In dieser Hauptseminararbeit geht es um Anzeigenwerbung und die Integration von Anglizismen. Im 1. Kapitel wird die Werbesprache skizziert, wobei nur diejenigen Aspekte aufgegriffen werden, die im Rahmen der weiteren Untersuchungen von Bedeutung sind, denn ein so breit gefächertes Themenfeld wie das der Werbesprache vollständig zu erfassen wäre im Rahmen dieser Hausarbeit weder möglich noch sinnvoll.
Kapitel 2 befasst sich mit Anglizismen in der Anzeigenwerbung und den Gründen für ihren Gebrauch. Durch die Ausführungen zum historisch-gesellschaftlichen Hintergrund des fremdsprachlichen Einflusses auf das Deutsche soll einsichtig gemacht werden, weshalb es zu einer Vielzahl englischer Entlehnungen kam (und immer noch kommt). Hiermit soll versucht werden, eine Sensibilisierung für das Fremdwort zu erreichen, um diesem nicht feindlich zu begegnen, sondern mit vernünftiger Reflexion.
Um die morphologische und orthographische Integration von Anglizismen geht es in Kapitel 3. Auf die Ausführungen zur phonologischen Integration wurde verzichtet, weil der Fokus in der Anzeigenwerbung in erster Linie darauf gelegt wurde, dass der Konsument den Text (ob in Slogans, Schlagzeilen oder Fließtext) wahrnimmt und (für sich) liest, denn „wie die Wörter im amerikanischen oder britischen Englisch artikuliert werden, ist für den Durchschnittssprecher des Deutschen ohne Belang.“
Im 4. Kapitel schließlich wird der Zusammenhang zwischen der Verwendung von Anglizismen in der Anzeigenwerbung und ihrer Integration hergestellt. Hierbei wird auf die im Abschnitt 2.2 charakterisierten Textsorten einzugehen sein, um zu veranschaulichen, dass die Anzahl der gebrauchten Anglizismen und ihr Integrationsgrad davon abhängig ist, ob es sich um eine Schlagzeile, einen Fließtext oder Slogan handelt. Es wird auch beleuchtet, wie in diesem Kontext eine der Hauptaufgabe der Werbung, nämlich die Transponierung von Werten, zu sehen ist.
Inhaltsverzeichnis
0. EINLEITUNG
1. WERBESPRACHE
1.1 Besonderheiten der Werbesprache
1.2 Bausteine der Anzeigenwerbung
1.2.1 Schlagzeile
1.2.2 Fließtext
1.2.3 Slogan
2. ANGLIZISMEN IN DER ANZEIGENWERBUNG
2.1 Angloamerikanische Einflüsse auf das Deutsche
2.1.1 Historisch-gesellschaftlicher Hintergrund
2.1.2 Das Fremdwort – Freund oder Feind?
2.2 Gründe für die Verwendung von Anglizismen in der Werbesprache
2.2.1 Stilistische Wirkung
2.2.2 Werte
2.2.3 Pragmatische Funktionen
3. ANGLIZISMEN UND IHRE INTEGRATION
3.1 Morphologische Integration
3.1.1 Verben
3.1.2 Adjektive
3.1.3 Substantive
3.1.4 Wortbildung
3.2 Orthographische Integration
4. ZUSAMMENHANG: VERWENDUNG VON ANGLIZISMEN IN DER ANZEIGENWERBUNG UND IHRE INTEGRATION
4.1 Integration der Anglizismen in Schlagzeile, Fließtext und Slogan
4.2 Werte-Thematisierungen und die Verwendung von Anglizismen
5. ABSCHLIEßENDE ÜBERLEGUNGEN
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Rolle und Integration von Anglizismen in der deutschen Anzeigenwerbung, um aufzuzeigen, wie englische Entlehnungen als sprachliches Mittel zur emotionalen Zielgruppenansprache und Wertvermittlung eingesetzt werden.
- Charakteristika und Funktionen der Werbesprache
- Historische Entwicklung des angloamerikanischen Einflusses auf das Deutsche
- Formen der morphologischen und orthographischen Integration von Anglizismen
- Unterschiede der Anglizismenverwendung in Schlagzeilen, Fließtexten und Slogans
- Zusammenhang zwischen hedonistischen Wertvorstellungen und dem Einsatz von Anglizismen
Auszug aus dem Buch
1.2.1 Schlagzeile
Die Schlagzeile ist das Textelement, das als Aufhänger dient, d. h. Aufmerksamkeit erregen und den Leser vor dem Weiterblättern abhalten soll. Sie thematisiert ebenfalls den produktspezifischen Zusatznutzen. Folgende Beispiele zeigen, welche Funktionen der Zusatznutzen erfüllen kann:
Er hebt eine Produkteigenschaft besonders hervor: Schlagzeile für das Haarfärbemittel Poly Country Colors: Die faszinierenden Farben des Indian Summer – so intensiv wie noch nie.
