Der erste Teil der Bachelorarbeit beschäftigt sich mit einer möglichst umfassenden Definition der Begriffe der Utopie und Dystopie. Im zweiten Teil der Arbeit werden Aldous Huxleys "Brave New World" und Fritz Langs "Metropolis" im Hinblick auf die dargestellten Gesellschaftsordnungen, die Bedeutung von Individualität und Nonkonformismus sowie auf zwischenmenschliche Beziehungen analysiert und miteinander verglichen. Auch die Bedeutung, Funktion und Darstellung von Technik wird hierbei untersucht. Ein dritter Punkt fasst die Charakteristika der dystopischen Romangesellschaft zusammen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der dystopische Roman
2.1 Begriffsgeschichte und Merkmale
2.2 Zur Entstehung der Anti-Utopie
2.3 Historische Betrachtung und aktuelle Entwicklungen
3. Über die negativ-utopischen Gesellschaftsordnungen
3.1 Die Grundpfeiler der schönen neuen Welt und von Metropolis
3.2 Die Position des Individuums in den dystopischen Gesellschaften
3.2.1 Über die Gesellschaftsordnung
3.2.2 Individualität und Nonkonformismus
3.2.3 Zwischenmenschliche Beziehungen und der Wert einzelnen Lebens
3.3 Zur Funktion und Darstellung von Technik
4. Charakteristika der dystopischen Romangesellschaft
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Darstellung und die Auswirkungen von Gesellschaftsordnungen in dystopischen Romanen, wobei sie insbesondere die negativen Utopien als Genre analysiert. Ziel der Arbeit ist es, durch eine vergleichende Untersuchung von Aldous Huxleys "Schöne neue Welt" und Fritz Langs "Metropolis" herauszuarbeiten, wie diese Werke zeitgenössische Ängste vor Totalitarismus, Technisierung und dem Verlust der Individualität literarisch und filmisch verarbeiten.
- Analyse genrekonstituierender Merkmale von Utopie und Anti-Utopie
- Untersuchung der historischen Hintergründe dystopischer Literatur
- Gegenüberstellung der Gesellschaftsmodelle in Huxleys "Schöne neue Welt" und Langs "Metropolis"
- Evaluierung der Rolle von Technik und deren Auswirkungen auf das Individuum
- Vergleich der unterschiedlichen Lösungsansätze und Enden beider Werke
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Grundpfeiler der schönen neuen Welt und von Metropolis
Aldous Huxleys wohl bekanntester Roman erschien 1932 und kann als wahrer Longseller bezeichnet werden, da er auch viele Jahrzehnte nach seiner Erstveröffentlichung noch von thematischer Relevanz ist. Im Zentrum dieser Zeit-Dystopie, welche um das Jahr 2540 n. Chr. spielen soll, steht die Geschichte über die schöne neue Welt, eine „Gesellschaft, die nicht in der Lage ist, technologischen und wissenschaftlichen Fortschritt mit humaner und sozialer Strukturierung des Alltagslebens zu vereinbaren“.
Entstanden in einer Zeit, in der die Angst vor dem Verlust der humanen Menschenwürde und jeglicher Individualität, sowie vollendeter Technisierung aller Lebensbereiche präsent wurde, enthält der Roman in die Zukunft weitergedachte Tendenzen, welche zu seiner Entstehungszeit noch weniger aktuell erschienen als heute. Dass die Menschen der schönen neuen Welt am Fließband produziert werden, erscheint dies in der heutigen Zeit, in der In-Vitro-Fertilisation verbreitet ist, vor allem für Kritiker nicht mehr weit hergeholt. Auch im Bezug auf die allgegenwärtige Nutzung technischer Mittel, unter anderem in der Freizeitgestaltung, kommt Huxleys Roman ein gewisser prophetischer Charakter zu.
Aldous Huxleys zeichnet eine Gesellschaft, in der den Menschen bereits vom ersten Lebensmoment an jegliche Individualität verwehrt wird und deren berufliche und soziale Aufgaben im Erwachsenenalter von Anfang an determiniert sind. Ermöglicht wird dies allem voran durch das diktatorische System. Zwar verwunderte George Orwell, wie bereits angesprochen, das Fehlen persönlicher Interessen der Herrschenden, da diese selbst den Zwängen der Gesellschaft unterliegen, allerdings handelt es sich hierbei um kein zwingendes Merkmal einer Diktatur.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das komplexe Genre der Utopie ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die darin besteht, anhand der Werke "Schöne neue Welt" und "Metropolis" die Merkmale negativ-utopischer Gesellschaften zu analysieren.
2. Der dystopische Roman: Dieses Kapitel behandelt die Begriffsgeschichte sowie die historische Entstehung der Anti-Utopie und arbeitet die wesentlichen Charakteristika heraus, die diese Gattung von rein utopischen Entwürfen abgrenzen.
3. Über die negativ-utopischen Gesellschaftsordnungen: Hier werden die spezifischen Herrschaftsstrukturen, die Rolle des Individuums und die Funktion der Technik in den dystopischen Welten von Huxley und Lang im Detail analysiert und verglichen.
4. Charakteristika der dystopischen Romangesellschaft: Das abschließende Kapitel fasst die in den Analysen gewonnenen Erkenntnisse zusammen und reflektiert die Parallelen sowie Unterschiede in den kritischen Gesellschaftsentwürfen von Huxley und Lang.
Schlüsselwörter
Dystopie, Utopie, Schöne neue Welt, Metropolis, Gesellschaftsordnung, Individuum, Technisierung, Totalitarismus, Marxismus, Konditionierung, Klassengesellschaft, Literaturwissenschaft, Anti-Utopie, Individualität, Fortschrittskritik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Darstellung dystopischer Gesellschaftsordnungen in den Werken "Schöne neue Welt" und "Metropolis" und hinterfragt, wie diese Visionen aktuelle Ängste ihrer Entstehungszeit widerspiegeln.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Themen umfassen die Rolle des Individuums in totalitären Strukturen, die Auswirkungen exzessiver Technisierung und die Klassenteilung innerhalb dieser fiktiven Welten.
Welches ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die genrekonstituierenden Merkmale der Anti-Utopie herauszuarbeiten und zu vergleichen, wie Huxleys und Langs Entwürfe mit den gesellschaftlichen Realitäten ihrer Zeit korrespondieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Begriffsanalyse sowie eine vergleichende Interpretation der Primärquellen, ergänzt durch soziologische und historische Kontextualisierungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Diktaturstrukturen, die Entmenschlichung durch Technik, das Kastensystem sowie die Rolle des Nonkonformismus in den untersuchten dystopischen Erzählungen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Totalitarismus, Entfremdung, Klassengesellschaft, Technikeuphorie, Konditionierung und Individualitätsverlust stehen im Zentrum der Untersuchung.
Wie unterscheidet sich die Rolle der Technik bei Huxley und Lang?
Während die Technik bei Huxley vor allem dem Profit und der effizienten Kasteneinteilung dient, wird sie bei Lang als zerstörerische, den Arbeiter unterwerfende Kraft dargestellt, die eine Versöhnung zwischen Hirn und Hand erfordert.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich des Individuums?
Die Autorin stellt fest, dass in beiden Dystopien das Individuum unter dem Druck kollektiver oder technologischer Systeme leidet, wobei wahre Individualität oft nur von gesellschaftlichen Außenseitern oder denjenigen in höheren Klassen angestrebt wird.
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- Alice Fleischmann (Author), 2009, Monströse Metropolis oder schöne neue Welt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/157278