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Politische Sprachkritik

Title: Politische Sprachkritik

Term Paper , 2008 , 30 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Daniel Valente (Author)

German Studies - Linguistics

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Sprechen über Sprache findet nahezu täglich und in verschiedenen Bereichen der Öffentlichkeit statt. Wenn Politiker über die Verwendung bestimmter Begriffe streiten, wenn über unangemessene Ausdrucksweisen diskutiert, bestimmte Formulierungen in der Öffentlichkeit kritisiert oder nur im „Sick’schen“ Sinne über Irrwege der deutschen Sprache philosophiert wird, steht die Sprache und ihre situative Verwendung im Mittelpunkt. Aber handelt es sich dabei auch um Sprachkritik?
Zu Beginn dieser Arbeit soll der Begriff und seine Bedeutung zunächst genauer beleuchtet werden. Danach geht es um einen speziellen Teil der Sprachkritik, einer linguistisch begründeten Kritik an der Sprache der Politik bzw. der Politiker. Die Geschichte zeigt, dass Politiker schon immer um die Besetzung verschiedener Begriffe gestritten haben, in der gegenwärtigen Öffentlichkeit besteht der Topos, dass politische Äußerungen oft inhaltsarm seien und sich Politiker nicht selten in leere Floskeln der poltischen Sprache zu retten versuchen, um nichts Konkretes versprechen zu müssen, auf das man (Bürger, Medienvertreter, Kollegen, Wähler im Allgemeinen etc.) sich in der Zukunft berufen könnte. Die „Sprache der Politiker“ bzw. die „Sprache der Politik“ ist ein eigener Teilbereich der linguistisch begründeten Sprachkritik. Hier stellt sich die Frage, wie man politische Äußerungen in Zeiten der massenmedialen Wissensvermittlung, von journalistischem „Agenda-Setting“ und theaterähnlichen Parlamentsdebatten überhaupt noch angemessen bewerten bzw. kritisieren kann. Was kann die politische Sprachkritik heute leisten, was ist von ihr zu erwarten? Gibt es Möglichkeiten, zwischen dem täglich gefühlten Wortschwall der Politik, die wahre von der verschleierten Wirklichkeit deutlich zu trennen? Und wie steht es überhaupt um die Kommunikation zwischen Politikern und Bürgern?
Nach einer Abgrenzung und einem kurzen Überblick über die historische Entwicklung der Begriffe „Sprachwissenschaft“ und „Sprachkritik“, wird in dieser Arbeit zunächst das Spannungsfeld, in dem sich linguistisch begründete Sprachkritik bzw. Sprache-Politik-Forschung befindet, skizziert. Dazu sollen, wie oben bereits erwähnt, Eigenarten politischer Sprache beleuchtet werden, um nach einer kurzen Übersicht zum aktuellen Forschungsstand ein mögliches Analysemodell der sprachkritischen Forschung ausführlicher zu betrachten. Den Schluss der Arbeit bildet ein didaktische Teil mit der Darstellung eines praktischen Unterrichtsentwurfs zum Thema.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Hauptteil

II.1 Sprachkritik und politische Sprache - politische Sprachkritik

II.2 Die kommunikative Moral

II.2.1 Das Kommunikationsmaximenmodell

II.2.2 Verstoß gegen die Maximen

II.3 Didaktische Perspektive

II.3.1 Unterrichtsvorschlag

III Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten einer wissenschaftlich begründeten politischen Sprachkritik, indem sie das Modell der kommunikativen Moral von Hans Jürgen Heringer auf politische Äußerungen anwendet. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Bürger durch ein tieferes Verständnis von Kommunikationsmaximen dazu befähigt werden können, politische Rhetorik und deren manipulative Tendenzen kritisch zu hinterfragen und zu beurteilen.

  • Grundlagen der linguistisch begründeten Sprachkritik
  • Analyse politischer Sprache als Instrument des politischen Handelns
  • Anwendung des Kommunikationsmaximenmodells nach Heringer und Grice
  • Untersuchung von strategischen Maximenverstößen in Krisensituationen
  • Didaktische Konzepte zur Förderung von Sprachreflexion im Schulunterricht

Auszug aus dem Buch

II.2.2 Verstoß gegen die Maximen

An dem Fall Tschernobyl soll nun gezeigt werden, was geschieht, wenn Sprecher gegen die Relevanzmaxime verstoßen, wenn Ersatzmaximen zum Einsatz kommen, deren Urheber sich von ihnen eine Begünstigung erhoffen.

Am 25./26. April 1986 zeigt sich in einem Atomreaktor in Tschernobyl bei Kiew ein Defekt des Kühlsystems. Dieser kann nicht behoben werden, so dass es am 26. April zur Explosion und zur anhaltenden Emission großer Mengen radioaktiver Teilchen kommt. Zwei Tage später werden in Schweden zehnfach erhöhte Werte der Radioaktivität in der Luft gemessen. Man stellt die Frage nach der Ursache, die erste Vermutung, es gebe ein Leck in einem schwedischen Reaktor, liegt nahe, stellt sich jedoch als unwahr heraus. Schnell wird festgestellt, dass der strahlende Stoff bereits seit Tagen unterwegs ist und nach der Windrichtung zu urteilen aus Süden kommen muss. Aus der UdSSR gibt es keine Informationen, erst Satelliten-Bilder bringen den eindeutigen Beweis, dass der Reaktor bei Tschernobyl brennt.

