Die internationale Verflechtung der Kapitalmärkte hat in den letzten
Jahrzehnten zugenommen. Internationale Börsen, wie die New York Stock Exchange(NYSE) haben auch für nicht US-amerikanische Unternehmen als Kapitalmarkt beziehungsweise Börsenplatz an Bedeutung gewonnen. Hiervon haben auch deutsche Unternehmen in den
letzten Jahrzehnten vermehrt Gebrauch gemacht.
In einem Artikel über die Börsennotierung deutscher Unternehmen in den USA vom September 2009 heißt es: „Entgegen den ursprünglichen Erwartungen verzeichneten die Unternehmen in der Regel ein vergleichsweise geringes Investoreninteresse. … "Die Diskussion über zwei-, drei- oder vierfache Notierungen macht keinen Sinn mehr", hieß es gestern bei einer großen internationalen Bank. Die Investoren richten ihren Blick mittlerweile dorthin, wo der liquideste Handel stattfindet. Auch schreckt das strenge Vorgehen der US-Börsenaufsicht SEC seit Jahren viele deutsche Unternehmen ab.“
In dieser Arbeit sollen Möglichkeiten, sowie Folgen und Nutzen für ein deutsches Unternehmen untersucht werden, sich Kapital
am US-amerikanischen Kapitalmarkt zu beschaffen. Die Arbeit beschränkt sich dabei auf die Beschaffung von Eigenkapital.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Einführung in das Thema
1.2. Aufbau und Zielsetzung der Arbeit
1.3. Grundlagen des US-amerikanischen Kapitalmarktes
2. Eigenkapital-Finanzierungsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen am US-Kapitalmarkt
2.2. Global Registered Shares
2.3. American Depositary Receipts
3. Folgen
4. Nutzen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten, Risiken und Vorteile für deutsche Unternehmen bei der Beschaffung von Eigenkapital am US-amerikanischen Kapitalmarkt sowie die Gründe für den rückläufigen Trend bei US-Börsennotierungen.
- Grundlagen des US-Finanzmarktes und dessen Besonderheiten
- Finanzierungsinstrumente: Global Registered Shares (GRS) und American Depositary Receipts (ADR)
- Regulatorische Anforderungen und Folgen (SEC, Sarbanes-Oxley Act)
- Nutzenaspekte wie Investorengewinnung und Liquidität
- Analyse der aktuellen Marktsituation für deutsche Emittenten in den USA
Auszug aus dem Buch
2.2. American Depositary Receipts
Eine weitere Möglichkeit, neben dem Listing als GRS bietet sich durch sogenannte American Depositary Receipts. Diese sind Hinterlegungsscheine, die die Rechte von Aktien eines Nicht-US-Unternehmens verbriefen und in den USA anstelle der Aktien des Unternehmens handelbar sind. Sie besitzen den Status eines US-Wertpapieres. Es ist dabei nicht erforderlich direkt die Aktienausgestaltung dem US-Recht anzupassen. ADRs können wie Aktien gehandelt werden. Ein Investor kann Aktien in ADRs tauschen und umgekehrt.
ADR-Programme kann man nach zwei Aspekten einteilen. Zum einen danach ob der Emittent an dem Programm beteiligt ist. Ist er daran beteiligt spricht man von „sponsored“ ADRs, beziehungsweise von „unsponsored“ ADRs wenn er es nicht ist. Daneben kann man eine Einteilung der „sponsored“ ADR-Programme noch Anhand der Publizitätsgrade vornehmen. Es gibt dabei Level I, II und III ADR-Programme, sowie Programme nach Rule 144A.
Bei „sponsored“ ADR-Programmen arbeitet der Emittent auf einer vertraglichen Basis mit einer Hinterlegungsstelle, der sogenannten Depositary Bank zusammen. Diese Variante liegt am häufigsten vor, da der Emittent hierbei Einfluss auf das Programm nehmen kann. Wie schon erwähnt gibt es aber auch „unsponsored“ ADR-Programme. Hierbei legt eine Depositary Bank ein ADR-Programm auf, ohne dies mit dem Emittenten abzustimmen. Dies ist der Fall wenn das Unternehmen sich nicht an dem Programm beteiligen will, von Investorenseite her aber eine große Nachfrage nach diesem Wert in den USA besteht. Diese ADRs können allerdings nur außerbörslich gehandelt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Notwendigkeit von Kapitalbeschaffung am internationalen Kapitalmarkt und definiert die Zielsetzung der Arbeit sowie die Grundlagen des US-Finanzmarktes.
2. Eigenkapital-Finanzierungsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen am US-Kapitalmarkt: Es werden die spezifischen Instrumente GRS und ADR als Wege zur Börsennotierung an der NYSE detailliert vorgestellt.
3. Folgen: Dieser Abschnitt thematisiert die regulatorischen Konsequenzen, wie die Überwachung durch die SEC und die Einhaltung des Sarbanes-Oxley Acts, sowie die Notwendigkeit der Transparenz.
4. Nutzen: Hier wird der strategische Mehrwert eines US-Listings beleuchtet, insbesondere hinsichtlich der Erschließung neuer Investorengruppen und der Steigerung der Liquidität.
5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass die Attraktivität von US-Notierungen für deutsche Unternehmen aufgrund veränderter regulatorischer Anforderungen und einer globalen Angleichung der Standards tendenziell abgenommen hat.
Schlüsselwörter
Eigenkapitalfinanzierung, US-Kapitalmarkt, New York Stock Exchange, GRS, ADR, SEC, Sarbanes-Oxley Act, Börsennotierung, Investoren, Liquidität, Transparenz, IFRS, US-GAAP, Investor Relations, Kapitalbeschaffung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Chancen und Herausforderungen für deutsche Unternehmen, die Eigenkapital am US-amerikanischen Kapitalmarkt beschaffen möchten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Finanzierungsinstrumenten GRS und ADR, den regulatorischen Anforderungen in den USA sowie den Vor- und Nachteilen eines solchen Listings.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob ein Börsengang in den USA für deutsche Unternehmen heute noch sinnvoll ist oder ob die damit verbundenen Kosten und Pflichten überwiegen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse auf Basis von Fachliteratur, offiziellen Börsenberichten und aktuellen Fallbeispielen zur Finanzkommunikation.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Finanzierungsinstrumente, die Analyse der rechtlichen Folgen und regulatorischen Hürden sowie eine Untersuchung des strategischen Nutzens für Unternehmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Eigenkapitalfinanzierung, NYSE, ADR, GRS, SEC, Transparenz und Investor Relations.
Warum haben deutsche Unternehmen in den letzten Jahren ihre US-Listings reduziert?
Die Strenge der Aufsichtsbehörden, insbesondere durch den Sarbanes-Oxley Act, sowie die Angleichung der internationalen Rechnungslegungsstandards haben die Vorteile eines Zweitlistings verringert.
Welchen Einfluss haben Institutionelle Investoren auf die Entscheidung zum Listing?
US-amerikanische Pensionsfonds stellen eine große und finanzstarke Zielgruppe dar, was ein wichtiges Motiv für die Notierung in den USA sein kann.
- Quote paper
- Dominik Sailer (Author), 2010, Zugang zum US-Kapitalmarkt aus Sicht eines deutschen Unternehmens, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/155176