Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Weg, der Wahrheit und dem Leben der Bekennenden Kirche, um herauszufinden, warum die erste Bekenntnissynode im Mai 1934 in der Gemeinde Barmen-Gemarke in Wuppertal stattfand. Dazu werden die Gründung mit ihrer geschichtlichen Umgebung und die Gründungsmitglieder näher erläutert. Es war eine Schwierigkeit, Literatur zu diesem Thema zu finden: es ist viel vorhanden über die Gründung der Bekennenden Kirche und auch über die Bekenntnissynode an sich, aber darüber, warum sie in Barmen stattgefunden hat, haben die Quellen geschwiegen. Ich werde versuchen, aus den einzelnen Hinweisen ein schlüssiges Bild aufzubauen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh. 14, 6)
2. Hauptteil: „Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener.“ (Mt. 20, 25-26)
2.1 Glauben im Dritten Reich: Die Deutschen Christen
2.2 Die Anfänge der Bekennenden Kirche – aus vielen Wurzeln entsteht ein Baum
2.2.1 Karl Barth: „Theologische Existenz heute
2.2.2 Martin Niemöller: Der Pfarrernotbund
2.2.3 Die Gemeinden: Kirchenpolitik an der Basis
2.3 Barmen – Gemarke: eine Gemeinde engagiert sich
3. Schluss: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Mt. 28, 20) - „Gottes Wort ist nicht gebunden.“ (2. Tim. 2, 9)
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Hintergründe und die Rolle der Gemeinde Barmen-Gemarke, um zu ergründen, warum die erste Bekenntnissynode der Bekennenden Kirche im Mai 1934 ausgerechnet an diesem Standort stattfand.
- Die Glaubensbewegung der „Deutschen Christen“ im Dritten Reich
- Die Entstehung der Bekennenden Kirche aus verschiedenen Wurzeln
- Der Einfluss von Theologen wie Karl Barth und Martin Niemöller
- Die Bedeutung der Basisarbeit in den Kirchengemeinden
- Die spezifischen Rahmenbedingungen und das Engagement der Gemeinde Barmen-Gemarke
Auszug aus dem Buch
2.3 Barmen – Gemarke: eine Gemeinde engagiert sich
1934 war es dann soweit: vom 29. - 31. Mai fand im Wuppertaler Stadtteil Barmen in der reformierten Gemarker Kirche die erste Bekenntnissynode der Bekennenden Kirche statt. Nach einigen Wochen intensiver Vorbereitung bei verschiedenen Treffen der von einem Bruderrat geleiteten „Bekenntnisgemeinschaft der DEK“ – später umbenannt in den „Bruderrat der Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche“ - trafen sich 139 Pfarrer aus 18 der 28 lutherischen, reformierten und unierten Landeskirchen und beschlossen dort eines der geschichtsträchtigsten Kirchendokumente der Evangelische Kirche, das bis heute wegweisend und einzigartig ist: die „Theologische Erklärung zur gegenwärtigen Lage der Deutschen Evangelischen Kirche“.
Schon vor 1933 fällte die Gemeinde Gemarke einige Entscheidungen, die ihre Position im Kirchenkampf wesentlich bestimmen sollten: 1927 wurde der Pastor Karl Immer ins Amt berufen, zwischen 1928 und 1931 folgten die Pastoren Erich Schmidt, D. Paul Humburg und Harmannus Obendiek19. Zusammen mit den Pastoren Paul Kuhlmann und Adolf Lauffs bildeten sie das Pfarrkollegium der Gemeinde und sollten zu denen gehören, die im Kirchenkampf an erster Stelle standen.
Die DC begannen immer mehr Einfluss auf die einzelnen Gemeinden in Deutschland zu nehmen und auch einige Barmer Pastoren schlossen sich der Glaubensbewegung an, doch keiner der Gemeinde Gemarke. Am 21. Juni 1933 fasste das Presbyterium folgenden Beschluss: „Presbyterium kennt unter sich keine andere Einheit, als dass der Einzelne sich mit seinem Gewissen gebunden weiß an seinen erhöhten Herrn. Presbyterium als solches ist gewillt, nur nach dem Willen des Herrn Christus zu fragen. Es wird ausdrücklich abgelehnt, für irgendwelche kirchenpolitischen Gruppen einzutreten.“20 In der darauffolgenden Neuwahl der Presbyterien – die in vielen Gemeinden nicht stattfanden, weil auf die Forderung der DC, ihnen 80 Prozent der Sitze in der größeren kirchlichen Gemeindevertretung zu überlassen, eingegangen worden war - wurden in Gemarke und Unterbarmen zwei Wahllisten aufgestellt: die Liste 1 „Für Christus und die Gemeinde“ und die Liste 2 „Deutsche Christen“21.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh. 14, 6): Die Einleitung erläutert die theologische Motivation hinter der Bekenntnissynode und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Standortwahl in Barmen.
