Ein Ferrari ist ein tolles Fahrzeug, jedoch in ungeeignetem Gelände macht er seinem Besitzer nur wenig Freude. Ebenso verhält es sich in der Informatik, dem Anwender kann ein noch so gutes System zur Verfügung stehen, ohne das dafür nötige Know-how ist es wertlos. Generell zeigten Untersuchungen, dass die hohen Investitionen in die IT nicht mit den erwarteten Produktivitätssteigerungen einhergingen. Dieses Paradoxon der IT kann einerseits auf die Inflexibilität eines Unternehmens bezüglich der Notwendigkeit einer Änderung der Organisationsstruktur zurückzuführen sein, meistens jedoch scheitert die Implementierung eines neuen Systems aber an der Unerfahrenheit und Kompetenz des Personals.
„EDV-Systeme verarbeiten, womit sie gefüttert werden. Kommt Mist rein, kommt Mist raus.“ Dieses Zitat von André Kostalany, einem ehemaligen ungarischen Börsenexperten, beschreibt eine grundlegende Problematik vieler Unternehmen.
IT-Fachleute sind laut AMS derzeit(2007) auf dem Arbeitsmarkt so begehrt wie schon lange nicht mehr. Vor allem Entwickler, Unix-Admins und SAP-Basisbetreuer sind besonders gefragt. Im Bereich der Datenbanken werden Oracle-Spezialisten gesucht, denn gerade hier ist die Know-how-Nachfrage fast um das Dreifache höher als das Angebot. Dies geht aus der aktuellen Studie von JoinVision, Betreiber des Jobportals für IT-Experten und Freelancer, hervor.
Woher jedoch stammt dieser hohe Bedarf, und wie kann man ihn decken? Die Stundentafel und Lehrpläne vieler Hochschulen, AHS, BHS aber auch Volksschulen und Berufsschulen weisen auf quantitativen Informatikunterricht hin. Demnach gibt es in unserem Bildungssystem kaum eine Chance nicht am IT-Unterricht teilzunehmen, leider scheitert es oft an der Qualität des Unterrichts, aber auch an der Motivation vieler Auszubildender. Lernen muss Spaß machen um möglichst effektiv zu sein.
Ziel der Arbeit ist es, didaktische Grundmodelle und gegenwärtige IT unterstützte Lehrmethoden aber auch Lernplattformen speziell in der Hochschullehre näher zu beleuchten. E-Learning ist mittlerweile in der ganzen Welt zu einem festen Bestandteil des Studiums an Hochschulen geworden. Einschränkend gilt jedoch zu sagen, dass der Begriff des E-Learning eine sehr breit gefächerte Definition zulässt und meist alle Formen des „Informierens und Lernens“ mit elektronischen Medien umfasst und nicht alle Möglichkeiten hier angeführt werden können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen der Didaktik
2.1 Das Didaktische Dreieck
2.2 Unterrichtsformen
2.3 Vorbereitung zur Unterrichtsplanung
2.3.1 Modell nach Paul Heimann
3. Didaktik der Informatik
3.1 Informatikunterricht in der Oberstufe
4. Grundlagen des E-Learning
4.1 Computer Based Training (CBT)
4.2 Web Based Training (WBT)
4.3 Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT)
4.3.1 Synchrone Informations- und Kommunikationstechnologien
4.3.2 Asynchrone Informations- und Kommunikationstechnologien
5. Lehr und Lernmethoden
5.1 Online Teaching
5.2 Online Tutorials
5.3 Online Assignments
5.4 Online Discussions
5.5 Blended Learning
6. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, didaktische Grundmodelle sowie moderne IT-unterstützte Lehrmethoden und Lernplattformen zu analysieren, um deren Wirksamkeit in der Hochschullehre zu bewerten. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie durch eine gezielte didaktische Planung und den Einsatz elektronischer Medien ein nachhaltiger Mehrwert für den Lernprozess geschaffen werden kann.
- Grundlagen der Didaktik und das Didaktische Dreieck
- Modelle zur Unterrichtsplanung (Berliner Modell)
- Didaktik der Informatik und Rahmenbedingungen des Informatikunterrichts
- Grundlagen und Definitionen von E-Learning
- Methodik des Blended Learnings als Verknüpfung von Präsenz- und Online-Lehre
Auszug aus dem Buch
2.1 Das Didaktische Dreieck
Das von Ruth Cohn (1997) entwickelte Didaktische Dreieck beschreibt die grundsätzliche Interdependenz der drei Komponenten "Lehrer/in – Schüler/innen – Thema" im Prozess des Lehrens und Lernens. Die Interdependenz zwischen dem Thema sowie den sozialen und kommunikativen Beziehungen, die zwischen dem Lehrenden und einer Gruppe von Studenten besteht, hat auch Relevanz für die Unterrichtsplanung.
