In dem folgenden Essay möchte ich mich mit der Frage auseinander setzen, was unter dem „rheinischen Kapitalismus“ bzw. „Neo-amerikanischen Kapitalismus“ zu verstehen ist.
Hauptbezugspunkt meiner Analyse wird dabei der Artikel von Michel Albert „Kapitalismus kontra Kapitalismus“ sein. Nachdem zunächst überblicksartig die nach Ansicht Alberts unbekannte Version des Kapitalismus in seinen Grundzügen vorgestellt werden wird, soll im Anschluss daran, diese Arbeit unter persönlichen Gesichtspunkten gewürdigt und kritisiert werden.
Mit einem etwas plakativen Einstieg in die Problematik des Kapitalismus, dem Verweis auf die idealisierte und wirklichkeitsfremde Darstellung des Lebens in kapitalistischen Gesellschaften analog zu US-amerikanischen Fernsehserien, leitet Albert direkt auf den Aspekt über, das Kapitalismus in zahlreichen Varianten existiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Zielsetzung
2. Theoretische Gegenüberstellung: Rheinisches versus Neo-amerikanisches Modell
2.1 Markt und gesellschaftliche Teilbereiche
2.2 Die Rolle der Banken
2.3 Machtstruktur und Managementorganisation
2.4 Gehaltsstrukturen und Karrierewege
2.5 Das deutsche Ausbildungssystem
2.6 Ordoliberalismus und Gewerkschaften
3. Kritische Würdigung und aktuelle Relevanz
3.1 Struktur und Stärken des Artikels
3.2 Überprüfung der Thesen an aktuellen Entwicklungen
3.3 Fazit zum Vergleich der Kapitalismusmodelle
Zielsetzung und Themen
Das Hauptziel dieses Essays besteht in der vergleichenden Analyse der beiden Kapitalismusmodelle – dem "rheinischen" und dem "Neo-amerikanischen" – basierend auf Michel Alberts Werk „Kapitalismus contra Kapitalismus“. Dabei wird untersucht, inwieweit die theoretischen Unterscheidungen Alberts zur Wirtschaftsordnung, sozialen Sicherheit und Unternehmenskultur Bestand haben und wie sie aus heutiger Perspektive kritisch zu bewerten sind.
- Charakterisierung des rheinischen und angelsächsischen Wirtschaftsmodells
- Vergleich von Bankensystemen, Managementstrukturen und Ausbildungssystemen
- Die Rolle von Gewerkschaften und staatlicher Ordnung (Ordoliberalismus)
- Kritische Reflexion der Aktualität von Alberts Kapitalismusthesen
- Analyse sozioökonomischer Wandlungsprozesse in der heutigen Gesellschaft
Auszug aus dem Buch
Die Rolle der Banken innerhalb der jeweiligen kapitalistischen Wirtschaftsordnung
In einem weiteren Schritt geht der Autor auf die Rolle der Banken innerhalb der jeweiligen kapitalistischen Wirtschaftsordnung ein. Während im angelsächsischen Modell Finanzmärkte und Börsen den Takt der Wirtschaft vorgeben, wird dieser im rheinischen Kapitalismus durch die Banken bestimmt. Dies liegt vor allem daran, dass in Deutschland Banken als Finanziers der Unternehmen auftreten und mit diesen eng verknüpft sind. Diese Verbindung wird durch direkten Kapitalbesitz der Banken an den jeweiligen Unternehmen oder indirekt, durch Ausübung des Stimmrechtes der Aktionäre der Bankkunden, hergestellt. Daraus ergibt sich, dass die Banken gezwungen sind, sich um die langfristige Entwicklung von Unternehmen zu bemühen, Stabilität innerhalb der Unternehmen erzeugt wird und ein sehr dichtes und schwer zu durchdringendes Interessengeflecht entsteht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Zielsetzung: Der Autor führt in die Fragestellung ein, was unter dem rheinischen und Neo-amerikanischen Kapitalismus zu verstehen ist, und skizziert das Ziel der Analyse und Kritik von Michel Alberts Werk.
2. Theoretische Gegenüberstellung: Rheinisches versus Neo-amerikanisches Modell: In diesem Kapitel werden die strukturellen Unterschiede der beiden Modelle hinsichtlich Marktplatzierung, Bankensystem, Management, Lohngefüge und Bildungsansätzen detailliert gegenübergestellt.
3. Kritische Würdigung und aktuelle Relevanz: Der Autor bewertet die Struktur von Alberts Arbeit positiv, hinterfragt jedoch kritisch die Aktualität der aufgestellten Thesen vor dem Hintergrund aktueller sozioökonomischer Veränderungen wie Lohnspreizung und Managementwandel.
Schlüsselwörter
Kapitalismus, Rheinisches Modell, Neo-amerikanischer Kapitalismus, Wirtschaftsordnung, Michel Albert, Finanzmärkte, Mitbestimmung, Ordoliberalismus, Ausbildungssystem, Management, Soziale Marktwirtschaft, Bankensystem, Lohnentwicklung, Globalisierung, Gesellschaftsmodell.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert und diskutiert Michel Alberts Modellvergleich zwischen dem rheinischen und dem Neo-amerikanischen Kapitalismus.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf den Unterschieden in der Wirtschaftsstruktur, der Machtverteilung im Management, den Bankensystemen sowie der Ausgestaltung des Sozial- und Bildungssystems.
Welches primäre Ziel verfolgt der Text?
Ziel ist es, die theoretischen Annahmen Alberts zunächst objektiv darzustellen und anschließend einer kritischen Prüfung auf Basis moderner gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Entwicklungen zu unterziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse, kombiniert mit einer kritischen Reflexion unter Einbeziehung aktueller sozioökonomischer Entwicklungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Gegenüberstellung der beiden Kapitalismusmodelle anhand verschiedener Kriterien wie Bankrolle, Managementstruktur und Arbeitskultur sowie eine anschließende kritische Diskussion.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Begriffen gehören Rheinisches Modell, Neo-amerikanischer Kapitalismus, Wettbewerbsfähigkeit, Ordoliberalismus, Managementstrategien und soziale Sicherheit.
Wie bewertet der Autor die Thesen von Michel Albert aus heutiger Sicht?
Der Autor konstatiert, dass einige von Albert idealisierte Annahmen, etwa bezüglich einer egalitären Gesellschaft oder der gewerkschaftlichen Macht, in der heutigen Realität durch negative Lohnentwicklungen und den Wandel zur Shareholder-Value-Orientierung an Gültigkeit verloren haben.
Warum spielt die Rolle der Banken für den Autor eine so wichtige Rolle?
Die Banken werden als zentrale Akteure gesehen, die im rheinischen Modell durch ihre enge Verflechtung mit Unternehmen langfristige Stabilität sichern, während im angelsächsischen Modell die Finanzmärkte den kurzfristigen Profit in den Vordergrund stellen.
- Quote paper
- Stefan Lippmann (Author), 2008, Über Michel Alberts „Kapitalismus contra Kapitalismus“ (Kap. 5), Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/155459