„`Nichts kann die Auseinandersetzung mit der eigenen, aktiv betriebenen Textproduktion ersetzen. Denn sie erfordert und fördert zentrale allgemeine Fähigkeiten [...]. In der Ausbildung dieser Fähigkeiten liegt der eigentliche Sinn des Schreibens`“. Diese These ist von grundlegender Bedeutung für das kreative Schreiben. In meiner Ausarbeitung möchte ich mich mit einem Gebiet des kreativen Schreibens, der Unterrichtsarbeit mit Elfchen, auseinandersetzen. Vor dem Hintergrund der oben aufgeführte These möchte ich mich im Folgenden auf Elfchen in Bezug auf die Gedichtüberarbeitung mithilfe der Syntax, als einer Möglichkeit sich mit Gedichten auseinanderzusetzen, konzentrieren.
Zu Beginn werde ich in knapper Form auf die Gedichtform „Elfchen“, ihre besondere Struktur, ihre formalen Regeln und Vorgaben und ihr Lernpotential eingehen. Des Weiteren werde ich anhand einiger Beispiele verdeutlichen, wie aus einem einfachen Elfchen ein ausdrucksstarkes Gedicht werden kann. Abschließend möchte ich in einem Fazit die wesentlichen Erkenntnisse meiner Arbeit und die daraus resultierenden Konsequenzen für die Unterrichtsgestaltung darstellen.
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung
2) Hauptteil – Das Elfchen und die Wirksamkeit der Gedichtüberarbeitung mithilfe der Syntax
Elfchen 1
Elfchen 2
Elfchen 3
Elfchen 4
3) Fazit:
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das kreative Schreiben von Elfchen im Deutschunterricht und analysiert, wie durch gezielte Variationen der Syntax und Wortordnung die Ausdrucksstärke von Gedichten systematisch gesteigert werden kann.
- Struktur und formale Regeln der Gedichtform Elfchen
- Dialektik zwischen Begrenzung und Spontaneität beim Schreiben
- Syntax als Werkzeug zur Verbesserung lyrischer Qualität
- Vergleich von unmarkierter und markierter Satzgliedstellung
- Rolle von Rhythmus, Betonung und Akzentuierung
Auszug aus dem Buch
Elfchen 1
Die Abfolge Subjekt, indirektes Objekt, direktes Objekt (bzw. Subjekt, Objekt) oder in Kasuskategorien Nominativ, Dativ und Akkusativ (bzw. Nominativ, Akkusativ) kennzeichnet sich als natürliche unmarkierte Reihenfolge der Satzglieder. Diese unmarkierte Reihenfolge liegt den Sätzen „Die Nacht zeigt mir Phantastisches“ und „ich fühle die Kraft“ der ersten Version des Elfchens zugrunde. Diese natürliche Reihenfolge ist u. a. darin begründet, dass die Verbergänzungen in einer Belebtheitshierarchie (Tendenz: belebt-unbelebt) angeordnet werden, welche auch als Agensgefälle (Handlungsgefälle) bezeichnet wird. Die erste Position nimmt dabei das Agens (Handelnder) ein. Darauf folgt der Rezipient (Adressat) und abschließend das Patients (der oder dasjenige, der bzw. das nicht aktiv handelt, sondern etwas erleidet bzw. mit dem etwas geschieht). Das Agensgefälle ist somit semantisch, also nicht syntaktisch fundiert.
Die besondere Betonung eines Satzes liegt immer auf einer Vorfeldkonstituente. Steht das Subjekt jedoch im Vorfeld eines unmarkierten Satzes, liegt die Betonung des Satzes nicht auf dem Vorfeld. In markierten Sätzen, wie den Sätzen der zweiten Version des Elfchens („Phantastisches zeigt mir die Nacht“; „die Kraft fühle ich“) liegt die Betonung hingegen immer auf einer Vorfeldkonstituente.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des kreativen Schreibens ein und definiert die Unterrichtsarbeit mit Elfchen als zentrales Untersuchungsfeld der Ausarbeitung.
2) Hauptteil – Das Elfchen und die Wirksamkeit der Gedichtüberarbeitung mithilfe der Syntax: In diesem Kapitel werden formale Grundlagen der Elfchen erläutert und anhand von vier Beispielen die syntaktische Bearbeitung als Mittel zur Steigerung der Gedichtqualität demonstriert.
3) Fazit:: Das Fazit fasst zusammen, dass durch „Umstellungsmanöver“ von Satzgliedern Kinder ein tieferes Verständnis für Sprache, Rhythmus und die bewusste Gestaltung von Gedichten entwickeln können.
Schlüsselwörter
Elfchen, Kreatives Schreiben, Syntax, Wortordnung, Satzgliedstellung, Sprachdidaktik, Gedichtüberarbeitung, Agensgefälle, Poetik, Rhetorik, Schreibwerkstatt, Sprachentwicklung, Literaturunterricht, Lyrik, Sprachhandeln
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Nutzung der Gedichtform „Elfchen“ im Unterricht und der gezielten sprachlichen Überarbeitung dieser Texte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder sind die Analyse von Wortstellung und Syntax innerhalb des vorgegebenen Rahmens eines Elfchens sowie deren Einfluss auf die Wirkung und Qualität der Gedichte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch syntaktische Variationen aus einfachen Elfchen ausdrucksstärkere Gedichte entstehen können, um so das Sprachgefühl der Lernenden zu schulen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine exemplarische Analyse, bei der verschiedene Versionen von Elfchen gegenübergestellt werden, um syntaktische Veränderungen und deren phonologische sowie semantische Auswirkungen zu verdeutlichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden vier verschiedene Elfchen-Beispiele detailliert analysiert, wobei besonders auf die Auswirkungen von unmarkierter versus markierter Satzgliedstellung eingegangen wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Elfchen, Kreatives Schreiben, Syntax, Wortordnung, Sprachdidaktik und Gedichtqualität.
Warum wird die „natürliche“ Wortreihenfolge im Elfchen oft verändert?
Die bewusste Abweichung von der unmarkierten Reihenfolge dient dazu, das Rhema (die neue oder wichtige Information) stärker zu betonen und den Wohlklang sowie die poetische Aussage des Gedichts zu unterstreichen.
Was versteht man im Kontext der Arbeit unter einer „markierten“ Satzstellung?
Markierte Satzstellung liegt vor, wenn Satzglieder umgestellt werden, um einen bestimmten Informationsschwerpunkt auf das Vorfeld zu legen, was in Gedichten gezielt zur Hervorhebung genutzt wird.
Welche Bedeutung hat das „Agensgefälle“ für die Analyse?
Das Agensgefälle beschreibt die Tendenz, Satzglieder nach einer Belebtheitshierarchie (Handelnder vor Erleidendem) anzuordnen, deren Durchbrechung in Gedichten für Spannung und Ausdruckskraft sorgen kann.
Welche Erkenntnis ziehen die Kinder aus der Arbeit mit Elfchen?
Die Kinder lernen, dass Schreiben ein bewusster Prozess ist und dass die Wahl und Anordnung der Wörter entscheidend dafür ist, wie ein Inhalt ausgedrückt wird.
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- Janina Schnormeier (Author), 2008, "Elf Wörter sind noch kein Elfchen", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/155058