Die vorliegende Arbeit untersucht, wie das während der Corona-Pandemie neu entstandene digitale Angebot der Kindertheater in München von Kindern und Eltern wahrgenommen wird. Neben der Analyse der Aufrufzahlen im Web wird beleuchtet, ob diese Formate als Erweiterung, Ersatz oder lediglich als Minimallösung betrachtet werden. Zur fundierten Auseinandersetzung wird zunächst die Position des Kindertheaters in der deutschen Theaterlandschaft skizziert, bevor die spezifische Rezeption der digitalen Angebote analysiert wird. Ziel ist es, die Rolle des digitalen Kindertheaters in der Pandemiezeit und dessen potenzielle Zukunftsperspektiven zu bewerten.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Corona Pandemie – eine erneute Krise ändert die Theaterlandschaft
2. Das Kindertheater und sein Platz in der deutschen Theaterlandschaft
3. Das alternative (onlinebasierte) Theaterangebot der Münchner Kindertheater
4. Methodik – Fragebogen und Online -Erhebung
5. Ergebnisse – Bekanntheit, Atmosphäre, Generationenübergreifend, Vorteile
6. Die Krise als Chance – Schub für Innovation
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie das alternative, meist onlinebasierte Theaterangebot der Münchner Kindertheater während der Coronakrise von Kindern und deren Eltern wahrgenommen und angenommen wurde, um zu klären, ob diese Angebote als Erweiterung, Ersatz oder bloße Notlösung empfunden werden.
- Analyse der Auswirkungen der Coronapandemie auf die deutsche Kulturlandschaft und das Kindertheater.
- Untersuchung der Positionierung und Bedeutung des Kindertheaters im deutschen Theaterwesen.
- Dokumentation der verschiedenen digitalen Lösungsansätze Münchner Kindertheater während der Krise.
- Empirische Erhebung mittels Online-Fragebogen zur Nutzung und Wahrnehmung dieser Angebote durch die Zielgruppe.
- Bewertung der Akzeptanz sowie Identifikation von Vor- und Nachteilen digitaler Theaterangebote gegenüber klassischem Theater.
Auszug aus dem Buch
b. Am meisten wird die Theateratmosphäre vermisst
In der durchgeführten Umfrage kann man feststellen, dass die große Mehrheit der Befragten (76,5%) es vermisst, ins Theater zu gehen. Auf die offene Frage „Was vermisst du am Theater am Meisten?“ antwortete die große Mehrheit mit „die Atmosphäre“. „Ich vermisse alles eigentlich. Wenn da ein Vorhang hängt, bin ich immer ganz neugierig, was dahinter ist. Und den Nebel von der Bühne“. Auch werden „Theaterluft“ oder „der spezielle Geruch“ erwähnt. Andere Teilnehmer gaben ähnliche Antworten: „die Atmosphäre, die entsteht, wenn Menschen von etwas verzaubert werden. Das ist digital einfach nicht möglich“, „Die ganze Atmosphäre. Sich schick zu machen, mit Freunden zu treffen und ins Theater zu gehen. Inspiriert und beeindruckt zu werden“ oder „ich vermisse besonders die Atmosphäre im Theater, die Musik, und einfach in eine komplett andere Welt einzutauchen“. Es scheint als würde diese spezielle Theateratmosphäre oder Theaterluft durchmehrere Komponenten wie Musik, die Bühne, dem Nebel etc. entstehen. Eine befragte Person sagt direkt, dass diese Atmosphäre sich digital nicht herstellen lässt. Dies zeigt zumindest eine Komponente des Theaters auf, in der das neuartige digitale Angebot nicht an die klassischen vor Ort stattfindenden Theateraufführungen heranreicht. Allerdings werden laut der Umfrage auch andere Elemente des Theaters vom Publikum vermisst: „Die lustigen Sprüche“, „die Schauspieler gehen durch das ganze Theater und manchmal darf man auch mit ihnen auf die Bühne kommen und mitmachen während des Stücks“, „das Zusammensitzen und laut lachen und Essen während des Stücks“ vermissen. Somit zeigt sich, dass auch das für das Kindertheater charakteristische Mitmachen und die soziale Komponente den Kindern viel bedeutet und im digitalen Theater fehlt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Corona Pandemie – eine erneute Krise ändert die Theaterlandschaft: Beschreibt den durch die Pandemie verursachten gesellschaftlichen und kulturellen Ausnahmezustand sowie die daraus resultierende Notwendigkeit für Theater, den physischen Spielbetrieb einzustellen.
