Gegenstand dieser Arbeit soll dabei die Aufzeigung der Unterschiede im
Gesundheitszustand zwischen der Allgemeinbevölkerung und Inhaftierten sein.
Dabei werden Auswirkungen des Vollzuges auf die Gesundheit der Gefangenen aufgezeigt und mögliche Konzepte und Angebote der Gesundheitsförderung mit Orientierung auf vollzugstypische Risikofaktoren vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definitionsansätze zum Gesundheitsbegriff
3 Gesetzliche Grundlagen
4 Der Gesundheitszustand in unserer Gesellschaft
5 Die gesundheitliche Situation von Strafgefangenen
5.1 Ausgangssituation bei Haftantritt
5.2 Auswirkungen des Vollzuges
6 Sport- u. Bewegungsaktivitäten für den Justizvollzug
6.1 Konzepte zur Gesundheitsförderung
6.2 Präventive Angebote gegen häufig auftretende Krankheitsbilder
7 Schlussbetrachtung
8 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Notwendigkeit der Gesundheitsförderung durch Sport im Justizvollzug. Dabei wird analysiert, wie Sportangebote den spezifischen gesundheitlichen Belastungen und Risikofaktoren inhaftierter Personen entgegenwirken und zur Resozialisierung beitragen können.
- Gesundheitliche Ausgangslage von Strafgefangenen bei Haftantritt
- Einfluss von Haftbedingungen auf physische und psychische Gesundheit
- Strukturen und Angebote der Gesundheitsfürsorge in Justizvollzugsanstalten
- Einsatz von Sport und Bewegung zur Prävention spezifischer Krankheitsbilder
- Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit im Vollzug
Auszug aus dem Buch
5.2 Auswirkungen des Vollzuges
Die Auswirkungen des Vollzugs auf die Gesundheit der Inhaftierten sind sehr vielfältig. Betrachtet man allein die psychischen Belastungen des Gefängnisaufenthalts, dann wird deutlich, was Freiheitsentzug in einer Zwangsgemeinschaft auslöst. Die Selbstmordquote ist fünfmal so hoch wie in vergleichbaren Altersgruppen in Freiheit. Vollzug bringt ein hohes Stresspotential für den Insassen mit. Denn erzwungene körperliche und soziale Inaktivität lassen Spannungszustände entstehen und ins Leere laufen. Ein Rating der Stressoren zeigt, dass ein Gefängnisaufenthalt schon an 4. Stelle nach Tod des Ehegatten, Scheidung und Trennung vom Ehegatten steht (vgl. http://members.chello.at/elfriede. puchner/Stresstabelle.htm).
Der Alltag im Vollzug ist durch Fremdbestimmung und Monotonie gekennzeichnet. Durch diese Unterforderung der Gefangenen bilden sich psychische Symptome wie Lethargie, Unzufriedenheit, Passivität, Wut und Verzweiflung, Selbstisolation, Depressionen und Abstumpfung heraus. Durch den Versorgungscharakter findet insgesamt eine Ressourcenverringerung statt und lässt die Inhaftierten weiter, durch den Verlust von Autonomie, in ihre passive Rolle verfallen. Organisation aller Lebensbereiche mit vollzugsbestimmten Einschränkungen aus Straf- und Sicherheitsgründen lässt die Entmündigung der Gefangenen weiter vorantreiben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderung, die Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung auf den restriktiven Kontext des Strafvollzugs zu übertragen, und definiert das Ziel der Arbeit.
2 Definitionsansätze zum Gesundheitsbegriff: Dieses Kapitel stellt verschiedene theoretische Gesundheitsverständnisse vor, darunter das integrative Verständnis, das WHO-Modell sowie medizinische, psychologische und soziologische Ansätze.
3 Gesetzliche Grundlagen: Es werden die rechtlichen Rahmenbedingungen betrachtet, die den Strafvollzug und die medizinische Versorgung der Inhaftierten in Deutschland regeln.
