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Begegnung und Umgang mit Fremden im "Herzog Ernst"

Titel: Begegnung und Umgang mit Fremden im "Herzog Ernst"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 1999 , 24 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Yvonne Caroline Schauch (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Seminararbeit beschäftigt sich mit der Begegnung und dem Umgang mit Fremden im „Herzog Ernst“, insbesondere mit Ernsts Begegnungen mit den sog. Wundervölkern - das sind zum einen die Kranichmenschen in Grippia, zum anderen die einäugigen Arimaspen. Während Ernsts Aufenthalt im Land Arimaspî kämpft er gegen weitere Wundervölker, gegen „Plathüeve“, die „Ôren“, die Riesen, und er unterstützt die Pygmäen in einem Kampf gegen die Riesen. Nicht berücksichtigt werden die Abenteuer Ernst nachdem er Arimaspî verlassen hat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 DIE WUNDERVÖLKER IM MITTELALTER

2.1 URSPRUNG UND DARSTELLUNG DER WUNDERVÖLKER

2.2 DIE WUNDERVÖLKER UND DIE KIRCHE

3 DIE FREMDEN IM HERZOG ERNST

3.1 GRIPPIA

3.1.1 DIE GRIPPIANER

3.2 ARIMASPÎ

3.2.1 DIE PLATHÜEVE

3.2.2 DIE ÔREN

3.2.3 DIE PYGMÄEN IN PRECHAMÎ

3.2.4 DIE RIESEN IN CÂNÂAN

3.3 DIE FUNKTION UND BEURTEILUNG DER FREMDE

4 RÉSUMÉE

5 QUELLENNACHWEIS

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit analysiert die Begegnung und den Umgang mit den im Epos "Herzog Ernst" vorkommenden Wundervölkern. Das primäre Ziel ist es, zu untersuchen, inwiefern die Darstellung dieser Fremden als Ort ritterlicher und herrscherlicher Bewährung dient und wie sich das mittelalterliche Weltbild in der literarischen Begegnung mit dem Andersartigen widerspiegelt.

  • Mittelalterliche Vorstellungen und Darstellungsformen von Wundervölkern
  • Charakterisierung der Wundervölker in "Herzog Ernst" (Grippia, Arimaspî, Cânâan)
  • Die Funktion von Fremdbegegnungen für die Herrscherlegitimation des Helden
  • Kommunikationsschwierigkeiten und das Phänomen der Sprachbarrieren
  • Symmetrie zwischen "fremd" und "vertraut" in der Wahrnehmung

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Die Plathüeve

Die Plathüeve sind ein den Arimaspen benachbartes Volk, das diesen schon häufig Schaden zugefügt hat. Ihr auffälligstes Kennzeichen sind ihre breiten, schwanenähnlichen Füße, an denen sie keine Schuhe tragen (V. 4674 ff.). Diese seltsam gestalteten Füße erfüllen einen bestimmten Zweck: Bei Unwetter legt sich dieses Volk auf den Boden und hebt einen Fuß zum Schutze über sich. Wird ihnen der Fuß müde, heben sie den anderen (V. 4679 ff.). Diese Plathüeve sind identisch mit den Skiopoden Isidors von Sevilla, „quos (i. e. Sciopodes) inde σχιοποδαζ Graeci vocant, eo quod per aestum in terra resupini iacentes pedum suorum magnitudine adumbrentur“.

Es fällt hier auf, daß der Verfasser des Herzog Ernst die Plathüeve den nördlichen Witterungsbedingungen angleicht und somit diese Eigenart für das Publikum nachvollziehbarer macht. Bei den Plathüeven wird auch erstmals auf den Lebensraum hingewiesen, sie halten sich in Wäldern und Sümpfen auf (V. 4676). Ferner wird von ihnen gesagt, daß sie sehr aggressiv seien (V. 4689 ff.) und über entsetzliche Waffen verfügen („geschôz freislich“, V. 4693). Doch trotz aller Unterschiede gibt es auch hier Gemeinsamkeiten. Die Plathüeve wollen das Land der Arimaspen verheeren „mit roube und mit brande“ (V. 4698), eine Vorgehensweise, die schon aus dem Reichsteil bekannt ist (V. 1678: „er stifte roup unde brant“; V. 1759: “beide beroubet und verhert“).