2. Das Kindertheater und sein Platz in der deutschen Theaterlandschaft: Erläutert die historische Entwicklung, die Funktionen und die besonderen Anforderungen an das Theater für ein junges Publikum.
3. Das alternative (onlinebasierte) Theaterangebot der Münchner Kindertheater: Stellt konkrete kreative und digitale Lösungsansätze verschiedener Münchner Theater vor, die als Antwort auf die coronabedingten Schließungen entstanden sind.
4. Methodik – Fragebogen und Online -Erhebung: Begründet die Wahl der Online-Befragung als Forschungsmethode und erläutert deren Durchführung und Zielgruppenselektion.
5. Ergebnisse – Bekanntheit, Atmosphäre, Generationenübergreifend, Vorteile: Wertet die Daten der Onlineumfrage aus, zeigt Diskrepanzen zwischen gewünschter und tatsächlicher Nutzung auf und thematisiert das Fehlen der physischen Atmosphäre.
6. Die Krise als Chance – Schub für Innovation: Reflektiert die Ergebnisse als Impuls für notwendige Innovationen im Kindertheater und diskutiert Potenziale für die Zukunft über die Krise hinaus.
Schlüsselwörter
Kindertheater, Coronakrise, Online-Theater, Digitalisierung, Online-Befragung, Theaterpädagogik, Theateratmosphäre, Kulturlandschaft, Rezipienten, Münchner Kindertheater, Mediennutzung, Vermarktung, Publikum, Innovation, Theaterangebot
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie das neuartige, onlinebasierte Theaterangebot Münchner Kindertheater während der Coronakrise von Kindern und Eltern wahrgenommen und genutzt wurde.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Auswirkungen der Krise auf die Theaterlandschaft, die Geschichte und Funktion des Kindertheaters, die Implementierung digitaler Alternativangebote sowie die empirische Analyse der Nutzerakzeptanz.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es zu klären, ob die neuen digitalen Angebote von der Zielgruppe angenommen werden und ob sie als Erweiterung, Ersatz oder bloße Notlösung für das klassische Theatererlebnis wahrgenommen werden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche zur theoretischen Fundierung und einer eigenen quantitativen Forschung mittels einer Online-Umfrage, um die Perspektive der Betroffenen zu erfassen.
Was wird im Hauptteil der Untersuchung explizit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Entwicklung der Krise, die Rolle des Kindertheaters, die Beispiele lokaler digitaler Angebote in München sowie eine detaillierte Auswertung und Diskussion der durchgeführten Online-Befragung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Schlagworte wie Kindertheater, Digitale Transformation, Publikumsforschung, Coronakrise und Theaterpädagogik charakterisiert.
Warum vermissen Kinder das physische Theater so stark im Vergleich zu digitalen Angeboten?
Die Umfrage zeigt, dass vor allem die spezifische „Atmosphäre“, der Geruch, der Nebel, die Musik sowie der soziale Aspekt und die Möglichkeit zum direkten Mitmachen und Interagieren mit den Schauspielern im digitalen Raum fehlen.
Welche Rolle spielt die mangelnde Bekanntheit der Angebote bei den Ergebnissen?
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Diskrepanz zwischen der prinzipiellen Bereitschaft, digitale Theaterangebote zu nutzen, und deren tatsächlicher Inanspruchnahme zu einem erheblichen Teil auf eine mangelnde Vermarktung und Unwissenheit der Zielgruppe zurückzuführen ist.
- Arbeit zitieren
- Annika Mayer (Autor:in), 2020, Kindertheater während der Corona-Pandemie. Akzeptanz und Wahrnehmung digitaler Angebote in München, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1549038