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Die "Merfart" von Balthasar Sprenger. Ein Umbruch in der antikisch-mittelalterlichen Reiseberichterstattung?

Title: Die "Merfart" von Balthasar Sprenger. Ein Umbruch in der antikisch-mittelalterlichen Reiseberichterstattung?

Term Paper , 2020 , 26 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: David Reuter (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age

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Ein Augenzeuge auf den Spuren der frühen Globalisierung: Balthasar Sprengers "Merfart" bietet einen spannenden Einblick in eine Zeit des Umbruchs, in der sich die europäische Wahrnehmung der Welt grundlegend veränderte. Sein Reisebericht von der Indienfahrt 1505/1506 steht exemplarisch für den Übergang von fantastischen Erzählungen hin zu einer neuen, sachlich-dokumentarischen Darstellung fremder Kulturen und Handelsrouten.

Diese Hausarbeit untersucht, wie Sprenger mit seiner "Merfart" die tradierten Vorstellungen des Orients herausfordert und welchen Einfluss seine nüchterne, faktenbasierte Berichterstattung auf spätere Reiseberichte hatte. Sie beleuchtet die historischen Hintergründe der Expedition, die persönlichen Motive des Reisenden und die strukturellen Herausforderungen, die mit der Verschriftlichung neuer Entdeckungen einhergingen.

Im Mittelpunkt steht die zentrale Frage, ob Sprenger mit seinem Werk tatsächlich einen objektiven Tatsachenbericht liefert oder ob auch er von den europäischen Vorstellungen und Erwartungen jener Zeit beeinflusst wurde. Durch eine umfassende Quellenkritik und den Vergleich mit zeitgenössischen Berichten wird ein differenziertes Bild dieser spannenden Epoche gezeichnet.

Neben einer detaillierten Analyse der "Merfart" bietet die Arbeit wertvolle Einblicke in die wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Dynamiken der Handelswege nach Indien. Es wird deutlich, wie sehr wirtschaftliche Interessen und geopolitische Machtansprüche die Darstellung und Wahrnehmung des Fremden prägten.

Diese Arbeit richtet sich an Studierende und Forschende der Geschichts-, Literatur- und Kulturwissenschaften sowie an alle, die sich für die Geschichte der frühen Globalisierung und die Entwicklung des europäischen Weltbildes interessieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

I.1 Zur Quellenwahl

I.2 Zur Forschung

I.3 Fragestellung und Methode

II. Gängige Formen antiker und mittelalterlicher Reiseberichte

II.1 Zwischen realitätsgetreuer Beschreibung und Fiktion – das Indienbild

III. Der historische Hintergrund der Sprenger-Fahrt

III.1 Zum biographischen Hintergrund Balthasar Sprengers

III.2 Die Indienfahrt

III.3 Umstände der Verschriftlichung

IV. Quelleninterpretation: Die ‚Merfart‘ Balthasar Sprengers

IV.1 Äußere Quellenkritik

IV.2 Innere Quellenkritik

IV.2.1 Zur Motivation

IV.2.2 Das Schiff als Standort des Betrachtens

IV.2.3 Versuch eines Tatsachenberichts?

V. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern der Reisebericht von Balthasar Sprenger aus dem Jahr 1509 als ein Umbruch in der antikisch-mittelalterlichen Reiseberichterstattung gewertet werden kann. Dabei wird analysiert, ob der Autor durch eine nüchterne, realitätsnahe Darstellung der Erlebnisse eine bewusste Berichtigung der bis dahin tradierten, fabulösen Orient-Vorstellungen vornimmt.

  • Historische Einordnung von Reiseberichten an der Schwelle zur Neuzeit
  • Biographische Hintergründe und Ablauf der Indienfahrt 1505/1506
  • Formale und inhaltliche Quellenanalyse der ‚Merfart‘
  • Kontrastierung von mittelalterlichen fantastischen Motiven mit Sprengers empirischem Ansatz
  • Untersuchung der Rolle des Schiffes als Beobachtungsstandort und Mikrokosmos

Auszug aus dem Buch

IV.2.2 Das Schiff als Standort des Betrachtens

In seiner Erzählweise orientiert sich Sprenger dabei durchgehend an einem bestimmten Muster: Zu Beginn benennt er den Ort oder den Hafen wo er sich befindet, dabei nennt er oft eine Datumsangabe, dann berichtet er darüber, in welche Richtung sie segeln oder welchen Hafen sie ansteuern und beschreibt im Anschluss daran, welche Besonderheiten an diesem Ort für ihn bemerkenswert erscheinen:

„Uff den dritten tag des Apprillen: das was uff Sant Ambrosius obentkamen wir uß der Cost von Geneya, do furen wir die leng bei der moren oder schwartzen land uff zwölff oder funfftzehen meyln fer / da sahen wir uff den selben abend und tag dornoch vil grosser grausamer walfische und ye einen grösser und lenger dan den andern“59.

Sprenger wechselt dabei nie den Standort seiner Betrachtung und beobachtet stets vom Schiff aus. Die schnelle Erzählstruktur neue Orte aufzuzählen ohne sie präzise und detailliert zu beschreiben, macht sich in vielen Zeilen des Reiseberichts bemerkbar. Es scheint, als habe Sprenger aufgrund der vielen Ortswechseln keine Zeit, auf wichtige Begebenheiten näher einzugehen: „da lagen wir achtag vor dez land ym hafen mit xix schiffen. uff den fiertzehen tag des Aprillen da segelten wir hynauß60 und fängt stattdessen die Schnelligkeit der Schifffahrt in seinem Satzbau ein.

