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Die Figuren des "chozjain ostrova" und des "carskij listven" in der künstlerischen Struktur der Povest': "Proscanie s Materoj"

Title: Die Figuren des "chozjain ostrova" und des "carskij listven" in der künstlerischen Struktur der Povest': "Proscanie s Materoj"

Term Paper (Advanced seminar) , 1997 , 26 Pages , Grade: 1 (sehr gut)

Autor:in: Harms Mentzel (Author)

Russian / Slavic Languages

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Summary Excerpt Details

Zu den bekanntesten Vertretern der sowjetischen Dorfprosa zählt Valentin G. Rasputin. Eines
seiner wichtigsten Werke ist die Povest‘ (Novelle, auch: Kurzroman) „Prošcanie s Matëroj“
(Abschied von Matjora). Nach ihrer Veröffentlichung Mitte der siebziger Jahre verursachte sie
unter den Kritikern heftige Diskussionen über ihre künstlerische Struktur, Symbolik und
Ideengehalt und nicht zuletzt über ihre Botschaft. Sogar die deutschen Übersetzungen von
Elena Panzig und Alexander Kämpfe waren umstritten.
Thema Rasputins ist die Modernisierung (in Russland) und die damit verbundenen geistigen
Schwierigkeiten. Seine Novelle setzt in der Übergangsjahreszeit des Frühlings ein und endet
wiederum in einer anderen Jahreszeit des Übergangs, im Herbst. - Mittlerweile bezeichnet man
in den Medien häufig, mitunter nicht ohne einen verächtlichen, schadenfrohen Unterton,
Russland als ein „industrialisiertes Entwicklungsland“. Es ist ein Staat, der sich seit nunmehr
annähernd einem Jahrhundert müht, den Durchbruch zur Moderne vollständig zu vollziehen.
Seit dem letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts befindet er sich also in einer
Übergangsepoche. Das sozialistische Experiment hat diesen Charakter nur verstärkt. Das
scheint nicht nur eine Tatsache aus westlicher Sicht zu sein; Davon wurde auch in der
Sowjetunion des 20. Jahrhunderts selbst zur Genüge gesprochen: am Anfang des Jahrhunderts
eine Übergangsphase zur konstitutionellen Monarchie (nicht erreicht), der Übergangs-
Schwebezustand zwischen den beiden Revolutionen des Jahres 1917, die NEP (Neue
Ökonomische Politik) als Übergangsvehikel zum Sozialismus, der Sozialismus als
„Zwischenstufe“ zur kommunistischen Gesellschaft, die Perestrojka-Übergangsjahre zur „freien
Marktwirtschaft“. Das zuletzt genannte Ziel ist ebenfalls längst nicht erreicht. Das
Entwicklungsland Russland modernisiert sich also auf mehr oder weniger drastische Weise
allmählich. Alle westlichen Industriestaaten haben eine ähnliche Phase ihrer Entwicklung
absolviert. In ihnen allen hat es die Sorge gegeben, wichtige ethische Werte während dieses
Transformationsprozesses einzubüßen. Zwar ist diese Transformation in Westeuropa
weitgehend vollzogen, deshalb hat aber der Disput beziehungsweise ein gewisses Bedauern
darüber nicht aufgehört, was man bei der rasanten Entwicklung verloren habe. Neuerdings
erreicht dieser Diskurs im Westen geradezu Modecharakter. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Einleitung: „Abschied von Matjora“ - Die Povest‘

2. Verwendung und Bedeutung mythologischer Motive

2.1. Zur mythischen/mythologischen Ebene des Novellentextes

2.2. Der ‚Inselherr‘

2.3. Der ‚Königslärch‘

2.4. Andere mythologische Motive

3. Schlussfolgerungen auf die Autorenmeinung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit analysiert die mythologische Dimension in Valentin G. Rasputins Novelle „Abschied von Matjora“ und untersucht, wie diese Motive zur Darstellung eines ganzheitlichen, organischen Weltverständnisses im Kontrast zur technischen Modernisierung beitragen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie der Autor durch spezifische Metaphorik die dialektische Spannung zwischen dem bewahrungswürdigen Alten und der unvermeidlichen, technisierten Moderne literarisch gestaltet.

  • Die Funktion mythologischer Motive als Symbole einer festen, organischen Weltordnung.
  • Die Analyse der zentralen Figuren „Inselherr“ und „Königslärch“ als Verkörperungen von Naturprinzipien.
  • Das Spannungsfeld zwischen traditionellen Lebensformen und der zerstörerischen Wirkung technischer Modernisierung.
  • Die philosophische Auseinandersetzung mit Verantwortung, Kontinuität und dem Verlust ethischer Werte.

Auszug aus dem Buch

Der ‚Inselherr‘

Im Original wird der ‚Inselherr‘ im Unterschied zur deutschen Übersetzung oftmals nur als ‚Herr‘ angeführt. Das ist insofern wichtig, als das ein so allgemein verstandener Herr zum Beispiel an den domovoj, den russischen Hausgeist, erinnert, der den Angaben in der Bolšaja sovetskaja enciklopedija entsprechend ebenfalls oft lediglich chozjain genannt wird. Im vorigen Kapitel wurde ausgeführt, dass ‚Herr der Insel‘ und ‚Königslärch‘ die Welt von unterschiedlichen Prinzipien her repräsentieren. Der ‚Inselherr‘ soll wohl den Part der ewigen unvermeidlichen Veränderung, des stetigen Wandels - ein Grundgesetz allen Seins - versinnbildlichen. Gemeinsam mit dem ‚Königslärch‘, der Dauerhaftigkeit, Kraft und Macht verkörpert, repräsentiert der ‚Inselherr‘ eine scheinbar paradoxe Einheit. Zunächst scheint das Zusammenstellen beider Momente nicht zu passen. Sowohl ‚Herr der Insel‘ als auch ‚Königslärch‘ sind ihren geschilderten Eigenschaften nach zu urteilen eigentlich unzerstörbar. Deren versuchte Vernichtung wäre also absurd. Wie der ‚Herr der Insel‘ zeigen soll, ist jedoch der Wandel ein Grundprinzip des Lebens.