Ernst greift in das Kampfgeschehen ein, übernimmt die Fahne des Königs (V. 4720) und führt die erste Schlachtreihe an (V. 4721). Von der bisherigen Passivität ist nun nichts mehr zu spüren; Ernst stellt seine kämpferischen Fähigkeiten unter Beweis und übernimmt die Anführerschaft, der König und sein Heer stehen nun ihm bei: „der künic von Arimaspî / der stuont dem herzogen bî“ (V. 4737 f.) Und es ist auch Ernst, der schließlich die Schlacht gewinnt: „der herzoge den sige gewan“ (V. 4742). Ernst erhält aus Dankbarkeit ein Herzogtum als Lehen (V. 4772f.), wo er nun auch seine Herrscherqualitäten unter Beweis stellen kann (V. 4791 ff.: übt „milte“, verfügt über „frümekeit“ und „triuwe“). Auch Wetzel verhält sich ehrenvoll, ihre edle Gesinnung und ihre Verhaltensweisen werden überall anerkannt (V. 4808ff.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Arbeit führt in die Thematik der Wundervölker im „Herzog Ernst“ ein und skizziert das Forschungsinteresse an den Begegnungen des Herzogs mit fremden Rassen.

2 DIE WUNDERVÖLKER IM MITTELALTER: Dieses Kapitel erörtert die mittelalterlichen Vorstellungen von Monstrosität und den theologischen Diskurs darüber, wie die Wundervölker in das christliche Weltbild zu integrieren sind.

3 DIE FREMDEN IM HERZOG ERNST: Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Wundervölker – Grippianer, Arimaspen, Plathüeve, Ôren, Pygmäen und Riesen – und deren Bedeutung für die ritterliche Bewährung des Protagonisten.

4 RÉSUMÉE: Das abschließende Résumée reflektiert die Erkenntnisse zur Funktionalisierung des Fremden und diskutiert die These, inwieweit literarische Darstellungen zu einem toleranteren Umgang mit dem Anderen beitragen können.

5 QUELLENNACHWEIS: Hier werden alle verwendeten wissenschaftlichen Primär- und Sekundärquellen dokumentiert.

Schlüsselwörter

Herzog Ernst, Wundervölker, Mittelalter, Fremdheit, Rasse, ritterliche Bewährung, Homini monstrosi, Arimaspen, Grippia, Kampfesweise, Literaturanalyse, Alterität, höfische Sitte, Christianisierung, Symbolik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht, wie das mittelalterliche Epos "Herzog Ernst" mit den Begegnungen des Protagonisten mit fantastischen, sogenannten "Wundervölkern" umgeht und welche Funktion diese Fremdbegegnungen für seine ritterliche Identität haben.

Welche Themenfelder stehen im Fokus?

Zentrale Themen sind die mittelalterliche Wahrnehmung des Fremden, das Konzept der "Homini monstrosi", die ritterliche Kriegskunst, Sprachbarrieren und die Transformation von Feindschaft durch göttliche Fügung oder gegenseitige Anerkennung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, dass die Begegnung mit dem Fremden im "Herzog Ernst" nicht nur zur negativen Ausgrenzung dient, sondern als Ort der ritterlichen und herrscherlichen Qualifizierung fungiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text unter Einbeziehung mittelalterlicher enzyklopädischer und theologischer Hintergründe sowie rezeptionsästhetischer Ansätze untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse spezifischer Völkergruppen wie die Kranichmenschen in Grippia, die einäugigen Arimaspen sowie weitere Gegner wie Riesen und Pygmäen, um deren ritterliche Kodizes und die Interaktion mit Ernst zu verdeutlichen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Titelthema "Herzog Ernst" sind "Wundervölker", "Alterität", "höfische Tugenden" und "Symbolik des Fremden" die zentralen Begriffe.

Warum ist die Sprache der Grippianer für den Autor so bedeutsam?

Die kreischende, kranichähnliche Sprache dient als wichtiges Abgrenzungsmerkmal, das die Grippianer als nicht-menschlich bzw. als fremdartig markiert und somit den Verständigungsprozess zwischen dem Helden und den Einheimischen erschwert.

Warum werden die Wundervölker im Werk schlussendlich als "positiviert" bezeichnet?

Die Autorin argumentiert, dass das Epos die fremden Länder als Schauplatz nutzt, auf dem Ernst sich als idealer Herrscher beweisen kann, wodurch die Fremden eine funktionale Aufwertung zum "Ort der ritterlichen Bewährung" erfahren.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Begegnung und Umgang mit Fremden im "Herzog Ernst"
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Veranstaltung
Herzog Ernst
Note
1,0
Autor
Yvonne Caroline Schauch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1999
Seiten
24
Katalognummer
V154091
ISBN (eBook)
9783640666713
ISBN (Buch)
9783640666935
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Herzog Ernst Wundervölker Arimaspi Arimaspen Kranichmenschen Plathüeve Riesen Pygmäen Fremde im Mittelalter
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Yvonne Caroline Schauch (Autor:in), 1999, Begegnung und Umgang mit Fremden im "Herzog Ernst", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/154091
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  24  Seiten
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