2. Hauptteil: „Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener.“ (Mt. 20, 25-26): Der Hauptteil analysiert die politischen und religiösen Spannungsfelder während des Nationalsozialismus und die Reaktionen innerhalb der Kirche.
2.1 Glauben im Dritten Reich: Die Deutschen Christen: Dieses Kapitel beschreibt das Aufkommen der „Deutschen Christen“ und deren Versuche, nationalsozialistisches Gedankengut in die Kirche zu integrieren.
2.2 Die Anfänge der Bekennenden Kirche – aus vielen Wurzeln entsteht ein Baum: Hier wird die organisatorische und ideologische Formierung der Bekennenden Kirche als Gegenbewegung dargestellt.
2.2.1 Karl Barth: „Theologische Existenz heute: Der Abschnitt fokussiert auf die Rolle Karl Barths und dessen einflussreiche Kampfschrift gegen die Gleichschaltung der Kirche.
2.2.2 Martin Niemöller: Der Pfarrernotbund: Hier wird die Gründung des Pfarrernotbundes unter Martin Niemöller als Widerstandsaktion gegen den Arierparagraphen erläutert.
2.2.3 Die Gemeinden: Kirchenpolitik an der Basis: Dieses Kapitel zeigt den Widerstand auf Gemeindeebene, insbesondere durch Bruderräte und freie Synoden.
2.3 Barmen – Gemarke: eine Gemeinde engagiert sich: Das Kapitel detailliert die Vorreiterrolle der Kirchengemeinde Gemarke und die Vorbereitungen zur Synode 1934.
3. Schluss: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Mt. 28, 20) - „Gottes Wort ist nicht gebunden.“ (2. Tim. 2, 9): Das Fazit beantwortet die Leitfrage durch das persönliche Engagement der Gemeindeführung und unterstreicht die Bedeutung der Barmer Theologischen Erklärung.
Schlüsselwörter
Bekennende Kirche, Barmen, Barmer Theologische Erklärung, Deutsche Christen, Kirchenkampf, Karl Barth, Martin Niemöller, Gemeinde Gemarke, Nationalsozialismus, Pfarrernotbund, Bekenntnissynode, Arierparagraph, Kirchenpolitik, Glaubensbewegung, Widerstand
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht die Hintergründe der ersten Bekenntnissynode der Bekennenden Kirche im Mai 1934 mit dem Fokus auf die Gründe für die Wahl des Standorts Barmen-Gemarke.
Welche zentralen Themenfelder deckt der Text ab?
Zu den Schwerpunkten gehören der Kirchenkampf im Dritten Reich, die Rolle der Deutschen Christen, die Entstehung der Bekennenden Kirche sowie der Einfluss theologischer Vordenker und lokaler Kirchengemeinden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, ein schlüssiges Bild zu entwickeln, warum gerade die Gemeinde Barmen-Gemarke zum Austragungsort dieses historischen Ereignisses wurde, da die Quellenlage hierzu oft unpräzise ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?
Die Autorin stützt sich auf eine Analyse historischer Quellen, Biografien und Fachliteratur, um die kirchenpolitischen Ereignisse der Zeit zu rekonstruieren und in einen Kontext zu setzen.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Deutschen Christen als politische Glaubensbewegung, die unterschiedlichen Widerstandswurzeln der Bekennenden Kirche und das spezifische Engagement der Gemeinde Gemarke.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Bekennende Kirche, Barmer Theologische Erklärung, Kirchenkampf, Karl Barth, Martin Niemöller und das lokale Engagement in der Gemeinde Gemarke.
Welche Rolle spielte die Gemeinde Barmen-Gemarke konkret bei der Synode?
Die Gemeinde zeichnete sich durch eine sehr engagierte Führung aus, die sich frühzeitig gegen die kirchenpolitischen Eingriffe der Nationalsozialisten stellte und die Synode aktiv in ihre Räumlichkeiten einlud.
Warum ist die „Theologische Erklärung“ von Barmen historisch so bedeutsam?
Sie gilt als eines der geschichtsträchtigsten und wegweisendsten Dokumente, da sie die Unabhängigkeit des Gotteswortes von politischen Zielen betonte und den Widerstand theologisch legitimierte.
- Quote paper
- Anne Burkhardt (Author), 2010, Warum fand die erste Bekenntnissynode der Bekennenden Kirche in Barmen statt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/156657