Offenbar ist dieses Problem mit einem durchdachten, künstlerischen gedanklich-konstruktiven Prinzip des Autors verbunden. Wir erhalten verdichtete Aussagen über Matjora, die jedoch nicht endgültiger Natur sind. Denn alles Bild-Tragende, das sich zunächst als unerschütterlich mächtig zeigt, wird im Handlungsverlauf zum Untergang verurteilt und teilt damit das Schicksal Matjoras. So soll der Friedhof, Ort ewiger Ruhe, zerstört, der ‚Königslärch‘ gefällt und zersägt werden. Der ‚Herr der Insel‘ scheint sich letztlich in Nichts aufzulösen. Allerdings, um es vorwegzunehmen, all das gelingt nicht. Weder dem ‚Königslärch‘ ist beizukommen, noch kann der Friedhof von den Behörden beräumt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Einführung in Valentin Rasputins Werk und die thematische Einbettung in den Kontext der Modernisierung Russlands sowie die Entstehung der Dorfprosa.

1. Einleitung: „Abschied von Matjora“ - Die Povest‘: Darlegung der Handlung, des zeitlichen Rahmens und der Einführung der zentralen Protagonisten in das Schicksal der überflutungsbedrohten Insel.

2. Verwendung und Bedeutung mythologischer Motive: Untersuchung der mythologischen Bewusstseinsstruktur und der Symbolik innerhalb des Novellentextes.

2.1. Zur mythischen/mythologischen Ebene des Novellentextes: Analyse der Weltbilder und der Metaphorik von Matjora als Mutter und Symbol einer organischen Einheit.

2.2. Der ‚Inselherr‘: Interpretation der Figur als Verkörperung des Wandels und als mediale Verbindung zwischen Traum und Realität.

2.3. Der ‚Königslärch‘: Untersuchung der Unzerstörbarkeit des Baumes als Symbol für den Widerstand der Natur und der heidnisch-christlichen Traditionen.

2.4. Andere mythologische Motive: Betrachtung weiterer Figuren wie des „Narren in Christo“ Bogodul und ihrer Funktion im mythologischen Gefüge.

3. Schlussfolgerungen auf die Autorenmeinung: Reflexion über Rasputins kritische Haltung zur Zivilisation und sein Appell an ein verantwortungsbewusstes, ganzheitliches Weltverständnis.

Schlüsselwörter

Valentin Rasputin, Abschied von Matjora, Dorfprosa, Modernisierung, Mythologie, Inselherr, Königslärch, ökologisches Bewusstsein, Symbolik, russische Literatur, Bogodul, Weltordnung, Transzendenz, Traditionsbewusstsein.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die mythologischen Motive und deren künstlerische Struktur in Valentin Rasputins Novelle „Abschied von Matjora“, um das darin enthaltene Weltverständnis zu entschlüsseln.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Dialektik zwischen Modernisierung und Tradition, die Darstellung ökologischer Umbrüche sowie die Rolle des russischen Dorfes als kulturelles Gedächtnis.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Rasputin durch mythologische Metaphern wie den „Inselherrn“ und den „Königslärch“ ein tieferes Verständnis für die Ganzheitlichkeit der Welt und die Verantwortung des Menschen gegenüber der Natur vermittelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text auf Basis mythischer Ebenen, etymologischer Bezüge und existierender Forschungsliteratur interpretiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die detaillierte Interpretation mythologischer Hauptmotive und zeigt deren Bedeutung für die Struktur und die ideelle Aussage des Romans auf.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Rasputin, Mythologie, Dorfprosa, Symbolik und das Spannungsfeld zwischen Natur und technischer Moderne definiert.

Welche Rolle spielt die Figur des Bogodul für das mythologische Verständnis des Werks?

Bogodul fungiert als „Narr in Christo“ und menschliches Pendant zu den mythologischen Hauptmotiven; er verkörpert eine unklare, uralte Identität, die ihn als Wächter der Inseltraditionen ausweist.

Wie interpretiert der Autor die Symbolik des ‚Königslärchs‘?

Der ‚Königslärch‘ wird als unzerstörbares Symbol der Lebenskraft und der Verbindung zur Vorzeit interpretiert, das die Ohnmacht technischer Allmachtsfantasien gegenüber natürlichen Wurzeln verdeutlicht.

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Details

Title
Die Figuren des "chozjain ostrova" und des "carskij listven" in der künstlerischen Struktur der Povest': "Proscanie s Materoj"
College
Martin Luther University  (Institut für Slavistik)
Course
Die russische Dorfprosa in den 60er/70er Jahren und neue Texte der derevensciki seit 1991
Grade
1 (sehr gut)
Author
Harms Mentzel (Author)
Publication Year
1997
Pages
26
Catalog Number
V15482
ISBN (eBook)
9783638205832
ISBN (Book)
9783640897384
Language
German
Tags
Figuren Struktur Povest Proscanie Materoj Dorfprosa Jahren Texte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Harms Mentzel (Author), 1997, Die Figuren des "chozjain ostrova" und des "carskij listven" in der künstlerischen Struktur der Povest': "Proscanie s Materoj", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/15482
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