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Zur Shop-Startseite › Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Die Gelegenheitsmeditation als Gestaltungsprinzip in Christian Scrivers „Gottholds zufällige Andachten“

Protestantische Erbauungsliteratur in der frühen Neuzeit

Titel: Die Gelegenheitsmeditation als Gestaltungsprinzip in Christian Scrivers „Gottholds zufällige Andachten“

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2006 , 20 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Ron Klug (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Erbauungsliteratur bediente sich hauptsächlich der Textsorten
Andacht, Gebet und Predigt und fand ihre größte Verbreitung im
ausgehenden 16. bzw. 17. Jahrhundert. Die Werke Christian Scrivers waren viel gelesen und trugen maßgeblich zur Bereicherung des literarischen Erbauungsschatzes des Protestantismus bei.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Erbauungsliteratur

2.1 Historischer Hintergrund

2.2 Begriffsbestimmung

2.3 Textsorten

2.4 Vertreter

3 Christian Scriver

3.1 Biographie

3.2 Literarisches Werk

4 „Gottholds zufällige Andachten“

4.1 Formale Grundlagen und Entstehung

4.2 Das Konzept der „zufälligen Andacht“

4.3 Exemplarische Textanalyse

5 Schluss: Zum Verfall geistlicher Allegorese

6 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die „Gelegenheitsmeditation“ als zentrales gestalterisches Prinzip in Christian Scrivers Werk „Gottholds zufällige Andachten“. Ziel ist es, die didaktische und spirituelle Funktion dieses Literaturtyps im 17. Jahrhundert zu analysieren und den Übergang zu einem säkularisierten Umgang mit religiöser Allegorese nachzuvollziehen.

  • Historische Einordnung der protestantischen Erbauungsliteratur
  • Konzeptualisierung der „zufälligen Andacht“ nach Scriver
  • Strukturanalytische Untersuchung von Kurzandachten
  • Einfluss der Allegorese auf die moralische Erziehung
  • Verfallserscheinungen der geistlichen Allegorese im 18. Jahrhundert

Auszug aus dem Buch

4.3 Exemplarische Textanalyse

Im Rahmen einer exemplarischen Textanalyse soll die dreigliedrige Struktur der zufälligen Andacht bzw. der Gelegenheitsmeditation verdeutlicht werden:

Das erste Hundert, II, Die Kohlpflantze

(1) Gotthold sahe auff einem Acker Rapps= oder Weißkohl=Pflantzen gesetzet / die / ob sie wohl sein groß und schön gewesen / dennoch / nach der Verse=tzung / die äussersten Blätter meist alle ver=lohren hatten / welche um das Hertzkölb=lein und schwachen Stamm her verwelckt lagen: (2) Er gedachte / das heisset Gestor=ben zum Leben. (3) Wären diese Pflantzen an dem Ort / wo sie aus einem geringen Saamkörnlein erwachsen / unverruckt ge=lassen / hätten sie ihre Frucht nicht bringen würden / (4) jetzo aber / da sie versetzt sind / stirbt zwar das äusserliche Ansehen / aber die Hertzblätterlein leben / und werden in we=niger Zeit / durch fleißige Obacht und Be=giessung / wachsen / sich schliessen / und auff einen starcken Stamm das wundersame und nützliche Kohlhaupt bringen: (5) Mein GOtt! so machst du es mit deinen Gläubi=gen; (6) In der Welt sind wir aus sündlichem Saamen entsprossen / und würden / als Fleisch vom Fleisch gebohren / (Joh. III, 6.) zu keiner heiligen und tauglichen Frucht gelangen / (7) deine Hand aber /HErr JEsu! versetzet uns in deinen Kirchen=Acker / daß wir sollen werden Pflantzen des HErrn zu Preiße / (Efa. LXI, 3.) (8) da überfallet uns die Creutz=Hitze / und was dein wunder=barer Rath (Efa. XXVIII, 29.) zu unserm Aufnehmen sonst gut befindet / also sterben wir zum Leben! (9) Wir sterben ab der Sün=den / daß wir der Gerechtigkeit leben / wir sterben der Welt / auf daß wir Gott leben / es stirbt der alte Mensch / daß der neue Mensch lebe / es stirbt das Fleisch / dass der Geist lebe und in uns herrsche. (10) Mein Gott! laß mich eine solche Pflantze seyn! (11) Ertödt mich durch deine Güte / Erweck mich durch Dein Gnad / Den alten Menschen kräncke / daß der neue leben mag!

