Kein Unternehmen kann heute auf Kennzahlen und Kennzahlensysteme verzichten. Die Kennzahlen sollen dem Management die Möglichkeit geben, Ursachen und Wirkungen, externe- und interne Einflussfaktoren sowie Kausalzusammenhänge zu erkennen. Um ein Unternehmen effizient zu steuern ist es notwendig, aussagekräftige Kennzahlen zu ermitteln, bzw. aufzubereiten. Die Daten sollten in der Regel zeitnah, verständlich und transparent zur Verfügung stehen, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können.
Kennzahlen haben ein vielfältiges Anwendungsgebiet. Am häufigsten werden Kennzahlen mit der Betrachtung der finanziellen Situation eines Unternehmens in Verbindung gebracht. So geben Kennzahlen der Bilanz Aufschluss über die Vermögenswerte eines Unternehmens, und Cashflow-Kennzahlen haben einen Aussagewert über die Zahlungsströme im Unternehmen. Die Daten aus der Kosten- und Leistungsrechnung, sowie der Finanzbuchhaltung werden dem Controlling zur Verfügung gestellt.
Auch außerhalb eines Unternehmens finden Kennzahlen im privaten Umfeld Anwendungsmöglichkeit. Mit jedem Jahreswechsel gibt es neue persönliche Ziele, die als Zielvorgabe gesehen werden können. Im Verlauf der kommenden Wochen und Monaten kann nun gemessen werden, ob die Ziele erreicht wurden, bzw. bis zu welchem Prozentsatz. Innerhalb eines Unternehmens würde man vom Soll-Ist-Vergleich sprechen.
Die Umweltfaktoren für ein Unternehmen verändern sich mit einer stetig steigenden Dynamik. Märkte entwickeln sich heutzutage schneller, aber auch interne Veränderungen gilt es zu messen und zu steuern. In der betrieblichen Praxis spielen Kennzahlen somit eine immer bedeutendere Rolle.
Die vorliegende Hausarbeit basiert auf einer Literaturrecherche. Im zweiten Gliederungspunkt werden Begriffe im Zusammenhang mit Kennzahlen erläutert, sowie wichtige Kennzahlen dargestellt. Der dritte Gliederungspunkt soll einen Überblick über die aktuellen Kennzahlensysteme geben, die den Unternehmen gegenwärtig zur Verfügung stehen.
Aufgrund der Aufgabenstellung wurde das Hauptaugenmerk dieser Arbeit auf die Balanced Scorecard sowie auf Six Sigma gelegt. Darüber hinaus werden verwandte Systeme betrachtet, sowie Vor- und Nachteile erläutert. Anhand einiger Beispiele wird versucht werden, einen Praxisbezug herzuleiten. Auf unterschiedliche Derivate wird im Rahmen dieser Hausarbeit nicht eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 KENNZAHLEN
2.1 Der Begriff Kennzahlen
2.2 Funktion und Bedeutung von Kennzahlen
2.3 Charakterisierung von Kennzahlen
2.4 Erstellungs- und Verwendungszweck von Kennzahlen
2.5 Wichtige Kennzahlen
2.6 Grenzen der Kennzahlenanwendung
3 KENNZAHLENSYSTEME
3.1 Definition Kennzahlensysteme
3.2 Funktion und Nutzen von Kennzahlensystemen
3.3 Du Pont – Kennzahlensystem
3.4 ZVEI – Kennzahlensystem
3.5 RL – Kennzahlensystem
3.6 Balanced Scorecard
3.6.1 Definition Balanced Scorecard
3.6.2 Balanced Scorecard als Managementsystem
3.6.2.1 Klärung von Vision und Strategie
3.6.2.2 Kommunikation von strategischen Zielen
3.6.2.3 Planung und Festlegung von Zielen
3.6.2.4 Verbesserung von strategischem Feedback und Lernen
3.6.3 Die vier Bereiche der Balanced Scorecard
3.6.3.1 Die finanzwirtschaftliche Perspektive
3.6.3.2 Die Kundenperspektive
3.6.3.3 Die interne Prozessperspektive
3.6.3.4 Die Lern- und Entwicklungsperspektive
3.6.4 Vor- und Nachteile der Balanced Scorecard
3.6.5 Die Balanced Scorecard in der Praxis
3.7 Six Sigma
3.7.1 Der Six Sigma Ansatz
3.7.1.1 Optimierung von Produktionsprozessen
3.7.1.2 Optimierung von Geschäftsprozessen
3.7.2 Six Sigma Verbesserungsprojekte
3.7.2.1 Phase Define (Definieren)
3.7.2.2 Phase Measure (Messung)
3.7.2.3 Phase Analyze (Analyse)
3.7.2.4 Phase Improve (Verbesserung)
3.7.2.5 Phase Control (Überprüfen, Steuer)
3.7.3 Die Six Sigma Roadmap
3.7.4 Verantwortlichkeiten und Rollenverteilung
3.7.5 Vorteile und Nachteile von Six Sigma
3.7.6 Six Sigma im Praxisbezug
3.8 EFQM
3.8.1 Qualitätsmanagement mit dem EFQM – Modell
3.8.2 Befähiger – Kriterien
3.8.3 Ergebnis – Kriterien
3.8.4 Vor- und Nachteile des EFQM – Modells
3.8.5 Das EFQM – Modell in der Praxis
4 SCHLUSSFOLGERUNG
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Ziel dieser Arbeit ist es, die Bedeutung von Kennzahlen und Kennzahlensystemen für die moderne Unternehmenssteuerung aufzuzeigen und dabei insbesondere ganzheitliche Managementkonzepte zu untersuchen. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie durch den Einsatz von Balanced Scorecard und Six Sigma eine effiziente Steuerung und Qualitätsoptimierung in Unternehmen erreicht werden kann.
