrucksschärfe verliert.
- Arbeit zitieren
- Nikita Iagniatinski (Autor:in), 2008, Russkij Mat anhand von V. Sorokins "Led", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/157564