Ziel dieser Arbeit ist es, die Möglichkeiten, aber auch Grenzen des Einsatzes des Economic Value Added in der Bankwirtschaft aufzuzeigen.
Dabei werden im Wesentlichen folgende Hauptziele verfolgt:
• Beschreibung und Erläuterung des deutschen Bankensystems sowie der vorhan-denen Bankengruppen
• Darstellung der grundlegenden Ziele und Ermittlung des Economic Value Added
• Beurteilung des grundsätzlichen Handlungsbedarfs bei einer Übertragung auf den Bankensektor
• Erarbeitung einer bankspezifischen Ermittlung des EVA
• Darstellung und Wertung des EVA in ausgewählten Anwendungsfeldern
Die Arbeit selbst gliedert sich unter Berücksichtigung der aufgeführten Hauptziele in folgender Weise.
Im ersten Kapitel wurde vorab schon die aktuelle Situation der Bankwirtschaft be-schrieben und auf vorhandene Probleme hingewiesen. Daran schließt sich die Erläute-rung der Vorgehensweise an.
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Das vierte Kapitel bildet den Kern dieser Arbeit. Es beschäftigt sich mit der Anwen-dung des Economic Value Added in der Praxis, insbesondere im Bereich der Bankwirt-schaft. Auf Basis einer Beschreibung der Besonderheiten der Konzeptübertragung auf die Bankwirtschaft sowie einer Erläuterung der daraus resultierenden notwendigen An-passungen erfolgt die Ermittlung eines bankspezifischen EVA. Darauf aufbauend wer-den im Anschluss die vier Anwendungsformen des Economic Value Added bei Banken aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2. Banken als Untersuchungsobjekt
2.1 Struktur des Bankensystems
2.2 Zielsetzung und Ausrichtung der Bankengruppen
2.3 Aspekte der Banksteuerung
3. Economic Value Added als Untersuchungsmethodik
3.1 Konzeptionelle Grundlagen des EVA
3.2 Definition und Berechnung des EVA
3.2.1 Net Operating Profit After Taxes (NOPAT)
3.2.2 Net Operating Assets (NOA)
3.2.3 Gesamtkapitalkosten (WACC)
3.2.4 Anpassungen des EVA
3.2.5 Kritische Würdigung des EVA
3.2.6 Beispielrechnung des EVA
3.3 Anwendungsfelder im Überblick
4. Verknüpfung der Untersuchungstatbestände – Praktische Anwendung des EVA Konzeptes in Banken
4.1 Besonderheiten wertorientierter Banksteuerung
4.2 Ermittlung des EVAB
4.2.1 Ermittlung der Gewinngröße
4.2.2 Ermittlung des Kapitals
4.2.3 Ermittlung der Eigenkapitalkosten
4.3 Anwendung des EVA in Banken
4.3.1 EVA als Konzept zur Bankbewertung
4.3.2 EVA als Maßstab für die Performance
4.3.3 EVA als Entlohnungsinstrument
4.3.4 EVA als Konzept zur Banksteuerung
4.4 Bewertung der Einsatzmöglichkeiten
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die Einsatzmöglichkeiten sowie die Grenzen des Economic Value Added (EVA) Konzepts im Kontext der deutschen Bankwirtschaft aufzuzeigen und zu analysieren.
- Strukturanalyse des deutschen Bankensystems und der verschiedenen Bankengruppen.
- Erarbeitung der methodischen Grundlagen und der Berechnung des Economic Value Added.
- Übertragung und Anpassung des EVA-Konzepts auf bankenspezifische Besonderheiten.
- Bewertung des EVA als Instrument der Banksteuerung, Performance-Messung und Entlohnung.
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung
Kaum ein anderer Wirtschaftsbereich in Deutschland steht vor vergleichbaren Veränderungen wie der Bankenmarkt. Das klassische Universalbankensystem ist erodiert und neue Geschäftsmodelle, neue Anbieter, Fusionen, strategische Neuausrichtungen oder die Fokussierung auf Kerngeschäftsfelder zeugen vom strategischen Umbruch, der die gesamte Bankenlandschaft in Deutschland erfasst hat. Die Erlöse aus dem Provisions- und Zinsgeschäft sind eingebrochen, gleichzeitig steigen Abschreibungsbedarf sowie Rückstellungen für notleidend gewordene Kredite aufgrund der dramatisch zunehmenden Zahl von Insolvenzen deutlich an. Darüber hinaus drücken neben der Ertragskrise hohe und weiter steigende Kosten auf das Geschäftsergebnis. Dies alles erfolgt in einem Bankenmarkt, der als `overbanked` gilt. Verluste im Kapitalmarktgeschäft haben schließlich die Ertragskrise nochmals verschärft.