4 Der Gesundheitszustand in unserer Gesellschaft: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über allgemeine Gesundheitstrends und häufige Erkrankungen, insbesondere Herz-Kreislauf-Leiden und psychische Probleme.
5 Die gesundheitliche Situation von Strafgefangenen: Das Kapitel analysiert den oft schlechten Gesundheitszustand bei Haftantritt und die negativen Auswirkungen des Vollzugs auf den körperlichen und geistigen Zustand.
6 Sport- u. Bewegungsaktivitäten für den Justizvollzug: Es werden die verschiedenen Dienste im Vollzug sowie spezifische Sport- und Präventionskonzepte vorgestellt, um der gesundheitlichen Gefährdung entgegenzuwirken.
7 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass Sport im Justizvollzug ein zentrales Element zur Gesunderhaltung und Resozialisierung darstellt, das über eine rein freizeitorientierte Rolle hinausgeht.
8 Literaturverzeichnis: Hier werden sämtliche für die Arbeit herangezogenen Quellen, Bücher und Internetverweise aufgeführt.
Schlüsselwörter
Gesundheitsförderung, Justizvollzug, Sport, Strafgefangene, Gesundheitsrisiken, Prävention, Resozialisierung, Bewegungsaktivitäten, Psychische Gesundheit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Haftbedingungen, Sportpädagogik, Suchtberatung, Selbstbestimmung, Lebensqualität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Gesundheitsförderung von inhaftierten Personen und untersucht, wie Sport und Bewegung als präventive und therapeutische Mittel innerhalb des Justizvollzugs eingesetzt werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die gesundheitliche Ausgangslage bei Haftantritt, die Auswirkungen des Freiheitsentzugs auf das Wohlbefinden, die Rolle verschiedener Vollzugsdienste und die praktische Umsetzung von Sportprogrammen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, welche Unterschiede im Gesundheitszustand zwischen der Allgemeinbevölkerung und Inhaftierten bestehen und wie vollzugstypischen Risikofaktoren durch gezielte Gesundheitskonzepte begegnet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse wissenschaftlicher Berichte, gesetzlicher Bestimmungen und empirischer Studien zur Gesundheit im Strafvollzug.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der gesundheitlichen Ausgangssituation von Gefangenen, die Auswirkungen der Inhaftierung, die Vorstellung der zuständigen Dienste wie Medizinischer und Sportpädagogischer Dienst sowie konkrete Präventionsmaßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Gesundheitsförderung, Justizvollzug, Sport, Resozialisierung und Prävention charakterisieren.
Wie wirkt sich der Vollzug auf die Gesundheit aus?
Der Vollzug bedeutet für Gefangene ein hohes Stresspotential durch Fremdbestimmung, Monotonie und Isolation, was häufig zu psychischen Problemen wie Depressionen und physischen Folgen durch Bewegungsmangel führt.
Warum ist der Sportpädagogische Dienst so wichtig?
Dieser Dienst ist entscheidend, da er durch gezielte Sportangebote nicht nur die körperliche Fitness verbessert, sondern auch einen präventiven Schutz vor Muskel- und Skeletterkrankungen sowie psychischen Krisen bietet.
Welche Rolle spielt die Kooperation verschiedener Dienste?
Die Zusammenarbeit zwischen Sozialem Dienst, Psychologischem Dienst, Medizinischem Dienst und Sportpädagogik ist essenziell, um eine ganzheitliche Betreuung zu gewährleisten und die negativen Auswirkungen des Strafvollzugs effektiv abzufedern.
Werden auch Suchterkrankungen thematisiert?
Ja, Suchtproblematiken bei Gefangenen werden als bedeutender Faktor für den schlechten Gesundheitszustand identifiziert; der Suchtberatungsdienst spielt dabei eine zentrale Rolle bei der Betreuung und Vermittlung von Hilfsangeboten.
- Arbeit zitieren
- Tobias Isenhuth (Autor:in), 2009, Gesundheitsförderung und Sport im Justizvollzug, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/152383