Die präventiven und therapeutischen Effekte einer Kost, die reich an (Frisch-)Obst und Gemüse ist, läßt sich anhand einer Vielzahl von wissenschaftlichen Studien nachweisen. Eine Obst- und Gemüsereiche Ernährungsweise kann die Entstehung und den Verlauf unterschiedlicher chronischer Erkrankungen positiv beeinflussen. Diese Aussage läßt sich durch eine Vielzahl von Studien gestützt machen. Insbesondere bestimmte Risikofaktoren für
Herz-Kreislauferkrankungen wie Hyperlipoproteinämie, Adipositas,
oxidativer Stress und Hyperhomocysteinämie können durch Befolgen der
sogenannten „5-am-Tag-Regel“, d. h. dem Verzehr von 5 Portionen Obst und Gemüse täglich, sowie teilweise auch durch geeignete
Nahrungsergänzungsmittel signifikant reduziert werden. Gegenüber
Krebserkrankungen verfügt der Körper über eine Reihe von
Abwehrmechanismen, die durch eine Obst-Gemüsereiche Kost aktiviert werden können. Das Krebsrisiko kann dadurch nachweislich in Mundhöhle und Rachen, Speiseröhre, Magen, Dickdarm und Lunge gesenkt werden, eine Risikoreduktion ist wahrscheinlich für Kehlkopf-, Pankreas, Brust- und Blasen-Karzinome. Es wird dargestellt wie bestimmte Nahrungsbestandteile aus Obst und Gemüse die unterschiedlichen Abwehrmechanismen gegenüber
Krebserkrankungen beeinflussen. Andere chronische Erkrankungen, die in Entstehung und/oder Verlauf anscheinend durch eine Obst-Gemüse-reiche Ernährung beeinflusst werden können, sind Katarakt, altersabhängige Makuladegeneration, Morbus Alzheimer und Depressionen. Das Immunsystem älterer Menschen, das häufig geschwächt ist, profitiert ebenfalls von einer solchen Kost.
Die in der Diät- und Ernährungsberatung gemachte Empfehlung täglich mindestens 5 Portionen Gemüse und Obst zu verzehren, scheint vor dem Hintergrund dieser wissenschaftlichen Ausarbeitung tatsächlich begründet. Gemüse und Obst zeichnen sich durch eine niedrige Kaloriendichte, einen relativ hohen Wirkstoffgehalt (Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe) aus. Insbesondere der Verzehr von Gemüse in roher und gekochter Form sollte aus präventivmedizinischer Sicht deutlich erhöht werden. Studien zeigen, dass der Ersatz von Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen durch Isolate nicht möglich ist. Die positiven Effekte einer Obst- und Gemüse-reichen Ernährungsweise kann man scheinbar durch herkömmliche Nahrungsergänzungsmittel nicht ersetzen. Sinnvoll scheint die Einnahme von Obst- und Gemüse-Konzentraten.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Teil 1: Einflüsse von Gemüse und Obst auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Teil 2: Einflüsse von Obst und Gemüse auf Krebserkrankungen
Teil 3: Einflüsse von Obst und Gemüse auf andere Erkrankungen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die präventiven und therapeutischen Potenziale einer obst- und gemüsereichen Ernährungsweise sowie deren Einfluss auf verschiedene chronische Erkrankungen, wobei besonderes Augenmerk auf die zugrunde liegenden ernährungswissenschaftlichen Wirkmechanismen sekundärer Pflanzenstoffe und Vitamine gelegt wird.
- Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Ernährung
- Krebsprotektive Wirkungen pflanzlicher Inhaltsstoffe
- Einfluss der Ernährung auf neurologisch-psychiatrische Erkrankungen
- Modulation des Immunsystems durch Mikronährstoffe
- Bewertung von Nahrungsergänzungsmitteln gegenüber natürlicher Kost
Auszug aus dem Buch
Teil 1: Einflüsse von Gemüse und Obst auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen
In zahlreichen Studien konnten die gesundheitsfördernden Wirkungen einer Obst- und Gemüse-reichen Ernährung nachgewiesen werden. Panagiotakos et al. zeigten in einer Untersuchung mit 848 Patienten und 1078 Kontrollpersonen, dass diejenigen mit einem Obstverzehr im oberen Quintil im Vergleich zur Gruppe im unteren Quintil ein um 72% reduziertes Risiko für koronare Herzerkrankung (KHK) hatten. Pro täglich verzehrter Obstportion nahm das Risiko um 10% ab. Wurde mehr als 3 mal pro Woche Gemüse gegessen, sank das KHK-Risiko im Vergleich zu Gemüseverweigerern um 70% (3).
In einer großen dänischen Studie mit 54506 Probanden, von denen innerhalb von 4 Jahren 266 wegen eines Schlaganfalls hospitalisiert wurden, fand man heraus, dass insbesondere eine Obstreiche Ernährung das Schlaganfallrisiko deutlich reduzierte: das Quintil mit dem höchsten Obstkonsum hatte ein um 40% geringeres Risiko im Vergleich zum untersten Quintil (4).
