Kraft Gesetz unterliegt nur ein Teil der Arbeitseinkommen und nicht wie von Schreiber gefordert alle Arbeitseinkommen dem Versicherungszwang. Die Beiträge zur Rentenversicherung, inklusive Arbeitgeberanteil werden von den Versicherten durch ihre Arbeit erwirtschaftet und sind somit deren Eigentum. Durch die paritätische Besetzung der Gremien erhalten die Arbeitgeber Zugriff auf die Verwaltung fremden Eigentums. Der Staat rechtfertigt seine Einflussnahme durch vordergründige Unterstützung aus Steuermitteln und bürdet den Versicherten Aufgaben auf, die im Interesse der Gesamtbevölkerung liegen und somit aus Steuermitteln finanziert werden müssten. Dieser Zustand kommt einer Entmündigung und Enteignung der Empfänger niedriger Einkommen gleich, da diese keine Wahlmöglichkeit bezüglich ihrer Altersabsicherung haben.
Gleichzeitig werden Reiche durch dieses System bevorzugt, da durch das Abwälzen staatlicher Aufgaben auf die Sozialversicherungen die Steuern niedrig gehalten werden und somit deren Einkünfte und Vermögen geschont werden.
Durch Geburtenrückgang bei gleichzeitig höherer Lebenserwartung wird der Anteil alter Menschen in unserer Bevölkerung drastisch zunehmen. Diese Menschen haben einen Anspruch, in sozial gefestigten Umständen zu Leben. Die Gewährleistung ausreichender Alterseinkünfte allein aus Mitteln der gesetzlichen Rentenversicherung wird zukünftige Erwerbsgenerationen überfordern. Im Laufe der Geschichte wurde die Rentenversicherung mehrmals den demographischen und wirtschaftlichen Bedingungen angepasst.
Die nachfolgende Arbeit befasst sich mit den Rechtsgrundlagen, deren Umsetzung und die Zukunft der gesetzlichen Rentenversicherung in der Bundesrepublik Deutschland.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschichte der Gesetzlichen Rentenversicherung
3. Aufbau der Gesetzlichen Rentenversicherung (RV)
3.1. Versicherte
3.2. Leistungen
3.3. Organe
3.4. Finanzierung
4. Der „Schreiber Plan“
5. Einflussnahme durch den Staat
6. Entmündigung der Arbeitnehmer
7. Stabilisierung des Systems
7.1. Kurzfristige Maßnahmen
7.2. Langfristige Maßnahmen
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die aktuelle Struktur der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft und diskutiert notwendige Reformansätze zur Sicherung des Systems.
- Historische Genese der Rentenversicherung im 19. und 20. Jahrhundert
- Aufbau und Funktionsweise der heutigen Rentenversicherungsträger
- Analyse des „Schreiber Plans“ als Grundlage des Generationenvertrages
- Kritische Auseinandersetzung mit der staatlichen Einflussnahme
- Diskussion von Stabilisierungsmaßnahmen für ein demografisch belastetes System
Auszug aus dem Buch
4. Der „Schreiber Plan“
1955 entwarf Prof. Dr. Winfrid Schreiber im Auftrag des Bundes katholischer Unternehmer einen Entwurf zur Neugestaltung der Rentenversicherung. Dieser 1957 gilt als Grundlage für den 1957 beschlossenen Generationenvertrags.
Der Plan enthielt als Eckpunkte:
- Eine gesetzliche Rente für Kinder und Jugendliche bis zum 20. Lebensjahr und eine Altersrente nach Vollendigung des 65. Lebensjahres.
- Alle Arbeitseinkommen auch die der Selbstständigen sollten mit einbezogen werden
- Die Rente passt sich dynamisch den Löhnen an, als Berechnungsgrundlage dient das Durchschnittseinkommen des Vorjahres.
- Um die Geburtenausfälle während der Kriegsjahre zu kompensieren sollten die Renten in den Jahren 1965 -1980 nicht steigen und / oder das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre angehoben werden.
- Der Bundestag sollte die Möglichkeit erhalten das Renteneintrittsalter um bis zu vier Jahren anzuheben bzw. zu senken.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die demografische Herausforderung durch Geburtenrückgang und steigende Lebenserwartung als Kernproblem für die künftige Rentenfinanzierung.
2. Geschichte der Gesetzlichen Rentenversicherung: Zeichnet die Entstehung der Rentenversicherung im 19. Jahrhundert bis zur Reform von 1957 nach.
3. Aufbau der Gesetzlichen Rentenversicherung (RV): Erläutert die institutionellen Rahmenbedingungen, Versicherte, Leistungen, Organe und die Finanzierungsstruktur.
4. Der „Schreiber Plan“: Stellt die zentralen Eckpunkte des von Prof. Dr. Winfrid Schreiber entwickelten Modells vor, das den Generationenvertrag maßgeblich beeinflusste.
5. Einflussnahme durch den Staat: Analysiert, wie politische Akteure die Rentenversicherung zur Zielverfolgung nutzten und welche finanziellen Belastungen dadurch entstanden.
6. Entmündigung der Arbeitnehmer: Kritik an der Zweckentfremdung von Beiträgen und der mangelnden Mitsprache bei der Verwaltung des Rentenvermögens.
7. Stabilisierung des Systems: Erörtert kurz- und langfristige Lösungsansätze zur Bewältigung der demografischen Überalterung.
8. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Rentensystems mit Forderungen nach mehr Transparenz, Selbstverwaltung und einer breiteren Finanzierungsbasis.
Schlüsselwörter
Gesetzliche Rentenversicherung, Generationenvertrag, Demografie, Schreiber Plan, Alterssicherung, Sozialversicherung, Rentenreform, Beitragssatz, Altersvorsorge, Renteneintrittsalter, Umlageverfahren, Selbstverwaltung, Sozialpolitik, Finanzierung, Kinderrente
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das deutsche gesetzliche Rentensystem im Kontext der alternden Gesellschaft und reflektiert dessen historische Entwicklung sowie aktuelle strukturelle Probleme.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die historische Genese, den Aufbau und die Finanzierung der Versicherung, den Einfluss des Schreiber-Plans sowie kritische Fragen der staatlichen Steuerung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Zukunftsfähigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung zu prüfen und Möglichkeiten einer gerechteren und stabileren Ausgestaltung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt eine historisch-deskriptive Methode kombiniert mit einer kritischen Analyse der Rentenpolitik und der zugrunde liegenden Gesetzestexte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der Aufbau der Rentenversicherung, die historische Bedeutung des Schreiber-Plans und die problematische staatliche Einflussnahme sowie die Entmündigung der Versicherten thematisiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Generationenvertrag, Demografie, Rentenversicherung und Sozialversicherungsreform charakterisiert.
Welche Rolle spielte der Schreiber-Plan?
Der Schreiber-Plan von 1955 diente als wesentliche konzeptionelle Grundlage für den 1957 eingeführten Generationenvertrag und prägt das Rentensystem bis heute.
Was kritisiert der Autor an der heutigen Rentenversicherung?
Der Autor kritisiert insbesondere die Zweckentfremdung von Beitragsmitteln für versicherungsfremde Leistungen und die mangelnde Transparenz sowie Mitbestimmung der Versicherten.
- Quote paper
- Günter Lehmler (Author), 2010, Die gesetzliche Rentenversicherung in einer alternden Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/154797