Das Schiff war somit für Sprenger nicht nur ein Fortbewegungsmittel seiner ‚Merfart‘, sondern auch der Sammelpunkt seiner Beobachtungen und Erlebnisse. Offensichtlich konnte Sprenger sein Schiff nur selten verlassen, um ausgiebige Landgänge zu machen, da er als deutscher Kaufmann unter den strengen Dienstvorschriften der Portugiesen stand.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Epoche des Wandels zur Neuzeit ein und begründet die Relevanz von Sprengers Quellenwahl für die Reiseforschung.

II. Gängige Formen antiker und mittelalterlicher Reiseberichte: Das Kapitel bietet einen Überblick über die Traditionen der Reiseliteratur, insbesondere das Spannungsfeld zwischen fantastischen Fabelwesen und realen Beobachtungen.

III. Der historische Hintergrund der Sprenger-Fahrt: Hier werden die biographischen Daten zu Balthasar Sprenger sowie der konkrete Verlauf und die Umstände seiner Indienfahrt im Auftrag der Welser und Fugger dargelegt.

IV. Quelleninterpretation: Die ‚Merfart‘ Balthasar Sprengers: Dieser zentrale Teil der Arbeit widmet sich der äußeren und inneren Quellenkritik, analysiert die Erzählweise Sprengers sowie seine Absicht, einen Tatsachenbericht zu verfassen.

V. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Sprenger mit seinem sachlichen Sprachstil einen methodischen Umbruch in der Reiseberichterstattung einleitete.

Schlüsselwörter

Balthasar Sprenger, Merfart, Reisebericht, Indienfahrt, Frühe Neuzeit, Quellenkritik, Orientbild, Indien, Welser, Handelsreise, Empirie, Wundergestalten, Reisebeschreibung, Wirtschaftsgeschichte, Kulturgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Reisebericht ‚Merfart‘ von Balthasar Sprenger aus dem Jahr 1509 und analysiert dessen Bedeutung für die Entwicklung der frühneuzeitlichen Reiseliteratur.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Gattungszugehörigkeit von Reiseberichten, die Historisierung der Indienreise Sprengers und die Frage, wie der Autor das fremde Indien im Kontrast zu mittelalterlichen Mythen beschreibt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Untersuchung zielt darauf ab, zu klären, ob Sprenger mit seinem Bericht bewusst eine Korrektur fabulöser Orient-Vorstellungen vollzieht und einen Umbruch zur sachlichen Berichterstattung darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine historisch-kritische Analyse sowie eine Textkritik angewandt, um die Authentizität und Erzählstruktur des Reiseberichts zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Form der Berichterstattung, die Rolle des Schiffes als Beobachtungsposten und die detaillierte Darstellung von Flora, Fauna und den indischen sowie afrikanischen Völkern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Reisereportage, empirische Beobachtung, frühneuzeitlicher Handel, Indienfahrt, Quellenkritik und die Abkehr von fiktiven Sagenwesen.

Warum spielt das "Prinzip des Augenscheins" bei Sprenger eine so große Rolle?

Sprenger legt Wert darauf, dass er die Dinge selbst gesehen und erfahren hat, was seinen Bericht von rein literarisch motivierten Fantasieräumen abhebt und als wahrheitsgemäße Dokumentation legitimiert.

Wie unterscheidet sich Sprengers Sicht auf fremde Völker von der des Jean de Mandeville?

Während Mandeville dazu neigte, seine Reiseberichte mit exotischen Fabelwesen wie Einfüßlern auszuschmücken, sucht Sprenger bei den Einheimischen nach realen Attributen, auch wenn er sie als "wild" klassifiziert.

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Details

Title
Die "Merfart" von Balthasar Sprenger. Ein Umbruch in der antikisch-mittelalterlichen Reiseberichterstattung?
College
University of Tubingen
Grade
1,7
Author
David Reuter (Author)
Publication Year
2020
Pages
26
Catalog Number
V1557500
ISBN (eBook)
9783389106327
ISBN (Book)
9783389106334
Language
German
Tags
Balthasar Sprenger Die Merfart Frühneuzeitliche Reiseberichte Indienfahrt 1505 Handel mit Indien Portugiesische Expansion Welser Handelshaus Deutsche Entdecker Seefahrt Seefahrt im 16. Jahrhundert Indienhandel Gewürzhandel Pfefferküste Reisebeschreibung Exotismus Quellenkritik Afrika-Darstellung Frühe Globalisierung Europäische Expansion Handelsnetzwerke Seidenstraße Frühe Neuzeit Entdeckungsreisen Seefahrtsgeschichte Handelsrouten nach Indien Hans Burgkmair Holzschnitte Reisebericht Indienbilder in der Literatur Reisedokumentation Kolonialgeschichte Erfahrungsbericht Kaufmannsreisen Historische Reiseliteratur Seefahrerberichte Pilgerreisen vs. Handelsreisen Entdeckung der Neuen Welt Wahrnehmung des Fremden Portugiesisch-afrikanische Beziehungen Marco Polo Reiseberichte Handelskarawanen Orientalismus Geographische Entdeckungen Kultureller Austausch Seidenstraße Gewürzroute Karawanenhandel Handelswege der Antike Mongolenreich Europäische Entdecker der Seidenstraße Reisen in der Renaissance
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
David Reuter (Author), 2020, Die "Merfart" von Balthasar Sprenger. Ein Umbruch in der antikisch-mittelalterlichen Reiseberichterstattung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1557500
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