- Grundlagen und Definitionen von Kennzahlen und deren Bedeutung im Controlling
- Struktur und Funktionsweise klassischer Kennzahlensysteme (Du Pont, ZVEI, RL)
- Umfassende Analyse der Balanced Scorecard als strategisches Managementsystem
- Untersuchung des Six Sigma Ansatzes zur Prozessverbesserung und Fehlerreduktion
- Betrachtung des EFQM-Modells als Rahmen für Qualitätsmanagement
Auszug aus dem Buch
3.6.2 Balanced Scorecard als Managementsystem
Die Balanced Scorecard beinhaltet laut Kaplan und Norton weit mehr als eine Sammlung von Kennzahlen innerhalb eines ausgewogenen Systems. Grundsätzlich ist die Betrachtung mehrerer Bereiche für ein Kennzahlensystem ein wesentliches Element der Balanced Scorecard, jedoch muss diese vielmehr als ganzheitliches Managementsystem bezeichnet werden.
Horváth erläuter, dass die Kennzahlen aus einem Top-Down-Prozess hergeleitet werden und dem Management ein umfassendes Instrumentarium bieten, um die Unternehmensmission, -vision und -strategie in Ziele und Kennzahlen zu übertragen.
Mithilfe der Balanced Scorecard soll eine Balance zwischen extern orientierten Messgrößen für Anteilseigner und Kunden, sowie internen Kennzahlen für Geschäftsprozesse, Lernen und Wachstum gehalten werden.
Zum anderen ist sie auch ausgewogen in Bezug auf objektive und subjektive Ergebniskennzahlen. Bei der Balanced Scorecard werden harte (finanzielle) Faktoren und weiche (nicht finanzielle) Faktoren berücksichtigt.
Die Balanced Scorecard stellt nicht nur ein operatives- bzw. taktisches Messinstrument dar. Sie ist vielmehr ein strategisches Management System, mit dem Unternehmen versuchen, ihre Strategie langfristig verfolgen zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Diese Einleitung führt in die Notwendigkeit von Kennzahlen zur Unternehmenssteuerung ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit sowie das Vorgehen mittels Literaturrecherche.
2 KENNZAHLEN: Das Kapitel definiert den Begriff Kennzahl, beleuchtet deren Funktionen, Charakterisierungen sowie Erstellungszwecke und zeigt wichtige Arten sowie Anwendungsgrenzen auf.
3 KENNZAHLENSYSTEME: Dieses Hauptkapitel klassifiziert und analysiert verschiedene Systeme zur Unternehmenssteuerung, von klassischen Modellen wie Du Pont über die Balanced Scorecard bis hin zu Six Sigma und dem EFQM-Modell.
4 SCHLUSSFOLGERUNG: Die Schlussfolgerung fasst die Ergebnisse zusammen, differenziert zwischen Ordnungssystemen und Rechensystemen und betont die zunehmende Bedeutung ganzheitlicher Managementsysteme für die Transparenz.
Schlüsselwörter
Kennzahlen, Kennzahlensysteme, Balanced Scorecard, Six Sigma, EFQM, Controlling, Unternehmenssteuerung, Prozessverbesserung, Qualitätssicherung, Performance Measurement, Strategisches Management, Finanzkennzahlen, Kundenperspektive, Qualitätsmanagement, Unternehmensführung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der zentralen Rolle von Kennzahlen und Kennzahlensystemen für die Steuerung moderner Unternehmen und betrachtet dabei sowohl klassische Modelle als auch moderne ganzheitliche Managementsysteme.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind das Kennzahlenwesen im Allgemeinen sowie eine detaillierte Analyse der Ansätze Balanced Scorecard, Six Sigma und des EFQM-Modells.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen mittels dieser Instrumente ihre strategischen Ziele in operative Kennzahlen übersetzen und die Qualität sowie Wirtschaftlichkeit verbessern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche, in der bestehende betriebswirtschaftliche Konzepte analysiert, klassifiziert und durch Beispiele aus der Praxis ergänzt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Kennzahlen, die Darstellung verschiedener Kennzahlensysteme (Du Pont, ZVEI, RL) sowie die tiefgehende Betrachtung von Balanced Scorecard und Six Sigma als Managementsysteme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kennzahlensysteme, Balanced Scorecard, Six Sigma, strategisches Management und Qualitätsmanagement geprägt.
Was unterscheidet die Balanced Scorecard von klassischen Rechensystemen?
Im Gegensatz zu rein finanzorientierten Rechensystemen integriert die Balanced Scorecard auch nicht-finanzielle Perspektiven wie Kunden, interne Prozesse sowie Lernen und Entwicklung durch Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge.
Warum wird Six Sigma als mathematischer Ansatz bezeichnet?
Six Sigma stützt sich auf statistische Methoden und geht davon aus, dass Geschäftsprozesse als mathematische Funktionen beschrieben werden können, wobei das Ziel eine Fehlerquote von nahezu null (3,4 Fehler pro Million) ist.
- Arbeit zitieren
- MSc Christian Bonack (Autor:in), 2008, Kennzahlen und Kennzahlensysteme in der modernen Unternehmung mit Hauptaugenmerk auf Balanced Scorecard und Six Sigma, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/152593