Um sich den Technologieclustern in Malaysia zu nähern stellt diese Arbeit zunächst einmal den Clusterbegriff, dessen Entwicklung und dessen Anwendung auf Schwellenländer vor. Anschließend werden die Cluster in Penang bzw. der Multimedia Super Corridor (MSC) unter den zuvor vermittelten Gesichtspunkten der Clustertheorie beschrieben. Bei dem Fallbeispiel aus Penang wird besonders die Rolle der multinationalen Unternehmen hervorgehoben und es wird versucht, eine qualitative und quantitative Bewertung der Leistungsfähigkeit des Clusters abzugeben. Letzteres wird ebenso für den MSC versucht, zusätzlich wird hier die Intention des Gesellschaftlichen Wandels in der Politik beleuchtet. Außerdem versucht diese Arbeit aufzuzeigen, wo die politische Clusterförderung in Malaysia an ihrer Grenzen stößt. Probleme und Chance der außengesteuerten Cluster- und technologieregionenentwicklung lassen sich an Hand der Fallbeispiele ableiten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Clusterkonzept
2.1 Der Porter‘sche Diamant
2.2 Regionale Cluster
2.2.1 Handelsbeziehungen
2.2.2 Wissensflüsse und Wissensbasis
2.2.3 Innovationsnetzwerke und Innovationssysteme
2.2.4 Regionale Effekte von Clustern
2.3 Zwischenfazit
3 Einordnung der theoretischen Konzepte in einen landesspezifischen Kontext
4 Technologieregionen Malaysias
4.1 Industrielle Entwicklung und Politik Malaysia mit besonderem Augenmerk auf die Region Penang als Standort der E&E-Industrie
4.1.1 Abhängigkeit der Clusterentwicklung in Penang von MNUs
4.1.2 Quantitative Messung der Leistungs- und Innovationsfähigkeit des Clusters in Penang
4.1.3 Politische Handlungsfelder in Penang
5 Multimedia Super Corridor - Politisches Instrument für den gesellschaftlichen Wandel?
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Übertragbarkeit des Clusterkonzepts auf Schwellenländer, am Beispiel von Penang und dem Multimedia Super Corridor in Malaysia. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie multinationale Unternehmen und staatliche Politik die Clusterbildung und Innovationsfähigkeit in diesen Regionen beeinflussen.
- Entwicklung und Anpassung des Clusterkonzepts auf Schwellenländer
- Analyse der Rolle multinationaler Unternehmen (MNUs) in Technologieclustern
- Evaluation von Innovationsfähigkeit und technologischer Absorptionsfähigkeit
- Staatliche Industriepolitik und deren Auswirkungen auf regionale Entwicklung
- Vergleich zwischen produktionsorientierter Clusterförderung und gesellschaftspolitischen Zielen
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Handelsbeziehungen
Wieso profitieren in einem Cluster Unternehmen von der räumlichen Nähe zu Unternehmen gleicher Branchen? Um dieser Frage nachzugehen ist es zunächst einmal wichtig, sich vor Augen zu führen, welche Art von Beziehungen Unternehmen miteinander führen können. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen horizontalen und vertikalen Unternehmensbeziehungen. Während Porter die Konkurrenzsituation (horizontal) für einen Wettbewerbsvorteil verantwortlich machte, gehen die moderneren Clustertheorien davon aus, dass die kooperative (vertikale) Vernetzung der Unternehmen eine bedeutendere Rolle spielt. Im Detail bedeutet dies für ein Cluster eine räumliche Konzentration von Unternehmen, spezialisierten Zulieferern und Dienstleistern und Unternehmen verwandter Branchen entlang einer Wertschöpfungskette. Man spricht hierbei auch von einem Lokalen Produktionssystem (vgl. Bathelt/Glückner 2003:190). Darüber hinaus besteht in einem Cluster eine räumliche Konzentration an Institutionen wie Verbänden und (spezialisierten) Bildungseinrichtungen (vgl. Sauter 2004:66). Zusammen mit dem lokalen Produktionssystem spricht man hierbei vom Innovationsnetzwerk (vgl. Sauter 2004:67). Der Vorteil in den vertikalen Kooperationsbeziehungen liegt in der sog. Flexiblen Spezialisierung. Hierbei entwickeln Zulieferer spezifische Kompetenzen und sind durch die Eingrenzung ihres Fachgebiets in der Lage auf die Wünsche der Kunde schnell und flexibel zu reagieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die Clustertheorie auf die malaysischen Technologieregionen Penang und MSC anzuwenden und dabei die Rolle multinationaler Unternehmen zu bewerten.