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Gelegenheitsmeditation als das bestimmende Gestaltungsprinzip in Christian Scrivers „Gottholds zufällige Andachten“ vor und verortet das Werk im Kontext der barocken Erbauungsliteratur.

2 Erbauungsliteratur: Dieses Kapitel skizziert den krisengeprägten historischen Hintergrund des 16. und 17. Jahrhunderts und definiert den Begriff sowie die zentralen Textsorten der Erbauungsliteratur.

3 Christian Scriver: Der Abschnitt bietet einen Überblick über das Leben des Theologen Scriver sowie eine Zusammenstellung seiner bedeutendsten literarischen Werke.

4 „Gottholds zufällige Andachten“: Dieses Kapitel analysiert die formale Struktur und das Konzept der „zufälligen Andacht“ anhand der „Kohlpflanze“ als konkretes Textbeispiel.

5 Schluss: Zum Verfall geistlicher Allegorese: Der Abschluss erörtert den Wandel der geistlichen Allegorese hin zu einer zunehmend profanen und teils zweckentfremdeten Nutzung im 18. Jahrhundert.

6 Literaturverzeichnis: Hier werden die verwendeten Primärquellen und die wissenschaftliche Sekundärliteratur aufgeführt.

Schlüsselwörter

Gelegenheitsmeditation, Erbauungsliteratur, Christian Scriver, Gottholds zufällige Andachten, Allegorese, Barock, Protestantismus, geistliche Deutung, Andacht, Gebet, Emblematik, Säkularisierung, Frömmigkeit, Kurzandacht, 17. Jahrhundert.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Werk „Gottholds zufällige Andachten“ von Christian Scriver und analysiert, wie die „Gelegenheitsmeditation“ als zentrales literarisches Gestaltungsprinzip genutzt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der protestantischen Erbauungsliteratur, dem Konzept der Andacht bei Gelegenheit und dem Einsatz der Allegorese zur moralischen Erziehung des Lesers.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, die spezifische Struktur der Kurzandachten bei Scriver aufzuzeigen und zu erklären, warum diese Methode im 18. Jahrhundert ihre geistliche Bindung verlor.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine strukturelle Textanalyse, insbesondere anhand einer exemplarischen Exegese der Andacht „Die Kohlpflantze“, ergänzt durch literaturhistorische Kontextualisierung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Erbauungsliteratur, der Biographie Scrivers sowie einer detaillierten formalen Analyse seines Hauptwerkes.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?

Wesentliche Begriffe sind Gelegenheitsmeditation, Allegorese, Erbauungsliteratur, Frömmigkeit und der historische Säkularisierungsprozess.

Wie definiert Scriver den Begriff der „zufälligen Andacht“?

Scriver versteht darunter die geistliche Betrachtung von alltäglichen Gegenständen, Ereignissen oder Naturphänomenen, die dem Menschen als Anlass dienen, um Gott zu loben und sich selbst zu erbauen.

Warum leitet das Beispiel „Erbauliche Gedanken eines Tobackrauchers“ den Schluss ein?

Dieses Beispiel verdeutlicht den Verfall der geistlichen Allegorese, da hier ein Genussmittel auf eine Weise allegorisiert wird, die nicht mehr dem ursprünglichen, frommen Zweck der Erbauungsliteratur entspricht.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Gelegenheitsmeditation als Gestaltungsprinzip in Christian Scrivers „Gottholds zufällige Andachten“
Untertitel
Protestantische Erbauungsliteratur in der frühen Neuzeit
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Germanistisches Institut)
Veranstaltung
Protestantische Erbauungsliteratur in der frühen Neuzeit
Note
1,0
Autor
Ron Klug (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
20
Katalognummer
V152546
ISBN (Buch)
9783640643189
ISBN (eBook)
9783640643455
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Literatur Frühneuhochdeutsch Ältere Erbauungsliteratur Protestantismus protestantisch Literaturwissenschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ron Klug (Autor:in), 2006, Die Gelegenheitsmeditation als Gestaltungsprinzip in Christian Scrivers „Gottholds zufällige Andachten“, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/152546
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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