Wichtige Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen können durch eine Obst- und Gemüse-reiche Ernährung beeinflusst werden. Dazu gehören die Hyperlipoproteinämie, Adipositas (welche häufig wesentlich zur Entstehung von Bluthochdruck und Diabetes mellitus Typ 2 beiträgt), oxidativer Stress und erhöhte Homocysteinspiegel im Blut. Die positiven Wirkungen einer Obst- und Gemüse-reichen Ernährungsweise auf das Lipidprofil werden wesentlich auf den Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen zurückgeführt. Ein Wirkungsnachweis konnte bisher erbracht werden für das zu den Carotinoiden gehörende Lykopen (5), mit Einschränkung für das Monoterpen D-Limonen (6), für Saponine (7), Sulfide (8) sowie die zu den Flavonoiden gehörenden Lignane (9). Lycopen hemmte in vitro die Aktivität des Schlüsselenzyms der Cholesterinsynthese 3-Hydroxy-3-Methyl-glutaryl-Coenzym-A-Reduktase (HMG-Co-a-Reduktase) und senkte die Plasma-LDL-Konzentration beim Menschen in vivo (5).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale Bedeutung chronischer Erkrankungen und zeigt auf, dass ein Großteil dieser durch Ernährungsumstellungen vermeidbar wäre.
Teil 1: Einflüsse von Gemüse und Obst auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Dieses Kapitel analysiert, wie Obst- und Gemüsekonsum kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Hyperlipoproteinämie und Bluthochdruck durch sekundäre Pflanzenstoffe positiv beeinflussen kann.
Teil 2: Einflüsse von Obst und Gemüse auf Krebserkrankungen: Hier wird detailliert dargestellt, welche Mechanismen, wie die Aktivierung von Phase-II-Enzymen oder Apoptose, durch Inhaltsstoffe aus Obst und Gemüse zur Krebsprävention beitragen.
Teil 3: Einflüsse von Obst und Gemüse auf andere Erkrankungen: Das letzte Kapitel untersucht die präventiven Effekte einer nährstoffreichen Kost auf Augenerkrankungen wie den Katarakt, neurodegenerative Leiden und die Funktion des Immunsystems.
Schlüsselwörter
Ernährungstherapie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebsprävention, sekundäre Pflanzenstoffe, Vitamine, Antioxidantien, Homocystein, Arteriosklerose, Immunsystem, Lignane, Flavonoide, Carotinoide, Folsäure, Stoffwechsel, Mikronährstoffe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die präventiven und therapeutischen Effekte einer obst- und gemüsereichen Ernährung auf diverse chronische Krankheiten aus ernährungstherapeutischer Sicht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, verschiedenen Krebsarten, neurologischen Erkrankungen sowie der allgemeinen Modulation des Immunsystems.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Das Ziel ist die zusammenfassende Darstellung, wie Nahrungsbestandteile aus Obst und Gemüse gesundheitsfördernde Mechanismen im Körper aktivieren und ob dies durch Supplemente ergänzt werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden liegen der Arbeit zugrunde?
Die Autoren nutzen eine umfassende Literaturanalyse und werten eine Vielzahl klinischer sowie epidemiologischer Studien aus, um die Wirksamkeit von Inhaltsstoffen zu belegen.
Was wird primär im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Bereiche: Herz-Kreislauf-System, Krebsentstehung sowie sonstige Erkrankungen (Auge, Psyche, Immunsystem), inklusive der Rolle der sekundären Pflanzenstoffe.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Ernährungstherapie, sekundäre Pflanzenstoffe, Mikronährstoffe, Krebsprävention, Herz-Kreislauf-Gesundheit und Antioxidantien.
Welche Bedeutung hat das untersuchte Homocystein für das Herz-Kreislauf-Risiko?
Ein erhöhter Homocysteinspiegel beeinträchtigt die Durchblutung und fördert Arteriosklerose, weshalb eine adäquate Versorgung mit Folsäure, Vitamin B6 und B12 von zentraler Bedeutung ist.
Wie bewerten die Autoren den Einsatz isolierter Mikronährstoffe im Vergleich zu natürlicher Kost?
Die Autoren betonen, dass die gesundheitsfördernden Effekte einer Obst- und Gemüse-reichen Kost einer alleinigen Substitution mit hochdosierten Mikronährstoffen, insbesondere bei Rauchern, oft überlegen sind.
Können Nahrungsergänzungsmittel wie Obst-Gemüse-Kapseln dennoch sinnvoll sein?
Ja, laut der Arbeit können sie für Patienten, die sich nicht ausreichend mit frischem Obst und Gemüse versorgen können, einen belegbaren Nutzen, beispielsweise bei der DNS-Schutzfunktion, bieten.
Was ist das Ergebnis zur Wirkung von Phytoöstrogenen bei Krebs?
Die Ergebnisse sind ambivalent; während sie bei Prostatatumoren protektiv wirken können, wird bei Frauen mit bestehendem Mammakarzinom aufgrund möglicher proliferativer Effekte zur Vorsicht geraten.
- Arbeit zitieren
- M.Sc. Sven-David Müller (Autor:in), 2010, Präventive und therapeutische Effekte einer obst- und gemüsereichen Ernährungsweise, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/156676