1. Einleitung
Die Art und Weise wie der Sportlehrer mit dem Medium Sprache arbeitet, stellt für
die erfolgreiche Umsetzung seines Unterrichtsvorhabens einen sehr wichtigen Faktor
dar. Der Lehrer muss die oft komplizierten Bewegungsaufträge für alle Schüler und
Schülerinnen1 verständlich formulieren. Die Räumlichkeiten in denen der Sportunterricht
generell stattfindet, man denke zum Beispiel an ein Schwimmbad oder eine
Mehrfachhalle in der diverse Klassen den Geräuschpegel konstant hochhalten, erfordern
oft kurze und dennoch sehr präzise Anweisungen von Seiten des Lehrers. In
meiner Hausarbeit beschäftige ich mich mit allgemeinen Prinzipien der Verbalinstruktion
im Sportunterricht. Es sollen allgemeine Probleme der Kommunikation im
Sportunterricht aufgezeigt werden. Anschließend sollen Möglichkeiten aufgezeigt
werden, wie man diese Probleme beseitigt oder erst gar nicht aufkommen lässt.
Einige wichtige Ansätze zur besseren Nutzung des Mediums Sprache werden vorgestellt.
Unter dem weiten Begriff ‚Medium‘ verstehe ich in dieser Arbeit soviel wie
‚Informationsträger‘ zwischen dem Lehrer auf der einen und den SuS auf der anderen
Seite der Kommunikation (Sender-Empfänger Model2).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Merkmale des Sportunterrichts
3. Welche Inhalte werden wie im Sportunterricht vermittelt?
3.1 Warum sollen die SuS im Sportunterricht informiert werden?
3.2 Worüber soll im Sportunterricht informiert werden?
3.3 Wie können Informationen im Sportunterricht vermittelt werden?
3.3.1 Wie soll verbal informiert werden?
3.3.2 An welcher Stelle im Lernprozeß soll die verbale Information stehen?
3.3.3 Erfolgskontrolle
4. Sprachverwendungsprobleme im Sportunterricht
4.1 Allgemeine Merkmale der Kommunikation im Schulunterricht
4.2 Spezielle Merkmale der Kommunikation im Sportunterricht
5. Pragmatische Prinzipien
5.1 Sachgemäß sprachlich informieren
5.2 Situationsgemäß sprachlich informieren
5.2.1 Präaktionale Instruktion
5.2.2 Aktionale Instruktion
5.2.3 Postaktionale Instruktion
5.3 Schüler gemäß sprachlich informieren
6. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Sprache als entscheidendes Vermittlungsmedium im Sportunterricht. Ziel ist es, allgemeine Kommunikationsprobleme aufzuzeigen und praxistaugliche Lösungsansätze zu präsentieren, um die verbalen Instruktionskompetenzen von Sportlehrkräften zu optimieren.
- Die Rolle der Sprache als Informationsträger im Sportunterricht
- Anforderungen an die verbale Vermittlung von Bewegungsaufgaben
- Analyse kommunikativer Probleme und Asymmetrien in der Interaktion
- Pragmatische Prinzipien für eine sach-, situations- und schülergemäße Kommunikation
Auszug aus dem Buch
3.3.2 An welcher Stelle im Lernprozeß soll die verbale Information stehen?
Bevor die SuS die Bewegung zum ersten Mal selbst ausführen, sollten stets Informationen zur Abwendung von Gefahren gegeben werden. Es ist zum Beispiel unverantwortlich die SuS ohne eine Sicherheitsschulung auf ein Trampolin oder in ein Ruderboot zu lassen. Liegt der Bewegungsaufgabe keine gefährliche Situation zu Grunde, sollte man die SuS explorativ ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben lassen. Sie sollen zuerst versuchen die Aufgabe ohne verbale Hilfestellung zu bewältigen, um sich mit der Bewegung eigenständig auseinanderzusetzen. Dies ermöglicht Innovationen und bereitet die SuS spielerisch auf die Informationen vor. Sie haben eventuell bereits eine Vorstellung der Bewegung entwickelt oder sind auf Probleme gestoßen, die im Unterrichtsgespräch geklärt werden können. Der genaue Zeitpunkt in dem man mit verbalen Informationen in die Bewegung der SuS eingreift will genau überlegt sein. Er darf nicht zu früh und nicht zu spät erfolgen. Greift man zu früh ein, wird die Bewegung kanalisiert und die Explorationsphase gestört. Werden die Informationen zu spät gegeben, läuft man Gefahr, dass sich ‚falsche‘ Bewegungsmuster verfestigen und die weiterführenden Lernprozesse beeinträchtigen. Es sollte auch vermieden werden, während der Übung ein ausführliches Feedback zu geben. Der Aktive wird durch diese Information von der Bewegung abgelenkt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Bedeutung der Sprache als Medium zur Vermittlung von Bewegungsaufträgen und benennt die Relevanz der Kommunikationskompetenz für Sportlehrkräfte.