Dieses Ereignis beschreibt Hans J. Heirnger als evolutionäre Wendemarke der Menschheit, da dieser GAU unter Beweis gestellt habe, dass das technische Wissen so weit entwickelt ist, große Teile der Welt zu kontaminieren und die Existenz der eigenen Spezies zu gefährden. Doch um die Katastrophe soll es im weiteren Verlauf nicht gehen. Entscheidend ist für Heringer, dass der Mensch seine Fähigkeit zur Kommunikation in einer derart prekären Situation nicht richtig genutzt habe. Als Beispiel der Verletzung der Relevanzmaxime in der öffentlich-politischen Kommunikation dient ihm die Dokumentation der Kommunikation der deutschen Landesregierungen, die intern miteinander sprechen, die Minister ständig informieren, nach außen aber erst einmal keine Informationen preisgeben. „Kommunikatives Mauern“ nennt Heringer diese Kommunikationspolitik, die bspw. erhöhte Messwerte verschweigt oder erst zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Sprachkritik im politischen Kontext und skizziert die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der "Sprache der Politik".

II Hauptteil: Der Hauptteil definiert die Grundlagen der linguistischen Sprachkritik, erläutert Heringers Modell der kommunikativen Moral und zeigt anhand von Fallbeispielen und didaktischen Ansätzen die praktische Relevanz auf.

II.1 Sprachkritik und politische Sprache - politische Sprachkritik: Dieses Kapitel grenzt Sprachwissenschaft und Sprachkritik voneinander ab und untersucht, wie politische Sprache als Handlungsinstrument analysiert werden kann.

II.2 Die kommunikative Moral: Hier wird der theoretische Rahmen der kommunikativen Moral vorgestellt, der als Basis für die Bewertung politischer Kommunikation dient.

II.2.1 Das Kommunikationsmaximenmodell: Dieses Unterkapitel erläutert die von Heringer adaptierten Kommunikationsmaximen in Anlehnung an Herbert Paul Grice.

II.2.2 Verstoß gegen die Maximen: Es wird analysiert, wie bewusste Verstöße gegen Kommunikationsmaximen, illustriert am Fallbeispiel Tschernobyl, als strategisches Mittel eingesetzt werden.

II.3 Didaktische Perspektive: Dieses Kapitel widmet sich der Entwicklung des Lernziels Sprachkritik im Deutschunterricht und der Bedeutung der Diskursanalyse für Schüler.

II.3.1 Unterrichtsvorschlag: Es wird ein konkretes Konzept vorgestellt, wie Schüler durch Diskursanalyse ein tieferes Verständnis für die Konstruktion von Wirklichkeit durch Sprache entwickeln können.

III Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer wissenschaftlich begründeten Sprachkritik zur Stärkung der kommunikativen Kompetenz von Bürgern.

Schlüsselwörter

Sprachkritik, politische Sprache, Kommunikation, Kommunikationsmaximen, Heringer, Grice, Diskursanalyse, politische Bildung, Sprachhandeln, Medien, Wirklichkeitskonstruktion, Rhetorik, Glaubwürdigkeit, Sprachreflexion, Demokratie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlich begründeten Analyse politischer Sprache. Sie untersucht, wie politische Akteure Sprache verwenden und wie diese Verwendung durch eine moderne Sprachkritik beurteilt werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören die theoretischen Grundlagen der linguistischen Sprachkritik, das Modell der kommunikativen Moral, die Analyse politischer Rhetorik sowie didaktische Ansätze zur Vermittlung dieser Themen im Schulunterricht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, ein Analysemodell vorzustellen, das es Bürgern ermöglicht, politische Äußerungen sprachkritisch zu prüfen und manipulative Strategien sowie deren Wirkungsweisen im gesellschaftlichen Diskurs zu durchschauen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt den pragmatischen Ansatz der Diskursanalyse und stützt sich dabei insbesondere auf das Modell der Kommunikationsmaximen nach Hans Jürgen Heringer und Herbert Paul Grice, um politisches Sprechen als soziales Handeln beurteilbar zu machen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Abgrenzungen der Sprachkritik vorgenommen, anschließend wird das Modell der kommunikativen Moral detailliert dargelegt und an konkreten Beispielen, wie der Informationspolitik während der Tschernobyl-Katastrophe, praktisch angewandt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sprachkritik, politische Sprache, Kommunikationsmaximen, Diskursanalyse, politische Bildung und Sprachhandeln charakterisiert.

Wie bewertet Heringer den bewussten Verstoß gegen Kommunikationsmaximen in der Politik?

Heringer wertet den bewussten Verstoß gegen diese Maximen, wie etwa durch "kommunikatives Mauern", als eine Strategie zur Verschleierung von Informationen, die langfristig die Glaubwürdigkeit des Sprechers und die Qualität der Kommunikation gefährdet.

Warum ist der Konjunktiv laut der Arbeit in der politischen Berichterstattung wichtig?

Der Konjunktiv der indirekten Rede wird als Mittel zur Relativierung angesehen, da er den Empfänger darauf aufmerksam macht, dass die vorgetragenen Informationen die Sichtweise eines fehlbaren Menschen wiedergeben und somit zur kritischen Hinterfragung einlädt.

Welche Rolle spielt der "Diskurs" im vorgeschlagenen Unterrichtsmodell?

Der Diskurs fungiert als übergeordnetes "Textgeflecht", das Schülern helfen soll, einzelne politische Aussagen nicht isoliert zu betrachten, sondern sie in ihrem historischen und gesellschaftlichen Kontext als Teil eines größeren Konstruktionsprozesses von Wirklichkeit zu verstehen.

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Details

Title
Politische Sprachkritik
College
University of Wuppertal
Grade
1,0
Author
Daniel Valente (Author)
Publication Year
2008
Pages
30
Catalog Number
V154815
ISBN (eBook)
9783640674473
ISBN (Book)
9783640674688
Language
German
Tags
Politische Sprachkritik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Valente (Author), 2008, Politische Sprachkritik, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/154815
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