2 Clusterkonzept: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen von Clustern, ausgehend vom Porter‘schen Diamanten bis hin zu modernen Ansätzen, die Wissensflüsse und lokale Produktionssysteme in den Fokus rücken.
3 Einordnung der theoretischen Konzepte in einen landesspezifischen Kontext: Hier wird geprüft, wie das Clusterkonzept an die Bedingungen von Schwellenländern angepasst werden muss, insbesondere unter Berücksichtigung des Latecomer-Status und des Technologietransfers durch MNUs.
4 Technologieregionen Malaysias: Dieses Kapitel analysiert die industrielle Entwicklung in Penang, wobei die Bedeutung von MNUs, Humankapital und die politische Rahmenbedingungen sowie die quantitative Messung der Innovationsfähigkeit untersucht werden.
5 Multimedia Super Corridor - Politisches Instrument für den gesellschaftlichen Wandel?: Das Kapitel untersucht den MSC als politisch initiiertes Cluster, das neben wirtschaftlichen Zielen vor allem den Übergang Malaysias zur Wissensgesellschaft anstrebt.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Cluster in Schwellenländern dynamisch auf Suboptimalitäten reagieren und die staatliche Förderung des MSC ein wichtiges Instrument für den langfristigen gesellschaftlichen Wandel darstellt.
Schlüsselwörter
Clusterkonzept, Schwellenländer, Malaysia, Penang, Multimedia Super Corridor, multinationale Unternehmen, Innovationsnetzwerke, Wissensgesellschaft, Technologietransfer, regionale Entwicklung, Industriebereiche, Humankapital, Wettbewerbsfähigkeit, Industriepolitik, Absorptionsfähigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht Technologiecluster in Malaysia, wobei der theoretische Rahmen der Clusterkonzepte auf die speziellen Gegebenheiten von Schwellenländern angewendet wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind das Clusterkonzept nach Porter, die Rolle multinationaler Unternehmen, die technologische Absorptionsfähigkeit und die staatliche Industriepolitik in Malaysia.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit der Cluster in Penang und dem Multimedia Super Corridor zu bewerten und aufzuzeigen, wie politische Clusterförderung in Schwellenländern wirkt.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zur Herleitung des theoretischen Konzepts sowie eine Fallstudienanalyse, unterstützt durch die Auswertung statistischer Daten zu Exporten und F&E-Aktivitäten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen auf Malaysia übertragen, die Entwicklung der Elektro- und Elektronikindustrie in Penang analysiert und der Multimedia Super Corridor als Instrument für gesellschaftlichen Wandel beleuchtet.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Cluster, Schwellenland, Wissensgesellschaft, Technologietransfer und Industriepolitik.
Wie unterscheidet sich die Clusterförderung in Penang von der im MSC?
Während in Penang die Intensivierung bestehender Produktionscluster durch MNUs im Vordergrund stand, wurde der MSC gezielt von der Politik initiiert, um einen gesellschaftlichen Wandel zur Wissensgesellschaft herbeizuführen.
Welche Bedeutung haben multinationale Unternehmen für die Entwicklung in Penang?
MNUs fungierten in Penang als primäre Akteure für den Technologietransfer und die Schaffung lokaler Zuliefererstrukturen, wobei sie anfangs die fehlende lokale Innovationsbasis kompensierten.
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- B.Sc. Fabian Seyffarth (Author), 2010, Standortcluster von Technologiebranchen in Malaysia: Penang und Multimedia Super Corridor, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/156498