2. Merkmale des Sportunterrichts: Dieser Abschnitt beschreibt den Sportunterricht als soziale Interaktion, in der Sprache affektive und kognitive Prozesse sowie motorische Lernfortschritte maßgeblich beeinflusst.
3. Welche Inhalte werden wie im Sportunterricht vermittelt?: Das Kapitel erläutert, warum und worüber informiert werden muss und stellt Methoden der Informationsvermittlung (visuell, taktil, verbal) sowie Strategien der Erfolgskontrolle vor.
4. Sprachverwendungsprobleme im Sportunterricht: Es werden die asymmetrische Kommunikation zwischen Lehrkraft und Schülern sowie spezifische Probleme wie Missverständnisse oder Fachjargon untersucht.
5. Pragmatische Prinzipien: Dieses Kapitel stellt drei zentrale Ansätze – sachgemäßes, situationsgemäßes und schülergemäßes Informieren – vor, um verbale Instruktionen im Unterricht zu verbessern.
6. Schlussbemerkung: Der Autor resümiert, dass eine gezielte sprachliche Ausbildung von Sportlehrern essenziell ist und durch eine strukturierte Planung die Unterrichtsqualität nachhaltig gesteigert werden kann.
Schlüsselwörter
Sportunterricht, Verbalinstruktion, Kommunikation, Lehrer-Schüler-Interaktion, Bewegungsaufgaben, Fachjargon, Vermittlungsmedium, pädagogische Kompetenz, Sprachgebrauch, Unterrichtsgestaltung, motorisches Lernen, pragmatische Prinzipien, Instruktion, Feedback, Schülerperspektive
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Sprache als zentrales Medium zur Vermittlung von Inhalten und Bewegungsaufgaben im Sportunterricht.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themenfelder umfassen die Anforderungen an verbale Instruktionen, die Analyse von Kommunikationsstörungen und die Vorstellung pragmatischer Prinzipien für die Unterrichtspraxis.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sportlehrkräfte durch eine optimierte Sprache ihre Unterrichtsplanung und -durchführung verbessern können, um motorische Lernprozesse effektiver zu gestalten.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender sportpädagogischer Untersuchungen und greift auf Beobachtungsmodelle zurück, um die Kommunikationsqualität zu bewerten.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Informationsvermittlung, die Problematisierung spezifischer Sprachmuster im Sport und die Ableitung konkreter Prinzipien für die verschiedenen Phasen einer Unterrichtsstunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Verbalinstruktion, Sportunterricht, Kommunikation, Lehrkompetenz und Bewegungssteuerung.
Warum ist die Wahl des Zeitpunkts für verbale Informationen so wichtig?
Ein zu früher Zeitpunkt unterbricht die notwendige Explorationsphase der Schüler, während ein zu später Zeitpunkt zur Festigung falscher Bewegungsmuster führen kann.
Wie kann der Sportlehrer die Schüler aktiv in die Kommunikation einbinden?
Der Lehrer sollte seinen Unterricht so strukturieren, dass Schüler in Reflexionsphasen nachfragen oder Spielregeln selbst erklären können, anstatt nur passiv Anweisungen zu empfangen.
- Arbeit zitieren
- Bastian Einck (Autor:in), 2007, Allgemeine Prinzipien der Verbalinstruktion im Sportunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/157125