Er zeigt eine besondere Verwendungssituation oder einen Verbrauchsaspekt auf: Schlagzeile für das Palmolive Activating Duschgel mit natürlichen Fruchtessenzen: Das fruchtige Duschvergnügen.
Mit ihm wird ein besonderer Nutzen für den Konsumenten genannt: Schlagzeile für TV und Videogeräte von Toshiba: Toshiba – einfach nur einstecken.
Er bettet das Produkt in allgemeine Wertvorstellungen ein: Schlagzeile für den VW Polo: Manche mögen’s sicher.
Bei den oben genannten Beispielen kann es zu Überschneidungen kommen, indem zum Beispiel der Nutzen für den Konsumenten und der Hinweis auf eine spezifische Verwendungssituation zusammenfallen. Oft genug kommt der Zusatznutzen in der Schlagzeile nicht deutlich zum Ausdruck. Dies kann daran liegen, dass eine Schlagzeile durch ihre sprachliche Form oder ihre inhaltliche Unbestimmtheit mehr der Aufmerksamkeitserweckung dient als einer tatsächlichen Werbeinformation.
Zusammenfassung der Kapitel
0. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in das Thema der Werbesprache und die Bedeutung von Anglizismen ein und legt den Aufbau der Untersuchung dar.
1. WERBESPRACHE: Dieses Kapitel skizziert die Besonderheiten der Werbesprache als instrumentalisierte Sonderform und erläutert die Funktionen der Bausteine Schlagzeile, Fließtext und Slogan.
2. ANGLIZISMEN IN DER ANZEIGENWERBUNG: Es wird der historisch-gesellschaftliche Hintergrund des englischen Einflusses beleuchtet und erörtert, welche stilistischen, wertbezogenen und pragmatischen Gründe für den Gebrauch von Anglizismen sprechen.
3. ANGLIZISMEN UND IHRE INTEGRATION: Dieses Kapitel analysiert die morphologischen Anpassungen von Verben, Adjektiven und Substantiven sowie die Möglichkeiten der orthographischen Integration ins deutsche Sprachsystem.
4. ZUSAMMENHANG: VERWENDUNG VON ANGLIZISMEN IN DER ANZEIGENWERBUNG UND IHRE INTEGRATION: Es wird die Korrelation zwischen den Textsorten, dem Integrationsgrad von Anglizismen und der Thematisierung spezifischer Werte (insbesondere hedonistischer Werte) aufgezeigt.
5. ABSCHLIEßENDE ÜBERLEGUNGEN: Das Fazit resümiert, dass Anglizismen das Deutsche eher bereichern als verdrängen und ihre Verwendung ein dynamischer Aspekt moderner Alltagskultur ist.
Schlüsselwörter
Anglizismen, Werbesprache, Anzeigenwerbung, Sprachwandel, Integration, Morphologie, Orthographie, Slogan, Schlagzeile, Fließtext, Wertevermittlung, Hedonismus, Fremdwörter, Sprachökonomie, Markenimage
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Verwendung und Integration englischer Lehnwörter (Anglizismen) in der deutschen Anzeigenwerbung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Untersuchung deckt die Besonderheiten der Werbesprache, die Gründe für den Einsatz von Anglizismen und deren grammatikalische sowie orthographische Eingliederung in das Deutsche ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Funktionen von Anglizismen in unterschiedlichen Anzeigenelementen zu analysieren und aufzuzeigen, wie sie zur emotionalen Zielgruppenansprache beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer linguistischen Analyse werbesprachlicher Textsorten und stützt sich auf existierende sprachwissenschaftliche Studien zur Integration von Fremdwörtern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Gründe für den Anglizismengebrauch, die detaillierte morphologische und orthographische Integration sowie den Zusammenhang zwischen Werten und Sprachverwendung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Anglizismen, Werbesprache, Integration, Sprachwandel, Wertevermittlung und hedonistische Lebensstil-Konzepte.
Warum werden in Slogans oft weniger stark integrierte Anglizismen verwendet?
In Slogans dient der Anglizismus primär der emotionalen Imagebildung und Assoziation von Modernität und Weltoffenheit, weshalb die formale Integration zugunsten der Wirkung in den Hintergrund tritt.
Wie verändert sich die Sprachstruktur durch Anglizismen?
Die Arbeit zeigt, dass das Deutsche eine hohe assimilatorische Kraft besitzt und Anglizismen weitgehend in das deutsche Flexionsschema eingeordnet werden, ohne das Gesamtsystem zu zerstören.
- Quote paper
- Aljona Merk (Author), 2007, Anglizismen in der Anzeigenwerbung und ihre Integration, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/154475