Im Ergebnis führen diese Effekte zu unbefriedigenden Kosten-Ertrags-Relationen und wenig zufriedenstellenden (Eigen-) Kapitalrenditen.
Die aktuelle Situation erfordert für jedes Bankinstitut, stets einen transparenten Einblick in die Struktur und Herkunft von Ergebnis- und Risikobeiträgen zu erhalten und darauf aufbauend Maßnahmen für die strategische Ausrichtung eines Institutes sowie die operative Steuerung im täglichen Geschäft zu ergreifen. Diesem Zweck dienen der Aufbau und die Implementierung von Systemen zur (Gesamt-) Banksteuerung. Der Aufbau umfassender Steuerungssysteme zählt für Banken deshalb zu den derzeit größten Herausforderungen. Sich weiter schärfender Wettbewerb, zunehmender Margendruck und stetig stärker regulierendes Aufsichtsrecht machen eine effiziente und effektive Banksteuerung unverzichtbar. Für Betsch stellt die „Implementierung geeigneter Instrumente zur Gesamtbanksteuerung“ eines von mehreren Grundproblemen dar, die zwingend gelöst werden müssen, um den Strukturwandel in der Finanzbranche erfolgreich zu gestalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Dieses Kapitel skizziert die aktuelle Krisensituation und den strategischen Umbruch im deutschen Bankensektor sowie die daraus resultierende Notwendigkeit effizienter Steuerungssysteme.
2. Banken als Untersuchungsobjekt: Hier wird die Struktur des deutschen zweistufigen Bankensystems sowie die Ausrichtung der unterschiedlichen Bankengruppen und die allgemeinen Aspekte der Banksteuerung erläutert.
3. Economic Value Added als Untersuchungsmethodik: Das Kapitel vermittelt die theoretischen Grundlagen des EVA-Konzepts, die Berechnung der Kernkomponenten NOPAT, NOA und WACC sowie allgemeine Anwendungsfelder.
4. Verknüpfung der Untersuchungstatbestände – Praktische Anwendung des EVA Konzepts in Banken: Der Kernteil der Arbeit überträgt das EVA-Konzept auf den Bankensektor, unter Berücksichtigung bankenspezifischer Anpassungen bei der Kapital- und Gewinnermittlung sowie die Anwendung in Steuerung und Entlohnung.
5. Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Möglichkeiten und Herausforderungen beim Einsatz von EVA in der Bankwirtschaft ab.
Schlüsselwörter
Economic Value Added, EVA, Banksteuerung, Bankwirtschaft, Wertorientierung, NOPAT, NOA, WACC, Shareholder Value, Kapitalmarkttheorie, Performancemessung, Eigenkapitalkosten, Bankbewertung, Unternehmenskontrolle, Anreizsysteme
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Anwendbarkeit des wertorientierten Steuerungskonzepts "Economic Value Added" (EVA) im spezifischen Umfeld der deutschen Bankwirtschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Struktur des deutschen Bankensektors, die theoretischen Grundlagen des EVA sowie dessen Anpassung und Implementierung als Steuerungs- und Bewertungsinstrument für Banken.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, die Möglichkeiten und Grenzen des EVA-Einsatzes im Bankensektor aufzuzeigen, um dem strategischen Umbruch und dem Bedarf an effizienter Gesamtbanksteuerung zu begegnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse zur Definition der EVA-Methodik und verknüpft diese mit einer transferorientierten Untersuchung auf die spezifischen regulatorischen und operativen Rahmenbedingungen von Banken.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Transformation des für Industriebetriebe konzipierten EVA auf den Bankensektor, der Ermittlung bankenspezifischer Gewinngrößen und Kapitalkosten sowie der praktischen Anwendung in der Banksteuerung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Economic Value Added, Banksteuerung, Wertorientierung, NOPAT, WACC und Performancemessung.
Wie unterscheidet sich die EVA-Berechnung in Banken von der in Industriebetrieben?
Banken erfordern aufgrund ihrer speziellen Bilanzstruktur, der regulatorischen Anforderungen und der Interaktion zwischen Kapitalstruktur und Geschäftsmodell spezifische Anpassungen ("Konversionen"), etwa bei der Einbeziehung von Zinsaufwand oder bei der Definition des zu verzinsenden Kapitals.
Welche Rolle spielt die DZ Bank in dieser Arbeit?
Die DZ Bank dient im Rahmen der Arbeit als Fallbeispiel, um die theoretische Darstellung der EVA-Implementierung durch einen praktischen Bezug zu einem konkreten Institut zu ergänzen.
- Arbeit zitieren
- Christian Chrubasik (Autor:in), 2010, Der Economic Value Added - Einsatzmöglichkeiten des EVA Konzeptes in der Bankwirtschaft, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/151917