Jede der drei Komponenten hat Einfluss auf das Lerngeschehen .Wenn zum Beispiel ein Lehrender die Beziehung zu den Studenten durch Einführung einer neuen Methode verändert, hat das auch Einfluss auf die Wahrnehmung des Themas seitens der Studenten. Wenn der Vortragende das Thema unter einer neuen Zielsetzung behandelt (z.B. problemorientiert, multiperspektivisch) wird das auch Einfluss auf die Lernarrangements haben, die er mit der Lerngruppe trifft. Wenn die Studenten z.B. selbst zu Thema forschen und dadurch den Lerninhalt mitbestimmen, verändert dies auch die Rolle, welche der Vortragende im Lernprozess einnehmen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der IT-Implementierung und den Bedarf an qualifiziertem Informatikunterricht, um den technologischen Wandel effektiv zu begleiten.
2. Grundlagen der Didaktik: Dieses Kapitel erläutert didaktische Grundkonzepte wie das Didaktische Dreieck und verschiedene Unterrichtsformen, ergänzt durch das Berliner Modell von Paul Heimann zur strukturierten Unterrichtsplanung.
3. Didaktik der Informatik: Es wird die Verknüpfung der Informatik mit anderen Wissenschaften aufgezeigt und die Anforderungen an den Informatikunterricht in der Oberstufe im Kontext aktueller Lehrpläne analysiert.
4. Grundlagen des E-Learning: Das Kapitel definiert E-Learning als pädagogisches Gesamtkonzept und differenziert zwischen verschiedenen Technologien wie CBT, WBT und verschiedenen Formen der IKT.
5. Lehr und Lernmethoden: Hier werden lehrer-, lerner- und teamzentrierte Methoden wie Online Teaching, Tutorials und Blended Learning vorgestellt und in ihrer Anwendung skizziert.
6. Resümee: Das Resümee reflektiert die Wichtigkeit der Akzeptanz durch die Lernenden bei der Einführung neuer Lernplattformen und betont die Notwendigkeit einer fundierten Vorbereitung.
Schlüsselwörter
Didaktik, Informatikunterricht, E-Learning, Blended Learning, Berliner Modell, Unterrichtsplanung, IKT, Lernplattform, MOODLE, Lehrmethoden, Hochschullehre, Wissensvermittlung, Online Teaching, Didaktisches Dreieck, Kompetenzaufbau.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Didaktik im Bereich der Informatik und der Integration moderner E-Learning-Konzepte in den Unterricht, insbesondere an Hochschulen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen didaktische Planungsmethoden, die Einbettung der Informatikdidaktik in ein interdisziplinäres Umfeld sowie die technische Gestaltung von E-Learning-Szenarien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, didaktische Grundmodelle und IT-unterstützte Lehrmethoden kritisch zu beleuchten, um deren Potenzial zur Effizienzsteigerung und Lernförderung zu verstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse didaktischer Konzepte, ergänzt durch reflektierte praktische Beobachtungen im Hochschulkontext.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung didaktischer Theorien, die Besonderheiten der Informatikdidaktik, die Systematik des E-Learnings sowie die konkrete Anwendung von Lehr- und Lernmethoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Didaktik, Informatikunterricht, E-Learning, Blended Learning, Unterrichtsplanung und Lernplattformen.
Warum ist das "Berliner Modell" für die Unterrichtsplanung relevant?
Es dient als strukturierter Richtungsweiser, der Lehrenden hilft, unter Berücksichtigung von Bedingungen und Entscheidungsfaktoren eine effektive Lehrveranstaltung zu konzipieren.
Welche Herausforderung sieht der Autor bei der Implementierung von Lernplattformen?
Die größte Herausforderung liegt in der Gewinnung der Akzeptanz durch die Lernenden, die oft durch eine erzwungene Nutzung oder fehlende Vorbereitung negativ beeinflusst wird.
Warum schneiden Informatik-Studierende je nach Schultyp unterschiedlich ab?
Der Autor beobachtet, dass Vorwissen aus HTL, Gymnasium oder HAK zu einer breiten Leistungsstreuung führt, was eine Niveauanpassung im ersten Semester erforderlich macht.
Was ist der Kernvorteil des Blended Learning?
Blended Learning kombiniert die Flexibilität elektronischer Lernformen mit den sozialen Aspekten des klassischen Präsenzunterrichts, um die Vorteile beider Welten zu nutzen.
- Arbeit zitieren
- David Huber (Autor:in), 2007, Zur Didaktik der Informatik an Hochschulen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/154379